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In Ihrem Stadionheft zum Spiel gegen RBL haben sich die Ultras aus der Landeshauptstadt mal wieder zu einer homophoben Peinlichkeit hinreissen lassen:


Vom grammatikalischen Unvermögen abgesehen kommen hier neben einer homophoben Sichtweise auch "Vorbehalte" gegen genderneutrale Schreibweisen, die in der Verballhornung wie sie hier verwendet wird nur patriarchal sexistisch gelesen werden kann zu Ausdruck. Da passt es, das man sich vor wenigen Wochen erst explizit von links abgegrenzt und sich als weder rechts noch links (das heißt in der Übersetzung - rechts, man google dazu nach Strategien der Rechten/Querfront) bezeichnet hat.

Das Vorgehen hat Tradition. Schon vor zwei Jahren fielen die Ultras mit einem Banner gegen St.Pauli sexistisch auf. Rassismus war auch schon mal Thema - hier half dann die berühmte Einzeltäterthese weiter sich reinzuwaschen. Hört man zudem bei den wenigen Heimsiegen noch ein lautstarkes SIEG, bei dem das Heil gedanklich immer mitschwingt, gewollt oder nicht wird die Veränderung der Kurve offensichtlich. Ob das Blog Hannover Rechtsaussen immer recht hat, sei dahingestellt, ignorieren hilft aber sich nicht weiter.

Da halte ich es dann doch mit meinem Verein. #nazisraus - ergänzt - auch aus der Kurve.

"Das Bündnis #noNPOG – Nein zum neuen niedersächsischen Polizeigesetz fordert den niedersächsischen Landtag auf, die geplanten Änderungen am Polizeigesetz nicht zu beschließen und weiteren Ausweitungen der Befugnisse der Sicherheitsbehörden eine Absage zu erteilen. Darüber hinaus fordern wir die niedersächsische Gesellschaft auf, sich aktiv dem neuen Niedersächsischen Polizeigesetz, anderen autoritären Tendenzen und Einschränkungen von Grund- und Freiheitsrechten in den Weg zu stellen!"  Dem schließe ich mich doch vollumfänglich an. Begegnen wir den Versuchen Freiheit gegen Sicherheit auszuspielen so früh wie möglich. Wir brauchen kein neues Polizeigesetz.

Daher! Am 8.9. auf dem Ernst-August-Platz. Sorgen wir dafür das dieser Platz dafür viel zu klein ist. 13:00 Uhr Demo gegen das geplante niedersächsische Polizeiaufgabengesetz.

mehr Infos: https://nonpog.de/

Ein Gastbeitrag von Dirk Hogess

Mit der Aktion soll das Bewusstsein für Plastikmüll in den Weltmeeren gestärkt werden.

Die DFB-Mannschaft setzte ein Zeichen für Umweltbewusstsein? Vor dem Testspiel am Freitag (23.03.18) gegen Spanien das vor ausverkaufter Kulisse in Düsseldorf 1:1 endete wurde sich in Trikots aus recycelten Meeresabfällen aufwärmt. Die Kooperation des DFB-Ausrüsters (adidas) und der Non-Profit-Organisation Parley soll das Bewusstsein für Plastikmüll in den Weltmeeren stärken. Die Garne und Fasern der Trikots wurden aus recycelten und aufbereiteten Plastikabfällen gefertigt, die an den Küsten der Malediven eingesammelt worden waren. In den Meeren schwimmt ein 150 Millionen Tonnen schweres Umweltproblem: Jedes Jahr kommen laut Umweltbundesamt etwa sechs Millionen Tonnen Plastik hinzu. Höchste Zeit, etwas zu ändern. Die Meere sind eine Müllhalde, es ist ein globales Problem. Der Kunststoffabfall, zumeist PET-Flaschen, wird dazu geschreddert und mithilfe einer Strangpresse zu einer Faser recycelt. Natürlich möchte Non-Profit-Organisation Parley das nicht als "Mode-Geg" durch hecheln. Nachhaltigkeit nimmt einen immer größer werdenden Teil im Bewusstsein unserer Gesellschaft und dem täglichen Leben ein.

