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28.5. 2018, 18:00 Uhr FH Dortmund (Emil-Figge-Strasse 40-44) Raum E24

Militär, Männlichkeit, Gender – die Geschlechterperspektive und Frieden

Die Frage nach der Geschlechterperspektive spielte bei der Analyse von Konflikten und Kriegen bisher eine untergeordnete Rolle. Das Motiv „FrauenundKinder“ wurde in der feministischen Friedens- und Konfliktforschung betrachtet. Kritisiert wurde dabei, dass „FrauenundKinder“ in den aktuellen gesellschaftlichen Aushandlungen meist als Opfer militärischer Konflikte betrachtet werden – als zu beschützende Objekte. Sie kommen damit nicht als eigenständige und handelnde Akteur*innen in den Blick. Sie werden einmal mehr entmündigt. Männlichkeiten gilt es genauer zu prüfen – hegemoniale Männlichkeit unterstützt militaristische Logik; andere Männlichkeiten können hingegen anschlussfähig für Friedensbestrebungen sein. Klar ist mittlerweile, dass auch in militärischen Konflikten auch Männer etwa von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Die Analyse von Männlichkeit, Machtstrukturen und Gehorsamsproduktion zu verstehen und zu dekonstruieren, ist für die Entwicklung friedlicher Konfliktlösungsstrategien bedeutsam. ->weiterlesen “in eigener Sache: Militär, Männlichkeit, Gender – die Geschlechterperspektive und Frieden, Vortrag in Dortmund am 28.5.18” »

Der Spagat zwischen Mythos und Realität
Under Armour („Unter der Rüstung“) hat zwei Gesichter, das martialische und soziale.

Ein Gastbeitrag von Dirk Hogess

Geballtes wirtschaftliches Kalkül mit sozialen Beibrot
Der FC St. Pauli geht mit einem neuen Ausrüster in die nächste Saison, aber stellt der Deal nicht die Glaubwürdigtkeit der Braun-Weißen in Frage.
Nächstes Jahr zieht der FC St Pauli mit Under Armour in die Fußballschlacht

St-pauli-under-armour-640x400In dieser Saison verteidigt und stürmt der FC St. Pauli noch mit dem dänischen Sportausrüster Hummel. Der Zweijahresvertrag mit Sportartikelhersteller Hummel von 2014-2016 hatte für den Verein einen Wert von 500000 Euro. Laut dem "manager magazin" hat US-Newcomer Under Armour den jetzigen Trikot-Ausrüster Hummel überboten, auch wenn Hummel ihr Angebot stark verbessert hat, um weiterhin Trikot-Ausrüster zu sein. Der US-Sportartikelhersteller Under Armour wird ab der Saison 2016/2017 den Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli ausrüsten. Diese beginnt ab dem 1. Juli 2016 und umfasst die komplette Ausrüstung von Trikots bis zur Trainingsbekleidung von der Profimannschaft bis zur U10. Wie aus der Deutschland-Zentrale in München verlautet, ist der Vertrag langfristig angelegt. Grund ist ein Ausrüstervertrag, der dem Zweitligist erhebliche Mehreinnahmen einbringt.
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Die US-Firma " Under Armour" hat einen fragwürdigen Ruf, verdient Millionen mit militärischer Funktionswäsche und Jagdkleidung. Der Deal wurde bereits letztes Jahr im Sommer eingetütet und spült dem Kiez-Klub pro Jahr 1,5 Million Euro in die Vereinskasse. Das ist viel Holz. Zuletzt schloss die Firma laut US-Medien einen Vertrag über 4,2 Millionen US-Dollar mit dem amerikanischen Verteidigungsministerium ab. Die Firma unterstützt verschiedene umstrittene Jagdshows. Die Sportmarke Under Armour ging Anfang Dezember letzten Jahres auch in der Bundesrepublik an den Start. Mit dem Büro in Thalkirchen will die Marke ihre Präsenz in der Bundesrepublik und Österreich ausbauen. Auf einem ehemaligen Rangierbahnhofsareal im Isarwinkel in München sind ab sofort in einem zweistöckigen Gebäude das Marketing- und Salesteam für Deutschland und Österreich von der US-Firma untergebracht. Konzernchef Kevin Plank rief in München den Großangriff auf Platzhirsch Adidas aus – bleibt beim Fußball-Sponsoring aber zweitklassig. Vorerst? Kevin Plank Gründer von Under Armour vor genau 20 Jahren, sagt markige Sätze wie „Wir wollen die Nummer eines unter den globalen Sportmarken werden“. Der Start 1996 begann jedoch in der Nische, mit atmungsaktiver Spezialwäsche für Footballspieler – und 60.000 Dollar Startkapital. Kevin Plank der jetzt 42-Jährige Firmengründer eine klassische Tellerwäschergeschichte-jetzt ist er mittlerweile Milliardär. Dem in Baltimore ansässigen Unternehmen wird eine Nähe zur mächtigen Waffenlobby National Rifle Association (NRA) nachgesagt, es wirbt in Nordamerika auf der Homepage mit martialischen Bildern und sponsert im US-Fernsehen Jagdsendungen, in denen es nur darum geht, Tiere als Trophäen zu erlegen. Under Armour führt eine ganze Linie mit Kleidung und Accessoires im Militär-Style. Auf seine Website preist das Unternehmen diese mit Soldaten in Kampfmontur an. Der Handwarmer für die Winterkampfausbildung ist bei US-Soldaten beliebt und an der Hüfte zu sehen.
Die Marke hat eine Linie mit US-Flaggen und dem Aufdruck «Army», die GIs im Irak und Afghanistan schwören auf Under-Armour-Unterwäsche und Veteranen bekommen auf Artikel zehn Prozent Rabatt. Allerdings gilt es festzuhalten, dass auch andere Sportartikelhersteller Soldaten einkleiden und fragwürdige PR-Maßnahmen im Programm haben. Letztes Jahr im Sommer war eine größere Abordnung des FC St. Pauli in der Konzernzentrale von Under Armour (UA) in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland zu Besuch, darunter Geschäftsführer Andreas Rettig, Vizepräsident Joachim Pawlik, aber auch Fanvertreter, denn die Thematik ist brisant. Die Gespräche und Workshops vor Ort seien „sehr konstruktiv und von Offenheit und Transparenz geprägt“ gewesen, so Pawlik, der bei dem Deal, der im Juli offiziell besiegelt worden war, federführend war. Under Armour wolle auch Sozialprojekte des Vereins unterstützen. Hebt der Pauli-Boss Oke Göttlich hervor. "Wir freuen uns, dass Under Armour nicht nur unser neuer Ausrüster ist, sondern wir die Partnerschaft auf die Bereiche soziales und stadtteilbezogenes Engagement und Athletiktraining ausweiten", sagte Göttlich nach Vertragsabschluss im Sommer 2015. Beide Seiten stünden für Leidenschaft, Innovation und Offenheit für unkonventionelle Denkweisen. "Under Armour liebt es, die Dinge anders zu sehen als die Konkurrenten. Eine Einstellung, die dem FC St. Pauli sehr nahe kommt. Dazu Geschäftsführer Andreas Rettig: „Nach einer Marktanalyse und der Auseinandersetzung zu allen kritischen Punkten sowie einer offenen und transparenten Diskussion mit allen relevanten Gremien des Vereins und der Fanszene haben wir uns entschlossen, Under Armour als neuen Ausrüster zu wählen, weil das Gesamtpaket das Beste für den Verein ist. FC St. Pauli Fan-Vertreter stehen zu Ausrüster-Deal mit „Under Armour“. Vertreter des Fanclubsprecherrat (FCSR) hatten beim Besuch der „Under Armour“-Zentrale in Baltimore zur St. Pauli-Abordnung gehört. Man habe sich „postvertraglich und auf Einladung des Vereins entschlossen, den Weg des beratenden, kritischen und entwickelnden Gremiums zu übernehmen“, heißt es in einem publizierten Statement. Wohl wissend, dass man nur solange zur Seite stehen könne, „wie die negativen Merkmale des Ausstatters uns nicht über Gebühr strapazieren“. Dass die Thematik auch in Fankreisen schon lange sehr kontrovers diskutiert wird, ist kein Geheimnis. Und so klingt das Fazit zwar offen, aber nicht restlos überzeugt: „Im Vertrauen, dass unser junges Präsidium und der Aufsichtsrat die Interessen des FC St. Pauli fest im Blick haben, glauben wir, hier die richtige Entscheidung getroffen zu haben.“ Öffentliche Kritik zum Sponsorendeal kam bisher nur vom Ex-Trainer Holger Stanislawski- über die neue Ausrichtung des Kultklubs aus Hamburg: "Dass St. Pauli mit einem Ausrüster zusammenarbeitet, der mit Waffen wirbt – dafür wären wir früher vom Hof gejagt worden...". Mittlerweile ist Stanislawski sogar seine vom Klub geschützte Rückennummer 21 egal: "Meinetwegen können sie die ruhig weitergeben." Im Herzen habe er den Kiez-Klub trotz aller Kritik aber immer noch. Auch auf der Jahreshauptversammlung Mitte November 2015 stieß der neue Ausrüstervertrag mit der US-Firma Under Armour (Unter der Rüstung), die Millionen Dollar mit militärischer Funktionswäsche und Jagdkleidung verdient auf Kritik. Wenn auch nur ein Mitglied rief zum Kauf-Boykott des Trikots auf. Göttlich beteuerte, die Firma habe keine Beziehungen zur US-Waffenlobby. Früher hätte das für reichlich Diskussionsstoff gesorgt. Für Under Armour ist der St. Pauli Sponsoringvertrag ihr erstes bedeutendes Sponsoring in Deutschland, nachdem ihr Ausrüstervertrag mit Hannover 96 2011 ausgelaufen ist. Under Armour war von 2008 bis 2011 Hannovers Trikot-Ausrüster. Der US-Sportartikel-Anbieter hat für die kommenden Jahre eine Europa-Offensive angekündigt.
Zum Expansionskurs des US-Unternehmen wurde mit der Otto-Tochter Sport Scheck hat Plank einen Vertrag über sogenannte Shop-in-Shop-Flächen unterzeichnet. Kürzlich präsentierte Under Armour die Vision von Hightech-Sportartikeln während einer Vorstellung im Hauptsitz in Baltimore. Dabei sollen Sensoren in Kleider eingebettet werden, die dann allerlei Daten über das Befinden des Sportlers messen können. "Under Armour hat selbstbewusste Expansionspläne für den deutschen Markt", sagt Dietmar Kruse, Europachef von Ebiquity. "Aber aus Mediasicht spielt das Unternehmen in Deutschland bisher kaum eine wahrnehmbare Rolle." Während Adidas (14,5 Milliarden Euro Umsatz) seit Anfang vergangenen Jahres laut der Studie mehr als 23 Millionen Euro in Werbung im deutschen Markt gesteckt hat, kam Under Armour im gleichen Zeitraum auf nur 216.485 Euro. Letztes Jahr Dezember startete Under Armour mit „Slay your next Giant“ ihre erste Fußballkampagne im deutschsprachigen Raum. Gesichter der Kampagne sind Memphis Depay von Manchester United, Cameron Carter-Vickers aus der Akademie der Tottenham Hotspurder zusammen mit Amateursportlern und Jugendlichen in diversen Videoclips zu sehen sein wird. Das verstärkte Engagement im Fußball ist Teil der globalen Wachstumsstrategie, mit der Under Armour den Abstand zu den Wettbewerbern verkürzen will. Under Armour ist vergangenes Jahr um 28 Prozent gewachsen und kommt nun auf umgerechnet 3,7 Milliarden Euro Umsatz. Der Branchenprimus Nike steht unangefochten an der Spitze, der globale Sportmarken. Dahinter folgt mit einigem Abstand Adidas, dann Under Armour und dann Puma mit dem Raubtier-Logo. Die Franken waren bisher die Nummer drei der Sportindustrie. In den USA hat Under Armour den deutschen Rivalen Adidas als Nummer zwei in den Sportgeschäften bereits abgelöst. Darüber hinaus will der börsennotierte US-Konzern in den kommenden Jahren auch Ausrüsterverträge mit Erstligisten abschließen. Oben auf der Wunschliste steht Borussia Mönchengladbach. Aber auch erste Kontakte zum FC Schalke 04 hat es nach Informationen von manager magazin gegeben. So sind die Amerikaner als Sponsor von Bayer Leverkusen im Gespräch, Plank soll sich auch für Bayern-Star Thomas Müller interessieren.

Keine Werbung an Minderjährigen

Die Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Hannover wird am 12.02.2016 im Rahmen einer weltweiten Kampagne ab 17 Uhr auf dem Kröpcke gegen den Missbrauch von Kindern als Soldatinnen und Soldaten protestieren und informieren.

Ob Syrien, Afghanistan, Kolumbien oder Kongo: Überall auf der Welt werden Kinder gezwungen, in kriegerischen Auseinandersetzungen zu kämpfen. Dabei ist es ein schweres Verbrechen und eine eklatante Verletzung der UN-Kinderrechtskonvention, wenn Kinder und Jugendliche als Soldat*innen eingesetzt werden. Diese Kinder zu schützen und gleichzeitig auch in Deutschland die Anwerbung Minderjähriger von Seiten der Bundeswehr zu stoppen, sind zentrale Forderungen des Deutschen Bündnis Kindersoldaten zum „Red Hand Day“ 2016.

Die DFG-VK Hannover unterstützt die weltweiten Aktionen gegen den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen als Soldat*innen. Auch in Deutschland werden Unter-18-jährige in das Militär aufgenommen, wird massiv bei Jugendlichen geworben, sei es in Schulen, in Jugendzeitschriften oder im Stadion. In einer Postkartenaktion wenden wir uns direkt an die Bundesverteidigungsministerin von der Leyen mit der Forderung die Kampagnen zur Rekrutierung und Werbung von Minderjährigen für die Bundeswehr sofort zu stoppen und die Aufnahme von Minderjährigen in die Bundeswehr zu verbieten.

Protest: Am „Red Hand Day“, 12.2.2016, von 17 bis 19 Uhr, Kröpcke (Hannover).

PS: Materialien gibt es auch hier:

RedHandDay2016 bestellen

Das geht nur im Osten. Dort wo vor lauter Hoffnungslosigkeit Menschen nach jeder Zukunftsperspektive greifen. Nachdem für die Kriege gegen Afghanistan und den Irak schon der Flughafen Leipzig-Halle zum militärischen Drehkreuz umgerüstet wurde – ohne größeren Protest, allein regionale und bundesweite Friedensorganisationen wie die DFG-VK stellten und stellen sich dagegen –, geht nun die regionale ‚Mitteldeutsche Zeitung‘ (MZ) einen Schritt weiter: Auf ihrem Gelände findet in Kürze der so genannte „Blaulichttag“ statt, bei dem die Bundeswehr die zentrale Rolle einnimmt. In ihre Wochenendausgabe vom 5./6. September 2015 legte die MZ eine martialische Beilage ein, die mit Panzerbildern und grinsenden Soldat_innen für das Militär wirbt. Dass die Bundeswehr junge Menschen ködert und in – quasi nicht kündbare(!) – Beschäftigungsverhältnisse ‚lockt‘, taucht in der Zeitung nicht auf. Die mittlerweile hohen Zahlen zur ‚Kriegsdienstverweigerung aus dem Dienst heraus‘ werden nicht thematisiert – bei dieser Art der Kriegsdienstverweigerung handelt es sich um ein umständliches Verfahren, mit dem junge Menschen, die sich einmal für die Bundeswehr verpflichtet haben, versuchen können, dem Militär zu entkommen. Das möchten junge Menschen z.B. oft dann, wenn sie ein Kind bekommen haben und sich daher ihre Sicht auf den Wert des Lebens geändert hat und sie sich nicht mehr vorstellen können, auf Menschen zu schießen.

Mittlerweile wurde einigem Journalismus bereits vorgeworfen, dass er sich in vergangenen Kriegen vom Militär kaufen ließ, um freundlich zu berichten. In diesem Sinne wurden die direkt in Einheiten des Militärs angesiedelten Journalist_innen kritisiert, die auf Grund der Einbindung ins Militär (‚embedded‘) keinen unabhängigen Journalismus machen, sondern nur wohlwollende und den Krieg verherrlichende Bilder liefern können. Sie zeigen etwa ‚Präzisionsangriffe‘, fliegende Raketen – hingegen tote Menschen, tote Soldat_innen und Zivilist_innen im Allgemeinen nicht.

„Wer einige dieser Retter und Helfer einmal kennenlernen möchte, hat dazu […] auf dem Gelände der Mitteldeutschen Zeitung Gelegenheit.“ – heißt es in der „Anzeigen-Sonderveröffentlichung – Blaulichttag – Mit Sicherheit Karriere!“ in der ‚Mitteldeutschen Zeitung‘. Es werde „allerhand geboten“, so könne man den Kampfpanzer Leopard 2 und die Drohnen der Bundeswehr in Augenschein nehmen. Die Bundeswehr ist in der Darstellung zentral – schon die Titelseite zeigt eine Frau in Kampfmontur, auf der Folgeseite sind auf einem halbseitigen Bild zwei Frauen dargestellt, die an einem Panzerrohr über den Kopf eines Mannes hinweg fröhlich ein Ziel anvisieren. Auch die Seiten 4 bis 7 stehen dabei ganz im Zeichen der Bundeswehr und wird mit Technikdarstellungen für das Militär geworben, als ob es sich um einen ‚Abenteuerspielplatz‘ handele. Dass mittlerweile auch viele deutsche Soldat_innen aus dem Krieg in Afghanistan traumatisiert zurückkehren, andere in Särgen – und dass in Afghanistan auch deutsche Soldat_innen etwa in die Tötung von Zivilist_innen involviert waren, davon handeln die Darstellungen nicht. (Empfehlenswert ist das Buch: "Mit der Hölle hätte ich leben können: Als deutsche Soldatin im Auslandseinsatz“ von Daniela Matijevic)

Ganz unverhohlen wirbt die Bundeswehr dabei um Schüler_innen, wenn es u.a. als Bildunterschrift auf S.7 heißt „Ein Karriereberatungsoffizier erklärt bei einem Camp in Delitzsch. Dort konnten eine Woche lang Schüler ‚Leben bei der Bundeswehr‘ erleben.“ Dabei widerspricht diese Werbung bei Schüler_innen sogar der Intention der UN-Kinderrechtskonvention, die gerade vermeiden will, dass das Militär unter Minderjährigen wirbt. (Empfehlenswert ist die Kampagne „Schulfrei für die Bundeswehr“)

Was bewegt eine Zeitung, so zu handeln und eine Werbeveranstaltung insbesondere der Bundeswehr auf ihrem Gelände zuzulassen? Und wie möchte sie in Zukunft noch unabhängig berichten, wenn sie offensichtlich so deutlich mit dem Militär verbandelt ist? Handelt es sich bei der Berichterstattung über Krieg und Außenpolitik in der ‚Mitteldeutschen Zeitung‘ dann um journalistische Beiträge, in denen frei und offen Kritik geübt werden kann, oder werden sie zuvor mit dem Militär und dem Außenministerium abgestimmt?

Nachdem ich mich in Kurzfassungen zu Sicherheitspolitik und LGBTIQ*-Politik mit dem Koalitionsvertrag beschäftigt habe, hier nun ein etwas genaurer Blick auf die Außen- und Entwicklungspolitik der kommenden schwarz/roten Koalition.

Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD ist aus friedenspolitischer Perspektive sehr problematisch. Letztlich liefert er die argumentative Basis für kriegerische und rassistische Politiken.

In der Außenpolitik setzt die Koalition weiter auf vorhandene Strategien von schwarz/gelb. Unverhohlen wird das westliche Selbstverständnis von Demokratie und Wirtschaft auf die ganze Welt übertragen – notfalls soll dies mit Gewalt geschehen, zumindest wird auch diese Option deutlich. Einen besonderen Schwerpunkt setzt die neue Bundesregierung dabei auf den Schutz der Religionsfreiheit. Das meint sie natürlich nicht im Inneren – also nicht Religionsfreiheit in der Bundesrepublik Deutschland selbst –, sondern sie will den Schutz christlicher Kirchen in aller Welt. Diese Fokussierung spiegelt sich auch in der Favorisierung außenpolitischer Allianzen. Setzte sich Merkel noch dafür ein, das in der EU-Verfassung deutlich die „christlich-abendländische“ Kultur als normativer Standard gesetzt werden sollte und konnte sie sich dort (zum Glück) nicht durchsetzen, so ist die Bündnispolitik schon länger so gestrickt, ein Christliches gegen ein vermeintlich bedrohliches „Anderes“ zu organisieren. Das wollen CDU/CSU/SPD fortsetzen: Als Partner werden als erste EU und NATO im Sinne einer transatlantischen Achse angeführt, erst nachgeordnet bezieht man sich auf die legitimen völkerrechtlichen Institutionen: die UN. ->weiterlesen “außen- und entwicklungspolitische Vorstellungen im Koaltionsvertrag” »

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In einer Mitteilung mit der Bezeichnung G 16/2013 vom 16.5.2013, gibt das ev. Landeskirchenamt Hannover in Absprache mit der Militärseelsorge und der Theologischen Abteilung des Landeskirchenamts den Kirchenvorständen Empfehlungen zu Regelungen, wie sich diese bei der etwaigen Durchführung von Trauerfeiern von “gefallenen”, also während ihres Einsatzes getöteten Soldaten und Soldatinnen zu verhalten habe.

In diesem Dokument, dem eine Blankovorlage für die Kirchengemeinden zur Umsetzung dieser gleich angefügt worden ist, heisst es unter anderem:

„Aus Gründen der Gefahrenabwehr und um Störungen zu vermeiden zu können, wird der Kirchenvorstand in der Regel gebeten, für die Dauer der Trauerfeier das Hausrecht an die Feldjäger der Bundeswehr zu übertragen.“

Diese “Bitte” bzw. Empfehlung halten wir für einen Skandal und wenden uns entschieden gegen das Vorhaben der Kirche, in der Zeit von Trauergottesdiensten das Hausrecht auf das Militär zu übertragen!

Das Hausrecht der Kirche und das darauf beruhende Asylrecht fußen auf dem “Heiligtumsasyl” und gehören zu den ältesten kulturellen Errungenschaften der Menschheit überhaupt. Es hat unzähligen Menschen das Leben gerettet, gerade weil es vom Staat unabhängig ist. Die Kirche kann mit ihrer Hilfe nach Menschlichkeit und Gewissen entscheiden, wo der Staat nur nach dem Gesetz handelt. Den ganzen Beitrag gibt es hier: LINK

diverse Presse dazu:

http://www.wlz-fz.de/Welt/Buntes/Uebersicht/Kirche-soll-Hausrecht-an-Feldjaeger-abgeben

http://www.virato.de/article/2405998-kirche-soll-hausrecht-an-feldjager-abgeben/

http://www.paz-online.de/Nachrichten/Welt-im-Spiegel/Uebersicht/Kirche-soll-Hausrecht-an-Feldjaeger-abgeben

 

(wird fortlaufend aktualisiert)

„Ob er nun in Kroatien, Bosnien, Serbien, in Indochina oder Uzbekistan kämpft, ob Befreiungskämpfer oder Imperialist, der Krieger vergewaltigt Frauen. Er fühlt es in seinem Kopf, in seinem Gewehr und in seinem Sexualorgan: die Zivilisation ermutigt ihn, genau das zu tun. [...] Es geht weniger um die ‘Wiederherstellung’ des Kriegers, denn um die Selbstvergewisserung der eigenen Macht, und die Befriedigung des Gefühls, zu den wahren Männern zu gehören.“ Lepa Mladjenovic

Krieg und Vergewaltigung, Militär und Prostitution gehören nach Meinung vieler Antimilitaristen untrennbar zusammen, womit dann auch häufig schon die Analyse aufhört. Es ist ein leichtes sich von einem solchen „Bild des Mannes“ zu distanzieren und sich damit einer weiteren Beschäftigung mit Männlichkeit und Militär zu entziehen. Ist Macht- und Gewaltstreben wirklich so untrennbar an den „(harten) Mann“ gebunden? Welchen Einfluss hat die Bundeswehr damit auf den Gewaltpegel in der Bevölkerung? Und welchen Einfluss hat die Öffnung der Bundeswehr für Frauen, das Verbot der Diskriminierung von Lesben und Schwulen – Kommt damit endlich auch „Gefühl“ in die Truppe? Oder sind das alles überkommene Rollen – die gefühlvolle Frau und der kämpferische Mann? ->weiterlesen “Lieber ein warmer Bruder als ein Kalter Krieger!” »

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