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(Text als flyer)
Hannover war einer der fünf größten Rüstungsproduzenten des Dritten Reiches und beherbergte zahlreiche Militäreinheiten. Hier wurden gehorsamsverweigernde Soldaten im Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis am Waterlooplatz verurteilt, auf dem Schießplatz in Vahrenwald hingerichtet und auf dem Soldaten- und Garnisionsfriedhof Fössefeld begraben.
Noch hat Hannover ein Deserteursdenkmal. Während in anderen Städten über die Aufstellung neuer Orte der Erinnerung und Auseinandersetzung mit Desertion öffentlich gestritten und gerungen wird, werden in Hannover, von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet, gegenteilige Fakten geschaffen. Es droht die politische Auseinandersetzung mit Desertion aus dem Stadtbild zu verschwinden.
Das 1990 errichtete und aktuell vor dem Rathaus an den unbekannten Deserteur erinnernde Denkmal wurde mehr oder minder spontan im Rahmen einer Kriegsdienstverweigererinitiative erstellt und der Stadt als Schenkung übergeben. Es sollte noch bis 1995 dauern, bis die Stadt in einem Ratsbeschluss diese Schenkung annahm. Seitdem liegt das Denkmal, abgesehen von verschiedenen Gedenkfeiern, weitgehend unbeachtet am Rand des Trammplatzes. Es verfällt zunehmend und ist nach nunmehr 20 Jahren, auch aufgrund der verwendeten Baumaterialien, kaum noch als solches zu erkennen. Mit der Umgestaltung des Trammplatzes soll das Denkmal endgültig von diesem Ort verschwinden. Ein neuer Ort zur Aufstellung wird von Seiten der Stadtverwaltung nicht thematisiert. ->weiterlesen “Hannover braucht ein zentrales Deserteursdenkmal zur öffentlichen Auseinandersetzung” »

Wie in den vergangenen Wochen durch zahlreiche Medien ging, hat die Bundeswehr in den vergangenen Jahren 3000 Kindersoldaten rekrutiert. Dabei handelt es sich um Minderjährige, die entsprechend internationaler Übereinkommen nicht Zielgruppe militärischer Werbung sein und im Militär 'Dienst tun' sollen. Die Bundeswehr bleibt hingegen bei ihrer Regelung: 2011 warb sie 833 Minderjährige, 2012 waren es 1216. Einige Berichte finden sich hier: n-tv, Bundeswehr Monitoring.

Am heutigen Donnerstag - 6.2.2014 - wirbt die Bundeswehr an der IGS Stöcken. Im Rahmen einer Job-Börse wird sie als vermeintliche einfache Arbeitgeberin und Ort für eine Ausbildung präsentiert - dass sich die jungen Menschen dauerhaft über viele Jahre bei der Armee verflichten, garantiert in Auslandseinsätze kommen sowie über das eigentliche Tun von Soldaten - immerhin werden sie zum Töten ausgebildet - wird nicht oder nur sehr randständig gesprochen.

Die IGS Stöcken hat derzeit nur Schüler_innen bis zur 8. und 9. Klasse. Es ist damit augenscheinlich, dass es sich um Werbung bei Kindern und Jugendlichen handelt. Dass eine Schule das mitmacht, Kinder ausbildet, nur um sie dann für Militäreinsätze begeistern und ihr Leben aufs Spiel setzen zu wollen, ist entsetzlich.

graesslin_schwarzbuch_waffenhandel# Donnerstag, 31.10.2013, 19.30 Uhr
# Ver.di-Höfe, Veranstaltungszentrum Rotation, Saal 3 (Goseriede 10, Hannover)

Deutschland ist der weltweit drittgrößte Waffenexporteur und schreckt vor Lieferungen an verbrecherische Regime und Diktatoren nicht zurück. Jürgen Grässlin verfolgt und kritisisiert die Entwicklungen deutscher Waffen- und Kriegsgeräteproduktion und ihren Export seit vielen Jahren auf profunde Art und Weise. 2009 wurde Grässlin mit dem "Preis für Zivilcourage" der Solbach-Freise-Stiftung" und 2011 mit dem "Aachener Friedenspreis" ausgezeichnet. Die von ihm mitbegründete Aufschrei-Kampagne erhielt 2012 den Stuttgarter Friedenspreis zugesprochen.

