Der nächste Hammer für Hammer SpVg – Pyro, Platzsturm und rassistische Parolen

 

ein Gastbeitrag von Dirk Hogess

Ein Platzsturm, Parolen und antisemitische Beleidigungen überschatteten die Partie.

HSV SPRICHT STADIONVERBOTE AUS
HSV muss Strafe von 1000 Euro zahlen

Seit Monaten ist her, am 19. Februar, war es beim Auswärtsspiel der Hammer Spielvereinigung in Lippstadt am 20. Spieltag im Nachbarschaftsduell der fünfligisten in der Oberliga Westfalen zum Platzsturm mit antisemitischen Gesängen von Dortmunder und Hammer Neonazis gekommen. Das Derby vor 600 Zuschauern beim Spitzenspiel zwischen SV Lippstadt 08 – Hammer SpVg mit 2:0 (1:0)- behielt der Gastgeber mit Kaltschnäuzigkeit die Nase vorn. Die gute Bilanz von Hamm hat einen Dämpfer bekommen. Der SVL hatte im Hinspiel beim HSV die Nase klar mit 3:0 vorn gehabt. Ein stattliches Polizeiaufgebot begleitete auch die Partien. ->weiterlesen “Der nächste Hammer für Hammer SpVg – Pyro, Platzsturm und rassistische Parolen” »

Fußball gegen Homophobie – Spiel in Hannover

Am 23.4.2016 (ab 15.00) Uhr wird im Erika-Fisch Stadion gegen Homophobie und für Akzeptanz und Respekt geworben. zum wiederholten Male lädt die Stadt Hannover ein, wenn ein bunt zusammengewürfeltes Team aus Lesben (bzw. in einem zweiten Spiel) aus Schwulen gegen diverse Sportler_innen und Politiker_innen antritt um gegen den Ball zu treten.
Plakat Respekt Spiel
Solche Aktionen gibt es bundesweit in mehreren Städten. Auch wenn der Termin wohl kaum schlechter gelegen sein könnte (TTIP-Demo, Obama-Besuch) und damit ein Minimum an Aufmerksamkeit erreichen dürfte, lohnt es sich vielleicht trotzdem mal vorbeizuschauen.

PS: ich werde auch da sein. Auf dem Rasen.

Kaschierter Werbefeldzug der Bundeswehr

ein Gastbeitrag von Dirk Dumke

Sportvereine bieten der BW eine Plattform mit ihrem Logo bei sich zu werben ,2013 waren es 44 Vereine und 2014 sind es 27 Kooperationen mit Sportvereinen.
Es ist kein vorübergehender sondern ein langfristiger Großeinsatz und es wird mit Steuergeldern ziemlich Lax umgegangen.

Alles begann 1895. Eine Handvoll Jahre vor der Jahrhundertwende wurde der Rostocker FC gegründet. In der Folgezeit war der Werdegang des Vereins durch viele Umbenennungen und Fusionen geprägt. Auch die Entwicklung des Vereins war den Wirkungen des Zeitgeistes unterworfen und konnte sich den Wechselwirkungen der Geschichte nicht entziehen.
In den letzten Jahren hat sich der RFC mit seinen knapp 600 Mitgliedern in der Verbandsliga etabliert. Auf den Trikots der Jugendabteilung werben die linken Bands Dritte Wahl und Feine Sahne Fischfilet. Eigentlich verkörpern der Verein, seine Sportler, Mitglieder und Fans das, wofür der RFC steht: Weltoffenheit, Toleranz, Respekt und Fair Play – Werte, die auf und neben dem Spielfeld Bestand haben, aber nicht mit der BW.
Verblüffenderweise dürfen sich »Fans und Fördermitglieder, die gegen den neuen Partner sind«, von Vereinsboß Greese verstanden fühlen: »Zum einen haben wir viele Wehrdienstverweigerer aus der DDR und BRD in unseren Anhängerreihen, die aus moralischen Motiven nichts mit dem Waffendienst zu tun haben möchten. Zum anderen besteht die Furcht bei einigen Fans, dass der RFC dadurch das verliert, was er sich langfristig aufgebaut hat«.
Man bedenkt die Fan-Szene mit Bespaßungsaktionen ,wie einem Videodreh beim RFC, der da die Hauptrolle spielt im Musikvideo zu “Fußballgott“ vom Hip-Hop-Trio Fettes Brot, das offenbar seine Begeisterung für die Bundeswehr entdeckt hat. Auf dem Volksfest anlässlich des 825. Hamburger Hafengeburtstages sorgte die Band persönlich für Aufmunterung der „Kameraden im Einsatz“. ->weiterlesen “Kaschierter Werbefeldzug der Bundeswehr” »

Ist mein Verein noch zu retten? Sport frei oder still gestanden!

