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Im Krieg, so heißt es, stirbt als erstes die Wahrheit. Diese Erkenntnis hat die Bundeswehr verinnerlicht. Vielleicht versteht sie auch den Wettbewerb um Köpfe (ergo Kanonenfutter, neue Rekrut_innen, IT-Krieger_innen) ja auch als Krieg um Köpfe, was den eingangs genannten Satz – mal wieder –  bewahrheiten würde.

Worum geht es?  Über die Werbekampagne, verantwortet von der Werbeagentur Castenow, ist bereits einiges geschrieben worden, auch darüber, dass sie aggressiv und massiv mit dem Sportförderprogramm der Bundeswehr wirbt. Seit Beginn der olympischen Spiele wurde diese im Gesamtheer  verschwindend geringe Zahl an Soldat_innen zur Hauptträgerin der Werbebotschaft der Militärs für ihre Rekrutierungskampagne. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat in völliger Verkennung seiner eigenen Satzung dies massiv unterstützt. Auffällig in diesem Zusammenhang war auch die subjektiv empfunden häufige Erwähnung der Bundeswehrzugehörigkeit in der Reportage.

Nun waren die Ergebnisse in Rio de Janeiro nicht wirklich berauschend, eher peinlich. Mit 42 Medaillen blieb man sogar noch unter der eigenen – niedrig gesteckten – Erwartung von 50 Medaillen. Das alles stört Bundeswehr und ihr Werbepartner nicht. Groß plakatiert und annonciert sie: „Danke für 45% aller Medaillen [für Sportsoldat_innen der Bundeswehr]“.  19 der 42 Medaillen würden an Soldat_innen gehen, so das Kleingedruckte der Anzeige.

Diese Zahl ist, objektiv betrachtet falsch. Sie vereinnahmt still und leise all die Sportler_innen, die in Mannschaftssportarten  (konkret Hockey, Kanu, Ruder, Fußball, Beachvolleyball, Tischtennis, Segeln) gemeinsam mit den sportlichen Militärs an den Start gehen. So ist zum Beispiel die im ersten Spiel verletzt ausgeschiedene Fußballerin Simone Laudehr, eine der (insgesamt sechs) Goldmedaillengewinner_innen, die Bundeswehr für sich reklamiert. Damit vereinnahmt sie den Olympiasieg der Frauen im Fußball komplett für sich[Achtung Link führt zur Bundeswehr]. Nur 8  der 19 Medaillen wurden in Einzelwettbewerben  gewonnen (1 Gold/0/Silber/7 Bronze). Anders gerechnet und mit der gleichen Logik, wie sie die Bundeswehr anwendet – was nicht weniger falsch ist): 34 der 42 Medaillen wurden von Zivilist_innen gewonnen. Das sind erstaunliche 80% und das obwohl nur 70 % der Teilnehmer_innen Zivilist_innen sind.

Man kann es auch konkreter ausdrücken: Für die Bundeswehr hat nur die Sportschützin Barbara Engleder eine Goldmedaille geholt, in der Leichtathletik  gab es gar nur eine Bronzemedaille.  Dies ist insbesondere interessant, da gerade Leichtathletik als Domäne der Bundeswehr gilt.

127 Soldat_innen waren für die Bundesrepublik bei Olympia im Einsatz (von 426 gesamt). Das sind 29,8%. Nimmt man naheliegend alle Sportler_innen, die Medaillen geholt haben (gesamt 157 zu 22 für die Bundeswehr und setzt diese ins Verhältnis (nur so haben wir die gleiche Basis), so erreicht die Bundeswehr nur magere 13,8 % aller Medaillen.

Nun kann man, diese Überlegungen als reines Zahlenspielen zu den Akten legen, allerdings berührt es grundsätzliche Punkte:

  • Sportsoldat_in sein, heißt unterdurchschnittliche Leistungen zu bringen
  • Sportsoldat_in sein, heißt sich fürs „Werben fürs Sterben“ zu engagieren, Botschafter_in der Bundeswehr zu sein, Werbung für Krieg als Mittel der Politik zu machen
  • Sportsoldat_in sein, heißt aufgrund der kurzen Bewilligungszeiten unter ständigem Rechtfertigungsdruck zu stehen,
  • Sportsoldat_in sein heißt, die eigene Karriere nach dem Sport nach hinten stellen zu müssen, bis es möglicherweise zu spät ist.