In seinem neu erschienenen Buch "Schwarzbuch Waffenhandel - Wie Deutschland am Krieg verdient" deckt Jürgen Grässlin auf, wer die Profiteure dieser Kriegswirtschaft sind, er nennt Industrieunternehmen beim Namen, er zeigt, wer in der Politik die Exporte genehmigt und wie die Banken das alles finanzieren.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung "Von Krieg zu Krieg zu Krieg -- Spuren des Militarismus in der Region Hannover vom 19. Jahrhundert bis heute". Eine Kooperationsveranstaltung von: AK Regionalgeschichte, Friedensbüro Hannover e.V., ver.di Jugend sowie Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen (angefragt), Attack Hannover (angefragt), IG Metall Jugend (angefragt).

Zeit: 2. September 2013 um 19.00 Uhr

Ort: GEW Geschäftsstelle, Berliner Allee 18, 30175 Hannover, Sitzungssaal im Erdgeschoss

Vor dem Hintergrund der Bundeswehrreform und der Entwicklung der Bundeswehr von einer Verteidigungs- hin zu einer Interventionsarmee im weltweiten Einsatz, sieht sich diese mit einem erhöhten Nachwuchs- und Legitimationsbedarf konfrontiert. Neben Werbe- und Imagekampagnen zur Nachwuchs- und Akzeptanzgewinnung wird von Seiten der Bundeswehr versucht, mit Angeboten zur politischen Bildung für Schüler_innen und Lehrkräfte sowie einer Institutionalisierung der Zusammenarbeit mit Kultusministerien und Bildungsbehörden den Einfluss auf die schulische politische Bildung zu intensivieren. So wurden in den letzten Jahren in mehreren Ländern Kooperationsabkommen zwischen der Bundeswehr und Kultusministerien abgeschlossen. Dieser Einfluss der Bundeswehr auf das staatliche Bildungswesen ist im Kontext einer gesamtgesellschaftlichen Militarisierung zu sehen.

Lena Sachs wird in ihrem Vortrag die geschichtlichen, politischen und rechtlichen Hintergründe sowie aktuellen Entwicklungen dieser fragwürdigen Zusammenarbeit beleuchten und die Arbeit der Jugendoffiziere sowie den bundesweiten Widerstand gegen die Militarisierung des Bildungssystems vorstellen. Im Anschluss an den Vortrag sind alle zu einer anregenden Diskussion eingeladen.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
Es laden ein: GEW-Kreisverbände Hannover-Stadt und Hannover-Land

Kirche und Militär – Hand in Hand!

Zum wiederholten Male hat die evangelische Gemeinde in der Calenberger Neustadt die "Bundeswehr" in die Kirche eingeladen, damit diese dort uniformiert ein ‚Adventskonzert‘ geben kann. Trotz der Geheimhaltung vor der Öffentlichkeit und sogar vor der eigenen Gemeinde, wurde das Konzert bekannt. Die Bundeswehr versucht mit Militärseelsorge, mit Segenssprüchen fürs Militär, mit Militär in Schulen – überall eben – die Akzeptanz fürs Töten zu erhöhen.
Kommt und protestiert mit uns! Musiziert mit uns! Schlagt Krach mit uns!

