Springe zum Inhalt

Du brauchst dich wegen meiner Hinrichtung nicht zu schämen … - Ungehorsame Soldaten in Hannover 1933-1945 mit dem Autor Ralf Buchterkirchen

FÄLLT LEIDER AUS! Termin: 17.3.2020, 19.00 Uhr Pavillon Hannover

Was haben Heinrich Rehse, Hubert Breitschaft, Robert Gauweiler, August Seifert und Anton Biesterfeld gemeinsam? Sie wurden als Soldaten der Wehrmacht zum „Ehrendienst am Deutschen Volk“ gezwungen und eckten aus unterschiedlichen Gründen an. So hat der Jugendliche Heinrich Rehse anderes im Kopf als strammzustehen und auf den Krieg vorbereitet zu werden… Hubert Breitschaft wird denunziert, als er spontan den Ausgang des Hitlerattentates bedauert, August Seifert verweigert den Eid auf Adolf Hitler…

Ralf Buchterkirchen stellt, basierend auf seinem neuen Buch, einzelne Biografien und Materialien für die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen zum Thema vor.

Eine Veranstaltung von AK Regionalgeschichte Neustadt und DFG-VK.
Der Eintritt ist frei.

Noch in diesem Jahr wird meine zweite Monografie erscheinen. Einen Titel und den Klappentext gibt es schon:-) Er erscheint beim Verlag Region und Geschichte, Neustadt am Rübenberge. Mehr Infos folgen zeitnah.

Titel: "Du brauchst dich wegen meiner Hinrichtung nicht zu schämen..." - Ungehorsame Soldaten in Hannover 1933-1945

Weiterlesen » » » »

Mi, 2. November 2016, im Pavillon, kleiner Saal,
Desertion und Kriegsdienstverweigerung in Vergangenheit und Gegenwart
Referenten: Friedhelm Schneider (Ev. Friedensarbeit; Büro für Kriegsdienstverweigerung, Europäisches Büro für Kriegsdienstverweigerung -EBCO) und Klaus Falk, Hannover, (DFG-VK; langjähriger Berater für KDV), Moderation Lutz Krügener, Referent für  Friedensarbeit der Ev. luth. Kirche Hannovers
Veranstaltung im Rahmen der Friedensdekade der Evangelischen Kirche: ‚Kriegsspuren‘.
Veranstaltet von: DFG-VK und Friedensbüro Hannover in Kooperation mit dem Haus kirchlicher Dienste Hannover – Friedensarbeit

Im Rahmen internationaler Kriege kommt der Kriegsdienstverweigerung und der Desertion eine große Bedeutung zu. Dies gilt weltweit, aber durchaus auch für Deutschland, obwohl wir gegenwärtig eine Freiwilligenarmee haben. Wir thematisieren die Vergangenheit - vor allem in Deutschland - aber der Schwerpunkt liegt auf der Gegenwart, insbesondere, wie die Situation  der KDV international aussieht. Welche Schlussfolgerungen kön­nen wir ziehen? Welche Rolle spielen KDV und Desertion für die Vermeidung und Beendigung von Kriegen?

auch von mir herzlichen Glückwunsch  zur Verleihung des Menschenrechtspreises 2015 durch PRO ASYL an André Shepherd. Schön wäre es nun nur noch, wenn Desertion endlich als Asylgrund anerkannt würde...

 

PRO ASYL verleiht Menschenrechtspreis an den US-Deserteur

Weitere Infos unter www.Connection-eV.org/article-2140

 

Am 12. September 2015 wird die Stiftung PRO ASYL den diesjährigen Menschenrechtspreis in Frankfurt/M. an den US-Deserteur André Shepherd vergeben, der in Deutschland Asyl beantragt hat. Das internationale Kriegsdienstverweigerungsnetzwerk Connection e.V., das seit fast acht Jahren André Shepherd in seinem Asylverfahren begleitet, begrüßt die Entscheidung.

"Es gehört großer Mut dazu, sich wie André Shepherd gegen den Irakkrieg zu stellen", erklärte heute Rudi Friedrich für Connection e.V. "André Shepherd hofft bislang vergeblich auf eine positive Entscheidung in seinem Asylverfahren. Dabei ist klar, dass er mit seiner Verweigerung, sich an völkerrechtswidrigen Handlungen zu beteiligen, nicht nur den Irakkrieg an sich in Frage stellt, sondern auch eine rechtlich legitime Entscheidung gegen eine Kriegsteilnahme getroffen hat, die durch eine Asylgewährung zu unterstützen ist."

