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Am 26. April jährt sich zum 80. Mal ein Ereignis, das sich tief in die baskische und die europäische Geschichte einschrieb: die Bombardierung Gernikas (span. Guernica). Der Angriff auf Gernika, als Symbol baskischer Kultur, durch Francos Bomber und unter Beteiligung des deutschen Boelcke-Geschwaders hatte das Ziel, den baskischen Widerstand zu brechen. Zugleich sollte die Bombardierung aus deutscher Sicht eine Probe für die folgenden Angriffe im im Zweiten Weltkrieg darstellen. Ausgebildet wurden die Flieger des Boelcke-Geschwaders im einige Kilometer nordwestlich von Hannover gelegenen Wunstorf.

Der englische Journalist George Steer machte das Verbrechen gegen die Bevölkerung Gernikas damals in einem Zeitungsartikel in der „Times“ bekannt, Pablo Picasso schuf sein bekanntestes Gemälde – „Guernica“ – nach den Schilderungen Steers. Trotzdem war es bis zum Ende der Franco-Zeit 1975 offizielle Politik, zu behaupten, die Basken hätten Guernica selbst angezündet. Anderslautende Berichte wurden verfolgt. Aber auch nach dem Tod Francos dauerte es noch lange, bis sich die historische Wahrheit durchsetzte.

Die Broschüre „Kriegsfolgen – Gernika (Guernica) / Bizkaia und Wunstorf / Region Hannover – Über die Schwierigkeiten beim Umgang mit der Militärgeschichte in Deutschland und Spanien“, herausgegeben von Hubert Brieden, der Comisión de Bombardero, Mechthild Dortmund und Tim Rademacher, beschäftigt sich mit dem Umgang mit der Vergangenheit, sowohl in Spanien, als auch in Deutschland, in Wunstorf. Sie tut dies bewusst nicht über historische Analysen, sondern lässt die Akteur*innen zu Wort kommen, jene, die sich seit Jahrzehnten für eine Erinnerungskultur vor Ort einsetzen und politisch wirken.

Den Anfang macht die Comisión de Bombardero (baskisch „Gernika Batzordea“), die Bombardierungs-Kommission. Beginnend bei ihrer Gründungsversammlung am Ende der Diktatur unter Franco berichtet sie von ihrer Geschichte und ihren Forderungen:

  • Die historische Wahrheit der Bombardierung wird anerkannt und die Verantwortung dafür entsprechend zugewiesen.
  • Gernika wird Stadt der Kultur und des Friedens.
  • Das Picassobild „Guernica“ wird nach Gernika überführt (Guernica Gernikara).

Bis heute sind die Forderungen nicht erfüllt. Die Comisión de Bombardero erzählt, wie sich Regierungen und lokale Behörden gegen ein angemessenes Gedenken und eine Aufarbeitung sträubten.

In  weiteren Beiträgen setzt sich Hubert Brieden mit der Aufarbeitung, insbesondere in Wunstorf auseinander. Er berichtet detailliert und fachkundig über die Geschichte der Oswald-Boelcke-Straße in Wunstorf, die eigentlich mal Bürgermeisterstraße hieß. Von den Nazis wurde sie nach Oswald Boelcke benannt, erhielt dann in den 50ern kurzzeitig den Namen eines Heimatdichters, der Hitler unterstützte. Er führt aus, wie Stadt und Politik auf dem Namen Boelcke beharrten – und welcher Protest stattfand, um sie umzubenennen. Brieden thematisiert ebenso den Bau der JU-52-Halle (Die JU-52 war das Flugzeug, welches maßgeblich an der Bombardierung Gernikas beteiligt war.) und stellt den skandalösen Umgang der Stadt Wunstorf mit einem baskischen Chor dar,  der im November 2013 die militärische (militaristische) Ausstellung sehen wollte. Schnell wird deutlich: Auch im 21. Jahrhundert ist „Traditionspflege“ zur Wehrmacht wichtiger als ehrliche Aufarbeitung und Erkenntnis.

Die Beiträge sind subjektiv gefärbt. Das ist logisch, schließlich sprechen die Aktiven selber und lassen nicht sprechen. Gerade dies macht jedoch den Reiz der Broschüre aus, die einen leichtgängigen und flüssigen Zugang bietet – und selbstverständlich sind dennoch sämtliche Fakten gut belegt. Die Broschüre ist informativ und lesenswert und kann direkt über die Homepage des Verlags bezogen werden: Edition Region + Geschichte des Arbeitskreises Regionalgeschichte, www.ak-regionalgeschichte.de.

 

Hubert Brieden, der Comisión de Bombardero, Mechthild Dortmund und Tim Rademacher: Kriegsfolgen – Gernika(Guernica) / Bizkaia und Wunstorf / Region Hannover – Über die Schwierigkeiten beim Umgang mit der Militärgeschichte in Deutschland und Spanien“, Neustadt am Rübenberge, 2017, ISBN: 978-3-930726-30-1

Am Wochenende findet in Hannover das dritte Chorfestival gegen rechts statt. Zu Gast auch ein Chor aus dem baskischen Gernika (span. Guernica). Einige Impressionen vom Auftritt im April 2012 in Gernika. Neben Auftritten am Historischen Museum (ab 11.30) und auf dem Faustgelände(ab 14:30) sind die Gäste auch nach Wunstorf und Neustadt eingeladen.

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In Wunstorf der Ort des Fliegerhorstes wurden die Besatzungen ausgebildet, die mit der JU-52 die Angriffe auf das kulturelle Zentrum der Basken mit durchführten und an der Seite Francos die Kleinstadt Gernika dem Erdboden gleich machten. Eine Geschichte, die sich der Fliegerhorst bis heute nicht stellt. Auf Wunsch des Chores hat sich die Traditionsgemeinschaft Lufttransport Wunstorf e.V. bereiterklärt, die JU-52 Halle, deren ganzer Stolz eine alte JU-52 ist für die Gäste zu öffnen. Organisiert wurde die Fahrt des Chores maßgeblich vom Arbeitskreis Regionalgeschichte, die sich u.a. mit der Geschichte des Fliegerhorstes beschäftigt. Jetzt hat der Arbeitskreis einen Brief des Traditionsvereins erhalten. Dort wird ihm mit Hausverbot und zwangsweiser Entfernung gedroht, würde er sich an der Führung für den Chor beteiligen. begründet wird dies nicht. Allenfalls die Vermeidung von "Missstimmung vor den Augen der spanischen Besucher" wird angeführt. Eigentlich wäre es zum lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Offenbar wird kritische Auseinandersetzung nicht geduldet. Den ganzen Skandal hat devianzen.de mit den entsprechenden Dokumentan aufgezeichnet.

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gernika_ausstellungdie Vernichtung von Guernica / Gernika am 26. April 1937
Geschichte und Gegenwart eines deutschen Kriegsverbrechens
Am 26. April 2013 jährt sich zum 76. Mal die Vernichtung der baskischen Stadt Gernika /Guernica durch deutsche Kampfflieger der Legion Condor während des Spanischen Bürgerkrieges.
Dieses Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung einer unverteidigten Stadt löste weltweit Entsetzen aus. Pablo Picasso malte unter dem Eindruck der Vernichtung sein wohl bekanntestes Bild, nannte es einfach „Guernica“ und machte diesen Namen bis heute zum Synonym für faschistischen Terror und
die Schrecken des Luftkrieges. Ein Teil der Täter, die in Spanien Francos Militärputsch gegen die gewählte republikanischeRegierung unterstützten, waren auf den Fliegerhorsten Langenhagen, Wunstorf und Delmenhorst
ausgebildet worden. Der Fliegerhorst Wunstorf war einer der wichtigsten Flugplätze für die Ausbildung der Bombereinheiten der Legion Condor.
In der Ausstellung geht es um die Rekonstruktion eines Verbrechens, seine Vorgeschichte und Folgen.

