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Am 23. will die rechtsradikale Zeitschrift Compact auf einem "Kongress für Souveränität" all die sammeln, die zu europäischen Leitfiguren gegen die rechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen und gegen eine moderne Familiempolitik gemacht wurden. Nachdem CDU-Rechtsaußen Norbert Geiß und Peter Scholl-Latour nun doch absagten, entschied aud Eva Hermann dass es keine gute Idee sei, sich mit rechten Verschwörungstheoretikern sehen zu lassen, freilich ohne sich zu distanzieren. Übrig bleiben Sarazzin, sowie die ehemalige Anführerin der französischen Kampagne gegen Gleichstellung Béatrice Bourges und Elena Misulina, die Autorin des russischen gesetzes gegen "Homopropaganda".
Grund genug dagegen auf die Strasse zu gehen. AM 22.11. findet in Leipzig ein gegenkongress statt, am 23.11. bewegt sich der Protest auf die STraße. Infos dazu gibt es auf der Aktionshomepage http://www.nocompact.de/.

Vor 200 Jahren tobte am Rande Leipzigs eine der bis dahin größten Schlachten der Menschheitsgeschichte. Bis zu 500.000 Menschen standen sich gegenüber. 100 Jahre später wird das Völkerschlachtdenkmal als militaristische Trutzburg im nationalistischen Taumel am Vorabend des Ersten Weltkrieges eröffnet. Gedacht wird dem weniger mit Mahnung und Erinnerung, vielmehr nutzt die Stadt Leipzig dieses Ereignis zur eigenen Imagekampagne. In einer bundesweiten Plakatkampagne ist militärisch romantisch verklärt ein Soldat auf dem Feld zu sehen, der sein Pferd streichelt. So wird Krieg verklärt. Am Sonntag, dem 20.10. kulminiert dann die Feierei in einem vierstündigem Spekatkel, in dem die Schlacht nachgespielt wird. Krieg als Wochenendsbelustigung. Überflüssig zu erwähnen, das das Spektakel ausverkauft ist. Ebenso überflüsig festzustellen, dass ganz sicher keine abgehackten Gliedmaßen, Blutseen, Todesschreie, der widerliche Geruch des Todes und der Seuche und das sinnlose Gemetzel gezeigt werden. Dieses Theater ist Kriegspropaganda. Dieses "Kriegstheater" weitergedacht, wäre es nur folgerichtig, wie der Leipziger Friedensweg in einer Pressemitteilung anmerkt (komplett siehe unten), dies fortzusetzen für die nächsten Jubiläen "Hoffentlich kommt dann nächsten Jahr keiner auf die Idee, für eine erlebbare und lebendige Geschichtsvermittlung zum „Jubiläum“ des 1. Weltkriegs tausende Kilometer Schützengräben von der Ostsee bis zur Schweizer Grenze auszuheben und Giftgas „Made in Germany“ zu horten. Oder zum 75. des 2. WK symbolisch den Sender Gleiwitz zu überfallen und die Westerplatte zu bombardieren. Tucholsky hat Recht: „Jede Glorifizierung eines Menschen, der im Kriege getötet worden ist, bedeutet drei Tote im nächsten Krieg.“ Diese gilt es zu verhindern."

Der Leipziger Friedensweg ruft zum Protest gegen das Spektakel unter dem Motto: "Friedensfahrt statt Schlachtgetümmel Völkerball statt Völkerschlacht" mit einer Fahraddemonstration am Sonntag auf. Mehr Informationen gibt es hier.

In einer Leipziger Erklärung unter dem Titel "Leipzig 1813 – 1913 – 2013. Europäische Geschichte. Mehr Friedensverantwortung" fordert die regionale Friedensbewegung auch gerade aus der Erfahrung von Völkerschlacht und Erstem Weltkrieg: "Kriege lösen keine Probleme und sind deshalb zu ächten." Nur eine globale Abrüstung kann frieden sichern und Krieg verhindern. Den kompletten Aufruf gibt es hier.