In der Einladung zur Preisverleihung schreibt PRO ASYL: "Mit seinem Asylverfahren trägt er die Last des Präzedenzfalls. Durch seinen beharrlichen Widerstand hat er seine bürgerliche Existenz in den Vereinigten Staaten aufs Spiel gesetzt. Fast acht Jahre nach seinem Entschluss streitet André Shepherd unbeirrt weiter vor Gericht, weil es ihm auch um das Schicksal anderer geht, die sich völkerrechtswidrigen Kriegen entziehen. Dies macht ihn zu einem Vorbild für Unbeugsamkeit und Humanität. Die Stiftung PRO ASYL würdigt ihn mit der PRO ASYL-Hand 2015."

Die Preisverleihung wird stattfinden am 12. Setpember 2015 um 14 Uhr im Haus am Dom, Domplatz 3 in 60311 Frankfurt. Weitere Informationen zur Preisverleihung finden Sie unter www.proasyl.de/de/news/detail/news/andre_shepherd_erhaelt_menschenrechtspreis_der_stiftung_pro_asyl. Für die Teilnahme an der Preisverleihung bitten wir um eine Voranmeldung an Connection e.V.

„ lch bin glücklich, in diesem Kriege und in meinem Leben keinen Menschen getötet oder ein Leid zugefügt zu haben.“ Mit diesen Worten verabschiedet sich der Pazifist Felix Kaszemeik in einem Abschiedsbrief von seiner Mutter

Heute vor 70 Jahren – am 27.November 1944 – wurde Felix Kaszemeik als Deserteur hingerichtet. Er wurde 30 Jahre alt. Kaszemeik war Mitglied der Deutschen Friedensgesellschaft, die 1892 unter anderem von der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner gegründet wurde.

Über Felix Kaszemeik wissen wir sehr wenig. Alle Informationen aus seinem Leben können wir nur den Urteilen der Kriegsrichter entnehmen, die ihn zweimal – zunächst am 8.9.1942 (aufgehoben durch ein Urteil des Reichskriegsgerichtes vom 18.5.1943) und dann am 27.11.1944 – zum Tode verurteilten. Diese Urteile sind die Wortmeldungen der Henker, die mit ihren Begründungen ihre Taten rechtfertigen wollten. Grundlage dieses Beitrages sind diese beiden Urteile( Reichskriegsgericht vom 18.5.1943 (Quelle: Haase 1993) und Gericht der 263. Inf.Division vom 27.11.1944 (Quelle: Wüllner 1997))
Kaszemeik wird am 19.9.1914 in Erfurt geboren. Während der Schulzeit – im Alter von 15 Jahren – fand er zur Deutschen Friedensgesellschaft (DFG), der er bis zu ihrer Zerschlagung 1933 angehörte. Er war begeistert von den pazifistischen Ideen, was ihn auch immun gegen NS-Propaganda machte. Nach Besuch der Volkshochschule ging er bis 1931 auf die kaufmännische Berufsschule. Danach arbeitet er unter anderem bei der Stadt Erfurt und bei Opel im kaufmännischen Bereich – bis zu seiner Einberufung am 6.7.1942. Bereits 1935 wurde Felix Kaszemeik gemustert. Bei der Musterung erklärte er sich zum Gegner des Dritten Reiches und äußerte – so die Urteilsbegründung aus dem Jahre 1943 – dass er einem Einberufungsbefehl keine Folge leisten würde, da er für den heutigen Staat mit der Waffe nicht kämpfen könne.Weiterlesen » » » »

1

Freitag, 16.5.2014, 19 Uhr, Freizeitheim Linden, Geschichtskabinett
Vortrag von Ralf Buchterkirchen

Deserteure sind „Feiglinge“ „Drückeberger“ und „Weiber“. Deserteure sind Helden im antifaschistischen Kampf. Diese Bilder derjenigen, die sich den Krieg entzogen, herrschten – je nach Sichtweise - uneingeschränkt bis in die 1980er Jahre vor. Der Autor Ralf Buchterkirchen geht, ausgehend von Männlichkeitsbildern und der Militärjustiz als willfähriger Repressionsstruktur der Nazis, der Frage nach, wie und warum Soldaten den Kriegsdienst verweigerten. Er kommt dabei zu ganz individuellen Beweggründen. Eingebunden in konkrete hannoversche Geschichte wird deutlich, wie Männlichkeitsforschung neue Ansätze liefern kann, Desertion als individuelle Entscheidung vor dem Hintergrund von Repression zu verstehen und Deserteuren angemessen zu gedenken.

„Weine Dich nur richtig aus und behalte mich in guten Angedenken und dann fange wieder an zu leben, denn das Leben hat das Recht.“ (Robert Gauweiler im Abschiedsbrief an seine Familie, aus dem
Wehrmachts-Untersuchungsgefängnis Hannover)

Ich stimme der Nutzung meiner Daten, gemäß Datenschutzhinweis zu

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen