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Am Sonntag den 6.9. und 27.09. wurde die 9. Gedenkstättenfahrradtour vom Verein „Gegen das Vergessen / NS-Zwangsarbeit“ durchgeführt.

Ziel der jährlich stattfindenden Fahrradtour ist es, bekannte und weniger bekannte Aspekte rund um den Themenkomplex Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus in Hannover an den historischen Orten zu vermitteln.

Aufgrund der großen Nachfrage und der aktuell geltenden Bestimmungen für Zusammenkünfte, wurde die diesjährige Tour auf zwei Termine geteilt und mit jeweils ca. 30 Teilnehmer*innen inhaltsgleich durchgeführt.

Die beiden Touren standen unter dem Schwerpunkt ehemaliges KZ-Außenlager und Zwangsarbeiterlager Hannover Mühlenberg.

Sieben Stationen auf einer Strecke von insgesamt 12 km vermittelten einen kleinen und informativen Eindruck über die Situation der hannoverschen Zwangsarbeiter*innen im Nationalsozialismus. An den einzelnen Stationen gab es jeweils Kurzvorträge von Reinhard Schwitzer und Tim Rademacher.

Die Stationen waren:

  1. Hanomaggelände, Hanomag als Betrieb der Rüstungsproduktion
  2. Bahnhof Linden (Fischerhof), Mahnmal für deportierte Juden, Sinti und Roma
  3. Zwangsarbeiter*innenlager an der Mercedesstraße (ehemals Schlorumpfskoppelweg)
  4. „Schmalzsiedlung“ in Obericklingen, NS-Wohnungsbauprojekt
  5. Wöchnerinnenbaracken Wettberger Mühle als Teil des Lagers Mühlenberg, sowie KZ-Außenlager Mühlenberg
  6. Zwangsarbeiterlager Bornumer Holz/Auf der Kuhbühre
  7. Lindener Turm

Neben den vermittelten Inhalten an den Stationen führte auch der Zustand der historischen Orte zu Diskussionen mit den Teilnehmer*innen. Auf dem Hanomaggelände sind mehrere Gedenk- und Informationstafeln geplant, an anderen Orten gibt es bisher keine Hinweise zu der Vergangenheit und auch keine Planungen dafür. Das leitete zu der Frage, wie den mehreren hundert Arbeitslagern unterschiedlicher Größe und Ausprägung in Hannover gedacht und erinnert werden kann.

Ein wiederkehrendes Thema der Gedenkstättenradtour sind die Straßenbenennungen in Hannover. Auch in diesem Jahr wurde darauf eingegangen. Zum einen wurden einige Straßennamen der „Schmalzsiedlung“ erläutert, die ursprünglich nach Nationalsozialisten benannt und schließlich 1945 umbenannt wurden. Zum anderen Straßennamen, welche die heutige Sicht auf die Vergangenheit widerspiegeln und nach Opfern und Widerstandskämpfer*innen benannt sind. Wie Marianne Baecker, die in einer Widerstandsgruppe bei der Hanomag tätig war und Karl Nasemann, der während seiner Tätigkeit bei der Hanomag dort eingesetzten Häftlingen aus dem KZ Mühlenberg Hilfe zukommen ließ.

Im Jahr 2021 ist im Herbst eine neue Tour geplant.

[Text:  Reinhard Schwitzer und Tim Rademacher]
[Fotos: Tim Rademacher]

Worum geht es?

Unsere Friedensarbeit definiert Frieden bisher vor allem durch die Perspektive der weißen Mehrheitsgesellschaft und bearbeitet ihre Themen daher stellenweise einseitig. Schon jetzt leben in Deutschland viele von Krieg betroffene Menschen, die ein ernsthaftes Interesse haben, sich der Kriegspolitik und Militarisierung Deutschlands entgegenzusetzen. Um für sie ein ernsthafter Ansprech- und Kooperationspartner zu werden, fehlen nicht nur intersektionale Ansätze, sondern müssen über Jahre hinweg gefestigte rassistische Strukturen in den Organisationen und der Friedensarbeit selbst überwunden werden. Echter Frieden ist nur ohne Rassismus möglich und braucht folglich eine antirassistische Friedensbewegung.


Was bringt mir das Online-Seminar?