7. - 25. April 2013
Stadtkirche Wunstorf
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 15 – 17 Uhr
Freitag: 11 – 12.30 Uhr und 15 – 17 Uhr
Montag geschlossen
Zusätzliche Termine und Führungen durch die Ausstellung
können vereinbart werden unter: 05031-2608 (Forum Stadtkirche)
oder: 05032-61705 (Arbeitskreis Regionalgeschichte)

Begleitveranstaltungen im Rahmen der Ausstellung:
Sonntag, 7.4., 16.30 Uhr:
Eröffnung der Ausstellung mit Führung und Film
Donnerstag, 11.4., 19.30 Uhr: "Ein voller Erfolg der Luftwaffe" - die Vernichtung von Gernika und die Folgen
Illustrierter Vortrag von Hubert Brieden und Tim Rademacher
Donnerstag, 18.4., 19.30 Uhr: "Guernica" – das Gemälde von Pablo Picasso
Vortrag von Anna Schultz
Donnerstag, 25.4., 19.30 Uhr: Die Bombardierung Gernikas und die Folgen
aus Sicht der Nachkriegsgeneration in Gernika
Vortrag von Jonan Lekue

Veranstalter: Forum Stadtkirche e.V., Wunstorf
in Kooperation mit dem Arbeitskreis Regionalgeschichte e.V.

Bericht von einer Reise nach Guernica / Gernika


Mittwoch, 18. Juli 2012, 20 Uhr (Jahrestag des Militärputsches in Spanien)
Verdi-Höfe,Veranstaltungszentrum Rotation, Raum D 101, Goseriede 10, 30159 Hannover

Am 26. April 2012 jährte sich zum 75. Mal die Vernichtung der
baskischen Stadt Gernika / Guernica durch deutsche Kampfflieger der Legion
Condor während des Spanischen Bürgerkrieges. Dieses Verbrechen gegen die
Zivilbevölkerung einer unverteidigten Stadt löste weltweit Entsetzen aus. Pablo
Picasso malte unter dem Eindruck der Vernichtung sein wohl bekanntestes Bild,
nannte es einfach „Guernica“ und machte diesen Namen bis heute zum Synonym
für faschistischen Terror und die Schrecken des Luftkrieges.
Ein Teil der Täter, die in Spanien Francos Militärputsch gegen die
gewählte republikanische Regierung unterstützten, waren auf den Fliegerhorsten
Langenhagen, Wunstorf und Delmenhorst ausgebildet worden. Der Fliegerhorst
Wunstorf war einer der wichtigsten Flugplätze für die Ausbildung der
Bombereinheiten der Legion Condor.
Aus Anlass des Jahrestages der Bombardierung reisten Gewerkschafter-
Innen, SchülerInnen und KriegsgegnerInnen aus der Region Hannover im April
nach Gernika, um an den dortigen Gedenkfeierlichkeiten teilzunehmen. In
Gernika ist die Erinnerung an dieses Kriegsverbrechen immer noch präsent,
dagegen wird in Deutschland – auch in der Region Hannover – darüber nach wie
vor geschwiegen.

vorher um 19 Uhr gibt es eine Führung durch die Ausstellung:
„… ein voller Erfolg der Luftwaffe“ - die Vernichtung von Guernica /
Gernika am 26. April 1937 - Geschichte und Gegenwart eines
deutschen Kriegsverbrechens

Vom 20.-26. April besuchte eine Delegation von Schüler_innen und Friedensaktivist_innen aus Hannover und Umgebung die baskische Stadt Gernika. Zum 75. Jahrestag der Vernichtung der Stadt durch deutsche und italienische Bomber waren die Teilnehmenden Gast in der Stadt, die wohl wie keine andere für faschistischen Terror und die Brutalität des Luftkrieges steht.

