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In Ihrem Stadionheft zum Spiel gegen RBL haben sich die Ultras aus der Landeshauptstadt mal wieder zu einer homophoben Peinlichkeit hinreissen lassen:


Vom grammatikalischen Unvermögen abgesehen kommen hier neben einer homophoben Sichtweise auch "Vorbehalte" gegen genderneutrale Schreibweisen, die in der Verballhornung wie sie hier verwendet wird nur patriarchal sexistisch gelesen werden kann zu Ausdruck. Da passt es, das man sich vor wenigen Wochen erst explizit von links abgegrenzt und sich als weder rechts noch links (das heißt in der Übersetzung - rechts, man google dazu nach Strategien der Rechten/Querfront) bezeichnet hat.

Das Vorgehen hat Tradition. Schon vor zwei Jahren fielen die Ultras mit einem Banner gegen St.Pauli sexistisch auf. Rassismus war auch schon mal Thema - hier half dann die berühmte Einzeltäterthese weiter sich reinzuwaschen. Hört man zudem bei den wenigen Heimsiegen noch ein lautstarkes SIEG, bei dem das Heil gedanklich immer mitschwingt, gewollt oder nicht wird die Veränderung der Kurve offensichtlich. Ob das Blog Hannover Rechtsaussen immer recht hat, sei dahingestellt, ignorieren hilft aber sich nicht weiter.

Da halte ich es dann doch mit meinem Verein. #nazisraus - ergänzt - auch aus der Kurve.

Nein, gemeint sind nicht Anthony Ujah und Leon Balogun. Die Nordkurve, beziehungsweise Teile davon, haben jede Hemmung verloren. Zurück in die 80er, oder? Beim Aufwärmen während der zweiten Halbzeit wurden die beiden Spieler von Mainz 05 vor der Nordkurve (nur zur Erinnerung, das ist der Fanblock!) mit Affenlauten bedacht. Öffentlich gemacht haben das Mainz 05 und die beiden Spieler - von Hannover 96 fehlt bis zur Stunde jede Stellungnahme. Damit hat die Verrohung der Nordkurve, die in den letzten beiden Jahren begonnen hat, eine weitere Stufe genommen. Auch wenn immer nur Teile, immer nur Einzelne die Täter*innen sind, so ist es bezeichnend, dass dieser Rückfall so ohne Widerspruch möglich ist (von Rangeleien im Block war zumindest nichts zu spüren). Damit reiht sich dieser rassistische Angriff in eine Reihe von Vorkommnissen ähnlicher Art ein: Das sexistische Banner gegen Sankt Pauli, aber auch die "Sieg"Rufe, bei denen ein "Heil" immer leise mitschwingt, seien hier beispielhaft genannt. Nachzudenken wäre, ob diese bedenkliche Entwicklung ein Ergebnis des Zerfalls der Fanstrukturen ist. Klare antirassistische Arbeit vermisse ich zunehmend, und sie lässt sich auch nicht mit einem "Spass gegen Stumpf"-Konzert einmal im Jahr ersetzen. Die jetzt zu erwartenden Abgrenzungsfloskeln werden das Problem sicher nicht beheben. Wenn nicht ernsthaft etwas passiert, werden bald wieder Neonazis und Identitäre die Bühne in der Fankultur von Hannover 96 betreten. Der Boden ist dafür bereitet.

 

Update: Inzwischen ghibt es auch ein Statement von Hannover 96 zu den Vorfällen.

Hier der Link der Stellungnahme von Mainz 05:

Kurz zu den Fakten: Beim Spiel der Roten aus Hannover gegen die Kiezkicker aus Hamburg am 1. Oktober im Niedersachsenstadion fand eine Choreographie in der Nordkurve statt. Der Spruch auf einem Banner über der gesamten Nord sollte – entsprechend der verteilten Flyer – lauten: „Kämpfen bis die Fetzen fliegen“. Parallel wurde dafür geworben, beim Einlaufen der Mannschaften einen Konfettiregen aus der Nordkurve zu starten. Das klappte auch soweit hervorragend. Von den meisten Fans in der Kurve unbemerkt, wurde wenig später das Transparent „leicht“ verändert – mit drastischer inhaltlicher Wirkung. Aus dem „e“ in „Fetzen“ wurde ein St.Pauli-Wappen – es sollte nun ein „o“ darstellen; der Buchstabe „f“ des Wortes „fliegen“ wurde überhangen. Damit wurde aus einem mäßig geistreichen Spruch ein widerlicher, sexistischer, frauenverachtender Spruch, der eine ganze Halbzeit lang das Bild der organisierten hannoverschen Fanszene prägte.

Dieser Spruch, im Nachhinein nicht nur bei Facebook, als gelungen Angriff auf „die Zecken“ gefeiert, markiert einen Tiefpunkt in der Außendarstellung der Ultras aus Hannover. Nicht nur, dass die Empörung darüber mit Kommentaren wie:  „Es wird auf allen Plattformen immer noch darüber diskutiert... Man hat mit dem Banner alles richtig gemacht.“ und „Da hat der Spruch aber jemanden hart getroffen.“ (Quelle: das-fanmagazin.de) auf eine Ebene kleiner Scharmützel zwischen den Fanlagern kleingeredet wird, vielmehr wird hier explizit die antirassistische, antisexistische und antihomophobe Arbeit, die nun einmal bei St.Pauli aktiv gelebt wird und beispielgebend für andere Vereine sein sollte, explizit in den Dreck getreten. Hier begibt man sich – gewollt oder ungewollt – auf eine Stufe mit den Rassist_innen von der AfD. Dieses Spruchband war nicht nur eine Beleidigung an den Fußballgegner, sondern ein Rückfall in frühere Zeiten gesellschaftlicher Emanzipation, gerade auch in der Ultraszene. Es bleibt sehr zu hoffen, dass dies szeneintern, aber auch nach außen, reflektiert wird.

Eine andere Ebene ist aber für das Innenverhältnis in der Fanszene Hannovers bedeutend. Wie eingangs beschrieben, waren die hinter dem Block stehenden Fans nicht über die geplante Umdeutung des Banners informiert. Sie wurden für etwas vereinnahmt, was sicher ein nicht unerheblicher Teil explizit ablehnen würde. In Zukunft kann bei Choreographien oder anderen Aktionen der organisierten Fanszene das bisher vorhandene Grundvertrauen nicht mehr vorausgesetzt werden – Choreos werden so eigentlich unmöglich. Ich werde mich zumindest an keiner mehr beteiligen, solange dieses Vertrauen nicht wieder hergestellt ist.

Auf jeden Fall muss im Verein und unter den Ultras über Sexismus diskutiert werden. Bisher gab es einen einigermaßen emanzipatorischen Grundkonsens einzelner Ultra-Gruppierungen, der solche sexistischen Transparente nicht zugelassen hätte.  Sport hat eine Vorbildrolle. Die Auseinandersetzung ist bei Hannover 96 nötig.

Last but not least: Jedes Jahr feiert sich die organisierte Fanszene mit einem Spaß gegen Stumpf-Konzert. Welche Berechtigung hat dieses Konzert noch, wenn die gleichen Gruppierungen Hass gegen Frauen propagieren?

Nachdem die Bundeswehr jedes jahr massiver die Bühne Stadion für sich nutzte (siehe hier und hier und hier), scheint sich zumindest bei hannover 96 eine Trendwende abzuzeichnen. War der ehemalige Erstligist und jetzige Spitzenreiter der zweiten Liga Vorbild für die Zusammenarbeit von Militär und Sport, verschwand das Bundeswehrlogo zum Saisonbeginn still und heimlich von der Sponsoringtafel, verzichteten die Krieger auf Werbung im Stadionmagazin.

Diese Veränderung - sofern sie sich offiziell bestätigt - ist sicher auch ein Erfolg des andauernden Protestes gegen Militärwerbung in Stadien. Zumindest dürfte es die Entscheidung erleichtert haben. Ob der Abstieg ein weiterer Grund war (was viel über Loyalität und Zusammenhalt, zwei zentrale Attribute, die die Bundeswehr sich selber gerne gibt, aussagen würde) oder wir es hier mit einem grundsätzlichen Strategiewechsel zu tun haben, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall ist es ein Erfolg für die Friedensbewegung, die sich der schleichenden Militarisierung in der Zivilgesellschaft entgegensetzt.

 

Nachtrag: Auch beim Rostocker FC, beim Berliner AK 07 und bei Union Berlin ist die Bundeswehr von der Homepage verschwunden.

 

Bereits in den vergangenen Jahren bewegte sich die Werbung der Bundeswehr im Sport auf hohem Niveau. Das ergaben frühere Anfragen der Linksfraktion. Auf diesem Blog habe ich dazu bereits mehrfach berichtet, insbesondere über die besondere Rolle bei Hannover 96 und dem Rostocker FC. Ziel der Werbung der Bundeswehr sei es, primär 17-35 Jährige sowie sekundär alle bis 65 als Multiplikator_innen anzusprechen, so geht es zumindest aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion vom August 2015 (Bundestags-Drucksache 18/5942) hervor.