Die 3-teilige Seminarreihe ‘Rassismus in der Friedensarbeit?’ soll Aktivist*innen und Organisationen dabei helfen, diese Strukturen zu erkennen und aufzubrechen, um den ersten Schritt zu einer antirassistischen Friedensarbeit zu gehen. Dafür wird im ersten Teil der Reihe, ein gemeinsames Verständnis von Rassismus und white privilege geschaffen, bevor im zweiten und dritten Teil ganz konkret auf die im Titel hinterfragten rassistischen Strukturen in der Friedensarbeit eingegangen wird. Ganz konkret wird dafür auf die Arbeitsweisen in deutschen Organisationen geschaut, die innerhalb Deutschlands und im Ausland fungieren.

1. Teil: Einführung

Im einführenden Teil der Webinarreihe werden Grundlagen besprochen und Begriffe definiert. Besonders Teilnehmende, die sich bisher wenig mit dem Thema befasst haben, erhalten einen Einblick in wichtige rassismuskritische Arbeit. Was ist Rassismus, auf welchen Ebenen wirkt er und was ist eigentlich mit white privilege gemeint? Auf diese und weitere Dinge geht unsere Referentin Aretha Schwarzbach-Apithy in ihrem etwa 60-minütigen Vortrag ein und beantwortet anschließend auch die persönlichen Fragen der Teilnehmenden. Schwarzbach-Apithy ist gelernte Erzieherin, Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung und Aktivistin in der Black Community. Das Thema ihrer Doktorarbeit ist: "Weißsein als Norm in den Erziehungswissenschaften".

Wann?        30. September 2020 um 18.30 Uhr
Wo?             Zoom


Anmeldung

Für die Anmeldung bitten wir um eine E-Mail mit Vor-und Nachnamen an webinar@dfg-vk.de. Den Zugang zum Webinar-Raum und weitere Informationen erhaltet ihr vor der Veranstaltung via E-Mail.


Weiterführende Links:

Rassismus: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/rassismus/was-ist-rassismus/

Intersektionalität: https://www.zeit.de/kultur/2020-09/diskriminierung-intersektionalitaet-privileg-ungleichheit-identitaet-gesellschaft



Die Webinarreihe wird veranstaltet von der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen und bertha - Werkstatt für intersektionale Friedensarbeit.

Es gibt gute Neuigkeiten aus Stuttgart. Das Deserteursdenkmal, welches 2007 auf dem Theaterplatz in Stuttgart-Feuerbach aufgestellt wurde, wird endlich in das Stadtzentrum verlegt. Es soll künftig am Karlsplatz vor der Gedenkstätte Stauffenberg am Stuttgarter Alten Schloss stehen.

Das Denkmal - gewidmet "Den Deserteuren aller Kriege" geht über das reine Gedenken an Deserteure der Wehrmacht (wie beispielsweise in Hannover) hinaus.

Bunt statt Braun, Freitag, 21. Februar 2020, Uhrzeit: 18:00 Uhr; Ort: Großer Platz an der Marktkirche (Am Markte, 30159 Hannover)

Gerne dokumentiere ich den Aufruf:

Liebe Freundinnen und Freunde der Demokratie, mit Erschüttern haben wir alle heute früh die furchtbare Nachricht aus dem hessischen Hanau zur Kenntnis nehmen müssen: Bei Schüssen an zwei Tatorten sind neun Menschen getötet und weitere Menschen verletzt worden. Die Gewalttat hat nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann einen rechtsradikalen Hintergrund. Der Täter habe mehrheitlich Personen mit Migrationsgeschichte bei dieser feigen und menschenverachtenden Tat getötet. Das Ministerium teilt weiter mit, dass man aufgrund aufgefundener Materialien davon ausgehen müsse, dass es sich um einen rechtsradikalen, ausländerfeindlichen Hintergrund handelt. Diese Entwicklung können und werden wir nicht akzeptieren. Einen Aufschwung des Rassismus und Rechtsradikalismus werden wir in unserer Gesellschaft nicht hinnehmen. Seite an Seite wollen wir mit allen demokratischen Kräften dafür sorgen, dass sich so eine schreckliche Tat nicht wiederholt. Unser schönes Hannover stellt sich gegen Rassismus und tritt für Vielfalt, Demokratie und Menschlichkeit ein! Denn unsere Stadt ist bunt statt braun. Gemeinsam stehen wir als Demokratinnen und Demokraten zusammen: In Hanau, Niedersachsen und überall! Diese Botschaft werden wir alle gemeinsam bei der morgigen Kundgebung deutlich machen und auf die Straße bringen.