Die Bundeswehr und ihre Werbeagentur Castenow versuchen mit geschönten Statistiken (das ist die positive Formulierung) ein Positivimage aufzubauen um der mangelnden Attraktivität des Militärs und entsprechend geringer qualifizierter Bewerbungsraten entgegenzuwirken. Wie gering selbst die Attraktivität der Sportförderung ist, zeigt sich beispielsweise am Frauenfußball. Waren 2011 noch sechs Frauen des Nationalkaders bei der Bundeswehr beschäftigt, ist es jetzt nur noch eine. Das zeigt, dass mit zunehmender Attraktivität und dem damit vorhandenen Ansteigen von Alternativen, die Unterschrit bei den Krieger_innen sehr schnell keine Alternative mehr ist.

Was sind die Schlussfolgerungen: Die Bundeswehr hat sich auf ihre Kernaufgaben, die Landesverteidigung zu beschränken, wenn sie sich schon nicht auflöst. „Wir kämpfen für die Freiheit und für Medaillen“(so ein anderer aktueller Slogan der Bundeswehrkampagne) ist eine unzulässige Erweiterung des Aufgabenbereichs und zu unterbinden.

Notwendig ist endlich eine stabile, zivile – staatlich unterstützte – Spitzensportförderung. Die Bundeswehr kann abgeschafft werden.

In Maskulistenkreisen beliebtes "Argument" gegen die Genderforschung (und damit implizit und explizit gemeint gegen jegliche Arbeit für Gleichstellung und Gleichberechtigung, jedes Hinterfragen geschlechtlicher Normen und der Suche nach Ursachen - also alles was einer piefigen 50er-Jahre patriarchalen Weltsicht widerspricht) ist der Vorwurf der "Unwissenschaftlichkeit", der "Ideologie" der Geschlechterwissenschaften, oder gleich der Sozialwissenschaften an sich. Belegt wird das mit Harald Eia, einem norwegischen Komiker, der das norwegische Gender Institut auf die Schippe genommen hätte, was zu deren Schließung und dem "Einsparen" von 56 mio EUR im Jahr geführt hätte.

Dumm nur -  es stimmt nicht. Das Institut wurde im Rahmen einer Evaluierung umstrukturiert (ein durchaus normaler Vorgang). Ein Einfluß der Show ist in den Originalquellen nicht nachweisbar, dieser kommt relevant ausschließlich in der deutschsprachigen Debatte vor. Auch beträgt das Jahresbudget nur 1,9 mio. Im wilden Übereifer haben die Maskulisten, die Währung und das Mehrjahresbudget mit dem Jahresaufwand verwechselt. Aber so klingt es natürlich viel gewaltiger. Wahrer wird es dadurch aber nicht.

Das Blog Genderbüro hat sich in einem sehr lesenswertem Artikel sehr ausführlich damit beschäftigt. Unbedingt lesen.

Da hin und wieder mal Fragen aufkommen greife ich an dieser Stelle mal einen Beitrag aus dem Sprachlog auf. Meinungsfreiheit ist das Recht, nicht für deine Meinung verfolgt zu werden und diese frei äußern zu können. Meinungsfreiheit ist nicht das Recht, auf allen Plattformen diese äußern zu können. Auf meinem Blog entscheide ich, welche Kommentare ich freischalte und wem ich Speicherplatz zur Verbreitung seiner Ideen zur Verfügung stelle.

Sehr schön hat das XKCD in einem Comic zum Ausdruck gebracht, deutsche Übersetzung von Anatol Stefanowitsch

Bild: xkcd, Text: Anatol Stefanowitsch, CC-BY-NC 2.5

 

Auch von astrodicticum-simplex gibt es dazu einen schönen Beitrag

gefunden bei freiheitsliebe.de (unter CC3.0)

In Angola wurde vor wenigen Tagen der Islam durch die Regierung verboten, mit der Begründung, dass es sich bei dem Islam um keine Religion, sondern sondern eine „Sekte“ handeln würde. „Die Ausübung des Islams ist durch das Ministerium für Justiz und Menschenrechte nicht genehmigt worden. Folglich sind alle Moscheen bis auf weiteres geschlossen worden“, zitiert express.be den angolanischen Kulturminister, Rosa Cruz e Silva.

Zudem soll es zum Abriss von Moscheen im Land kommen. Doch neben dem Islam wurden noch weitere 194 weitere Religions-Gemeinschaften verboten. „Das ist das endgültige Ende des islamischen Einflusses in unserem Land“, zitiert International Business Times Angolas Präsident Jose Eduardo dos Santos. Schon vor diesem Beschluss wurden Moscheen durch Nationalisten und christliche Fundamentalisten zerstört, die ein islamfreies Land schaffen wollten.

In Angola leben 20,4 Millionen Menschen, die in 59 ethnische Gruppen unterteilt sind, berichtet Joshua Project. Etwa 92,4 Prozent sind Christen, 5,7 Prozent gehören ethnischen Religionen an und nur ein Prozent sind Muslime, was 240.000 Muslimen entspricht. Die Anzahl der Angehörigen der ethnischen Religionen liegt bei 1,16 Millionen. Das Verbot des Islams und weiterer Religionsgemeinschaften dient vor allem der Besänftigung der christlich-radikalen Rechten, die in dem Land zunehmend an Einfluss gewinnt und den Islam als größtes Feindbild sieht.

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Knorkator - eine im eher linken Milieu zu verortende Band hat ein neues Album herausgebracht. Soweit so gut. Das Cover des Albums ist jedoch an rassistischer Konnotaion - nicht nur auf der Metaebene - nicht zu überbieten.

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland hat dies auseinandergenommen. Jetzt hat der Musikchef vom rbb eine entsprechende Kritik verharmlosend negiert. Atif Hussein hat ihm bei Mädchenmannschaft geantwortet. Sehr lesenswerter Beitrag über den alltäglichen Rassismus, wie ihn schon Noah Sow in ihrem Buch "Deutschland Schwarz Weiß" hervorragend beschrieben hat.

update: Hier gibt es einen knorke Leitfaden für empörte Betroffenheit. Mal zum Nachdenken

Allen Ankündigungen zum trotz scheint es nun so, dass rot-grün nicht mit der Praxis der unmenschlichen Abschiebungen in Niedersachsen bricht. Bitte unterzeichnet die Petition des 18jährigen Niedersachsen Nino Novakovic gegen die drohende Abschiebung! macht Druck auf die rot-grüne Landesregierung, damit diese tatsächlich die jahrelange krasse Abschiebepraxis ihrer Vorgängerregierung (CDU/FDP) aufgibt! Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/helft-mir-in-meinem-heimatland-zu-bleiben

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(erscheint in Rosige Zeiten Jan/Feb.2013)

Was bisher geschah:

Am 20. Januar 2013 wird der niedersächsische Landtag gewählt. Nachdem bei der letzten Wahl der Spitzenkandidat der CDU, Cristian Wulff, der später durch David McAllister abgelöst wurde eine schwarz/gelbe Mehrheit erlangen konnte, scheint der Wahlverlauf diesmal offen. Unklar ist es, ob die FDP den Sprung in den Landtag schaffen wird, gleiches gilt auch für die Linke. Jede Stimme könnte entscheidend sein und wird auch weitreichende Folgen für die Community haben.

Bevor wir uns damit beschäftigen, welche Angebote die Parteien den Wähler_innen für die nächste Legislatur machen, lohnt ein Rückblick auf die letzten fünf Jahre. ->weiterlesen “5 more years? – Niedersachsen vor den Wahlen” »

Die SPD (und einige andere Parteien) machen von ihrem Recht in Wahlkämpfen Gebrauch. Sie hängen Plakate auf. Ein Aufschrei der CDU in Hannover verwundert erst und lässt dann die Augen reiben. Wie diverse Medien melden haben die Parteien (gemeint sind vermutlich die Regierungsparteien und die SPD) vereinbart, im Vorweihnachtszeitraum keine Plakate aufzuhängen um die Bürger_innen nicht in ihrer weihnachtlichen Besinnlichkeit zu stören.
Das muss mensch sich mal auf der Zunge zergehen lassen, da vereinbaren die großen Parteien tatsächlich, auf Wahlkampf - also den öffentlichen Streit um Konzepte, Ideen und vor allem Köpfe in einer wichtigen Facette auf 14 Tage zu beschränken und zeigen nun sicher mit Fingern auf die, die sich diese Rechte nicht nehmen lassen wollen. Wozu sind Wahlen da? Sie sollen doch Richtungsentscheidungen Für oder Wider sein und ein Wahlkampf - auch wenn es in einigen Auswüchsen nervig ist - ist die einzige Gelegenheit, diese Konfrontation aufzubauen. Wie sollen weithin unbekannte Direktkandidat_innen ihren Bekanntsheitsgrad erhöhen?

Was kommt als nächstes? Eine Vereinbarung keine Kundgebung mehr abzuhalten, die Weihnachtsmarktbesucher_innen könnten ja davon gestört werden, keine Diskussionsveranstaltungen, keine Infostände mehr. Die Entpolitisierung mit der Begründung auf ein auf kommerziellen Kaufrausch ausgerichtetes Ereignis voranzutreiben und dafür nicht einmal Widerspruch zu bekommen stimmt mehr als bedenklich Gerade eine, in den überregionalen Medien kaum wahrgenommene Landespolitik ist auf diese wenigen Wochen angewiesen.

Es erübrigt sich fast zu erwähnen, das die SPD sofort umgeknickt ist und angewiesen hat, sämtliche Plakate wieder einzusammeln. Bleibt zu hoffen, das das keine Schule macht.

kurzer Nachtrag: Jetzt haben beide es also für nötig erachtet, sich zu äußern. Kurz gesagt: Alles nicht so schlimm und überhaupt nicht so gemeint und Schwule finden sie ganz toll und überhaupt...

 

... eine indiskutables Schönwaschen und Verniedlichen.

Die Mädchenmannschaft hat sich mit der Antwort von XAVAS beschäftigt.

Hier der ursprüngliche Artikel

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Im neuen Album "Gespaltene Persönlichkeit" mit dem Xavier Naidoo und Kool Savas gerade Kohle machen findet sich abseit vom Popgesäusel ein versteckter Track (nicht im Sinne von unauffindbar, vielmehr im Sinne von nicht auf dem Cover angekündigt). Dieser Track hat es in sich:

„Ich schneid euch jetzt mal die Arme und die Beine ab, und dann ficke ich euch in den Arsch, so wie ihr es mit den Kleinen macht. Ich bin nur traurig und nicht wütend. Trotzdem würde ich euch töten. Ihr tötet Kinder und Föten und ich zerquetsch euch die Klöten. Ihr habt einfach keine Größe und eure kleinen Schwänze nicht im Griff. Warum liebst du keine Möse, weil jeder Mensch doch aus einer ist? Wo sind unsere Helfer, unsere starken Männer, wo sind unsere Führer, wo sind sie jetzt?“ heißt es dort. Mordaufruf, Führerwahn, Homophobie... gehts noch? Ok von Naidoo war man ja schon christlich verbrämtes und nicht selten am Rande der Toleranz angesiedeltes Gesäusel ja gewöhnt, aber offen homophob - oder soll man besser gleich sagen faschistisch - das ist neu.

Die Linksjugend Solid hat jetzt Anzeige erstattet.

Die Künstler beschränken sich in ihrer Verteidigung übrigens darauf, dass sie sich gegen "Ritualmorde an Kindern" wehren wollten, ein gerne mal wieder verschwörungstheoretisch aufgeladene Debatte, die sich vor allem gegen Juden richtete. Und nein, der Fall Dutroix und andere waren keine Ritualmorde, das war schlichter Kindesmissbrauch und gehört an dieser Stelle nicht debattiert. Die Frage ob sie jetzt einfach nur verschwörungstheoretisch abgedreht sind, wie regioactive meint, oder hier einfach eine bisher leidlich gut versteckte faschistische Ideologie zum Tragen kommt klärt sich auch an ihrem Umgang mit der jetzt stattfindenden Debatte. Gruselig auch, die offen gezeigte Verharmlosungsorgie bis hin zu aggressiver Zustimmung im Netz. Auch das sollte in die Debatte einbezogen werden.

 

Zu hoffen bleibt jetzt, das auch bei solch bekannten und gemeinhin positiv besetzten Künstlern (Asterix, Song zur Fußball-WM) die Grenzen deutlich gezogen werden und offen ausgetragene Dispute und Boykotts über Hasssänger nicht an jamaikanischen Sängern stehen bleiben.

Wer glaubte, mit dem Friedensnobelpreis an Obama wäre der Tiefpunkt erreicht worden, sieht sich mit der heutigen Entscheidung des Komitees enttäuscht. Mit der Auswahl der Europäischen Union wird ein Gebilde gefeiert, dessen Glieder weltweit Krieg führen, gerne auch mal völkerrechtswidrig. Europa ist nach den USA der weltgrößte Exporteur von Waffen und damit maßgeblich mitverantwortlich für viele weltweite Konflikte und Kriege. Erschrocken stellt sich die Frage. Was kommt als nächstes? Die NATO, Putin, George W. Bush?

Dabei gibt es genug Menschen, die aktiv für den frieden streiten, die Vorbilder für eine friedliche Gesellschaft sein können und genau solch eine Unterstützung dringend nötig hätten. Menschen wie Bradley Manning, dem für sein gewissen die Höchstrafe droht.

Mit ihrer Entscheidung sinkt der Wert und die Akzeptanz des Preises. Das Komitee schafft sich selber ab.

 

Eine kurze Analyse aus friedenpolitischer Sicht gibt es unter anderem bei der Informationsstelle Militarisierung

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Femgeeks nimmt die deutsche Wikipedia unter die Lupe und mach deutliche maskulinistische und männlich patriarchale Strukturen aus. Zum Einen werden Artikel neuer Autor_innen von "erfahrenen Wikepediener_innen freigeschaltet - beim vorhandenen Geringen Frauenanteil meist Männer. Zum anderen:
"Viel Wissen, auf welches heute am ehesten zugegriffen wird, ist aus einer weiß-männlich dominierten Wissensproduktion heraus entstanden. Bis heute bleibt dieses Wissen unmarkiert im Gegensatz zu anderen Wissensproduktionsformen, so gibt es „Geschichte“ dann zusätzlich als „das Andere“, aber mittlerweile beispielsweise Black History oder feministische Geschichte." Da Wissen nur aus überprüfbaren Quellen stammen soll, entsteht ein patriarchal-weisser Zirkelschluss in sich.

Der Artikel fordert Solidarität und entsprechende Strukturen ein, mal sehen, was sich bewegt.

Wie Publikative vermeldet plant das Finanzministerium eine neue Regelung für die Abgabenordnung. Bisher sind allein die Finanzämter für die Vergabe von Steuervergünstigungen  - Anerkennung von Vereinen als gemeinnützig - zuständig. Dieser individuelle Prozess, der auch schon häufig genug Aufsehen sorgte (erinnert sei hier an den gescheiterten Versuch, der Informationsstelle Militarisierung die Gemeinnützigkeit zu entziehen) soll nun automatisch greifen, sobald ein Verein im Verfassungsschutzbericht auftaucht. Was wie ein schlechter Film wirkt, ist ernst gemeint. Die Schnüffelbehörden sollen in Zukunft über Wohl und Wehe esellschaftlichen Engagements entscheiden. Denn eine solche Entscheidung kann und ist sehr wohl existenzbedrohend für viele auf Spendenbasis arbeitenden Vereine sein. Bekommt im nächsten Jahr das Friedensbüro Hannover einen Abschnitt? Schließlich hat es sich ja erlaubt, sich an den von Schünemann als linksextrem verunglimpftem Protesten gegen das Sommerbiwak der Bundeswehr zu beteiligen? Bekommt Greenpeace eine Abmahnung weil die Atomlobby vielleicht doch noch irgendwo jemanden sitzen hat? Mit dieser Entscheid droht gesellschaftlicher Protest der Willkür der Geheimdienste und letzendlich der sie verantwortenden Innenminister geopfert zu werden. Das mit Postdemokratie zu bezeichnen klingt beinahe verniedlichend.

Das Landgericht Köln hat entschieden, das die Beschneidung muslimischer Kinder gegen geltendes Recht verstößt. Was auf den ersten Blick, wie ein Fortschritt im Ringen um das Selbstbestimmungsrecht aussieht, bekommt auf den zweiten Blick einen mehr als nur schalen Beigeschmack. Denn eine Beschneidung ist weder mit Geniitialverstümmelung von Frauen oder mit den gewaltsamen Operationen an Intersexuellen zu vergleichen, wie dasendedessex schön deutlich macht. Vielmehr ist es ein schwerwiegender Eingriff in die Religionsfreiheit, eine Frage, über die keine Abwägung stattgefunden hat. Vielmehr wird hier das vermeintlich "Andere" gegen das "christliche" Selbstverständnis entgegengehalten. Dieses Geselllschaftsbild, welches so Religionen und Wertverständnisse verschieden wichtet macht nachdenklich. Im Kontext der gesellschaftlichen Stigmatisierung muslimischen Glaubens offenbart sich ein Konsens, der Angst machen kann.

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