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Ich war gestern mal wieder unterwegs. Stolpersteine putzen. Die verblassenden Steine wieder sichtbar machen. Irritierte Blicke ernten, aber auch freundliche positive Reaktionen. In der direkten Nähe meiner Wohnung sind 6 Stolpersteine. Mathilde, Henny, Grete, Fritz und Julius Frenkel, Dr.Herbert Kenneweg und Robert Gauweiler. Eine Stunde Zeit nehmen, um inne zu halten. Die Stolpersteine der Frenkels wurden seit Jahren nicht gereinigt. Hintergrund hier ist eine Baustelle in der Berliner Allee, die sie verstellt hat. Das Reinigen dieser Steine ist mühsam. Aber es lohnt.

In Hannover wurden inzwischen mehrere hundert Stolpersteine verlegt. Warum nicht einfach den nächstgelegenen aufsuchen und Nachmachen. Ein wenig Metallreiniger und ein Tuch reichen (nichts Scharfkantiges wie Topfreiniger aus Metall verwenden). Auch so lebt Erinnerung.

Hilfreiche Links:
Die Stadt Hannover mit einer Karte zu verlegten Steinen

Netzwerk Erinnerung und Zukunft hat die Organisation der Stolpersteinverlegungen übernommen

Multimedial wir mensch heute damit gequält zu erzählen was er/sie/es am 9.11.1989 getan haben. Ich kann verraten, was ich am 9.November 2014 getan habe - die Stolpersteine in meiner Nähe zu reinigen.
Robert Gauweiler wurde hingerichtet, weil er sagte: "Diesen Krieg verlieren wir".
Dr.Herbert Kenneweg war schwul und wurde deshalb verurteilt. Er wurde 32 Jahre alt. Er wußte keinen Ausweg mehr als den Freitod.

kenneweg20141109gauweiler20141109

Vielleicht mögen ja noch andere spontan auf die Idee kommen, sich der Stolpersteine in ihrer Nähe anzunehmen und vielleicht auch mehr über die Menschen hinter den Steinen herauszufinden. Das wäre ein würdiger Beitrag zum 9.November - nicht zu vergessen.

Heute exakt vor 69 Jahren, am 11.12.1944 wurde Robert Gauweiler - von der NS-Militärjustiz angeordnet - hingerichtet. Sein Vergehen: Die Äußerung: "Diesen Krieg verlieren wir." Nach Denunziation  festgenommen, verurteilt wegen "Wehrkraftzersetzung" und nach Hamburg gebracht, wurde der Hannoveraner auf dem Truppenübungsplatz Am Höltigbaum in Hamburg Rahlstedt erschossen. Seine Geschichte ist hier und hier nachlesbar.

Ihm zum Gedenken wurde ein Stolperstein an seinem Wohnhaus Diederichstrasse 44 verlegt. Sein Todestag ist Anlass, diesen zu reinigen, was ich heute getan habe.

2013-12-11 16.54.08 Mehr zu Gauweiler findet sich in den oben angegeben Links. Zur Situation des (Nicht-)gedenkens in Hannover habe ich hier einen längeren Beitrag verfasst.

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