An Minderjährige würde sich die Werbung nicht gezielt richten. Dazu gleich mehr. Inhaltlich wird aus der Drucksache deutlich, worum es ihm geht, nämlich darum, die Schnittmengen zwischen Sport und Kriegshandwerk für die eigenen Zwecke zu nutzen. So heißt es: „Kommunikationsinhalte bei Maßnahmen im sportlichen Umfeld sind Fähigkeiten und Eigenschaften, die sowohl im Sport als auch bei einer Tätigkeit in der Bundeswehr als Voraussetzung gelten: Teamgeist, Kameradschaft, Leistungsbereitschaft, körperliche Fitness, hohe Motivation und Flexibilität“. Selbstredend sind andere Tugenden des Sports, wie Fairplay und die Friedlichkeit des Wettstreits und gegenseitige Achtung nicht Bestandteil der Aufzählung. Offen wird die Vereinnahmung der Begeisterung insbesondere junger, aber auch älterer Menschen für Mannschaftssport (insbesondere Fußball, aber auch Handball, Basketball und Volleyball) als wichtiger Ankerpunkt benannt, an dem das Militär ansetzen will. Die Bundeswehr schätzt den Erfolg ihrer Maßnahmen als hoch ein, spricht insbesondere von einer hohen positiven Resonanz, kündigt jedoch gleichzeitig eine Neukonzeption der Sportkooperation an, sicher auch um der in den letzten Jahren vermehrt vorgetragenen Kritik der lokalen Günstlingswirtschaft entgegenzutreten (so beim Rostocker FC).

Der eigentlich spannende Teil der jährlichen Analyse der Werbung der Bundeswehr im Sport muss leider weitgehend ausfallen – und das ist ein politischer Skandal. Das Bundesministerium für Verteidigung sieht es inzwischen als gefährlich an, wenn Informationen über die Höhe der verwendeten Mittel ruchbar würden. Im Gegensatz zu den letzten Jahren hat sie die Informationen über ihre Sportförderung als „Vertraulich – Nur für den Dienstgebrauch“ eingestuft, um so Transparenz über ihre Werbeaktivitäten zu verhindern.

Einige wenige Zahlen gibt es dann doch: Für das bundeswehreigene Jugendsportevent „BW-Olympix“ im Jahr 2014 wurden 490.000 EUR ausgegeben. Daran teilgenommen haben ca. 800 Personen zwischen 16 und 17 Jahren. 2015 fand „Bw-Beachen“ in Ingolstadt und Warendorf statt. Kosten 545.000 EUR, erreichte Zielgruppe: 1.000 Jugendliche von 16-17 Jahren. Da kommen wir wieder zurück auf die eingangs gemachte Aussage zur Zielgruppe der Bundeswehrwerbung: Sie scheint sich entgegen der in der Drucksache dargestellten Sicht sehr deutlich im Bereich der Heranwachsenden zu bewegen. Um nicht die völkerrechtlichen Normen bzw. Empfehlungen zur Rekrutierung Minderjähriger zu verletzen, bezeichnet die Bundeswehr diese Veranstaltungen nicht als Rekrutierungsmaßnahme, sondern als „authentische persönliche Dialogplattform im Rahmenprogramm mit Soldatinnen und Soldaten“, mit dem Ziel allgemeines Interesse zu wecken.

Doch zurück zu den originären Werbemaßnahmen, also solchen unabhängig von eigenen Veranstaltungen. Sie dürfte sich mindestens auf dem Niveau des Vorjahres bewegen. Im Jahr 2014 betrug der Etat der Bundeswehr für Sportsponsoring im Fußball 349.000 Euro (TAZ v. 28.9.2014). Hinzu kommt noch die Förderung anderer Veranstaltungen und von Vereinen außerhalb des Fußballs sowie die Durchführung von bundeswehreigenen Veranstaltungen. Ebenso hinzuzurechnen sind die so genannten „Sportsoldaten“, Frauen und Männer, deren Einsatz von Seiten der Bundeswehr gerade mit Blick auf Werbewirkung und Prestige erfolgt. (Der Etat für den letzteren Bereich müsste sonst nicht über die Bundeswehr laufen, sondern es könnten die Mittel aus dem Staatshaushalt direkt in die Sportförderung gehen, ohne Umweg über das Militär.)