Wie kaum eine andere Stadt steht Gernika (spanisch Guernica) für die Vorbereitung auf das, was die Welt mit dem faschistischen Angriffskrieg Hitlerdeutschlands noch zu erwarten hatte, für Vernichtungswahn und für die spanische Militärdiktatur Francos. Am 26. April 1937 zerstörten Angriffe unter deutschem Oberkommando das kulturelle Zentrum der Basken. 75 Jahre später sind die Wunden nicht verheilt.

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Wer im April Gernika besucht, wird sofort feststellen: Das Gedenken an die Bombardierung und Zerstörung der Stadt am 26. April 1937 ist omnipräsent. Überall hängen Plakate, die zu Gedenkminuten, Demonstrationen und Konferenzen aufrufen und Selbstbestimmung für das Baskenland fordern. Ein Rundgang bestärkt diesen ersten Eindruck. Aus vielen Fenstern hängen neben den unvermeidlichen Fahnen des baskischen Fußballvereines Atlethic Bilbao, baskische Fahnen. An zentralen Orten sind große Transparente mit der Aufschrift ‚Autodeterminazio‘ – Selbstbestimmung begleitet von einem Motiv aus Picassos ‚Guernica‘ aufgehängt. Eine Gans als Symbol der Pressefreiheit – so zumindest die populärste Interpretation des Werkes –, da sie immer alles ‚laut herausposaunen und nicht schweigen würde‘ ziert das Plakat. Ebenjenes Symbol ist auch das offizielle Logo der Feierlichkeiten. Überhaupt ist Picassos Gemälde omnipräsent. An vielen Stellen in der Stadt finden sich Ausschnitte, wie die Blume neben dem zerbrochenen Gewehr oder aber das ganze Gemälde, wie in unmittelbarer Nähe des alten Parlamentsgebäudes aus Kacheln gefertigt, versehen mit der Aufschrift „Guernica“ Gernikara („Guernica“ – gemeint ist das Bild – solle nach Gernika). Aber nicht nur der Ort zeigt sich. So üben an einem Platz, der ein wenig an ein altes Amphiheater erinnert, viele Laienschauspieler_innen, junge wie alte, ein Theaterstück, das am 26.04. über die ganze Stadt verteilt das Grauen der Bombardierung nachstellen soll.Weiterlesen » » » »

Geschichte und Gegenwart eines deutschen Kriegsverbrechens
 Am 26.April 2012 jährt sich zum 75.mal die Vernichtung der baskischen Stadt Gernika/Guernica durch deutsche Kampfflieger der Legion Condor während des Spanischen Bürgerkrieges. Diese Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung einer unverteidigten Stadt löste weltweit Entsetzen aus.
Pablo Picasso malte unter dem Eindruck der Vernichtung sein wohl bekanntestes Bild, nannte es einfach „Guernica“ und machte diesen Namen bis heute zum Synonym für faschistischen Terror und die Schrecken des Luftkrieges.
Ein Teil der Täter, die in Spanien Francos Militärputsch gegen die gewählte republikanische Regierung unterstützten, waren auf den Fliegerhorsten Langenhagen, Wunstorf und Delmenhorst ausgebildet worden.
Aus Anlass des Jahrestages der Bombardierung, der in Deutschland kaum bekannt ist, wurde eine Ausstellung erarbeitet, in der es nicht nur um die Rekonstruktion eines Verbrechens geht, sondern auch um die lange Geschichte seiner Vertuschung und um deutsche Geschichtspolitik.

Ein voller Erfolg der LuftwaffeEine Ausstellung des Arbeitskreises Regionalgeschichte,
gefördert durch die Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen e.V.
2.Mai – 20.Juli 2012
ver.di Höfe, Veranstaltungszentrum Rotation
Goseriede 10, 30159 Hannover
Öffnungszeiten: Mo. – Do.: 9 – 16 Uhr und Fr.: 9 – 13 Uhr

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