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PM des Friedensweges Leipzig e.V.

Wir hatten schon gedacht, wir wären sie los, aber nach einjähriger Abstinenz darf die Bundeswehr beim Tausendjährigen Stadfest natürlich nicht fehlen. Die öffentliche Wahrnehmung der Pleiten-, Pech- und Pannentruppe ist derartig miserabel, dass dringendst etwas getan werden muss. Sonst bewahrheitet sich noch der alte Spruch: Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin. Wenistens die Sprache ist weniger martialisch: „Unter anderem werden ein DINGO sowie ein Feldjäger-Motorrad vor Ort sein. Hierfür macht der KarriereTreff der Bundeswehr auf seiner Roadtour 2015 einen Zwischenstopp in Leipzig.“ Die größeren Geräte stehen wahrscheinlich kaputt im Schuppen, aber der Rekrutierungswagen, der rollt. Einen kleinen Vorgeschmack auf Übungen in Schnöggersburg und Feldlager in der Wüste liefert „Drill Instructor Captain Jack“ im Bühnenprogramm.

Informationen zu fremden und eigenen Opfern oder zur Hinterbliebenenversorgung, zur Abwälzung der Kosten für Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) auf die Allgemeinheit oder gar zu den wahren politischen und wirtschaftlichen Hintergründen deutscher Auslandseinsätze sucht man am „Karrieretreff“ sicher vergeblich. Der verlorene Krieg in Afghanistan und die Heldentaten des Leipziger Obersts und jetzigen Brigadegenerals und Nachwuchsbeschaffers Klein werden wohl auch nicht thematisiert. Stattdessen präsentiert sich die Bundeswehr als gut zahlender Arbeitgeber für „leistungsfähige junge Frauen und Männer vom Hauptschul- bis zum Hochschulabschluss“.

Die von Kriegsministerin von der Leyen in Aussicht gestellten zusätzlichen Milliarden für Aufrüstung und Imagerestaurierung müssen dann im Sozial- oder Bildungsbereich eingespart werden. Die Mittel für bessere Ausstattung von Kinderbetreuungsstätten und finanzielle Aufwertung des Erzieherberufs gehen in Drohnen, Panzer und neue Gewehre, „Gold gab ich für Eisen“ ist gute deutsche Tradition. Dabei hätten die unter Interpunktion Leidenden (Wir.Dienen.Deutschland.) frühkindliche Bildung gut gebrauchen können.

Auch in diesem Jahr werden wir gegen den Missbrauch des Stadtfestes für eine zunehmende Militarisierung der Zivilgesellschaft aktiv. Da der Standplatz an der Glocke der Demokratie wegen marktwirtschaftlicher Zwänge dem Kommerz geopfert wurde, diesmal seh- und hörbar am Eingang zur Grimmaischen Straße. Damit verteidigen wir das Grundgesetz, auf das die Soldaten der Bundeswehr vereidigt werden: „ Außer zur Verteidigung dürfen die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdrücklich zuläßt.“ (Artikel 87 (2)). Und dort steht nichts von Afghanistan, Kosovo, Bosnien, Mali und auch nichts über Einsätze im Inneren. Dafür aber in Artikel 26 (1):

„Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.“

Leipziger Stadtfest? Bundeswehr wegtreten!

Nachdem gestern in Köln, München, Münster, Rostock... gezeigt wurde, mwie gesellschaftlicher Protest gegen die braunden Rattenfänger_innen von Pegida und Co aussehen kann, haben sich nun Ableger in meinen beiden Lieblingsstädten gegründet. In Leipzig (LEGIDA) und in Hannover(HAGIDA) wollen die Rassist_innen am 12.Januar ihre Hass auf die Straße tragen.

In Leipzig gibt es sogar ein Positionspapier, welches neben dem üblichen antimuslimischen Hass auch die Abschaffung der Gleichstellungsbemühungen von Mann und Frau fordert. Eine gute Analyse dazu gibt es hier. Leipzig nimmt Platz hat einen Gegenaufruf gestartet und ruft zu kreativem Protest auf.

Folgende Demos sind bisher angemeldet (Quelle: Leipzig nimmt Platz):

 

  • Demonstration „Refugees welcome“
    → 16:00 Uhr ab Markt
    → Kundgebung ab 16:30 Uhr am Westplatz
    Aufruf (mehrsprachig) und weitere Informationen
  • Demonstration „Legida? Läuft nicht.“
    → 16:00 Universität Leipzig Hauptcampus/Innenhof
    Leipziger Studierende gegen Legida!
  • Demonstration „Willkommen in Leipzig – eine weltoffene Stadt der Vielfalt“
    → 18:00 Uhr ab Nikolaikirchhof
    Aufruf zum Sternmarsch
  • Demonstration des „Bündnis 8. Mai“
    → 17:00 Uhr ab Lindenauer Markt
    (bisher keine Infos auf der Homepage)
  • Kundgebung „Leipzig. Courage zeigen“
    → 18:00 Uhr auf dem Waldplatz
    (bisher keine Infos auf der Homepage)

Für Hannover haben verschiedene Gruppen Aktionen angekündigt. Sobald etwas bekannt wird, wird es hier veröffentlicht.

 

 

Zwangsarbeit spielte eine wichtige Rolle im Krieg der Nazis. Da massenhaft Männer für den Kriegsdienst herangezogen wurden und damit in den Betrieben nicht zur Verfügung standen, wurden insbesondere massenhaft Menschen aus den von den Deutschen besetzten Gebieten in das Nazireich verschleppt und zur Zwangsarbeit gezwungen. Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen – so die Autor_innen des Buches „Vergessene Geschichte – NS-Zwangsarbeit in Leipzig“, Florian Schäfer und Paula Mangold – waren damit im Alltag omnipräsent. Sie arbeiteten in kleinen und großen Unternehmen, untergebracht waren sie in Lagern – das waren Turnhallen, Baracken und alte Veranstaltungssäle. Umso erstaunlicher ist es, dass die konkrete Aufarbeitung der Zwangsarbeitergeschichte nur langsam vorangeht sowie Arbeiten der 1980er und 90er Jahre nur geringe Resonanz fanden.

coverDie Autor_innen wählen einen besonderen Weg der Auseinandersetzung: Sie entwickelten zwei Stadtrundgänge, die sie nun in Buchform vorstellen. Der erste Rundgang führt durch den Stadtteil Connewitz, der zweite durch Lindenau. Beides sind Leipziger Stadtteile mit eher klein- und mittelständischer Industrie, die sich direkt in die Wohnbebauung erstreckt (und erstreckt hat). Anhand praktischer Beispiele reden sie über die konkrete Lebenssituation von Zwangsarbeiter_innen, über die ausbeutenden Unternehmen und den gesetzlichen Rahmen. Sie zeigen die Orte und nennen die Täter_innen. Sie sprechen über die gegen die Zwangsarbeiter_innen – nicht etwa gegen die Zwangsarbeit (!) – gerichtete Stimmung der deutschen Anwohner_innen, über den gelebten Rassismus der Zivilbevölkerung.

Da ist zum Beispiel die Firma Eberspächer, 1936 in Esslingen gegründet mit einem Zweigwerk in Leipzig-Connewitz. Hergestellt wurden bei Eberspächer metallgefasste Verglasungen, später Auspuffanlagen. Nach den Zweiten Weltkrieg stellte das Unternehmen vor allem elektrische Autoheizungen her und ist heute mit 67 Standorten weltweit vertreten.

Zunächst wurden von Eberspächer in Leipzig Verbrennungsmotoren gebaut, dann die Produktion für die Kriegswirtschaft auf Flugzeugmotoren umgestellt. Dabei dirigierte das Reichsluftfahrtministerium tief in das Unternehmen hinein. Im Zuge der Produktion wurde das Gelände massiv vergrößert und die Kapazitäten erhöht. Eberspächer baute vier Lager für Zwangsarbeiter_innen in Leipzig. Circa 900 Zwangsarbeiter_innen wurden beschäftigt. Unter anderem wurde zur Unterbringung das Gasthaus „Winters Garten“ verwendet, in dem 80 Menschen untergebracht wurden. Ausführlich beschreiben die Autor_innen die hygienischen Zustände, die Arbeitsbedingungen, die skrupellose Ausbeutung im Unternehmen – und den mit der Zwangsarbeit durch Eberspächer erzielten Gewinn.

Zur Aufarbeitung der Firma Eberspächer findet man im Netz wenig. In der online verfügbaren Firmenhistorie stellt sich das Unternehmen als Opfer dar: „Während des Zweiten Weltkriegs muss Eberspächer wie so viele andere Unternehmen Rüstungsgüter produzieren, der Firma werden dafür auch Zwangsarbeiter zugewiesen.“ Die enorm gestiegenen Gewinne und das Wachstum daraus werden verschwiegen.

Neben Eberspächer werden noch die Firmen Schirmer, Richter & Co; G.E. Reinhardt und Hugo Junkers in Connewitz beschrieben für Lindenau die Firmen Flüger & Polter sowie Müller & Montag und die Rudolf Sack KG. Ein eigenes Kapitel widmet sich in diesem Zusammenhang der Arisierung des Kaufhauses Held und der Zwangsarbeit, zu der Leipziger Jüdinnen und Juden gezwungen wurden.

Den Autor_innen ist es gelungen, eine dichte Erzählung der Zwangsarbeit für zwei Leipziger Stadtteile zu schreiben. Hier werden einige Beispiele anschaulich vorgestellt und es werden auch aktuelle Bezüge – Unternehmensgewinne – nicht ausgespart. Das Buch leistet einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung: NS-Zwangsarbeit in Leipzig und ihre alltägliche Sichtbarkeit wird klar thematisiert. Die ‚deutsche Amnesie‘ in dem Sinne, ‚man habe ja von nichts gewusst‘ bzw. ‚man‘ sei ja kollektiv Opfer wird auch hier widerlegt – die dominierende deutsche Bevölkerung wusste von der Zwangsarbeit und profitierte davon. Es werden sich hoffentlich weitere Arbeiten anschließen, die sich zu einem komplexen Gesamtbild für Leipzig verdichten.

Schäfer, Florian/Mangold, Paula: Vergessene Geschichte NS Zwangsarbeit in Leipzig, Leipzig 2014

In Leipzig wird mit einem Denkmal der Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz gedacht. Es befindet sich auf dem Ostfriedhof, auf dem abseits aller anderen Gräber 26 hingerichtete Wehrmachtsdeserteure begraben liegen. Es handelt sich hier überwiegend um Zivilisten, die durch die NS-Militärjustiz verurteilt wurden. Bereits 1946 wurden schlichte Holzkreuze aufgestellt, um dieser Getöteten zu gedenken. Danach gerieten die Gräber in Vergessenheit und verrotteten. 1998 wurde auf Initiative verschiedener Gruppen, wie dem Komitee für Gerechtigkeit, dem Friedenszentrum und dem Bund der Antifaschisten, ein Gedenkstein aufgestellt wurde. Die ursprüngliche Idee, direkt in der Innenstadt ein Denkmal für Deserteure zu errichten,  war und ist politisch nicht durchzusetzen. Eine solche Erinnerungsstätte wäre sinnvoll gewesen, da Leipzig ähnlich wie Hannover zu den wichtigsten Zentren der Rüstungsindustrie gehörte und vier Militärgerichte beherbergte. Die Hinrichtungen fanden überwiegend im Hallenser Zuchthaus „Roter Ochse“ statt. Einen Teil der Verurteilungen vollstreckte man auch auf dem Schießplatz Bienitz am Rande der Stadt. Bisher konnten 78 hingerichtete Soldaten namentlich ermittelt werden. Als Treibstoffmangel den Gefangentransport erschwerte fanden Hinrichtungen zudem in der heutigen Olbricht-Kaserne statt.Denkmal Ostfriedhof

Inzwischen ist das Denkmal auf dem Ostfriedhof fest in das städtische Gedenken zum Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus integriert. Die Stadt selber hat 2001 auch auf dem Erschießungsplatz, dem ehemaligen Militärschießplatz Bienitz, einen Gedenkstein mit der Inschrift:

Zur Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz die in den Jahren von 1940 bis 1944 auf dem ehemaligen Militärschießplatz Bienitz wegen Fahnenflucht, Wehrkraftzersetzung oder Selbstverstümmelung hingerichtet worden sind

aufstellen lassen.

 

6 hingerichtete Soldaten auf dem Ostfriedhof sind identifiziert.

Fritz Pfotenhauer, geb. 6.7.1918, erschossen 17.11.1939
Friederich Münnich, geb. 14.7.1915, Freitod 4.3.1940
Hermann Wegener, 18.8.1915, erschossen 12.12.1941
Ernst Müller, geb. 4.4.1913, erschossen 12.3.1940
Heinrich Böwes, geb. 7.12.1918, erschossen 28.8.1940
Johannes Lewandowski, geb. 28.12.1908, erschossen 6.1.1944

Quellen: Bund der Antifaschisten e.V. Leipzig: Stätten des Gedenkens: Für Verfolgte und Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und für antifaschistische Widerstandskämpfer in und um Leipzig, Schkeuditz 2006
Leipziger Geschichtsverein e.V.: Leipziger Denkmale Band 2, Beucha 2009

Fritz Wehrmann
Fritz Wehrmann

Der Leipziger Modellschlosser wurde am 07.07.1919 geboren. Zum Militärdienst verpflichtet, diente er als Matrose der deutschen Kriegsmarine. Nachdem am 4.Mai 1945 die den britischen Streitkräften gegenüberliegenden Teile der deutschen Wehrmacht, einschließlich der Marineeinheiten in Schleswig-Holstein, Holland und Dänemark, kapitulierten, entschlossen sich 4 junge Matrosen, nach Hause sich zu ihren Familien durchzuschlagen. Ihnen drohte entweder die Gefangennahme durch die Engländer oder die kurzfristige Versetzung an die Ostfront. Initiatoren waren der 19 jährige Marinefunker Alfred Gail aus Kassel und Fritz Wehrmann. Ohne besondere Vorsicht machten sie sich auf den Weg. Von bewaffneten dänischen Widerstandskämpfern wurden sie am 07.Mai 1945 festgenommen und zur Einheit zurückgebracht. Diese gingen davon aus, dass die Soldaten sich nur der Gefangennahme entziehen wollten. Gerechnet wurde – vor allem mit Blick auf die angekündigte Kapitulation –  mit einer geringen Bestrafung. Am Morgen des 9.Mai wurden sie dennoch vor ein schnell gebildetes Kriegsgericht gestellt. Alfred Gail, Manfred Schilling und Fritz Wehrmann wurden wegen schwerer Fahnenflucht zum Tode verurteilt und am 10.Mai 1945 hingerichtet. Gerichtsherr war Marineoberst Rudolf Petersen. Er war verantwortlich für die Aufstellung des Gerichtes und billigte das Urteil und setzte es damit in Kraft. Ein juristischer Beistand wurde den Matrosen ebenso verwehrt, wie das Recht auf ein Gnadengesuch. Die schnelle Hinrichtung lässt zudem darauf schließen, das es Petersen vor allem darum ging, Härte zu beweisen und befürchtete Tendenzen zur Meuterei innerhalb der ihm unterstellten Flotte zu begegnen – und das Tage nach der Kapitulation Hitlerdeutschlands. Rudolf Petersen, der Verantwortliche des Kriegsgerichtes wurde nach 1945 von Wehrmanns Mutter vergeblich angezeigt. Dreimal wurde er von Hamburger Gerichten freigesprochen. Rudolf Petersen machte später Karriere als Handelsvertreter und beim Militärischen Abschirmdienst (MAD) der Bundeswehr.

Heute erinnert ein Gedenkstein von Norgaardholz, der zur Erinnerung an die Todesurteile in der Geltinger Bucht aufgestellt wurde an die Matrosen. In Leipziger Stadtteil Gohlis wurde 2000 eine Straße nach Wehrmann benannt. Seit  Mai 2007 erinnert vor dem Haus Brandvorwerkstraße 46 in der Leipziger Südvorstadt ein Stolperstein an den Soldaten

Quellen: Bürgerverein Gohlis e.V.: Gohliser Historische Hefte Nr.6, Leipzig 2001
Flugschrift Leipziger Komitee für Grundrechte und Friedenszentrum Leipzig e.V.
Der Gedenkstein von Norgaardholz

Wie der Friedensweg e.V. aus Leipzig mitteilte wird es in diesem jahr zwei Sieger geben.

"Energy Sachsen trug im letzten Jahr mit einer hemmungslosen Werbeoffensive zur Kanonenfutterrekrutierung und Kriegsverwendungsfähigkeit bei. Den Höhepunkt bildete die moderatorische und musikalische Präsentation der Bundeswehr beim Leipziger Stadtfest auf dem Augustusplatz"

Thomas de Maiziere erhält den Preis, so die Jury "in der nationalen Wertung für seine ruhige und zielführende Tätigkeit als Kriegsminister. Dank seiner Arbeit wird jetzt nicht nur offiziell von einem Krieg in Afghanistan gesprochen, sondern es wird auch alles getan, dass Kriegseinsätze der Bundeswehr für den ungehinderten Zugang zu Ressourcen und Märkten auch weiterhin ohne störende Einflusswirkung der Öffentlichkeit durchgeführt werden können."

Die preisverleihung soll am 6.Dezember im Rahmen einer Vortragsvorlesung mit Thomas de Maiziere, bzw. parallel zur Preisverleihung in Oslo stattfinden. zur vollständigen Mitteilung

dokumentiert: Pressemitteilung des Friedenszentrums Leipzig

Die Stadt Leipzig feiert sich gern für die Ereignisse des Herbstes 89, als unter anderem mit der Besetzung der Runden Ecke ein aus dem Ruder gelaufener Repressionsapparat unschädlich gemacht werden konnte. Leider werden diese Ereignisse immer nur rückwärtsgewandt interpretiert. Wie sonst ist es zu erklären, dass sich nun ausgerechnet in der Wandelhalle des Neuen Rathauses das skandalbehaftete Gegenstück des MfS im neuen Deutschland öffentlich reinwaschen darf. Mit Förderung städtischer Verantwortlicher will das wohnortmäßig für die NSU zuständige Landesamt für Verfassungsschutz Sachsen sein zufälliges oder absichtliches Versagen mit schönen Bildern und hohlen Phrasen unter den Rathausteppich kehren.  

Der zu erwartende weitere Versuch der Verharmlosung, Uminterpretation und Rehabilitierung der Arbeit des Verfassungsschutzes wird wohl kaum zur Darstellung und Aufarbeitung der „Pannen“, „Versäumnisse“ und „Fehler“ genutzt. An der Stelle geheimdienstlicher Selbstinszenierung bedarf es einer breiten öffentlichen Debatte über den vorgeblichen und tatsächlichen Auftrag der Inlandsgeheimpolizei und vor allem über die Umsetzung dieses Auftrages durch die derzeit vorhandenen Strukturen. Den auch von Menschen mit VS- unverdächtigen politischen Ansichten wie Jakob Augstein oder Heribert Prantl aufgestellten Forderungen nach Auflösung des Verfassungs“schutzes“ sollte nachgekommen werden. Die Arbeit des Bürgerkomitees Leipzig e.V. böte eine gute Grundlage für eine „Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des ehemaligen Verfassungsschutzes der Bundesrepublik Deutschland“. Falls die Schredderaktionen der VS- Außenstellen noch verwertbares Material zurückgelassen haben.

Wir unterstützen die Forderungen nach der Nichteröffnung bzw. dem Abbruch der Ausstellung „In guter Verfassung“ im Leipziger Neuen Rathaus und rufen zur Beteiligung an der Kundgebung am Donnerstag, dem 29.11.2012, ab 15.30 Uhr vor dem Neuen Rathaus in Leipzig auf.

Quis custodiet ipsos custodes? Verfassungsschutz auflösen statt ausstellen.

am 4. November 2011 wurde bekannt, dass eine aus Jena in Thüringen
stammende und in Chemnitz und Zwickau in Sachsen untergetauchte
rechtsextreme Gruppierung namens "Nationalsozialistischer Untergrund"
(NSU) über einen Zeitraum von 13 Jahren zehn Menschen mit
Migrationshintergrund getötet und durch zwei Bombenanschlägen zahlreiche
Menschen verletzt hat. Finanziert und getragen wurde der
"Nationalsozialistische Untergrund" (NSU) die gesamten Jahre durch ein
bundesweites Netzwerk aus
rechtsextremen Unterstützerinnen und Banküberfälle sowie nicht zuletzt
direkt oder indirekt über V- Männer durch den Verfassungsschutz.

Unter dem Motto: Ein Jahr nach Aufdeckung der Terrorzelle
"Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU)" findet am Sonntag, dem 4.
November 2012, eine Informationsveranstaltung des Friedenszentrums
Leipzig e.V. und des Friedensweg e.V. statt. Sie beginnt um 18:00 Uhr in
der Alten Handelsbörse am Naschmarkt.

Die Leipziger Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/ Die Grünen Monika
Lazar, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus, wird zur
Einführung die Taten des NSU in Erinnerung rufen und Schlussfolgerungen
und Forderungen aus ihrer Sicht folgenden darlegen. Anschließend
berichtet der Obmann von Bündnis 90/ Die Grünen im NSU- Ausschuss des
Bundestages, Wolfgang Wieland, über die Arbeit und die bisherigen
Ergebnisse des Ausschusses. Moderiert wird die Veranstaltung von
Christoph Wittwer.

Nachdem viele Politikerinnen den Opfern und der Öffentlichkeit schnelle
Aufklärung versprachen, müssen die Opfer und die Öffentlichkeit immer
wieder miterleben, wie die Sicherheitsbehörden eklatante
Ermittlungspannen begangen haben, enttarnte V-Leute und heimliche
Schredder Aktion verschweigen und vertuschen wollen. So kommen
wöchentlich neue und immer unglaublichere Informationen über die NSU und
deren Unterstützer und das Versagen der Sicherheitsbehörden an die
Öffentlichkeit. Wolfgang Wieland wird versuchen, ein "vorläufiges Bild"
der Ereignisse, Abläufe, Pannen und Verbindungen aufzuzeigen.

Der Eintritt für die Veranstaltung ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Im ersten Quartal 2013 ist eine weitere Veranstaltung zum Thema geplant.
Dann soll mit Vertretern der Landtags- Untersuchungsausschüsse aus
Sachsen und Thüringen über die Fehler der Landesämter für
Verfassungsschutz diskutiert werden.

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