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Sie schießen mit Pucks 

Ein Gastbeitrag von Dirk Hogess

Kein Ausfaufmodell Kamerad/in Spitzenathlet. Sportsoldaten/innen in Werbefunktion für die Bundeswehr antreten. Insgesamt werden 744 Spitzensportler (234 Frauen/510 Männer) von der Bundeswehr gefördert.

Der DEB und die Bundeswehr

Sportsoldatinnen in „Sportuniform“ von der Sportfördergruppe (SpFGrpBw) Neubiberg.

Die Bundeswehr ist Institutionelle Partner des Deutsche Eishockey-Bund e.V. (DEB) und verlinkt mit dem Bundeswehr-Logo Eiserne Kreuz und dem markigen Bundeswehrslogan Wir. Dienen. Deutschland. auf der Webseite des DEB.

Bisher hatte der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) bei der Bundeswehr zwölf solcher Sportförder-Stellen zur Verfügung, die ausschließlich von Männern besetzt waren. Nach den guten Leistungen bei der Weltmeisterschaft 1999 und weiteren internationalen Turnieren kam die Idee auf, das Frauen-Eishockey speziell im Hinblick auf seine Olympia-Premiere 2002 in Salt Lake City zu forcieren. Die ersten sechs Eishockey-Nationalspielerinnen rückten 2000 ein.

Das deutsche Fraueneishockeyteam nahm somit 2002 zum ersten Mal an den Olympischen Winterspielen teil. Puck-Soldatinnen gehörten zum Olympia-Kader.

Es nahmen insgesamt 8 Fraueneishockeymannschafften daran teil.

Bundeswehr-Förderung der Eishockey-Frauen nicht in Gefahr wurde 2014 verkündet. Das Programm zur Unterstützung des Fraueneishockeys.

Die Förderung des deutschen Frauen-Eishockey (Bundeskader/Nationalmannschaft) wird auch weiter fortgeführt. Die Eishockey Bundesliga der Frauen wird vom Deutschen Eishockey Bund organisiert. Die Sportfördergruppe der Bundeswehr (einige Eishockey-Nationalspielerinnen) können ihrem Lieblingssport in bezahlter Form nachgehen und genießen durch diese Förderung eine Art "Profistatus" und erfüllen ihren sportlichen „Schießbefehl“ auf dem Eisfeld, denn sie schießen mit Pucks.

Die insgesamt 15 Sportfördergruppen (SpFördGrpBw) sind über das gesamte Bundesgebiet verteilt und befinden sich in der Nähe von Olympiastützpunkten und Leistungszentren. Die Kosten für die Spitzensportförderung der Bundeswehr liegen bei 35 Millionen Euro im Jahr (Stand 2019). Die sogenannte Spitzensportförderung der Bundeswehr wurde für die Männer bereits 1968 vom Bundestag ins Leben gerufen. Frauen werden erst seit 1992 unterstützt.

Die Spitzensportförderung erfolgt auf Bundesebene in Kooperation mit dem Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und den olympischen Spitzensportverbänden und Bundessportfachverbänden auf der Basis sogenannter Zielvereinbarungen.

Die soll auch in Zukunft ein wichtiger Garant dafür sein, dass die Bundesrepublik eine führende Stellung im Weltsport beibehalten kann. Dementsprechend hat der DOSB die Spitzensportförderung der Bundeswehr unter anderen im „Nationalen Spitzensportkonzept“ als unverzichtbar deklariert.

Die Spitzensportförderung des Bundes umfasst auch die finanzielle Unterstützung durch das Bundesinnenministerium für aktuell 33 Bundessportfachverbände mit olympischen Sportarten sowie 22 Bundessportverbände mit nicht-olympischen Sportarten. Bekannte Verbände sind zum Beispiel der Leichtathletik-Verband, der Eishockey-Bund oder der Handballbund. Ihre Mittel verwenden sie unter anderem für die gezielte Vorbereitung auf Welt- und Europameisterschaften sowie Olympische Spiele.

Sportsoldatinnen sind bis zu acht Eishockey-Nationalspielerinnen. Der Sold wird nicht an sportlichem Erfolg gemessen, sondern nach Dienstgrad gezahlt.

Die Deutsche Frauen Eishockey Nationalmannschaft

Die Verteidigerin Carina Strobel vom ECDC Memmingen Indians, die 20-jährige ist Sportsoldatin der Bundeswehr und spielt in Eishockey-Nationalmannschaft der Frauen. Ihren bislang größten sportlichen Erfolg mit der Frauennationalmannschaft dem 4. Platz bei der Weltmeisterschaft 2017 in den USA. Die Memminger Eishockeyfrauen aus dem Allgäu holten 2016 und 2018 zweimal den Meistertitel. Sowie Deutscher Pokalsieger 2013, 2016, 2017 und 2018 sowie Sieger im EWHL Supercup 2016/17.

Die Sportsoldatin Franziska Albl 23-Jährige ist Torhüterin beim HC Landsberg Riverkings und die aktuelle Nummer drei im Tor der deutschen Nationalmannschaft und ein Ziel, die Olympischen Spiele 2022 in Peking. Franziska Albl behauptet sich in der Männerdomäne im Tor beim Bayernligisten HC Landsberg Riverkings. Es gibt aktuell vier Frauen, die im Tor einer Männermannschaft stehen und eine davon ist sie, aber das ist im deutschen Männereishockey Eishockey eine Ausnahmeerscheinung im höherklassigen Männerteam spielen.

Die Sportsoldatin Jennifer Harß 31-Jährige ist Torhüterin der Eishockey-Nationalmannschaft der Frauen. Harß lief für Memmingen vier Jahre in der Frauen-Bundesliga auf, ehe sie zu den Männern wechselte. Auch TorhüterinJenny Harß, die in der Bayernliga der Herren beim ERC Sonthofen Oberliga Süd zwischen den Pfosten steht. Zwischenzeitlich nach Minnesota zum Studieren – BWL mit Schwerpunkt Marketing und zum Eishockeyspielen. Dort spielte sie für die Frauen der Duluth Bulldogs. In der höchsten College-Liga, der NCAA als Stammkeeperin. Der Reiz der schnellsten Mannschaftssportart der Welt ist für sie dennoch ungebrochen.

Nina Kamenik ist eine der erfahrensten Deutschen Eishockeyspielerinnen der Nationalmannschaft. Gelernt hat sie diesen Sport bei FASS Berlin. Bis sie 16 Jahre alt war, spielte sie ausschließlich mit Jungen zusammen – bei F.A.S.S. – dann bekam sie ein Zweitspielrecht bei den Frauen der OSC Eisladys, mit denen sie schon viermal deutscher Meister wurde. Im Juni 2017 wechselte die komplette Frauen-Mannschaft des OSC Berlin geschlossen zu den Eisbären Juniors.

Seitdem sind die Eisbären Berlin gleich in doppelter Hinsicht erstklassig. Neben dem DEL-Team und mit die weibliche Bundesligamannschaft. Über 220 Länderspiele bestritt sie bisher, darunter drei Olympiaqualifikationen. Sie war Teilnehmerin der Olympischen Winterspiele in Sotchi 2014. Außerdem nahm sie an acht Weltmeisterschaften teil. Neben zwei Aufstiegen in die Top-Division machte vor allem der 4. Platz im Frühjahr 2017 von sich Reden, war es doch die beste Platzierung, die eine deutsche Frauen-Nationalmannschaft je bei einer WM belegt hat.

Die Sportsoldatin Stürmerin Andrea Lanzl 31-Jährige sucht auch die Herausforderung. Seit 2005 ist die 31-Jährige Sportsoldatin. Auch Andrea Lanzl ist eine feste Größe in der Bundesliga-Mannschaft des ERC Ingolstadt, die seit 2013 für die ERC-Frauen auf Torjagd geht. Mit 14 Jahren ihr erstes Eishockey-Länderspiel bestritten. Für die DEB-Auswahl spielte sie bereits über 300-mal für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft. Mit der deutschen Eishockeynationalmannschaft nahm sie an einer Vielzahl von internationalen Turnieren teil, elf WM-Turnieren und zwei Olympischen Spielen (2006, 2014). Die DEB-Rekordmarke ist greifbar nahe und nicht unwahrscheinlich, dass sie die Rekordmarke von bislang von Udo Kießling (320) und Bettina Evers (319) Länderspielen knackt.

Die Sportsoldatin Stürmerin Kerstin Spielberger 24-Jährige die in der Deutschen Eishockey Nationalmannschaft der Frauen Eishockey spielt. Mit 16 Jahren debütierte sie bei der 15. Frauen-Weltmeisterschaft. Kerstin Spielberger spielt seit 2008 für den ESC Planegg in der Fraueneishockey-Bundesliga.

Nach der Spielerinkarriere

Die ehemalige Sportsoldatin Stürmerin Franziska Busch 

2015 wurde Franziska Busch Frauenbeauftragen beim Deutschen Eishockey-Bund e.V. (DEB). Die bis 2008 Sportsoldatin war. Stabsunteroffizier (FA) Franziska Busch, SpFGrpBw Neubiberg. 2012 verließ sie Berlin und wechselte zum ECDC Memmingen, mit dem sie 2013 den DEB-Pokal gewann. Sie gehörte weiterhin der Sportfördergruppe der Bundeswehr im Rang einer Hauptgefreiten an. 2014 musste Busch sich nach den den Olympischen Spielen in Sotschi mehrerer Operationen unterziehen und fiel für die komplette Saison 2014/15 aus. Zu Beginn der folgenden Spielzeit kehrte sie noch einmal aufs Eis zurück, musste ihre Karriere jedoch 2016 endgültig beenden. Erst als Interimstrainerin und dann wurde Franziska Busch Bundestrainerin von die U18 Frauen-Nationalmannschaft.


Den bisher größten Erfolg für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft

Im 500. Länderspiel bezwang das Team bei der IIHF Frauen Eishockey-Weltmeisterschaft 2017 Russland mit 2:1 und zog damit erstmalig ins Halbfinale ein. Die DEB-Auswahl zählte zur Überraschung des Turniers. Nach Niederlagen gegen den späteren Weltmeister USA und Finnland stand mit dem vierten Platz die bis dato beste WM-Platzierung zu Buche. Bis jetzt noch kein Volltreffer für die Bundeswehr.

Marschbefehl: Im Gegenzug sollen sie Medaillen heimbringen, dann präsentiert die BW stets stolz den speziellen Medaillenspiegel ihrer Schützlinge. Die Sportsoldaten/innen dienen als schmückendes Beiwerk der Truppe, wenn sie ihren sportlichen „Kampfauftrag“ erfüllen und bei Medaillenverleihung auch Mal in Uniform erscheinen.


Standorte der Sportfördergruppen

15 Sportfördergruppen (SpFördGrpBw) in Zuständigkeit der Streitkräftebasis

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