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erschienen in Zivilcourage 01/2020

Es fing mit einer spontanen Idee an - in der Mittagspause eines Treffen der AG Gender des Bund für Soziale Verteidigung (BSV)  im Herbst 2018. Es wurde eine große Veranstaltung der Friedensbewegung: Am 1. Februar 2020 fand in Hannover die Tagung „Feministische Friedensarbeit: Reflexion. Organisation. Thema - Gender und Intersektionalität als Chancen der antimilitaristischen und pazifistischen Arbeit“ statt. Dieses Symposium kann und wird unzweifelhaft der Ausgangspunkt für weitere Veranstaltungen zum weiten Themenfeld „Gender und Intersektionalität“ sein.

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Der Ausgangspunkt

In Anlehnung an Bertha von Suttner hatten wir uns als Projektgruppe „bertha – Werkstatt für intersektionale Friedensarbeit“ gegründet, um dem Symposium auch eine Struktur zur Seite zu stellen, die nach der Veranstaltung weiterarbeiten würde. Wir planten anfangs mit 40 Teilnehmenden. Zählt man diejenigen mit, denen aus Platzgründen abgesagt werden musste, bzw. die selber kurzfristig absagten und somit für Nachrücker*innen Platz machten, interessierten sich beinahe 150 Menschen für die Veranstaltung, bei überschaubarem Werbeaufwand. Knapp 100 von Ihnen waren dann am 1. Februar in Hannover dabei und diskutierten einen Tag lang über die Chancen und Möglichkeiten, Friedensarbeit intersektional aufzustellen. Die Anwesenden waren: zahlreiche, meist weiße, Aktivist*innen aus der Friedensbewegung; Persons of Color (PoC), in der Regel aus anderen aktivistischen Zusammenhängen; Vertreter*innen der Friedens- und Konfliktforschung und einfach Interessierte – das Spektrum der Teilnehmer*innen war breit gefächert, was der Veranstaltung sehr gut tat, da unterschiedliche Perspektiven und Expertisen zusammenkamen.

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Zivile Sicherheit muss Priorität werden! Die „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ (DFG-VK) fordert mehr Investitionen in den Gesundheitssektor statt in die Bundeswehr und warnt vor einer Militarisierung im Rahmen der Krise.

Die Coronakrise ist aktuell eine große Herausforderung für die Gesellschaft. Die „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ ist angesichts der Entwicklungen besorgt: „Wir können diese Krise mit Solidarität und praktischer Hilfe zwischen den Menschen und über Landesgrenzen hinweg überstehen“, erklärt Michael Schulze von Glaßer, politischer Geschäftsführer des Friedensverbands. Er warnt zugleich: „Die Krise könnte mit generellen Gesetzesverschärfungen sowie einer weiteren Aufrüstung etwa im Bereich von Überwachung und der Polizei einhergehen und versucht werden die Maßnahmen über die Gesundheitskrise hinaus aufrechtzuerhalten.“ Der großflächige Einsatz der Bundeswehr sowohl um polizeiliche als auch medizinische Aufgaben zu übernehmen, scheint nur noch eine Frage der Zeit. „Das zeigt nicht, dass wir die Bundeswehr im Innern brauchen, sondern verdeutlicht vielmehr, dass es an zivilen Gesundheitseinrichtungen mangelt“, so Schulze von Glaßer.

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Bunt statt Braun, Freitag, 21. Februar 2020, Uhrzeit: 18:00 Uhr; Ort: Großer Platz an der Marktkirche (Am Markte, 30159 Hannover)

Gerne dokumentiere ich den Aufruf:

Liebe Freundinnen und Freunde der Demokratie, mit Erschüttern haben wir alle heute früh die furchtbare Nachricht aus dem hessischen Hanau zur Kenntnis nehmen müssen: Bei Schüssen an zwei Tatorten sind neun Menschen getötet und weitere Menschen verletzt worden. Die Gewalttat hat nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann einen rechtsradikalen Hintergrund. Der Täter habe mehrheitlich Personen mit Migrationsgeschichte bei dieser feigen und menschenverachtenden Tat getötet. Das Ministerium teilt weiter mit, dass man aufgrund aufgefundener Materialien davon ausgehen müsse, dass es sich um einen rechtsradikalen, ausländerfeindlichen Hintergrund handelt. Diese Entwicklung können und werden wir nicht akzeptieren. Einen Aufschwung des Rassismus und Rechtsradikalismus werden wir in unserer Gesellschaft nicht hinnehmen. Seite an Seite wollen wir mit allen demokratischen Kräften dafür sorgen, dass sich so eine schreckliche Tat nicht wiederholt. Unser schönes Hannover stellt sich gegen Rassismus und tritt für Vielfalt, Demokratie und Menschlichkeit ein! Denn unsere Stadt ist bunt statt braun. Gemeinsam stehen wir als Demokratinnen und Demokraten zusammen: In Hanau, Niedersachsen und überall! Diese Botschaft werden wir alle gemeinsam bei der morgigen Kundgebung deutlich machen und auf die Straße bringen.

Datum: Freitag, 21. Februar 2020 Uhrzeit: 18:00 Uhr Ort: Großer Platz an der Marktkirche (Am Markte, 30159 Hannover)

Seid dabei, mobilisiert Eure Freundinnen und Freunde und lasst uns ein starkes Zeichen setzen!

