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Nein, gemeint sind nicht Anthony Ujah und Leon Balogun. Die Nordkurve, beziehungsweise Teile davon, haben jede Hemmung verloren. Zurück in die 80er, oder? Beim Aufwärmen während der zweiten Halbzeit wurden die beiden Spieler von Mainz 05 vor der Nordkurve (nur zur Erinnerung, das ist der Fanblock!) mit Affenlauten bedacht. Öffentlich gemacht haben das Mainz 05 und die beiden Spieler - von Hannover 96 fehlt bis zur Stunde jede Stellungnahme. Damit hat die Verrohung der Nordkurve, die in den letzten beiden Jahren begonnen hat, eine weitere Stufe genommen. Auch wenn immer nur Teile, immer nur Einzelne die Täter*innen sind, so ist es bezeichnend, dass dieser Rückfall so ohne Widerspruch möglich ist (von Rangeleien im Block war zumindest nichts zu spüren). Damit reiht sich dieser rassistische Angriff in eine Reihe von Vorkommnissen ähnlicher Art ein: Das sexistische Banner gegen Sankt Pauli, aber auch die "Sieg"Rufe, bei denen ein "Heil" immer leise mitschwingt, seien hier beispielhaft genannt. Nachzudenken wäre, ob diese bedenkliche Entwicklung ein Ergebnis des Zerfalls der Fanstrukturen ist. Klare antirassistische Arbeit vermisse ich zunehmend, und sie lässt sich auch nicht mit einem "Spass gegen Stumpf"-Konzert einmal im Jahr ersetzen. Die jetzt zu erwartenden Abgrenzungsfloskeln werden das Problem sicher nicht beheben. Wenn nicht ernsthaft etwas passiert, werden bald wieder Neonazis und Identitäre die Bühne in der Fankultur von Hannover 96 betreten. Der Boden ist dafür bereitet.

 

Update: Inzwischen ghibt es auch ein Statement von Hannover 96 zu den Vorfällen.

Hier der Link der Stellungnahme von Mainz 05:

Gastbeitrag von zwei Teilnehmenden der Veranstaltung

Berlin: Es sollte ein heiterer Abend werden – mit Tunten-Performance und einem starken Zeichen für mehr Offenheit gegenüber der eigenen Weiblichkeit in der Schwulen-Szene. Was aber am 18. November 2016 bei der von Patsy l’Amour laLove gehosteten „Polymorphia“ im SchwuZ abging, war krass.

Ausgangspunkt war eine spontane Stand-up-Performance einer weiß-deutschen Darstellerin, die sich als „Geschichtslehrerin“ vorstellte. Sie holte das Thema Konzentrationslager und Nazi-Zeit auf die Bühne. Inhalt der Performance war eine Klassenfahrt zur Gedenkstätte Sachsenhausen. Einer der größeren Witze richtete sich darauf, dass die Schüler dort ja nur zu Besuch seien – sie und Publikum: „Haha“. Sie jammerte darüber, dass die Gedenkstättenpädagogik sie sicherlich als Nazis wahrnehmen würde, denn die Kids hätten lieber geredet und wären nicht so aufmerksam gewesen.

Sie sei aber kein Nazi, auch wenn sie – bei ihrer Performance – hohe Lederstiefel trage – sie und Publikum: „Haha“.

Dann hätten ihr zwei (gleichgeschlechtliche) Schüler_innen erzählt, dass sie jetzt zusammen seien. Sie – die Lehrerin – sei ja vor der Klasse geoutet. Sie habe die beiden trotzdem angeherrscht, dass sie leise sein sollten, weil sie ja schließlich „im KZ“ seien. Nachher habe sie sich geschämt, denn es könne nicht angehen, dass sich „Schwuchteln“ an so einem Ort gegenseitig zum Schweigen brächten, schließlich seien sie dort ermordet worden.