Datum: Freitag, 21. Februar 2020 Uhrzeit: 18:00 Uhr Ort: Großer Platz an der Marktkirche (Am Markte, 30159 Hannover)

Seid dabei, mobilisiert Eure Freundinnen und Freunde und lasst uns ein starkes Zeichen setzen!

"Du brauchst dich wegen meiner Hinrichtung nicht zu schämen…" - Ungehorsame Soldaten in Hannover 1933-1945

"Du brauchst dich wegen meiner Hinrichtung nicht zu schämen…" - Ungehorsame Soldaten in Hannover 1933-1945

Ich freue mich, das es endlich geschafft ist. Meine zweite Monographie ist am Start. Mehrfarbig in A4-Format und auf 100 Seiten beschäftige ich mich intensiv mit Biographien von deutschen Soldaten des Zweiten Weltkrieges, die sich verweigerten und aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) mitmachen konnten und wollten.

Neben einer Einführung in die Wehrmachtjustiz beschäftige ich mich auch mit Gründen und Motiven des Ungehorsams, insbesondere unter dem Fokus von Männlichkeit. Eine Beschäftigung mit der militärischen Rolle Hannovers im Zweiten Weltkrieg und der schleppenden Aufarbeitung in der niedersächsischen Landeshauptstadt rundet die Arbeit ab. Für regionalkundliche Arbeiten und den Schulunterricht liefert die Arbeit zusätzlich Arbeitsblätter und ergänzende Materialien. Mehr Infos gibt es hier.

Inhalt und Einleitung

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Nach den Wahlen in Brandenburg und Sachsen haben sich zwei Koalitionen aus CDU/SPD/Grünen gebildet, in Brandenburg unter Führung der SPD, in Sachsen unter Führung der CDU.

Bereits vor den Wahlen habe ich mich mit den Wahlprogrammen der Parteien (Brandenburg, Sachsen) auseinandergesetzt. Grund genug zu schauen, was es von den Positionen der künftigen Regierungsparteien in den jeweiligen Koalitionsvertrag geschafft hat und was also LGBTIQ* (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter*, Queers) in den nächsten Jahren in Brandenburg und Sachsen zu erwarten haben.

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2020 will die NATO ein großangelegtes Truppenverlegungs und -kriegsspielmanöver durchführen. Ich werde sicher in den nächsten Monaten noch ausführlicher darüber schreiben. Direkt davon betroffen wird vermutlich auch der Truppenübungsplatz Bergen in Niedersachsen. Langsam laufen die proteste dagegen an. Letzte Woche gab es dazu ein Aktiventreffen, deren PM ich natürlich gerne zur Verfügung stelle.

Widerstand gegen NATO-Manöver DEFENDER 20 formiert sich

Im April und Mai 2020 plant die NATO das größte Manöver von Landstreitkräften in Europa seit Ende des Kalten Krieges. Mit insgesamt 37 000 Soldatinnen und Soldaten aus 16 NATO-Staaten sowie aus Finnland und Georgien wird eine neue Dimension umweltschädigender militärischer Aktivitäten erreicht. Bis zu 20000 US- GIs mit entsprechendem schwerem Gerät werden über den Atlantik und anschließend quer durch Europa an die russische Grenze transportiert. Ziel des Manövers ist neben der Demonstration militärischer Überlegenheit die Prüfung der in den vergangenen Jahren in Osteuropa aufgebauten Infrastruktur. Deutschland wird zur Drehscheibe der Truppenverlegungen über die Convoy Support Center Garlstedt (Niedersachsen), Burg (Sachsen-Anhalt) und den sächsischen Truppenübungsplatz Oberlausitz nach Polen. Geleitet wird das Manöver unter anderem über das neue Joint Support and Enable Command in Ulm, das EUCOM in Stuttgart und die US Air Base Ramstein. Während der Transporte wird es zu schweren Einschränkungen des Straßen- und Schienenverkehrs entlang der Transportstrecken kommen. Die Bundeswehr hat bereits vorsorglich mit der Deutschen Bahn AG eine Vorfahrtsregel für das Militär vereinbart.

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