Wir protestieren gegen die Zusammenarbeit von Kirche und Militär!
Wir protestieren gegen die Indienstnahme der Kirche durch das Militär!
"Militärseelsorge abschaffen" unter www.militaerseelsorge-abschaffen.de  www.frieden-hannover.de

Wo? - Calenberger Straße / Rote Reihe / Vor der Neustädter Hof- und Stadtkirche 30169 Hannover:

Wann? - 29.November 2011, 18:30 Uhr
Bringt Sprüche, Musikinstrumente und Lärminstrumente mit! Und auch gerne Freundinnen und Freunde!

Umkämpfte Vergangenheit - Die Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg und den Franquismus

Die AG Geschichtspolitik des Berliner Vereins Grenzenlos hat im Anschluss an mehrere Bildungsreisen eine Ausstellung zur Geschichte der Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg und den Franquismus in verschiedenen Teilen Spaniens und Frankreichs erstellt. Auf 17 Tafeln werden Erinnerungsorte und –projekte beschrieben. Die Aktivitäten der örtlichen Geschichtsinitiativen unterscheiden sich je nach Region oder regionaler Geschichte. Allen gemeinsam ist, dass sie sich jenseits der offiziellen Rhetorik bewegen, für historische Gerechtigkeit eintreten und Kontinuitäten benennen.

“... ein voller Erfolg der Luftwaffe” - die Vernichtung von Guernica / Gernika am 26. April 1937 - Geschichte und Gegenwart eines deutschen Kriegsverbrechens

Am 26. April 2012 jährte sich zum 75. Mal die Vernichtung der baskischen Stadt Gernika / Guernica durch deutsche Kampfflieger der Legion Condor während des Spanischen Bürgerkrieges. Dieses Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung einer unverteidigten Stadt löste weltweit Entsetzen aus. Pablo Picasso malte unter dem Eindruck der Vernichtung sein wohl bekanntestes Bild, nannte es einfach „Guernica“ und machte diesen Namen bis heute zum Synonym für faschistischen Terror und die Schrecken des Luftkrieges. Ein Teil der Bomberbesatzungen, die in Spanien Francos Militärputsch gegen die gewählte republikanische Regierung unterstützten, war auf den Fliegerhorsten Langenhagen, Wunstorf und Delmenhorst ausgebildet worden.

In der Ausstellung geht es nicht nur um die Rekonstruktion eines Verbrechens, sondern auch um die lange Geschichte seiner Vertuschung und um deutsche Erinnerungspolitik.

15. – 21. Oktober 2012 Pavillon - Kultur- und Kommunikationszentrum „Zwischenraum", Hannover, Lister Meile 4

Öffnungszeiten: Mo. - Fr.: 10 – 18 Uhr

Eröffnungsveranstaltung: Montag, 15.10.2012, 20 Uhr im Pavillon, „Zwischenraum“
Führungen durch die Ausstellungen werden angeboten. Anmeldungen bei der Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen unter: 0511/2790934 (Mo. - Do. 9 - 15 Uhr)

Veranstalter_innen: Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen e.V. und Arbeitskreis Regionalgeschichte e.V.

 dokumentiert - ein Redebeitrag von mir im Rahmen der BürgerInnenfragestunde des Kulturausschusses der Stadt Hannover

(die Verwaltung hatte den Antrag gestellt, eine Breuste-Statue aufzukaufen, diese umzuwidmen und auf dem Fössefeldfriedhof abzustellen - der Vorschlag wurde 2 Tage vor der Sitzung bekannt gegeben- der Ausschuss hat sich für eine Beratung in den Fraktionen entschieden (Antrag der CDU))