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Hannover und der AK-Regionalgeschichte e.V. fordern die Stadt Hannover auf vor der Hauptfeldwebel Lagenstein Kaserne einen Gedenkort zu schaffen, an dem der Personen gedacht wird, die hier im Zweiten Weltkrieg wegen Wehrkraftzersetzung oder Desertion hingerichtet wurden. Das könnte ein Riegel von Stolpersteinen ebenso sein, wie eine Gedenktafel.

Hintergrund:

Während der Zweiten Weltkrieges war Hannover nicht nur ein wichtiger Ort der Rüstungsproduktion, sondern auch durch die dort stationierten Soldaten militärisch bedeutsam. Zur Aufrechterhaltung der Schlagkraft der Wehrmacht bediente sich die Militärjustiz eines umfangreichen Strafkatalogs. Wir wissen heute, dass mindestens 46 Soldaten in Hannover hingerichtet wurden. Die Exekutionen fanden auf dem Gelände der ehemaligen Emmich-Cambrai-Kaserne statt. Bis heute wird den Ermordeten nicht angemessen gedacht.

Die kürzlich veröffentlichte Arbeit „Du brauchst dich wegen meiner Hinrichtung nicht zu schämen…“ – Ungehorsame Soldaten in Hannover, Neustadt 2020 (www.ak-regionalgeschichte.de ) von Ralf Buchterkirchen gibt den Hingerichteten einen Namen und zeigt anhand konkreter Einzelfälle, wie brutal und unmenschlich die Verurteilungen und Hinrichtungen erfolgten.

Bis heute erinnert am Kasernengelände nichts an die begangenen Verbrechen. Dies muss sich schleunigst ändern! Gerade mit Blick auf die heutige Rolle der Kaserne als Feldjägerschule der Bundeswehr, ist es erforderlich, dass die damaligen Verbrechen bewusst reflektiert werden, damit heutige Soldat*innen widerstehen. Das Verschweigen der Hinrichtungen muss ein Ende haben und den Getöteten endlich würdig gedacht werden!

Du brauchst dich wegen meiner Hinrichtung nicht zu schämen … - Ungehorsame Soldaten in Hannover 1933-1945 mit dem Autor Ralf Buchterkirchen

FÄLLT LEIDER AUS! Termin: 17.3.2020, 19.00 Uhr Pavillon Hannover

Was haben Heinrich Rehse, Hubert Breitschaft, Robert Gauweiler, August Seifert und Anton Biesterfeld gemeinsam? Sie wurden als Soldaten der Wehrmacht zum „Ehrendienst am Deutschen Volk“ gezwungen und eckten aus unterschiedlichen Gründen an. So hat der Jugendliche Heinrich Rehse anderes im Kopf als strammzustehen und auf den Krieg vorbereitet zu werden… Hubert Breitschaft wird denunziert, als er spontan den Ausgang des Hitlerattentates bedauert, August Seifert verweigert den Eid auf Adolf Hitler…

Ralf Buchterkirchen stellt, basierend auf seinem neuen Buch, einzelne Biografien und Materialien für die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen zum Thema vor.

Eine Veranstaltung von AK Regionalgeschichte Neustadt und DFG-VK.
Der Eintritt ist frei.

"Du brauchst dich wegen meiner Hinrichtung nicht zu schämen…" - Ungehorsame Soldaten in Hannover 1933-1945

"Du brauchst dich wegen meiner Hinrichtung nicht zu schämen…" - Ungehorsame Soldaten in Hannover 1933-1945

Ich freue mich, das es endlich geschafft ist. Meine zweite Monographie ist am Start. Mehrfarbig in A4-Format und auf 100 Seiten beschäftige ich mich intensiv mit Biographien von deutschen Soldaten des Zweiten Weltkrieges, die sich verweigerten und aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) mitmachen konnten und wollten.

Neben einer Einführung in die Wehrmachtjustiz beschäftige ich mich auch mit Gründen und Motiven des Ungehorsams, insbesondere unter dem Fokus von Männlichkeit. Eine Beschäftigung mit der militärischen Rolle Hannovers im Zweiten Weltkrieg und der schleppenden Aufarbeitung in der niedersächsischen Landeshauptstadt rundet die Arbeit ab. Für regionalkundliche Arbeiten und den Schulunterricht liefert die Arbeit zusätzlich Arbeitsblätter und ergänzende Materialien. Mehr Infos gibt es hier.

Inhalt und Einleitung

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Nach den Wahlen in Brandenburg und Sachsen haben sich zwei Koalitionen aus CDU/SPD/Grünen gebildet, in Brandenburg unter Führung der SPD, in Sachsen unter Führung der CDU.

Bereits vor den Wahlen habe ich mich mit den Wahlprogrammen der Parteien (Brandenburg, Sachsen) auseinandergesetzt. Grund genug zu schauen, was es von den Positionen der künftigen Regierungsparteien in den jeweiligen Koalitionsvertrag geschafft hat und was also LGBTIQ* (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter*, Queers) in den nächsten Jahren in Brandenburg und Sachsen zu erwarten haben.

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