Auch Kleiner.drei hat einen spannenden Beitrag zum Thema.Weiterlesen » » » »

Vor 200 Jahren fand nahe Leipzig die Völkerschlacht statt. Vor 100 Jahren wurde das Völkerschlachdenkmal errichtet. Grund genug für Stadt zu "Feiern" und eine bundesweite Werbekampagne zu starten. Viel Raum für Kritik am Morden und Sterben wird nicht sein. Wohltuend hebt sich eine Veranstaltung ab.

völki_2013_09Freitag 20. September 20.30 Uhr, Völkerschlachtdenkmal Krypta

1813/2013 „Nahe der Schlacht“ - Ein Memorandum der kriegerischen Ereignisse des Jahres 1813 Licht.Wort.Klang.Installation. Friedensmeditation

Leider kostet es ein wenig Geld, obwohl alle Künstler für lau mitmachen. Es wird sich aber lohnen und sich wohltuend ab vom „Jubiläums“brimborium und sollte nicht verpasst werden.

Sehr empfehlenswert auch „Ein einzig langes Donnergebrüll- Leben zwischen Pulverdampf und Freiheitsmythos“ mit den nächsten Terminen am 20.09. im asisi Panometer Leipzig und am 28.09. im Schloss Belgershain. Im Panometer sicher besonders eindrucksvoll…

das Friedenszentrum Leipzig ruft auf:

Aufruf Schreibwettbewerb als Flugblatt
Das Friedenszentrum Leipzig e.V. wendet sich mit dieser Ausschreibung an in Leipzig und der Region lebende Jugendliche der Klassen 8 bis 10 der Mittelschulen und 8 bis 12 der Gymnasien.
Seit Monaten schon wird in der Öffentlichkeit vielfach auf den 200. Jahrestag jener für Leipzig schrecklichen Schlacht hingewiesen. Es gibt irritierende Vorbereitungen zu theatralischen Nachstellungen des Schlachtgeschehens und anderes Zweifelhaftes mehr anlässlich dieses „Jubiläum“, dieser „Feier“ wie das Ereignis vielfach auch genannt wird.
Wir möchten dazu beitragen, dass diese historischen Daten (auch die Denkmal-Einweihung jährt sich zum 100. Mal) hinterfragt, ihre Bedeutung und Folgen diskutiert und auf unsere globale, aktuelle Friedensproblematik und -gefährdung bezogen werden.

Angeregt werden Texte im Umfang von 2 bis maximal 5 Seiten zu zwei thematischen Komplexen:
1. 200 Jahre Völkerschlacht – Patriotisches Fest?
Ehrung der Kriegshelden? Mahnende Erinnerung an die Opfer? Gedenken unter welchen Vorzeichen?
2. 200 Jahre Völkerschlacht – Nachgefragt und recherchiert: Was geschah in meiner Straße / in meinem Viertel /
in unserer Stadt?

Zeitraum der Ausschreibung: 2. Schulhalbjahr bis Ende Juli 2013 ( Einsendeschluss:31.7. 2013)

Ausfertigung der Texte, wenn möglich, in 3 Exemplaren:
Handschrift / Kopien / Schreibmaschine / PC- Ausdruck / PC-Datei.
Anschrift der Jury: Friedenszentrum Leipzig e.V.
über : Dr. Christel Hartinger / Philipp-Rosenthal-Str. 58 / 04103 Leipzig
Tel.: 0341.8780015
email: christel.ilm@t-online.de

Alle Einsendungen werden begutachtet und bei Eignung in Medien der Stadt ( Zeitungen, Kulturinformationen/ Radio/ Leipzig Fernsehen)
veröffentlicht.
Die olympische „Treppchen-Hierarchie“ 1,2,3 wird für uns nicht gelten, alle Texte werden beachtet, die aussagekräftigsten fünf Texte zum Abschlusstreffen
vorgestellt und besonders gewürdigt. Alle Teilnehmenden werden zum einen, zu einer auswertenden öffentlichen Veranstaltung mit: Lesung/ Prämierung ( Büchergutscheine)/ Begegnung und Gespräch an einem kleinem Buffet eingeladen; zum anderen wird mit einem Historiker eine Exkursion zu den geschichtlichen Plätzen in und um Leipzig stattfinden.
Aufruf Schreibwettbewerb als Flugblatt