Ich möchte aus Sicht der Opfer und dem Umgang mit Ihnen zum Vorschlag der Verwaltung für ein Deserteursdenkmal etwas sagen. Ich habe mich mehrere Jahre mit Desertion, Wehrkraftzersetzung und „Kriegsverrat“ von Soldaten in und aus Hannover beschäftigt. Mit dieser hier vorgeschlagenen Hauruck-Entscheidung werden meines Erachtens die Opfer der NS-Militärjustiz ein zweites Mal still und unauffällig begraben. Ein unangenehmes Thema wird - abgeschoben an den Stadtrand - der städtischen Debatte, der Auseinandersetzung entzogen. Wenn wir über Desertion reden, geht es nicht nur um die Willkür und brutale Aktivität der NS-Schergen, sondern es geht vor allem darum, dass Menschen sich entschieden haben – aus was für Gründen auch immer – sich der militärischen Logik zu entziehen, sich dem faschistischen Angriffsfeldzug zu entziehen. Diese Gründe waren selten politisch, vielmehr häufiger persönlich – der individuelle Wunsch zu  überleben, wie es Alfred Andersch beschreibt. Was Ihnen jedoch allen gemein war – sie wussten, was sie erwartet, wenn sie gefasst werden. Es geht nicht um abstrakte Zahlen, es geht um menschliche Schicksale. Mit ihrer Entscheidung verhindern sie jedoch die Auseinandersetzung mit genau diesen Gründen und de entgegenstehenden Repression. Gerade eine öffentliche Debatte um Form und Ort stellt eine Möglichkeit dar, mit der eigenen Geschichte kritisch umzugehen. Mit einer stillschweigenden Beschlussfassung und Aufstellung wird diese zivilgesellschaftlich notwendige Debatte nicht geführt werden. Der Umgang mit der Geschichte der Wehrmachtsdeserteure in Köln und Hamburg zeigen, wie es auch funktionieren könnte. Breite Diskussionsprozesse und Auseinandersetzungen helfen dort, Geschichte neu zu interpretieren, altbekanntes zu hinterfragen und damit zu einer differenzierten anerkannten Würdigung zu kommen. Die Nichteinbeziehung derer, die sich mit der Materie beschäftigen kommt erschwerend hinzu.

Unabhängig davon, ob sich die Stadt solch eine Ausschreibung leisten kann und will. Nicht offen darüber einen Dialog zu suchen und eine Vorlage zwei Tage vor Sitzungsbeginn einzureichen, genügt weder demokratischen Prinzipien noch erwartbarer Mitbestimmung, insbesondere, da der vorliegende Entwurf zentralen Punkten des Kulturausschusses vom Februar diametral widerspricht.

Wir fordern Sie auf, diesen Tagesordnungspunkt auf eine spätere Sitzung zu verschieben, endlich die öffentliche Debatte zum Thema zu suchen und so zu auch langfristig akzeptierten Lösungen zu kommen. Alle am Thema Interessierten sind einzubeziehen. Die Opfer der NS-Militärjustiz haben diesen Respekt verdient.

Im ersten Teil wurde ausführlich über die Geschichte des vorhandenen hannoverschen Denkmals für den unbekannten Deserteur geschrieben. Aktuell ist es in einem bedauernswerten Zustand und einem angemessenen Gedenken unwürdig. Seit mehreren Jahren versucht daher eine Initiative für ein Deserteursdenkmal in Hannover, diesen Zustand zu ändern und eine öffentliche Debatte über ein Deserteursdenkmal herbeizuführen.

Im Januar 2012 kam endlich Bewegung in die Debatte.

Der Kulturausschuss der Stadt Hannover beschloss eine Ausschreibung für ein Denkmal für den unbekannten Deserteur in Hannover. Konkret wurde beschlossen: „Die Verwaltung wird beauftragt, die Neugestaltung eines Denkmals für den unbekannten Deserteur in das Rahmenkonzept zur Gedenk- und Erinnerungskultur der Landeshauptstadt Hannover aufzunehmen. Die Auslobung eines entsprechenden Wettbewerbes ist vorzusehen.“

Die Verwaltung muss nun diesen Beschluss umzusetzen und wird voraussichtlich zum Ende der Sommerpause einen entsprechenden Vorschlag veröffentlichen. Grund genug, sich ein paar Gedanken zu einem solchen Projekt zu machen.

Die Frage nach der Notwendigkeit eines würdigen Gedenkens sollte sich - auch in Hannover – nicht mehr stellen. Hannover als einer der führenden Rüstungs- und Militärstandorte des Zweiten Weltkrieges hat eine besondere Verantwortung. Soldaten, die sich der militärischen Logik und damit auch dem verbrecherischen Angriffskrieg Hitlerdeutschlands entziehen wollten, wurden in Hannover verurteilt und hingerichtet. Für mindestens 15 Soldaten ist dies belegt.[1] Eine Auseinandersetzung fand bisher dazu in viel zu geringem Maße statt. Daher ist es zu begrüßen, dass die politischen Entscheidungsträger_innen im Kulturausschuss für einen Wettbewerb votierten, bewirkt er doch eine gesellschaftliche Auseinandersetzung und geht damit weit über ein bloßes Gedenken hinaus. ->weiterlesen “ein Deserteursdenkmal für Hannover – Ansätze für eine Debatte” »

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In loser Folge werden an dieser Stelle Denkmale für Deserteure im deutschsprachigen Raum vorgstellt. Eine Übersicht gibt es hier.

Diesmal: Hannover

Hannover gehörte während des Zweiten Weltkrieges zu den 5 bedeutendsten Rüstungsstandorten. Auch militärisch spielte die Stadt als Heimat zahlreicher Einheiten und Kommandostrukturen eine wesentliche Rolle.[1] Auf dem Schiessplatz in Vahrenwald (dem heutigem Gelände der Feldjägerschule der Bundeswehr) wurden Soldaten wegen Desertion hingerichtet, im Wehrmachtuntersuchungsgefängnis Am Waterlooplatz warteten sie auf ihre Hinrichtung, begraben liegen die meisten auf dem Fössefeldfriedhof in Linden. Für mindestens 15 Soldaten ist dies belegt.[2]

Bis zu Beginn der 90er Jahre war dieses Stück hannoverscher Geschichte kein Thema, welches größere Kreise interessierte. Im Rahmen einer „Initiative für totale Kriegsdienstverweigerung/ Kriegsdienstverweigerung“, welche sich neben praktische KDV-Arbeit auch mit Desertion beschäftigte wurde im Sommer 1990 am Rande eines ASTA-Universitäts-Sommerfestes ein Denkmal für den unbekannten Deserteur erstellt. Unabhängig von politischen Organisationen, doch unterstützt von Friedensgruppen, dem ASTA und später den Grünen fertigten die Künstler um Arne Witt ein Denkmal. Es zeigt, auf dem Boden abgelegt, einen Stahlhelm und Militärstiefel. Stiefelabdrücke führen zu dieser Stelle hin und Fußspuren – barfuß – von ihr weg. Der Weg der Desertion – die Entscheidung, dem Militär zu entsagen – sollte so plastisch aufgezeigt werden. Ziel war es, eine Debatte um die individuelle Verweigerung des Kriegsdienstes anzuregen.

Das Deserteursdenkmal wurde am 3. September 1990 am Kröpcke enthüllt und dann von dort zum Trammplatz gegenüber dem Rathaus gebracht. Die Aktion erfolgte im Rahmen eines Infostandes der Grünen Alternativen Bürgerliste (GABL) zum Antikriegstag 1990, die in diesem Rahmen für den totalen Kriegsdienstverweigerer Arne Witt die Patenschaft übernahm und so ihre Unterstützung aussprach. Offiziell sollte es dort als Geschenk an die Stadt Hannover übergeben werden. Die SPD-geführte Stadtverwaltung zeigte jedoch kein Interesse und schickte keinen Vertreter. ->weiterlesen “Deserteursdenkmal Hannover” »

