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bw_konzert2Alljährlich lädt die Kirche in der Calenberger Neustadt die Bundeswehr zum Adventskonzert ein. Eine Handvoll Menchen - überwiegend Ältere trauten sich an den Protestierer_innen vorbei um den Militärs beim Musikmachen zuzuschauen.

50 Millionen gibt die Bundeswehr für Militärmusik aus, wie der Bundesrechnungshof monierte. 50 Millionen! Ohne mit dem klassischen Argument zu kommen, was alles mit dem Geld sinnvolles getan werden könnte, stößt diese Verschwendung für Imagearbeit sehr auf.

Ach ja die Protestierer_innen: Ein Chor sang in der Kälte Donna Nobis pacem und andere klassische Lieder für den Frieden und wandte sich damit laut und eindrücklich gegen das Werben fürs Sterben. Da die Kirchenleitung scheinbar beratungsresistent ist, muss vielleicht aus der Kirchgemeinde von unten der Anstoß kommen: Schwerte zu Pflugscharen und Frieden schaffen ohne Waffen. Militärkonzerte gehören zum Frieden jedenfalls nicht dazu.

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In einer Mitteilung mit der Bezeichnung G 16/2013 vom 16.5.2013, gibt das ev. Landeskirchenamt Hannover in Absprache mit der Militärseelsorge und der Theologischen Abteilung des Landeskirchenamts den Kirchenvorständen Empfehlungen zu Regelungen, wie sich diese bei der etwaigen Durchführung von Trauerfeiern von “gefallenen”, also während ihres Einsatzes getöteten Soldaten und Soldatinnen zu verhalten habe.

In diesem Dokument, dem eine Blankovorlage für die Kirchengemeinden zur Umsetzung dieser gleich angefügt worden ist, heisst es unter anderem:

„Aus Gründen der Gefahrenabwehr und um Störungen zu vermeiden zu können, wird der Kirchenvorstand in der Regel gebeten, für die Dauer der Trauerfeier das Hausrecht an die Feldjäger der Bundeswehr zu übertragen.“

Diese “Bitte” bzw. Empfehlung halten wir für einen Skandal und wenden uns entschieden gegen das Vorhaben der Kirche, in der Zeit von Trauergottesdiensten das Hausrecht auf das Militär zu übertragen!

Das Hausrecht der Kirche und das darauf beruhende Asylrecht fußen auf dem “Heiligtumsasyl” und gehören zu den ältesten kulturellen Errungenschaften der Menschheit überhaupt. Es hat unzähligen Menschen das Leben gerettet, gerade weil es vom Staat unabhängig ist. Die Kirche kann mit ihrer Hilfe nach Menschlichkeit und Gewissen entscheiden, wo der Staat nur nach dem Gesetz handelt. Den ganzen Beitrag gibt es hier: LINK

diverse Presse dazu:

http://www.wlz-fz.de/Welt/Buntes/Uebersicht/Kirche-soll-Hausrecht-an-Feldjaeger-abgeben

http://www.virato.de/article/2405998-kirche-soll-hausrecht-an-feldjager-abgeben/

http://www.paz-online.de/Nachrichten/Welt-im-Spiegel/Uebersicht/Kirche-soll-Hausrecht-an-Feldjaeger-abgeben

 

(wird fortlaufend aktualisiert)

(erschienen in Rosige zeiten Jan 08) 

Auch christliche Kirchen dürfen nicht mehr unbegrenzt diskriminieren.

Yesim Fadia ist Muslima. Sie hat sich auf eine ausgeschriebene Stelle als Integrationslotsin auf ein vor der EU gefördertes Projekt beworben. Fachlich war gegen sie nichts einzuwenden. Sie sollte dort insbesondere muslimischen MigrantInnen bei der Arbeitssuche helfen. Der Arbeitgeber hatte nur ein „kleines“ Problem und den falschen Namen. Bei der Arbeitgeberin handelt es sich um das Diakonische Werk. Mit 420.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine der größeren Arbeitgeberinnen in der Bundesrepublik und – und genau das war das Problem – die Diakonie gehört der Evangelischen Kirche. Schwerpunkt der Arbeit der Diakonie ist, ebenso wie bei der katholischen Caritas, die Pflege von Menschen, sei es in Altersheimen, Krankenhäusern oder Kindergärten. Aufgabe dieser Vereine ist nicht die Sicherstellung der Religionsausübung. Die nach eigenen Aussagen „nicht praktizierende Muslima“ wurde gefragt, ob sie Christin werden wolle, was sie ablehnte (Warum sollte sie auch?). Sie war jedoch bereit einen Vertrag zu unterschreiben und Kirchensteuer zu zahlen. Das hat der Diakonie jedoch nicht gereicht und sie wurde abgelehnt. Dagegen klagte Yesim Fadia vor dem Arbeitsgericht und bekam Recht (und eine Abfindung von 3900 EUR). ->weiterlesen “Willkommen im 21.Jahrhundert” »

Die katholische Kirche, die CSU und die bayrische Staatskanzlei wettern seit Wochen gegen eine Papstsatiere bei MTV und beklagen die "Gotteslästerung". Ganz anders reagierten unter anderem oben genannte vor wenigen Wochen als Massenproteste, gegen die Karikatur einer dänischen Zeitung, in der Mohammad als Bombenleger dargestellt wurde, in aller Welt stattfanden. Damals galt die Pressefreiheit als das höhere und freiheitlichere Gut, welches auch die muslimischen Länder zu achten hätten. Wenn mensch nun zusätzlich bedenkt, das die Äußerlichkeit im Islam eine wesentlich höhere Bedeutung als im Christentum hat, wird die Forderung nach Pressefreiheit für die einen und Verbot für die anderen problematisch. Es scheint also nicht weit her mit dem freiheitlichen Verständnis im blau-weissen Bayern. Vielleicht könnte da ein Staatsbürgerschaftstest helfen...

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