Die Ergebnisse dieser hohen Investition (und damit verdeckter staatlicher Förderung einzelner Vereine) sind überschaubar. Die Interessent_innen-Datenbank – darin werden Jugendliche aufgenommen, die der Nutzung ihrer Dtaen zugestimmt haben, – umfasse, laut Angaben der Bundeswehr, im Zeitraum von 2010 und 2014 zwischen 620 (2014) und 1.080 (2011) Interessent_innen jährlich. An diese Interessent_innen werden (obwohl nur einmal jährlich) insgesamt 10.000 Anschreiben erstellt.

Wer sind aber nun die Begünstigten des finanziellen Engagements der Bundeswehr? Insgesamt wurden 2014 56 Vereine durch die Bundeswehr gefördert, im ersten Halbjahr 2015 waren es 47.

Konkret für den Fußball sagen die Zahlen folgendes (wenn nicht anders angegeben bezieht sich die Förderung der Bundeswehr auf die beiden Jahre 2014 und 2015): Als Erstligist ist zum langjährigen Partner und dessen militärfreundlichen Präsidenten Martin Kind Hannover 96 ein zweiter Bundesligist gestoßen – und zwar Bremen. Seit 2014 wirbt Werder Bremen nicht nur mit unappetitlichen Hühnern aus Massentierhaltung, sondern auch mit dem deutschen Militär.

Der VfR Aalen(2014), KSC Karlsruhe(2014), Holstein Kiel, Union Berlin, der 1.FC Nürnberg(2014), Carl Zeiss Jena(2014) und der Chemnitzer FC (2014) zeigten sich ebenfalls militärfreundlich. Unterstützt wird weiterhin der gesamte Berliner Fußballverband. Aus den unterklassigen Ligen werden finanziell gefördert:

  • BV Cloppenburg
  • FV Lörrach-Brombach
  • Rostocker FC 1895 e.V.
  • FC Grün-Weiß Piesteritz (2014)
  • TSV Rudelzhausen 1948 e.V.
  • FC Donauwörth 08 e.V. (2014)
  • Sportverein Puch e.V.
  • TSV 1960 Herbertshofen (2014)
  • TSV 1863 Schwabmünchen (2014)
  • JFG Höllental (2014)
  • ASV Stockenroth
  • SV Schalding Heining
  • JFG Bayreuth West e V
  • SpVgg SV Weiden e.V.
  • VfR 1925 Schneckentohe e V
  • TSV Wolkersdorf 1956 e.V.
  • TSV 1861 Nördlingen e.V.
  • SV Union Neuruppin (2015)
  • SV Blau-Weiß Petershagen/Eggersdorf (2015)
  • VfL Halle 1896 e.V. (2015)
  • JFG Bayreuth West e.V. (2015) - nur Kinder- und Jugendmannschaften
  • WSC Frisia WHV (2015)

Kaum beachtet wurde bisher der Handball. In der angeblich stärksten Liga der Welt ist die Bundeswehr Hausherrin in der halben Liga! Vielleicht sollte angesichts der Zahlen eine Umbenennung in Bundeswehr-Liga vorgenommen werden (dieser kleine Sarkasmus sei hier gestattet). Den DKB Handball Supercup unterstützt das Militär bereits:

  • SG Flensburg-Handewitt
  • VFL Schwartau
  • HSG Varel-Friesland
  • FrischAuf! Göppingen
  • Füchse Berlin GmbH
  • SC Magdeburg (2014)
  • Wilhelmshavener HV (2014)
  • SG Suhrheide/Schiffdorferdamm (2014)
  • HSG Wilhelmshaven (2014)
  • TSV 1846 Isny e.V. (2014)
  • EHV Aue (2015)

Weitere Kooperationspartnerschaften finden sich im Volleyball, im Basketball, dem Ringen, dem Boxen und dem Motorsport

Um den Rahmen nicht zu sprengen wird an dieser Stelle auf eine Analyse der unterstützen Sportevents verzichtet. Diese sollen in einem gesonderten Artikel beleuchtet werden.

Zusammenfassend ist festzustellen: Die Auswahl der Vereine lässt auch in diesem Jahr keine klare Struktur erkennen. Ein Großteil der Zweitligisten hat – auch durch zunehmende öffentliche Problematisierung – mittlerweile keine Verträge mehr. Dazu gekommen sind hingegen verschiedenste unterklassige Vereine, andere steigen aber auch hier aus der Militärwerbung aus. Insgesamt lässt sich eine hohe Fluktuation erkennen, mit nur einigen wenigen Konstanten, die sich durch die konkrete Unterstützung vor Ort erklären lassen. Hannover 96, Union Berlin, der Rostocker FC, Holstein Kiel und FV Lörrach-Brombach sind solche Vereine. Hier lässt sich die Bundeswehr die Unterstützung der Militärfreundlichkeit einiges kosten. Das heißt im Umkehrschluss auch – Widerstand gegen die Militärwerbung muss gerade auch direkt lokal, vor Ort geschehen. In Rostock und Hannover gibt es schon entsprechenden Widerstand, der bei den Vereinschefs aber noch nicht fruchtet.

