Gauck in Lüttich “Aus der Geschichte wächst Verantwortung” -daher Emmich Ehrung beenden!

„Bundespräsident Gauck hat bei den Gedenkfeiern zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren Konsequenzen aus den historischen Erfahrungen angemahnt. Bei der Gedenkfeier im belgischen Lüttich sagte das deutsche Staatsoberhaupt, aus der Geschichte erwachse eine gemeinsame Verantwortung für die Welt. Man könne nicht gleichgültig bleiben, wenn Menschenrechte missachtet würden, wenn Gewalt angedroht oder ausgeübt werde. Zugleich erinnerte der Bundespräsident an die deutschen Verbrechen im Ersten Weltkrieg. Der Nationalismus habe damals beinahe alle Herzen und Hirne verblendet.“ Agenturbericht

Was immer der Herr Bundepräsent in seiner Rede meinte, dass aus der Geschichte gemeinsame Verantwortung für die Welt erwachse.
Wir jedenfalls meinen, dass dem ‚Schlächter von Lüttich‘ keine Ehre mehr erwiesen werden darf:

–          Weder durch die Ehrung mit einem prominenten Platz in Hannover

–          Noch durch den Namensanteil ‚Emmich‘ der Feldjägerschule (Emmich-Cambrai-Kaserne),

–          Noch durch ein protziges Mausoleum auf dem Engesohder Friedhof.

Wir wollen die Ehrung von ‚ehrenwerten‘ Menschen, nicht von Kriegsverbrechern.

Und das war Herr von Emmich eindeutig! Zu Beginn des Ersten Weltkriegs führte Emmichs Armeekorps im August 1914 die erste größere Aktion des Krieges durch, die Eroberung von Lüttich, wodurch dem nachrückenden deutschen Heer der Weg nach Frankreich freigemacht werden sollte. Dafür wurde ihm als erstem deutschem Offizier während des Krieges der Orden Pour le Mérite verliehen. Im Zusammenhang der Kämpfe um Lüttich kam es zu massiven Repressalien gegen die belgische Zivilbevölkerung, nachdem deutsche Truppen in der Nacht zuvor in das neutrale Belgien einmarschiert waren, was ein eindeutiger Bruch des Völkerrechts war. Die Bürger der Stadt leisteten heftigen Widerstand, die deutschen Soldaten gingen mit großer Brutalität vor. Mehr als 800 Zivilist_innenen starben.em

Wilhelm II. und Emmich anlässlich der Einweihung des Neuen Rathauses in Hannover am 20. Juni 1913; im Hintergrund Oberbürgermeister Heinrich Tramm im Ornat

Emmich verstarb im Dezember 1915 in Hannover an einer im Herbst im Felde zugezogenen Krankheit. Seine Beisetzung fand unter großem militärischem Pomp in Hannover statt.

Emmich-Grab frontal

 

Eine skandalöse Rede Bundespräsident Gauck plädiert wieder für den “gerechten Krieg”

dokumentiert: Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag

Kassel, 13. Juni 2012 – Zur Rede des Bundespräsidenten bei der
Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg erklärte der Sprecher des
Bundesausschusses Friedensratschlag in einer ersten Stellungnahme:

Es sollte eine Rede des hohen Tons und der großen Gefühle werden. Am
Ende präsentierte Bundespräsident Joachim Gauck aber nur mächtige
Worthülsen. Da war von “meiner Armee” und von “unseren Soldaten” als
“Dienern” die Rede, von einer wahren “Armee des Volkes” als einem Teil
des “Demokratiewunders”, das die Deutschen 1989/90 geschafft hätten. Und
da wurden die hehren Ideale und Ziele der Bundeswehr gepriesen,
“Freiheit, Sicherheit, Menschenwürde und das Recht des Einzelnen auf
Unversehrtheit” zu verteidigen – und zwar in der ganzen Welt.
->weiterlesen “Eine skandalöse Rede Bundespräsident Gauck plädiert wieder für den “gerechten Krieg”” »

zur Rede von Gauck vor der Führungsakademie der Bundeswehr – Den nächsten Krieg gewinnen wir

Unser neuer Bundespräsident will offensichtlich anders sein als seine Vorgänger und das mit aller Macht. Standen bei aller Kritik an ihnen Integration und friedliches Zusammenleben im Schwerpunkt ihrer Präsidentschaft, packt Gauck den Hammer aus. Erst antimuslimische Reflexe befördernd, stellt er jetzt die Bundeswehr als militärische Institution, als Allheilmittel dar. Wenn er sagt, dass Gewalt “solange wir in der Welt leben, in der wir leben (…) – notwendig und sinnvoll sein, [kann] um ihrerseits Gewalt zu überwinden oder zu unterbinden” stellt er sich damit klar auf die Seite derer, die bellizistisch den nächsten Krieg vorbereiten. Mehr Offenheit bei Auslandseinsätzen – so seine Forderung – schon lange hat kein Staatsoberhaupt mehr so offen Kriegseinsätze propagiert.
Mit dem gleichzeitigen Ausstellen eines Persilscheines für die Bundeswehr – sie habe sich von unseligen militärischen Traditionen gelöst – ignoriert er massive rückwärtsgewandte Denkprozesse innerhalb des Militärs. Genannt seien hier nur die schwierigen Debatten um die Unbenennung von Kasernen, oder um beispielhaft in die Region Hannover zu gehen, das bleibende Gedenken an das Geschwader Boelcke in Wunstorf, oder das Verweigern des Gedenkens an Deserteure in der Emmich-Cambrai-Kaserne.
Richtig gefährlich wird er allerdings, wenn er von der Bevölkerung den Einsatz des eigenen Lebens für “Freiheit und Wohlergehen” fordert. Bereitmachen für den nächsten Krieg, das Volk muss mobilisiert werden.Quasi alternativlos wird so militärische Lösung propagiert. Das “Volk2 muss sich mal wieder opfern gegen… Ja gegen wen eigentlich? Wer die bisherigen Auslassungen des Pastoren kennt, kann es sich denken und bekommt Angst.

Herr Pastor, sie sind an der falschen Stelle. Krieg ist niemals die Antwort.