Springe zum Inhalt

2

Am 14.3. will EnDgAmE ("Patriotische Europäer/Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung des Abendlandes") in Hannover demonstrieren.Nachdem es Pegida nicht geschafft hat, über Dresden hinaus ein nennenswertes Potential für ihre rassistischen Demonstrationen zu erhalten, versuchen nun neue Ableger auf diesen Zug aufzuspringen. Der rechte Teil der Mohntagsmahnwachen, rechtsesoterische Verschwörungstheoretiker_innen, Rechsbürger_innen, NPDler und andere Nazis, wie die vom Verbot bedrohte Partei "Die Rechte" mobilisierten bisher zu Demonstrationen in Halle und Erfurt. Für den 14.3. ist eine Demonstration in Hannover angekündigt.  Das besondere an EnDgAmE: Mit scheinbaren friedenspolitischen Forderungen versuchen sie die Friedensbewegung weiter nach rechts zu rücken. Deshalb noch einmal deutlich: Antimilitaristische Politik ist immer antifaschistisch und antirassistisch. Deshalb hat die DFG-VK beschlossen, den Protest gegen EnDgAmE zu unterstützen. Wir sehen uns am 14.3. zu den Protesten! Friedenspolitik darf nicht als Vehikel für rechtsextreme Stimmungsmache missbraucht werden.

Der Aufruf der DFG-VK (den der Bundesverband ebenfalls beschlossen hat):

Pegida, Hagida, Pegada, Endgame - es ist die gleiche Ideologie. Die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Hannover stellt sich den Versuchen entgegen, Friedenspolitik als Vehikel für rassistische sowie rechtsradikale Forderungen und das Schüren von Hass auf "das Andere" zu nutzen. Der Einsatz für Frieden ist immer international, antifaschistisch und solidarisch. Die DFG-VK unterstützt die Proteste gegen die Demonstrationen der sogenannten "Europäer gegen die Amerikanisierung des Abendlandes" und fordert ihre Mitglieder und alle Friedensbewegten auf, diese Proteste aktiv zu unterstützen.

Die DFG-VK bekräftigt ihre historischen wie aktuellen Forderungen: Die Waffen nieder!
Grenzen öffnen für Menschen! - Grenzen schließen für Waffen! Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!

 

Update:

hilfreiche Links: Halle gegen Rechts - Argumentation und Protestaufruf gegen die zweite EnDgAme-Demo in Halle

Erfurt Nazifrei - Analyse und Gegenaufruf gegen die erste EnDgAme-Demo in Erfurt

inhaltlicher Beitrag vom motherbord.vice.com

Pegada-Watch auf Facebook

Update2: Da hier so langsam die Trollkommentare reinpurzeln: Warum ich nicht alle Kommentare freigebe

Refugees welcome . Flüchtlinge Willkommen
Refugees welcome . Flüchtlinge Willkommen

Heute demonstrierten in Hannover die ehemals als HAGIDA firmierenden Ableger der Pegida auf dem Opernplatz. Wurde die Kungebung noch großspurig als Demonstration angekündigt, verzichteten die Veranstalter_innen offenbar im Vorfeld auf einen Rundgang und beschränkten sich auf eine stationäre Kundgebung. Laut Hannoverscher Allgemeinen waren es 70 Anhänger_innen, die sich gegen eine pluralistische weltoffene Gesellschaft wandten und mit 19 Thesen (siehe "da freut sich das rechtsradikale Herz") ihre Rückwärtsgewandheit zeigten. Ihnen standen etwa 300 Gegendemonstrierende gegenüber. Offenbar wird das Thema weitgehend als abgehakt betrachtet, anders ist die geringe Gegenmobilisierung nicht zu erklären. Hier wurde die Chance versäumt aus einer Gegendemonstration ein deutliches Zeichen für etwas - für eine weltoffene Gesellschaft - zu setzen. So beschränkte sich die Gegendemonstration leider auf wenige, die trotz alledem NEIN zu alten und neuen Nazis sagten.

Holocaustmahnmal am Opernplatz kurz vor der Pegidademo am 23.02.
Holocaustmahnmal am Opernplatz kurz vor der Pegidademo am 23.02.
Blick auf die Oper kurz vor der Pegidademo am 23.02.
Blick auf die Oper kurz vor der Pegidademo am 23.02.

Von der rechtsradikalen Demonstration selber ist wenig zu sagen: Deutschlandfahnen und seltsam abgehackte Reden, die an eine Hitlerparodie erinnerten (ob die Redner_in wirklich so sprach oder es an der Anlage lag ist unklar), liesen das Ganze eher skurril komisch als bedrohlich erscheinen.