Das Ganze wurde in selbstkommentierter Slapstick-Art performt. Das Publikum ist mitgegangen, hat den Auftritt am Ende beklatscht, und zwischendurch wurde erheitert gelacht. Dass ein solch skandalöser Auftritt mittlerweile durchgeht, dass das Publikum johlend mitmacht, weist auf einen bedenklichen Zustand der schwulen Szene hin – zumindest derjenigen, die dort war. Die „Geschichtslehrerin“ wurde weder von der verantwortlichen Einladenden noch vom Publikum von der Bühne gepfiffen, obwohl sie einerseits einem Schlussstrich-Diskurs zuarbeitete – das KZ könne verlacht werden, und es sei vollkommen selbstverständlich, dass Schüler_innen eine Geschichtsstunde dort nicht ernst nehmen würden. Gleichzeitig wird einer reinen Opfergeschichte in Bezug auf Schwule zugearbeitet. Ist das das neue selbstgerechte weiß-deutsche Geschichtsbild, das Schwule vermitteln wollen? – sollten sich die „Geschichtslehrerin“, Patsy l’Amour laLove, das SchwuZ und das Publikum fragen. Warum wird mit einer solchen Geschichtsklitterung auf der Bühne gearbeitet – anstatt sich ernsthaft einer Erinnerungsarbeit anzunehmen, in der differenziert Opfer- und Täterschaft von schwulen Männern nachgespürt wird – hier könnte auch Performance einen Beitrag leisten. Wenn es aber einer Darstellerin offenbar nicht möglich ist, ein Thema angemessen zu erarbeiten, dann sollte sie es besser lassen und stattdessen ein Geschichtsbuch lesen oder eine echte Geschichtslehrerin fragen!

mit Dank an dasendedessex.de

Etwas mehr als eine Seite Text reicht aus und die gesamte Medienlandschaft berichtet. So ergeht es der AfD. Eine der etablierten Parteien muss weit mehr Mühe aufwenden - selbst umfassende Standortbestimmungen von CDU bis Linke finden nicht diese Aufmerksamkeit. Diese Parteien sind einfach nicht so angesagt.

Aber wenn schon umfassende Berichterstattung über einen Text von etwas mehr als einer Seite - dann sollte zumindest die Quintessenz vermittelt und eingeordnet werden. Das ist bei der Berichterstattung zum Text der sachsen-anhaltinischen AfD-Fraktion "Magdeburger Erklärung zur Frühsexualisierung" gründlich misslungen. Von ZEIT bis Deutschlandfunk bis MDR konnte man - weithin ausgebreitet - lesen und hören, dass sich die AfD gegen "sexuelle Vielfalt" wende. Weitere Ausführungen zu Adoptionsrecht und Sexualpädagogik wurden lediglich angeschlossen und führten wiederum auf den Vielfaltsgedanken zu.

Ja, gewiss ist die AfD homo- und transfeindlich in ihren Positionen. Aber das ist nicht der Inhalt ihrer vorliegenden Erklärung. Es ist ein kleiner randständiger Bestandteil, aber zentral ist ihre Schrift viel weitreichender - und insbesondere viel völkischer.

Es handelt sich um eine heroische Schrift für "Volk" und "Nation" - was auch immer die AfD darunter versteht -, die dann gleichzeitig "den Staat" geißelt, weil er sich in die Erziehungshohheit der Eltern einmische. Konkret heißt es im Etwas-mehr-als-Einseiter: "Die Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft. Sie garantiert den Erhalt unseres Volkes, unseres Staates und unserer Nation." Und etwas später: "In unseren Kindern leben Familie, Volk und Nation fort." Es handelt sich also um eine klare völkische Positionierung und nicht einfach um eine traditionelle oder konservative Aushandlung um ein mehr oder weniger an geschlechtlicher und sexueller Pluralität.

Gleichzeitig grenzt die AfD "Volk" und "Nation" gegen die staatliche Ordnung ab, Zitat: "Wir wenden uns gegen alle Versuche des Staates, in die Erziehungshoheit der Eltern einzugreifen, die natürlichen Vorstellungen, die sich unsere Kinder von Familienleben und Geschlechterrollen bilden, systematisch zu verunsichern..." Auch das ist eine sehr weitreichende Aussage, da sie Kindertagesstätten und Schulen sehr grundlegend in Frage stellt, haben sie doch grundlegend einen Betreuungs-, Bildungs- und Erziehungsauftrag. Wenn Erzieher_innen nicht mehr einschreiten sollen, wenn ein weißes Kind ein Schwarzes Kind verhaut - weil die Eltern der Meinung sind, dass das so zu sein habe -, dann bleibt eigentlich nur die Schließung von Einrichtungen zur Kinder- und Jugendbetreuung und -hilfe sowie Schulen. Gleichzeitig haben diese Einrichtungen gerade deshalb einen Bildungauftrag, weil die Eltern eben nicht in allen 'Schulfächern' gleich gut bewandert sind und z.B. auch erwerbsarbeiten müssen und weil in größeren Gruppen von Kindern und Jugendlichen soziales Lernen gut vonstatten gehen kann.

Die weiteren Ausführungen wenden sich per se gegen jede Sexualpädagogik bei allen Kindern (und möglicherweise sogar bei allen Jugendlichen). Bei "allen Kindern" schließt zumindest die Alterstufen bis 14 Jahre ein. Dabei waren es gerade die Aufdeckungen von sexuellem Missbrauch in Institutionen, die im Jahr 2010 deutlich gemacht haben, dass es konkreter Präventionskonzepte und einer Sexualpädagogik in Einrichtungen bedarf - und nicht eines zögerlichen Bisschens. Gerade dadurch, dass das Sprechen über Körperliches, Genitalien und Empfindungen tabuisiert wurde (und wird), konnte in Einrichtungen über Jahre weg fortgesetzte Gewalt und sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche stattfinden. Selbstverständlich müssen Kinder altersgemäß über Körper, Empfinden aufgeklärt werden; sie müssen eine Sprache haben, um auch benennen zu können, wenn ihnen etwas passiert, was nicht sein soll. Ohne diese Sprache und in einem Mantel des Tabus können sie sich nicht äußern.

Und: "Sexuelle Vielfalt" ist nur ein Randaspekt, gegen den sich der Etwas-mehr-als-Einseiter der AfD Sachsen-Anhalt richtet. Vielmehr kommt bei dem folgenden Absatz sogar die Frage auf, ob Kinder bei Scheidung oder wenn sie bei Alleinerziehenden aufwachsen, aus Sicht der AfD generell aus ihren Familien genommen werden sollen. Im Text heißt es: "Wir bekennen uns zum Recht jedes Kindes auf seinen Vater und seine Mutter. Jeder Mensch auf dieser Welt ist von Mann und Frau gezeugt. Er hat Anspruch darauf, von seinen Eltern behütet, erzogen und versorgt zu werden, bis er in das Erwerbsleben eintritt. Der Staat ist in der Pflicht, alles dafür zu tun, dass Kinder, die ihre Eltern durch Schicksalsschläge verlieren, nach Möglichkeit in einer Adoptionsfamilie aufwachsen können." Soll der letzte Satz etwa auch gelten, wenn ein Elternteil "fehlt"? Gerade wo doch zu Beginn des Absatzes so stark auf das Recht auf "seinen Vater und seine Mutter" gepocht wird...

Erst nachdem das alles gesagt ist, spricht sich die AfD Sachsen-Anhalt gegen das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Partnerschaften aus. Deutlich wird: Es handelt sich um ein Papier, dass aus einer tief nationalistischen und völkischen Sicht einen Familienbegriff bildet, in dem Alleinerziehende, Getrenntlebende, Kinderlose und nicht völkisch denkende Eltern keinen Platz haben. In dieser Reichweite sollte das Papier zur Kenntnis genommen werden und nicht eilig in die üblichen Schubladen für oder wider geschlechtliche und sexuelle Vielfalt gepresst werden. (Und wer selbst nachlesen möchte - hier findet sich das Dokument der AfD Sachsen-Anhalt.)

Demo Freitag, 30.10.2015 /17 Uhr Steintor
Aufruf
Am 01.11.2015 wird die nächste Verschärfung des Asylrechts in Kraft treten. Im Bundestag wurde sie mit überwältigender Mehrheit durchgewunken. Erst vor 3 Monaten hatte die Bundesregierung eine Asylrechtsverschärfung beschlossen, die unter anderem durch massive Ausweitung der Abschiebehaft eine neue Stufe der Kriminalisierung von Geflüchteten eingeleitet hat.
Die neuste Gesetzesverschärfung ist auch die zynische Antwort der Bundesregierung auf den immer gewalttätiger werdenden rassistischen deutschen Mob. Doch den Rassist_innen zu geben, was sie wollen, wird nur ihre Positionen stärken!
Ziel ist vor allem die Abschreckung Geflüchteter und die Isolierung von Neuankömmlingen durch:

  • Ausweitung der Residenzpflicht,
  • die Verpflichtung, bis zu 6 Monate in der Erstaufnahmeeinrichtung zu bleiben,
  • Gutscheine & Sachleistungen statt Bargeld,
  • drastische Leistungskürzungen für Personen, die unter die Dublin-III-Verordnung fallen,
  • Deklaration weiterer Westbalkan-Länder, in denen u.a. Roma verfolgt werden, als „Sichere Herkunftsstaaten“,
  • „Nicht-Mitwirkung“ bei der eigenen Abschiebung bedeutet ab jetzt: kein Bargeld und „keine Anspruch auf Bekleidung“
  • Einrichtung von Abschiebelager

Diese Verschärfungen reihen sich ein in die langjährige Praxis der Flüchtlingspolitik Europas: Abschottung und Abwehr. Es ist die Antwort Europas auf eine immer größer werdende Anzahl an Menschen, die ihr Zuhause aufgrund eines immer größer werdenden globalen Ungleichgewichts an Wohlstand und Sicherheit verlassen müssen. Während die Möglichkeit, in Europa zu leben, für Angehörige der westlichen Staaten eine Selbstverständlichkeit ist, wird anderen Menschen dieses Privileg nur gnädiger Weise zugesprochen, wenn sie entweder aus einem anerkannten Kriegsgebiet kommen oder wirtschaftlichen Nutzen bringen. Besonders durch die Deklaration sicherer Herkunftsstaaten wird die Spaltung in Kriegs- und sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge, und die Stigmatisierung der letzten Gruppe als ‚illegitim Geflüchtete‘ vorangetrieben.
Solange Wohlstand jedoch ungleich verteilt ist, werden Menschen zur Flucht gezwungen! Und solange die tödliche „Festung Europa“ ausgebaut wird, werden Menschen auf der Flucht sterben!
Die Asylgesetzesverschärfung ist zynisch, sie ist rassistisch, sie ist menschenverachtend! Die Solidarität mit den Geflüchteten, gezeigt von tausenden ehrenamtlichen Unterstützer_innen, wird in eine politische Auseinandersetzung übergehen müssen, oder sie wird zum Einverständnis mit dem bestehenden Unrecht. Letztendlich ist der deutsche Kurs in der Flüchtlingspolitik geprägt von einer kapitalistischen Verwertungslogik. So wird die ‚Flüchtlingskrise‘ bereits benutzt, um den Mindestlohn erneut in Frage zu stellen. Ein effektiver Kampf gegen Rassismus muss daher auch ein gemeinsamer Kampf aller - ob mit Fluchthintergrund oder nicht - gegen die kapitalistische Ausbeutung sein.
Wir werden auch jetzt weitere Möglichkeiten finden, uns den Auswirkungen dieses Unrechtsgesetzes zu stellen!
Abschottung der Grenzen stoppen und legale Einreisemöglichkeiten schaffen!

Vor 21 Jahren wurde Halim Dener von einem deutschen Polizisten in Hannover erschossen. Die gesellschaftlichen und politischen Fragen von Krieg, Flucht, staatlicher Repression und Polizeigewalt, die zum Tod des 16-jährigen Kurden geführt haben, sind nach wie vor ungelöst.
Auch darum gedenken wir Halim und fordern eine Aufhebung des PKK-Verbots sowie einen würdevollen Umgang mit dem Gedenken an ihn.
Kommt daher zur Demonstration:

04.07.2015 | 14.00 Uhr Hannover | Kröpcke

zum Aufruf.

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Laut EnDgAmE-Seite wollen „Evelin, Elena, Victor, Konstantin, Kai, Wolfram, Wojna, Robert,
Jean“ in Hannover reden.

Sortieren wir mal und ordnen zu – wo dies eindeutig möglich ist:

Victor Seibel redete zum Beispiel bereits bei „Kagida“, dem Kasseler Ableger von „PEgIdA“, der neonazistisch dominiert ist. Hier bezeichnete er Zionismus als „rassistische Ideologie“ und sagte „Deutschland muss sich von der Schuldkultur befreien“ Quelle.

Konstantin Stößel, Erfurter Mahnwache, die auch den Querfrontler Elsässer gerne zu Gast hat, sieht die USA als faschistischen Staat an.

Kai Orak, aus Hannover, fiel bisher durch antisemitische Relativierungen bei einer Infoveranstaltung mit Jutta Ditfurth auf. In einen Gespräch mit dem Friedensbüro äußerte er sich massiv menschenfeindlich gegen Lesben und Schwule.

Wojna (Marcel Wojnarowicz - Sänger von Die Bandbreite). Über Die Bandbreite ist viel geschrieben worden, daher hier nur kurz: Laut Band ist 9/11 ein „Inside Job“ der amerikanischen Regierung. Mit ihrem aktuellen Titel „Schön ist hässlich“ wird der Anschlag auf Charlie Hebdo ‚finsteren Mächten‘ zugeschrieben – eine gute Auseinandersetzung mit dieser Verschwörungstheorie findet sich hier. Dass Die Bandbreite bereits bei EnDgAmE in Halle aufgetreten ist, ist folgerichtig.

Ergänzend zu nennen sind sicher noch der Leipziger Stephane Simon, auf den ich bereits vorher eingegangen bin und der von der verschwörerischen und rechtspopulistischen Montagsmahnwache in Halle kommende Frank Geppert.

Ergo: Ein Großteil der Redner_innen kommen aus dem rechten Spektrum der Montagsmahnwachen und fielen bisher vor allem durch antisemitische, antimuslimisch-rassistische und antiamerikanische Positionen auf.

 

Zusammenfassung
PEgAdA und EnDgAme setzen sich aus verschiedenen rechten politischen Spektren zusammen, ohne Berührungsängste nach ganz Rechtsaußen. Einzelne Aussagen gegen Rassismus sind Lippenbekenntnisse, die nicht den Strukturen und dem Auftreten entsprechen. Antirassistische Forderungen, die Nazis eine Teilnahme unmöglich machen würden, fehlen komplett. Die Teilnahme von Nazis wird zumindest geduldet, wenn nicht sogar gewollt. Inhaltlich ist Antiamerikanismus das dominierende Thema, die USA werden als ein alleinherrschend und als (übermächtiger) Feind beschrieben. Die Welt ist monokausal aufgeteilt. „Das Böse und Mächtige“ gegen „das Gute“, wobei die Rollen klar verteilt sind.

Eine emanzipierte Friedensbewegung muss sich gegen die Vereinnahmung des Friedensbegriffs durch solche Gruppen wehren. Sie wollen keinen Frieden. Friedenarbeit ist immer antifaschistisch, antirassistisch und international – und das ohne Kompromisse. Lesenswert diesbezüglich: Die klare Abgrenzung der Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen gegen EnDgAme und PEgAdA – hier online.

Startbeitrag
1 Herkunft und bisherige Aktionen von PEgAdA und EnDgAmE
2 Das Programm von PEgAdA
3 Die Akteur_innen – und eine abschließende Zusammenfassung

ein Beitrag verschiedener Aktiver gegen HAGIDA

Seit Anfang des Jahres müssen wir uns in Hannover mit einem Ableger der PEGIDA Bewegung herumschlagen. Von Anfang an war klar, dass wir auf die Straße gehen müssen, um der rassistischen Stimmungsmache etwas entgegenzusetzen. Beim ersten Mal haben wir mit 2500 Menschen den Aufmarsch von 300 Rassist_innen gleich am Auftaktort mit Blockaden gestoppt.
Beim zweiten Mal haben wir erlebt wie die Polizei versucht hat die Blockadesituationen zu eskalieren. Nichtigkeiten wurden zum Anlass genommen, um Menschen mit Schlägen, Knüppeln und Pfefferspray zu verletzten. Viele Aktivist_innen wurden In Gewahrsam genommen und müssen sich nun mit Anzeigen herumschlagen.
Am 23. Februar, zur dritten Hagida Kundgebung, hat sich die Linie der Polizei fortgesetzt. Wieder wurde alles daran gesetzt die Situation eskalieren zu lassen. Es wurden Gegendemonstrant_innen provoziert, durch Pfefferspray und Faustschläge verletzt und zum Teil in Gewahrsam genommen. Währenddessen versammlten sich auf dem Opernplatz nur noch maximal 80 verwirrte HAGIDA Anhänger_innen. Das die Zahl so deutlich gesunken ist, sehen wir als Erfolg unserer Aktionen an
Nach der zweiten Blockade luden organisierte Gruppen zu einem offenen Treffen, um den Austausch zwischen allen zu ermöglichen, die blockiert haben. Wir wollten gemeinsam eine Strategie entwickeln. Am letzten Sonntag haben sich wieder Menschen aus unterschiedlichen Spektren der Blockierer_innen zusammen gesetzt und beraten, wie die kommenden Protest gegen HAGIDA umgesetzt werden sollen. Folgende drei Punkte haben wir als gemeinsame Position festhalten können.

1. Auch bei der kommenden HAGIDA Aktion am Montag, den 09.03. werden sich wieder viele Menschen rund um den Opernplatz einfinden, um ihren Protest gegen den rassistischen Aufzug auszudrücken. HAGIDA soll mindestens gestört werden. Wir sind mit allen solidarisch, die sich gegen Rassismus und HAGIDA engagieren.

2. Am kommenden Montag wird es keine Begleitung von Blockadevorhaben durch z.B. den twitter Account @block_hagida geben. Wir haben feststellen müssen, dass unsere Kräfte nicht ausreichen um den Opernplatz effektiv zu blockieren. Das Verhalten der Polizei hat gezeigt, dass sie bereit ist auf Gegenprotest mit unverhältnismäßiger Gewalt und Festnahmen zu reagieren, um 80 rassistischen Spinner_innen den Weg frei zu machen. Unser Ziel war von Anfang an gemeinsam HAGIDA zu stoppen und nicht die Auseinandersetzung mit der Polizei zu suchen. Wenn die Situation so bleibt wie sie jetzt ist wollen wir keine Aktivist_innen in unübersichtliche, nicht kontrollierbare Situationen bringen, deshalb wird es keinen Aufruf organisierter Gruppen zu Blockaden geben.

3. Unser Kampf gegen Rassimus fängt weder bei HAGIDA an, noch hört er bei denen auf. Wir stellen uns gegen den alltäglichen Rassismus in dieser Gesellschaft. Deshalb haben wir gemeinsam beschlossen im April mit einer eigenen antirassistischen Aktion in Hannover auf die Straße zu gehen. Haltet Augen und Ohren offen!

Blockierer_innen gegen HAGIDA u.a. Aktive von AGH - Antifaschistische Gruppe Hannover, Fast Forward Hannover, Interventionistische Linke Hannover, LUH_Contra

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