In der Berichterstattung der Hannoverschen Presse wurde nach den angezündeten Bundeswehrfahrzeugen vom 7. Juni 2012 eindeutig Stimmung gemacht gegen die Aktivitäten des ‚Antimilitaristischen Aktionskreises‘ gegen das ‚Sommerbiwak‘ der 1. Panzerdivision. Zitate, Kommentare, Berichterstattung und Verfassungsschutzangaben wurden so zusammengestellt, dass eindeutig ‚klar‘ war, wer die Täter waren: ‚Linksextremisten‘, ‚Autonome‘. Das Friedensbüro ist Teil des ‚Antimilitaristischen Aktionskreises‘ und wird als solches die Protestaktionen gegen das ‚Sommerbiwak‘ weiter fortsetzen. Das Friedensbüro und alle anderen Bündnisgruppen erwarten, nach dem, was wir tun und veröffentlichen beurteilt zu werden und nach nichts sonst. ->weiterlesen “dokumentiert: PM des Antimilitaristischen Aktionskreises zum Sommerbiwak 2012” »

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Seit vielen Jahren beschäftigen sich Aktive des Friedensbüros Hannover und der DFG-VK mit der Geschichte der hannöverschen Deserteure. Im September 2011 erschien dazu ein Sachbuch, welches die Forschungsergebnisse zusammenfasste. Belegt ist danach für mindestens 15 Soldaten, die wegen Wehrkraftzersetzung, Kriegsverrat oder Desertion durch die NS-Militärjustiz zum Tode verurteilt wurden - der Ort der Hinrichtung. Hannover - genauer der alte Schießstand auf dem Kasernengelände in Hannover Vahrenheide, auf dem sich heute die Emmich-Cambrai-Kaserne befindet (damals geteilt in Kriegsschule, Emmich-Kaserne und Cambrai-Kaserne). Inzwischen ist der Ort an der Kugelfangtrift die zentrale Ausbildungsstätte der Feldjäger der Bundeswehr.

Naheliegend, das als Ort des Gedenkens an dieses Unrecht  auch dieser Ort zentrale Bedeutung haben müsste. Daher fragten Friedensbüro Hannover und die Initiative für ein Deserteursdenkmal in Hannover im März bei der Bundeswehr an, um für den 15. Mai, den internationalen Tag des Kriegsdienstverweigerers - welcher weltweit auch für Erinnern an hingerichtete Deserteure genutzt wird, auf dem Kasernengelände der Bundeswehr eine kleine Gedenkveranstaltung – mit dem Ziel eines  würdigen Gedenkens an diese Opfer der NS-Militärjustiz -  abzuhalten (brief_bw_20120305). ->weiterlesen “…mit der Traditionspflege der Bundeswehr unvereinbar – Deserteursgedenken am 15.Mai in Hannover” »

Geschichte und Gegenwart eines deutschen Kriegsverbrechens
 Am 26.April 2012 jährt sich zum 75.mal die Vernichtung der baskischen Stadt Gernika/Guernica durch deutsche Kampfflieger der Legion Condor während des Spanischen Bürgerkrieges. Diese Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung einer unverteidigten Stadt löste weltweit Entsetzen aus.
Pablo Picasso malte unter dem Eindruck der Vernichtung sein wohl bekanntestes Bild, nannte es einfach „Guernica“ und machte diesen Namen bis heute zum Synonym für faschistischen Terror und die Schrecken des Luftkrieges.
Ein Teil der Täter, die in Spanien Francos Militärputsch gegen die gewählte republikanische Regierung unterstützten, waren auf den Fliegerhorsten Langenhagen, Wunstorf und Delmenhorst ausgebildet worden.
Aus Anlass des Jahrestages der Bombardierung, der in Deutschland kaum bekannt ist, wurde eine Ausstellung erarbeitet, in der es nicht nur um die Rekonstruktion eines Verbrechens geht, sondern auch um die lange Geschichte seiner Vertuschung und um deutsche Geschichtspolitik.