In Leipzig wird mit einem Denkmal der Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz gedacht. Es befindet sich auf dem Ostfriedhof, auf dem abseits aller anderen Gräber 26 hingerichtete Wehrmachtsdeserteure begraben liegen. Es handelt sich hier überwiegend um Zivilisten, die durch die NS-Militärjustiz verurteilt wurden. Bereits 1946 wurden schlichte Holzkreuze aufgestellt, um dieser Getöteten zu gedenken. Danach gerieten die Gräber in Vergessenheit und verrotteten. 1998 wurde auf Initiative verschiedener Gruppen, wie dem Komitee für Gerechtigkeit, dem Friedenszentrum und dem Bund der Antifaschisten, ein Gedenkstein aufgestellt wurde. Die ursprüngliche Idee, direkt in der Innenstadt ein Denkmal für Deserteure zu errichten,  war und ist politisch nicht durchzusetzen. Eine solche Erinnerungsstätte wäre sinnvoll gewesen, da Leipzig ähnlich wie Hannover zu den wichtigsten Zentren der Rüstungsindustrie gehörte und vier Militärgerichte beherbergte. Die Hinrichtungen fanden überwiegend im Hallenser Zuchthaus „Roter Ochse“ statt. Einen Teil der Verurteilungen vollstreckte man auch auf dem Schießplatz Bienitz am Rande der Stadt. Bisher konnten 78 hingerichtete Soldaten namentlich ermittelt werden. Als Treibstoffmangel den Gefangentransport erschwerte fanden Hinrichtungen zudem in der heutigen Olbricht-Kaserne statt.Denkmal Ostfriedhof

Inzwischen ist das Denkmal auf dem Ostfriedhof fest in das städtische Gedenken zum Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus integriert. Die Stadt selber hat 2001 auch auf dem Erschießungsplatz, dem ehemaligen Militärschießplatz Bienitz, einen Gedenkstein mit der Inschrift:

Zur Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz die in den Jahren von 1940 bis 1944 auf dem ehemaligen Militärschießplatz Bienitz wegen Fahnenflucht, Wehrkraftzersetzung oder Selbstverstümmelung hingerichtet worden sind

aufstellen lassen.

 

6 hingerichtete Soldaten auf dem Ostfriedhof sind identifiziert.

Fritz Pfotenhauer, geb. 6.7.1918, erschossen 17.11.1939
Friederich Münnich, geb. 14.7.1915, Freitod 4.3.1940
Hermann Wegener, 18.8.1915, erschossen 12.12.1941
Ernst Müller, geb. 4.4.1913, erschossen 12.3.1940
Heinrich Böwes, geb. 7.12.1918, erschossen 28.8.1940
Johannes Lewandowski, geb. 28.12.1908, erschossen 6.1.1944

Quellen: Bund der Antifaschisten e.V. Leipzig: Stätten des Gedenkens: Für Verfolgte und Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und für antifaschistische Widerstandskämpfer in und um Leipzig, Schkeuditz 2006
Leipziger Geschichtsverein e.V.: Leipziger Denkmale Band 2, Beucha 2009