Unverhältnismäßig war jedoch der Einsatz der Polizei für dieses arme Häufchen Verwirrter. Der gesamte hannoversche Opernplatz war teilweise durch mehrfache Hamburger Gitter abgesperrt, die Stadt nicht unerheblich lahmgelegt. Eine kleinere Absperrung hätte auch - selbst bei der irrigen Annahme soviele Teilnehmer_innen wie angemeldet - nämlich 500 - würden erschienen. Hier erscheint Panikmache das Maß der Dinge zu sein. Das zeigt auch der massive Einsatz polizeilicher Kräfte in voller Kampfmonitur.

Fun fact am Rande: Wie schon bei den Gegendemonstrationen der vergangenen Wochen, meldete die Polizei (!) die Spontandemo an - fand aber keine Anmelder_in; in mehreren Durchsagen stellte die Polizei das Vorhandensein einer "Spontandemo gegen Pegida in Hannover" fest und forderte einen "Versammlungsleiter"(muss wohl ein Mann sein), der sich bei Ihnen melden sollte. Merke Spontandemonstrationen werden also nicht mehr von Demonstrierenden bei der Polizei angemeldet, das erledigt die Polizei via Selbstdefinition selber.

 

Am 23.2. ab 19.00 Uhr will sich die HAGIDA wieder am Opernplatz treffen und gegen alles, was nicht in ihr Weltbild einer weißen heteronormativen Gesellschaft passt, hetzen.

 

Sie haben dazu auch ein 19!-Punkte Papier (ich hätte ja eher 18 vermutet, so wegen der Symbolik) mit Forderungen aufgestellt. Da ist alles was der oder die Rechtsradikale von heute braucht: Verschwörungstheorien über den Status der BRD, praktische Zensur von Journalist_innen, ein Verbot der "Antifa" (lol!), Verbot von Einwanderung und Asyl, Sicherstellung "deutscher Identität" was auch immer das sein mag, Rücknahme von Inklusionsbestrebungen an Schulen (als die Einbindung von Menschen mit Behinderung in das gesellschaftliche Leben von klein auf), Verbot aller islamischen (nicht islamistischen!) Verbände, sofern sie international arbeiten - also praktisch ein Verbot von Religionsausübung.... usw. usf.

Das heißt - wir sehen uns wieder am 23.2. zu den Gegenprotesten. Den Hagidioten keinen Meter!

Es gibt neue Infos über den zweiten Aufmarsch-Versuch der Hagida am 26.01.15. Ihrem Aufruf zufolge soll um 19:00 eine Kundgebung auf dem Opernplatz stattfinden. Friedemann Grabs (Die Hannoveraner) und Tatjana Festerling, AfD-Mitglied und "Journalistin", die sich z.B. positiv über die HoGeSa-Bewegung und ihre Teilnehmer_innen geäußert hat, werden als Redner_in erwartet. Im Anschluss soll ein "Spaziergang" erfolgen. Nach eigenen Angaben soll ihnen die Polizei dieses Mal mehr Schutz, sowie einen Sicherheitsgürtel aus Angst vor "linksradikalen Übergriffen" zugesichert haben.

Infos zu den Gegenprotesten gibt in Kürze, auch wenn man sich leicht ausrechnen kann, was das zu bedeuten hat.

Gemeinsam und entschieden gegen rassistische Hetze!

Endlich ist es soweit. Nachdem die Erstauflage schnell vergriffen war, gibt es nun das  Buch "Karriere eines konstruierten Gegensatzes: Zehn Jahre „Muslime versus Schwule”" (hg. von Koray Yılmaz-Günay) in einer 2. Auflage. Es wird aktuell schon ausgeliefert, so dass es sich auch durchaus noch als Geschenk anbietet - Bestellung direkt: http://www.edition-assemblage.de/karriere-eines-konstruierten-gegensatzes/ . In einigen Buchläden (wie Eisenherz Berlin und Schwarze Risse Berlin) liegt das Buch auch schon aus.
Ich finde das Buch extrem wichtig, gerade in den aktuellen Debatten - unbedingt lesen!

aus der Ankündigung: "Wie in einem Brennglas erscheinen seit den Anschlägen vom 11. September 2001 die seit dem Kolonialismus etablierten westlichen Imaginationen über „den Islam“ – Geschlecht und Sexualität waren und sind in diesen zentral. Und es blieb nicht bei Vorstellungen, sondern es wurden in westlichen Staaten demokratische Grundrechte abgebaut und Kriege begonnen – in weiten Teilen begründet mit Argumentationen über Geschlecht und Sexualität.

Der von Koray Yılmaz-Günay herausgegebene Sammelband mit Beiträgen in- und ausländischer Wissenschaftler_innen, Publizist_innen und Aktivist_innen blickt zurück auf die letzte Dekade und schaut auf die Überlappungen von feministischen und lesbisch-schwulen Debatten mit den Entwicklungen in der Mehrheitsgesellschaft. Er geht der Frage nach, ob/wie die relativen Erfolge der Frauen- und Homosexuellen-Emanzipation unter anderem durch rassistische Rückschritte erkauft wurden."
Koray Yılmaz-Günay (Hg.)
Karriere eines konstruierten Gegensatzes: Zehn Jahre „Muslime versus Schwule”
Sexualpolitiken seit dem 11. September 2001
Neuausgabe, 2014, edition assemblage
216 Seiten, 18.00 Euro
ISBN 978-3-942885-53-9
Infos und Bestellung: http://www.edition-assemblage.de/karriere-eines-konstruierten-gegensatzes/

Anfragen für Rezensionsexemplare: info@edition-assemblage.de

Bisher erschienene Rezensionen u.a.:
- http://www.kritisch-lesen.de/rezension/vom-gay-pride-zum-white-pride
- http://salihalexanderwolter.de/koray-yilmaz-gunay-karriere-eines-konstruierten-gegensatzes-zehn-jahre-muslime-versus-schwule-sexualpolitiken-seit-dem-11-september-2001/

image

**!! Achtung - Reisewarnung !!*

*Vom 13.-26.10. findet in der gesamten EU eine Polizeioperation unter dem Namen /"mos maiorum"/ statt. In diesen zwei Wochen werden etwa 18.000 Polizisten in enger Zusammenarbeit mit FRONTEX auf Jagd nach Menschen
ohne Aufenthaltsstatus gehen. Sie wollen unsere Migrationswege herausfinden und möglichst viele von uns festnehmen.

Warnt bitte alle Menschen ohne Papiere! Vor allem in Zügen, auf Bahnhöfen, an Flughäfen, auf Autobahnen und an innereuropäischen Grenzen sind vermehrt Kontrollen zu erwarten.*

*Gegen die Festung Europa!*
*Kein Mensch ist illegal!*
*

*

!! travel warning !! *

An EU-wide police operation with the name ?mos maiorum? is taking place from 13th to 26th of October. During two weeks 18.000 police forces will chase people without papers. They want to find out about our migration routes and arrest as many of us as possible.

Please warn all people without papers! Encreased controls are expected in trains, train stations, on airports, on highways and on inner-european borders.

*Against fortress Europe! **
**No one is illegal!*

!! Avertissement !!
Sous le nom de “mos maiorum”, une opération policière aura lieu du 13. au 26.10. dans l’UE entière. En coopération avec FRONTEX, 18.000 policiers vont chasser les sans-papiers pendant ces deux semaines. Ils veulent détecter nos voies de migration et aussi capturer le nombre le plus haut possible de nous. S’il vous plaît, prévenez tous les gens sans papiers!
Il faut s’attendre à plus de contrôles surtout dans les trains, les gares, les aéroports, sur les autoroutes et aux frontières européennes internes.
Non à l’Europe Forteresse !
Personne n’est illégal !

**¡¡ Atención: Advertencia de viajar!!*

*Desde el 13. hasta el 26 de Octubre va a tener lugar en todo el territorio de la Union Europea una acción policial bajo el nombre /"nos maiorum"/.
En esas dos semanas aproximadamente 18.000 policías colaborando con FRONTEXobjetivo van a cazar personas sin permiso de residencia. Su objetivo es identificar vías de migración y detener el mayor número posible.

¡Por favor avisad personas sin papeles! Habra controles sobre todo en trenes, estaciones, aeropuertos, autovías y en las fronteras intraeuropeas.

*¡En contra de la fortaleza Europa!
*¡Ninguna persona es ilegal!

Erneut hat der DFB tief in sein Selbstverständnis blicken lassen. Beim Versuch "das Stadion einheitlich" aussehen zu lassen, wurde auch ein seit Jahren fest integriertes Banner "96-Fans gegen Rassismus" überhängt. (link). Passiert ist dies während des Finals der U19 Fußball-Männer im hannoverschen Niedersachsenstadion - einem Spiel unter Aufsicht des DFB. Ok, mal wieder ein Versehen - könnte mensch meinen, schliesslich habe der Verein aus dem Desaster beim Abhängen eines Transparentes ("Kein Fußball mit Nazis") am Millerntor gelernt. Und tatsächlich - es wurde das Gespräch mit der passenden Faninitiative gesucht und gefunden. Warum aber auch hier ein öffentliches Entschuldigen ausblieb - verbunden mit klaren Ansagen so etwas in Zukunft nie wieder vorkommen zu lassen (und dafür dann auch Sorge zu tragen), bleibt die offene Frage. Offensichtlich wird auch hier der Fehler nicht beim (versehentlichen) Verhängen gesehen, sondern im Bemerken desselben. Der DFB muss sich grundsätzlich Gedanken über Rassismus machen. Insbesondere im Verband.

Ich stimme der Nutzung meiner Daten, gemäß Datenschutzhinweis zu

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen