Protest zum Tag der Bundeswehr in Weissenfels

Am 10.Juni hat die Bundeswehr nun bereits zum dritten Mal ihre Propagandaschau durchgezogen. Mit Hüpfburg, Clown und Maschinengewehr (selbstverständlich nicht zum Anfassen nach dem Eklat im letzten Jahr) präsentierten sich die Krieger_innen als klinisch saubere Abenteuertruppe, verschweigen aber Riskien des Krieges, nämlich (Unschuldige) zu töten oder zu verleten oder selber verletzt oder getötet zu werden.

In Weissenfels sollte der erste Höhepunkt ein feierliches Gelöbnis der Rekrut_innen werden. Wir waren der Ansicht, das dies ser passende Ort wäre deutlich zu machen: ->weiterlesen “Protest zum Tag der Bundeswehr in Weissenfels” »

A400M – Fliegen für die Show

Wie SPON eben meldete, darf der A400M das Prestigeflugzeug der Bundeswehr nicht mehr fliegen. Die Probleme sind seit längerem bekannt. Waren es erst Lieferverzögerungen, dann Triebswerksprobleme und dann Risse im Rumpf, so sind es jetzt wieder Probleme mit Triebwerken. Von einem schlimmen Designfehler, der zum Defekt nach nur wenigen Flugstunden führt ist die Rede, vom Triebwerksausfall wärend des Fluges soll es gekommen sein.

Hier stellt sich aber – abseits von der grundsätzlichen Frage, ob solch ein Flieger überhaupt benötigt wird, oder das Geld besser in zivile Konfliktbewältigung und die Bekämpfung von Kriegsursachen gesteckt werden sollte – die Frage, wie es denn sein kann, das der A400M in diesem Betastadium Flugerlaubnis hat und als Showflieger im Tiefflug über Menschenmassen fliegen kann, wie beim Tag der Bundeswehr in Bückeburg geschehen. Nicht auszudenken, was wäre, wenn dort etwas passiert wäre.

BTW: Wenn man über die Kosten des A400M spricht sollten auch die Kosten von 400mio EUR sprechen, den die Erweiterung des Flugplatzes Wunstorf gekostet hat, damit dort der A400M landen kann.

Werben fürs Militär – Protest in Bückeburg

Am heutigen 11.6. veranstalte die Bundeswehr ihren zweiten “Tag der Bundeswehr”, unter anderem auch im niedersächsischen Bückeburg. Was ein bisschen an den “Tag der NVA” erinnert, hat den gleichen Hintergrund: Verbesserung der Akzeptanz gegenüber dem Militär und militärischer Konfliktlösung in der Bevölkerung, Werben für das Erlernen des Tötens als Beruf, Darstellung der Bundeswehr als vermeintlich “normale” Arbeitgeberin und nicht zuletzt – Bindung an die regionale Politik und Gesellschaft.

Und so kamen auch einige Tausend in von der Bundeswehr gecharterten Bussen und wollten die Militärtechnik der Bundeswehr bestaunen. (Offensichtlich hatte die Bundeswehr aber mit einem deutlich größerem Ansturm gerechnet, so sah man auf dem Rückweg eine über einen Kilometer lange Busspur mit leeren Bussen in Warteposition.) Wie gehabt: Die Bundeswehr setzte auf Technikbegeisterung als Werbeelement, nicht etwa auf kritische Diskussionsveranstaltungen oder Berichte von traumatisierten Soldat_innen und Zivilist_innen. Da Publikum war bunt gemischt. Am stärksten waren Seniorinnen und Senioren vertreten, aber auch junge Familien mit Kind waren häufig.

Auch wir Friedensaktivist_innen waren da. Anders als in Hannover im letzten Jahr genehmigte uns die Ordnungsbehörde einen Stand direkt vor der Kaserne.

Schnell wurden wir unsere Materialien los, es hätten gut und gerne auch deutlich mehr sein können. In kurzer Zeit wurden so über 2.500 verschiedenste Flyer verteilt. Von stumpfer Ablehnung bis zu freudiger Zutimmung waren alle Reaktionen vertreten.

Etwas dünnhäutig war das Militär selber. Offiziell mussten sie sich mit uns arrangieren, ein verächtliches “Das so etwas [gemeint waren wir] hier sein darf…” konnten sich einige der Militaristen dann doch nicht verkneifen – geschenkt.  Viel bedeutsamer waren zwei andere Reaktionen. Vereinzelt wurde uns berichtet, dass die Bundeswehr am Einlass, während der Taschenkontrolle, auch unsere Materialien mit entfernt hat. Außerdem hat sie allen Kindern den Luftballon, den sie gerade von uns bekommen haben (Luft kein Helium!), weggenommen und vor ihren Augen zerstört. Begründet wurde dies mit Sicherheitsbedenken, einem Argument, das die Polizei im persönlichen Gespräch als “eher vorgeschoben” bezeichnete, was auch angesichts der extrem hohen Sicherheitsabstände nachvollziehbar ist. Selbst wenn das Argument der Sicherheit gelten würde, so haben die Militärs trotzdem nicht das Recht, das Eigentum der Kinder zu zerstören, sie dürften es maximal aufbewahren. Aber zerstören konnte Militär ja schon immer gut.

Der “Tag der Bundeswehr” wird immer martialischer und mit einseitiger Technikdarstellung präsenter. Keine Rede ist von den von Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan getöteten Zivilist_innen, keine Rede ist von Traumatisierungen, keine Rede ist davon, dass auch im letzten Jahr wieder dutzende Offiziere den (schwierigen) Weg der “Kriegsdienstverweigerung aus dem Dienst heraus” gegangen sind. Für die Friedensbewegung wird es ein zunehmend wichtiger Tag für Protest – wie sich auch in diesem Jahr bundesweit zeigte. Auch wenn ich mir dafür andere Anlässe wünschen würde – das ist für Friedensarbeit ein guter und wichtiger Ansatz. Protestieren wir also auch im nächsten jahr wieder – und immer -, wenn die Bundeswehr zum Werben fürs Sterben einlädt.

 

 

Kein Tag der Bundeswehr – mit uns dagegen!

Wie schon 2015 will die Bundeswehr auch in diesem Jahr einen großangelegten “Tag der Bundeswehr” begehen. Im Letzten Jahr präsentierte sie sich beispielsweise in Hannover. Dort durften Kinder auf Panzer klettern, wurde Krieg und der Beruf des Tötens systematisch verharmlost. Diesen Tag will die Bundeswehr offensichtlich weiter etablieren: Am 11. Juni 2016 präsentiert sie sich an 16 Standorten. Lassen wir den Propaganda-Tag des Militärs nicht unkommentiert: www.kein-tag-der-bundeswehr.de Material gibt es hier: www.dfg-vk.de/shop

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