Auch in den Fußballarenen muss sich was ändern, denn dort kommen immer noch Einweg-Plastikbecher zum Einsatz. Umweltverbände fordern die rigorose Einführung von Mehrwegsystemen an den Spielstätten. Um Vereinen bei der Entscheidung zu helfen, stellt der Deutsche Fußball-Bund gemeinsam mit der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH nun einen Ratgeber zu den Vor- und Nachteilen von Einweg- und Mehrwegbechern bereit. Durch den Pfand, der auf Mehrwegbechern und seltener auch auf Einwegbechern liegt, soll ein Anreiz zur Becherrückgabe im Stadion geschaffen werden. Im Handel möchte man komplett auf Tüten aus Bioplastik oder Papier umsteigen. Um die Reinigung der Ozeane bemühen sich die Non-Profit-Organisation Parley for the Oceans. Das Konsummodell: Mode aus Plastikmüll aus dem Meer gefischt gibt es schon seit längerer Zeit. Auch Sportbekleidung wie da Outdoor-Schuh und Badebekleidung.

Womöglich schadet Kleidung aus Plastikmüll auch unserer Gesundheit: PET-Flaschen enthalten oft bedenkliche Mengen des hoch toxischen Schwermetalls Antimon, das als Katalysator in der PET-Produktion eingesetzt wird. "Das gehört nicht auf die Haut", sagt Nora Sophie Griefahn, Geschäftsführerin von Cradle to Cradle gegenüber dem Spiegel. Die beim Abbau des Plastiks entstehenden Mikroteilchen gelangen auch in die Nahrungskette- steckt gerade in "Fleur de Sel" häufig Mikroplastik, aber einen gesetzlichen Grenzwert für den Gehalt an Mikroplastik gibt es weder auf deutscher noch auf europäischer. Das sollte ein Warnschuss sein, denn Plastik wird äußerst langsam abgebaut-mit gravierenden Folgen für die Ökosysteme der Meere. Ob es wirklich ökologisch sinnvoll ist, das ist noch umstritten, denn erstens verbrauche das Recycling vom Einsammeln über das Waschen, Entfärben und Einschmelzen Unmengen an Energie und Chemie. Damit es nicht bei der Symbolpolitik bleibt: Diese Mentalität muss aber dahingehend verändert werden, denn Umdenken für ökologische Firmenphilosophie mit nachhaltige Produktion müßte letztendlichen von der Politik viel stärkere finanzielle Förder- und Unterstützung finden, denn auch die Naturfaser Hanf oder Bambus wäre ein bessere Alternative als Sportausrüstung.

 

Veto durch den Fußball-Verband Sachsen-Verbot der Trikotnutzung
„NORDLAND“ – (k)ein Laden wie jeder andere? - Ein Überblick über die Entwicklung.

ein Gastbeitrag von Dirk Hogess

Fußball-Kreisoberliga Neuer Sponsor des SV Bautzen sorgt für Unruhe.

Denn eine ganze Reihe von Vereinen im Freistaat hat ein Neonazi-Problem.

Von dem Nazi-Problem auf der Dresdner Tribüne, bei Lok Leipzig und Energie Cottbus deren Anhänger in der Regionalliga den Gegner mit „Arbeit macht frei – Babelsberg 03“ verhöhnten, hat fast jeder gehört. Die Probleme kleinerer Vereine dringen kaum durch. Da fehlt nur der Scheinwerfer. In Bautzen gut etwa 50 Kilometer östlich von Dresden gelegen, liegt Wilthen etwa 9 km südlich der Großen Kreisstadt Bautzen und 45 km östlich von Dresden in der Oberlausitz.
Kürzlich präsentierte dort der SV Bautzen aus der Kreisoberliga stolz seinen Neuen Sponsor auf der Klubeigenen Facebookseite mit Mannschaftsfoto mit der neuen Trikotwerbung Saison 2017/2018. Auch am Metallgeländer vor dem Vereinshaus des SV Bautzen. Auf der Webseite unter Sponsoren: Es ist nicht erlaubt diese Ressource einzusehen! Seitdem sorgt der SV Bautzen aus der Fußball-Kreisoberliga mit seinem Neuen Sponsor „Nord-Laden“ aus Wilthen für Unruhe in der Politik. Bautzen und Umland verfügt seit über Jahren über aktive und vernetzte Neonazi-Strukturen.Weiterlesen » » » »

Nein, gemeint sind nicht Anthony Ujah und Leon Balogun. Die Nordkurve, beziehungsweise Teile davon, haben jede Hemmung verloren. Zurück in die 80er, oder? Beim Aufwärmen während der zweiten Halbzeit wurden die beiden Spieler von Mainz 05 vor der Nordkurve (nur zur Erinnerung, das ist der Fanblock!) mit Affenlauten bedacht. Öffentlich gemacht haben das Mainz 05 und die beiden Spieler - von Hannover 96 fehlt bis zur Stunde jede Stellungnahme. Damit hat die Verrohung der Nordkurve, die in den letzten beiden Jahren begonnen hat, eine weitere Stufe genommen. Auch wenn immer nur Teile, immer nur Einzelne die Täter*innen sind, so ist es bezeichnend, dass dieser Rückfall so ohne Widerspruch möglich ist (von Rangeleien im Block war zumindest nichts zu spüren). Damit reiht sich dieser rassistische Angriff in eine Reihe von Vorkommnissen ähnlicher Art ein: Das sexistische Banner gegen Sankt Pauli, aber auch die "Sieg"Rufe, bei denen ein "Heil" immer leise mitschwingt, seien hier beispielhaft genannt. Nachzudenken wäre, ob diese bedenkliche Entwicklung ein Ergebnis des Zerfalls der Fanstrukturen ist. Klare antirassistische Arbeit vermisse ich zunehmend, und sie lässt sich auch nicht mit einem "Spass gegen Stumpf"-Konzert einmal im Jahr ersetzen. Die jetzt zu erwartenden Abgrenzungsfloskeln werden das Problem sicher nicht beheben. Wenn nicht ernsthaft etwas passiert, werden bald wieder Neonazis und Identitäre die Bühne in der Fankultur von Hannover 96 betreten. Der Boden ist dafür bereitet.

 

Update: Inzwischen ghibt es auch ein Statement von Hannover 96 zu den Vorfällen.

Hier der Link der Stellungnahme von Mainz 05:

Wie jedes Jahr hat die Linksfraktion im Deutschen Bundestag eine Kleine Anfrage zur Werbung der Bundeswehr im zivilen Sport, insbesondere in publikumsrelevanten Mannschaftssportarten wie Fußball und Handball mit Zielgruppe Minderjähriger, gestellt. In den letzten Jahren wurden von der Bundeswehr ohne erkennbare Systematik insbesondere Fußballvereine mit Werbung gefördert. Herausragendes Beispiel ist Hannover 96; aber auch der HSV aus Hamburg, Hertha BSC und andere bekamen vom Militär Geld. Zentrales Ziel der Militärwerbung ist es dabei, Kinder und Jugendliche zu erreichen und das Zivile nach und nach zu militarisieren. So wurden selbst bestenfalls regional relevante Vereine, wie der Rostocker FC oder der FV Lörrach-Brombach, teils großzügig gefördert. Die Auswahl legt aber auch den Verdacht nahe, dass auch persönliche Bekanntschaften im Spiel sind und von Förderungen profitieren – ein Werbekonzept wurde in den vergangenen Jahren nicht sichtbar.

Das wird nun radikal anders. Die Bundeswehr hat, so die Antwort auf die Kleine Anfrage (Bundestags-Drucksache 18/9463, vom 23.8.2016) einen kompletten Schwenk in ihrer Werbepolitik vollzogen. Die Ursache hierfür liegt vor allem in einer, mit den olympischen Spielen von Rio de Janeiro begonnenen, Fokussierung auf Sportsoldat_innen. Aber auch potentiellem Ärger mit dem Bundesrechnungshof geht die Bundeswehr so ein Stück weit aus dem Weg.Weiterlesen » » » »

Kurz zu den Fakten: Beim Spiel der Roten aus Hannover gegen die Kiezkicker aus Hamburg am 1. Oktober im Niedersachsenstadion fand eine Choreographie in der Nordkurve statt. Der Spruch auf einem Banner über der gesamten Nord sollte – entsprechend der verteilten Flyer – lauten: „Kämpfen bis die Fetzen fliegen“. Parallel wurde dafür geworben, beim Einlaufen der Mannschaften einen Konfettiregen aus der Nordkurve zu starten. Das klappte auch soweit hervorragend. Von den meisten Fans in der Kurve unbemerkt, wurde wenig später das Transparent „leicht“ verändert – mit drastischer inhaltlicher Wirkung. Aus dem „e“ in „Fetzen“ wurde ein St.Pauli-Wappen – es sollte nun ein „o“ darstellen; der Buchstabe „f“ des Wortes „fliegen“ wurde überhangen. Damit wurde aus einem mäßig geistreichen Spruch ein widerlicher, sexistischer, frauenverachtender Spruch, der eine ganze Halbzeit lang das Bild der organisierten hannoverschen Fanszene prägte.

Dieser Spruch, im Nachhinein nicht nur bei Facebook, als gelungen Angriff auf „die Zecken“ gefeiert, markiert einen Tiefpunkt in der Außendarstellung der Ultras aus Hannover. Nicht nur, dass die Empörung darüber mit Kommentaren wie:  „Es wird auf allen Plattformen immer noch darüber diskutiert... Man hat mit dem Banner alles richtig gemacht.“ und „Da hat der Spruch aber jemanden hart getroffen.“ (Quelle: das-fanmagazin.de) auf eine Ebene kleiner Scharmützel zwischen den Fanlagern kleingeredet wird, vielmehr wird hier explizit die antirassistische, antisexistische und antihomophobe Arbeit, die nun einmal bei St.Pauli aktiv gelebt wird und beispielgebend für andere Vereine sein sollte, explizit in den Dreck getreten. Hier begibt man sich – gewollt oder ungewollt – auf eine Stufe mit den Rassist_innen von der AfD. Dieses Spruchband war nicht nur eine Beleidigung an den Fußballgegner, sondern ein Rückfall in frühere Zeiten gesellschaftlicher Emanzipation, gerade auch in der Ultraszene. Es bleibt sehr zu hoffen, dass dies szeneintern, aber auch nach außen, reflektiert wird.

Eine andere Ebene ist aber für das Innenverhältnis in der Fanszene Hannovers bedeutend. Wie eingangs beschrieben, waren die hinter dem Block stehenden Fans nicht über die geplante Umdeutung des Banners informiert. Sie wurden für etwas vereinnahmt, was sicher ein nicht unerheblicher Teil explizit ablehnen würde. In Zukunft kann bei Choreographien oder anderen Aktionen der organisierten Fanszene das bisher vorhandene Grundvertrauen nicht mehr vorausgesetzt werden – Choreos werden so eigentlich unmöglich. Ich werde mich zumindest an keiner mehr beteiligen, solange dieses Vertrauen nicht wieder hergestellt ist.

Auf jeden Fall muss im Verein und unter den Ultras über Sexismus diskutiert werden. Bisher gab es einen einigermaßen emanzipatorischen Grundkonsens einzelner Ultra-Gruppierungen, der solche sexistischen Transparente nicht zugelassen hätte.  Sport hat eine Vorbildrolle. Die Auseinandersetzung ist bei Hannover 96 nötig.

Last but not least: Jedes Jahr feiert sich die organisierte Fanszene mit einem Spaß gegen Stumpf-Konzert. Welche Berechtigung hat dieses Konzert noch, wenn die gleichen Gruppierungen Hass gegen Frauen propagieren?

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