Fritz Wehrmann
Fritz Wehrmann

Der Leipziger Modellschlosser wurde am 07.07.1919 geboren. Zum Militärdienst verpflichtet, diente er als Matrose der deutschen Kriegsmarine. Nachdem am 4.Mai 1945 die den britischen Streitkräften gegenüberliegenden Teile der deutschen Wehrmacht, einschließlich der Marineeinheiten in Schleswig-Holstein, Holland und Dänemark, kapitulierten, entschlossen sich 4 junge Matrosen, nach Hause sich zu ihren Familien durchzuschlagen. Ihnen drohte entweder die Gefangennahme durch die Engländer oder die kurzfristige Versetzung an die Ostfront. Initiatoren waren der 19 jährige Marinefunker Alfred Gail aus Kassel und Fritz Wehrmann. Ohne besondere Vorsicht machten sie sich auf den Weg. Von bewaffneten dänischen Widerstandskämpfern wurden sie am 07.Mai 1945 festgenommen und zur Einheit zurückgebracht. Diese gingen davon aus, dass die Soldaten sich nur der Gefangennahme entziehen wollten. Gerechnet wurde – vor allem mit Blick auf die angekündigte Kapitulation –  mit einer geringen Bestrafung. Am Morgen des 9.Mai wurden sie dennoch vor ein schnell gebildetes Kriegsgericht gestellt. Alfred Gail, Manfred Schilling und Fritz Wehrmann wurden wegen schwerer Fahnenflucht zum Tode verurteilt und am 10.Mai 1945 hingerichtet. Gerichtsherr war Marineoberst Rudolf Petersen. Er war verantwortlich für die Aufstellung des Gerichtes und billigte das Urteil und setzte es damit in Kraft. Ein juristischer Beistand wurde den Matrosen ebenso verwehrt, wie das Recht auf ein Gnadengesuch. Die schnelle Hinrichtung lässt zudem darauf schließen, das es Petersen vor allem darum ging, Härte zu beweisen und befürchtete Tendenzen zur Meuterei innerhalb der ihm unterstellten Flotte zu begegnen – und das Tage nach der Kapitulation Hitlerdeutschlands. Rudolf Petersen, der Verantwortliche des Kriegsgerichtes wurde nach 1945 von Wehrmanns Mutter vergeblich angezeigt. Dreimal wurde er von Hamburger Gerichten freigesprochen. Rudolf Petersen machte später Karriere als Handelsvertreter und beim Militärischen Abschirmdienst (MAD) der Bundeswehr.

Heute erinnert ein Gedenkstein von Norgaardholz, der zur Erinnerung an die Todesurteile in der Geltinger Bucht aufgestellt wurde an die Matrosen. In Leipziger Stadtteil Gohlis wurde 2000 eine Straße nach Wehrmann benannt. Seit  Mai 2007 erinnert vor dem Haus Brandvorwerkstraße 46 in der Leipziger Südvorstadt ein Stolperstein an den Soldaten

Quellen: Bürgerverein Gohlis e.V.: Gohliser Historische Hefte Nr.6, Leipzig 2001
Flugschrift Leipziger Komitee für Grundrechte und Friedenszentrum Leipzig e.V.
Der Gedenkstein von Norgaardholz

Wie der Friedensweg e.V. aus Leipzig mitteilte wird es in diesem jahr zwei Sieger geben.

"Energy Sachsen trug im letzten Jahr mit einer hemmungslosen Werbeoffensive zur Kanonenfutterrekrutierung und Kriegsverwendungsfähigkeit bei. Den Höhepunkt bildete die moderatorische und musikalische Präsentation der Bundeswehr beim Leipziger Stadtfest auf dem Augustusplatz"

Thomas de Maiziere erhält den Preis, so die Jury "in der nationalen Wertung für seine ruhige und zielführende Tätigkeit als Kriegsminister. Dank seiner Arbeit wird jetzt nicht nur offiziell von einem Krieg in Afghanistan gesprochen, sondern es wird auch alles getan, dass Kriegseinsätze der Bundeswehr für den ungehinderten Zugang zu Ressourcen und Märkten auch weiterhin ohne störende Einflusswirkung der Öffentlichkeit durchgeführt werden können."

Die preisverleihung soll am 6.Dezember im Rahmen einer Vortragsvorlesung mit Thomas de Maiziere, bzw. parallel zur Preisverleihung in Oslo stattfinden. zur vollständigen Mitteilung

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