Die Bundeswehr hat ein politisches Interesse, im öffentlichen Raum als „normale Arbeitgeberin“ wahrgenommen zu werden. Die geringen Zahlen an Interessierten zeigen aber, dass ihr Konzept über Sportförderung Interessent_innen zu werben, nicht aufgeht. Der Erfolg ist überschaubar, bei hohem finanziellem Aufwand. Dennoch: Die Sportförderung durch das Militär führt dazu, dass es zunehmend das Zivile prägt und der Militarisierung der Gesellschaft Vorschub leistet. Gerade auch deshalb ist weiter die tägliche Auseinandersetzung notwendig, um der zunehmenden Militarisierung des Zivilen etwas entgegen zu setzen.

Die DFG-VK Hannover verteilt am Samstag Flyer gegen Werben fürs Sterben im Fußballstadion.

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Hier gibt es den Flyer und hier ist der Text:

Ein smartes Lächeln, ein Werbespot für Technik – so sieht die Werbung der Bundeswehr im Stadion aus. Die tatsächliche Realität des Soldat-Seins taucht darin nicht auf: Mittlerweile muss jede und jeder, die oder der sich als Soldat verpflichtet, zum Militäreinsatz ins Ausland. Etwa aus Jugoslawien und Afghanistan kehrten viele traumatisiert zurück.

Fußball-Spielen soll eigentlich etwas anderes sein als soldatische Ertüchtigung. Fußball macht Spaß oder regt auf. Aber mit Töten hat er nichts zu tun – und soll er nichts zu tun haben. Und daher soll auch keine Bundeswehr ins Stadion – nicht mit ihren Trucks und nicht mit ihrer Werbung!

Während andere Clubs sich dem Sponsoring durchs Militär verweigern geht 96 unter Martin Kind voran und lässt damit den gesamten Verein politisch instrumentalisieren. Seit 2011 stellt der Verein Werbebanden zur Verfügung, werden Videospots ausgestrahlt und wird das offizielle Stadionmagazin mit ganzseitiger Werbung des Militärs gefüllt.Weiterlesen » » » »

DFG-VK fordert mit Aktionen Hannover 96 zur Beendigung der Militärwerbung auf

Zum Start der Kampagne gegen Bundeswehrwerbung in Stadien erklären die Sprecher_innen der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) der Ortsgruppe Hannover:

Seit der Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht ist die Bundeswehr massiver und aggressiver bemüht, sich als normale Arbeitgeberin zu präsentieren. Sie wirbt verstärkt in der Zielgruppe der Heranwachsenden und Jugendlichen um Soldaten und Soldatinnen. Damit verstößt sie gegen die Intention der UN-Kinderrechtskonvention, die gerade vermeiden will, dass durch das Militär unter Kindern und Jugendlichen rekrutiert wird.

Fußball-Spielen soll eigentlich etwas anderes sein als soldatische Ertüchtigung. Fußball macht Spaß oder regt auf. Aber mit Töten hat er nichts zu tun – und soll er nichts zu tun haben. Und daher soll auch keine Bundeswehr ins Stadion – nicht mit ihren Trucks und nicht mit ihrer Werbung!

Während andere Clubs sich dem Sponsoring durch das Militär verweigern, geht Hannover 96 unter Martin Kind voran und lässt damit den gesamten Verein politisch instrumentalisieren. Seit 2011 stellt der Verein der Bundeswehr Werbebanden zur Verfügung, werden Videospots ausgestrahlt und wird das offizielle Stadionmagazin mit ganzseitiger Werbung des Militärs gefüllt. Gezielt nutzt die Bundeswehr gemeinschaftliche emotionale Elemente, um für sich zu werben. In Hannover geschieht dies inzwischen auch mit der Verleihung des Status „official supplier“.

Wir fordern den Verein auf, die Kooperation sofort zu beenden! Wir starten mit einer Flugblattkampagne, mit der wir auf die Verquickung von Sport und Militär aufmerksam machen. Wir laden alle im Umfeld des Bundesligisten Aktiven ein, sich mit uns gegen die zunehmende Militarisierung des Sports einzusetzen. Nur ohne Militär geht: Fair Play!

 

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