Ein voller Erfolg der LuftwaffeEine Ausstellung des Arbeitskreises Regionalgeschichte,
gefördert durch die Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen e.V.
2.Mai – 20.Juli 2012
ver.di Höfe, Veranstaltungszentrum Rotation
Goseriede 10, 30159 Hannover
Öffnungszeiten: Mo. – Do.: 9 – 16 Uhr und Fr.: 9 – 13 Uhr

endlich ist es soweit: Neu erschienen und im gut sortierten Buchhandel (alternativ auch versandkostenfrei direkt beim Verlag ak-regionalgeschichte.de) ist das Deserteursbuch erhältlich. Hier gibt es einen Teaser.

Buchcover

Aus dem Klappentext:„Schade, dass es ihn nicht erwischt hat!“ Diese spontane Reaktion auf die Meldung über das misslungene Attentat auf Adolf Hitler kostet Hubert Breitschaft das Leben. Der Lehrer aus dem bayrischen Cham wird vom Feldgericht verurteilt und in Hannover-Vahrenwald erschossen.
Der Hannoveraner Robert Gauweiler, dem zur Last gelegt wurde, im Kameradenkreis gesagt zu haben: „Diesen Krieg verlieren wir“, wird von der Wehrmachtsjustiz in Dänemark zum Tode verurteilt und in Hamburg erschossen. So wie Breitschaft und Gauweiler erging es vielen. Die NS-Militärjustiz verhängte etwa 30.000 Todesurteile gegen Soldaten, die den Gehorsam verweigerten; mindestens 21.000 wurden vollstreckt.
Für Hannover – einen der fünf wichtigsten Rüstungsstandorte – hat dieses Kapitel der deutschen Geschichte besondere Relevanz. Am Waterlooplatz wurden Soldaten durch die Militärgerichtsbarkeit verurteilt, in Hannover-Vahrenwald, auf dem Gelände, wo sich heute die Emmich-Cambrai-Kaserne befindet, wurden sie hingerichtet und auf dem Fössefeldfriedhof in Hannover-Linden begraben. In jahrelanger Recherche wurden die Daten von 51 gehorsamsverweigernden Soldaten ermittelt, die aus Hannover kamen oder dort hingerichtet wurden. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Diese Soldaten sind die Hauptpersonen des vorliegenden Buches.
Statt sie anzuerkennen, wurden sie nach dem Zweiten Weltkrieg verunglimpft, ihr Schicksal verschwiegen und verdrängt. Bis zum Jahr 2009 hat es gedauert, dass der Bundestag auch wegen Kriegsverrats Verurteilte rehabilitierte. In den Jahren zuvor wurden bereits Verurteilungen durch die Wehrmachtsjustiz wegen Desertion und Wehrkraftzersetzung für nichtig erklärt.
Eingereiht in eine Beschreibung der gesellschaftlichen und politischen Situation und im Anschluss auch an neuere Erkenntnisse der Geschlechter- und Männlichkeitsforschung wird nach den individuellen Beweggründen der Gehorsamsverweigerung gesucht. Herausgekommen ist eine facettenreiche Darstellung eines viel zu gern vergessenen Stücks deutscher Geschichte.
In Hannover erinnert heute nur ein fast nicht mehr kenntlicher Stein an das Schicksal der Deserteure.

Paperback, 178 Seiten, 13,90 €, ISBN: 978-3-930726-16-5

Der ehemalige Fußballspieler Marcus Urban hält am 25. März um 17 Uhr einen Vortrag im Freizeitheim Linden, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind.
Der Vortrag ist die Grundlage für eine anschließende Gesprächsrunde zum Thema „Homosexualität und Homophobie im Männerfußball“ mit Teilnehmern aus der Vereins- und Fanszene Hannovers sowie weiteren Gästen.
Die Veranstaltung findet anlässlich des Tatorts mit dem Titel „Mord in der Fußball-Bundesliga“ statt, der am 20. März im Ersten ausgestrahlt wird. Der Tatort beschäftigt sich eben mit dem oben genannten Thema und wurde in Teilen bei Hannover 96 gedreht.
Marcus Urban ist ein ehemaliger Fußballspieler des FC Rot Weiß Erfurt, der seine aussichtsreiche Karriere abbrach und sich dann öffentlich als homosexuell outete. Die Geschichte seines Lebens als „Versteckspieler“ und die Zeit nach dem Outing sind im gleichnamigen Buch von Ronny Blaschke nacherzählt worden. In einem Vortrag wird er seine Geschichte und seine Erfahrungen dem Publikum nahe bringen.
Neben dem Referenten Marcus Urban, der sich selbstverständlich auch an der Gesprächsrunde beteiligen wird, haben ein Vertreter von Hannover 96 sowie der 1. Vorsitzende des Fan-Dachverbands von Hannover 96, der Roten Kurve, und ein homosexueller Schiedsrichter ihre Teilnahme zugesagt. Als weitere Gäste für die Gesprächsrunde sind ein Vertreter eines Sportvereins in Hannover sowie das Fanprojekt Hannover angefragt. Auch das Publikum ist eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen. Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei.

Zugesagt haben:
Andreas Kuhnt, Pressesprecher von Hannover 96,
der 1. Vorsitzende des Fan-Dachverbands von Hannover 96, der Roten Kurve, Christian Brehm,
NFV-Schiedsrichter Hans-Jürgen Gurtowksi, Mitglied der Leinebagger.
Volker Rohde, Bereichsleiter des Fanprojekts Hannover

Für das Jahr 2011 werden dem Nevermind e.V. die Stadt- und Landes-Mittel zur Unterhaltung des LesBiSchwulen Infoladens „Knackpunkt“ nicht mehr bewilligt. Das gaben vor einigen Wochen die städtischen Beauftragten für Lesben und Schwule, Regina Kohrt und Axel Blumenthal, dem Verein mündlich bekannt; eine schriftliche Mitteilung hierüber liegt dem Verein bis heute nicht vor. Grund sei, dass es dem Verein, wie in den vergangenen Jahren, „nicht gelungen“ sei, „einen lückenlosen Verwendungsnachweis zu bringen“, erklärte Axel Blumenthal auf Nachfrage. Damit stehen neben dem Infoladen auch die übrigen an den Verein Nevermind e.V. angegliederten Gruppen, wie das Schul-Aufklärungsprojekt „Schul-AG“ und die Jugendgruppe „Mixed Pickles“ – nach eigener Aussage – bislang ohne finanzielle Mittel für das Jahr 2011 da. Warum nicht andere Wege gewählt wurden, die einen Fortbestand des Infoladens ermöglicht hätten, ließ die Stadt unklar – möglich wäre es unter anderem gewesen, um eine zweckorientierte Verwendung der Zuwendungen sicherzustellen, zumindest für einen Übergangszeitraum von einem oder zwei Jahren die Miete und die Nebenkosten des Infoladens sowie die Personalkosten für die hauptamtlich Angestellte – das wären etwa 2/3 der Mittel – direkt durch die Stadt zu begleichen und lediglich die Zahlung der übrigen Kosten einzustellen oder an Auflagen zu binden. Warum das nicht geschah und warum nicht zumindest für die weiteren an den Verein angeschlossenen Projekte Sonderregelungen getroffen wurden, ist nicht nachvollziehbar. Der Vorstand des Nevermind e.V. sah so keine andere Wahl, als den Mietvertrag für den „Knackpunkt“ zum 31.12.2010 zu kündigen – in der Knochenhauerstraße 11 wird es also definitiv nicht weitergehen. Und auch der Nevermind e.V. muss sich fragen, wie es soweit kommen konnte und warum es nun schon über mehrere Jahre nicht möglich war, finanzielle Mittel ordnungsgemäß nachzuweisen. ->weiterlesen “Hannover schließt den LesBiSchwulen Infoladen” »

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