ein Gastbeitrag von Dirk Dumke

wappenVerkauft der Rostocker FC seine Fussballseele und wird zur Fussballkompanie?
Alles begann 1895. Eine Handvoll Jahre vor der Jahrhundertwende wurde der Rostocker FC gegründet. In der Folgezeit war der Werdegang des Vereins durch viele Umbenennungen und Fusionen geprägt. Auch die Entwicklung des Vereins war den Wirkungen des Zeitgeistes unterworfen und konnte sich den Wechselwirkungen der Geschichte nicht entziehen.
Eigentlich verkörpern der Verein, seine Sportler, Mitglieder und Fans das, wofür der RFC steht: Weltoffenheit, Toleranz, Respekt und Fair Play – Werte, die auf und neben dem Spielfeld Bestand haben, aber nicht mit der BW.
Einerseits das gesellschaftliche Engagement gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Homophobie und der Auftritt von “Storch Heinar”, andererseits das Premium-Sponsoring mit der BW, das eher schleichend und leise kam. Wenn den aktuellen Versuchen nichts entgegengesetzt wird, wird es schwer werden, das Militär wieder aus den Stadien zu verdrängen. Dort hat es aber nichts zu suchen – genauso wenig wie an Schulen.
Als Brustsponsor der A-Jugend wirbt die Rostocker Band „Feine Sahne Fischfilet“, die B-Jugend wird von „Dritte Wahl“ unterstützt. Musikbands, die den Jugend-Fußball sponsern, das ist außergewöhnlich. ->weiterlesen “Ist mein Verein noch zu retten? Sport frei oder still gestanden!” »

PM: Bundeswehr aus dem Stadion kicken!

DFG-VK fordert mit Aktionen Hannover 96 zur Beendigung der Militärwerbung auf

Zum Start der Kampagne gegen Bundeswehrwerbung in Stadien erklären die Sprecher_innen der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) der Ortsgruppe Hannover:

Seit der Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht ist die Bundeswehr massiver und aggressiver bemüht, sich als normale Arbeitgeberin zu präsentieren. Sie wirbt verstärkt in der Zielgruppe der Heranwachsenden und Jugendlichen um Soldaten und Soldatinnen. Damit verstößt sie gegen die Intention der UN-Kinderrechtskonvention, die gerade vermeiden will, dass durch das Militär unter Kindern und Jugendlichen rekrutiert wird.

Fußball-Spielen soll eigentlich etwas anderes sein als soldatische Ertüchtigung. Fußball macht Spaß oder regt auf. Aber mit Töten hat er nichts zu tun – und soll er nichts zu tun haben. Und daher soll auch keine Bundeswehr ins Stadion – nicht mit ihren Trucks und nicht mit ihrer Werbung!

Während andere Clubs sich dem Sponsoring durch das Militär verweigern, geht Hannover 96 unter Martin Kind voran und lässt damit den gesamten Verein politisch instrumentalisieren. Seit 2011 stellt der Verein der Bundeswehr Werbebanden zur Verfügung, werden Videospots ausgestrahlt und wird das offizielle Stadionmagazin mit ganzseitiger Werbung des Militärs gefüllt. Gezielt nutzt die Bundeswehr gemeinschaftliche emotionale Elemente, um für sich zu werben. In Hannover geschieht dies inzwischen auch mit der Verleihung des Status „official supplier“.

Wir fordern den Verein auf, die Kooperation sofort zu beenden! Wir starten mit einer Flugblattkampagne, mit der wir auf die Verquickung von Sport und Militär aufmerksam machen. Wir laden alle im Umfeld des Bundesligisten Aktiven ein, sich mit uns gegen die zunehmende Militarisierung des Sports einzusetzen. Nur ohne Militär geht: Fair Play!

 

Linkschau: Sportsponsoring – Bundeswehr in Stadien

Zum Thema Bundeswehr in Stadien habe ich ja schon einiges geschrieben. Jetzt hat sich Zeit online diesem Thema angenommen.

Hier ist das Ergebnis:
http://www.zeit.de/sport/2014-10/fussball-sponsoren-bundeswehr

dazu auch die TAZ vor ein paar Tagen:
http://taz.de/Bundeswehr-als-Sportsponsor/!146687/
und auch die Jungle world hatte was dazu:
http://jungle-world.com/artikel/2014/37/50556.html

Wäre schön, wenn jetzt noch etwas mehr passieren würde.

Werben fürs Sterben – Sport und Stadien als Werbeträger für die Bundeswehr

Allseits bekannt ist, dass die Bundeswehr massiv über Sportfördergruppen Spitzensportler_innen fördert. Das geht inzwischen so weit, dass Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften mehrheitlich von Armeesportler_innen bestritten werden. Gezielt werden die Athletin_innen über mangelnde zivile Fördermöglichkeiten in die Bundeswehr getrieben und dienen dort als Aushängeschild.

Darum soll es hier aber nicht gehen, sondern um den bereits in den vergangenen Jahren in diesem Blog diskutierten Einsatz der Bundeswehr in Stadien zur Werbung für sich selbst. Dabei wird eine überwiegend junge begeisterungsfähige Menge angesprochen. Ziel ist weniger der konkrete „Werbekontakt“ – vielmehr soll die Bundeswehr als allgemeine normale und sympathische Arbeitgeberin präsentiert werden.

2013 hat die Bunderegierung auf eine Anfrage der Linken ihre Werbemaßnahmen für 2012 bekannt gegeben. Hier habe ich das auseinandergenommen.

Kurz zusammengefasst: 2012 erhielt Hertha BSC für umfangreiche Werberechte 127.000 EUR. Der Hamburger SV erhielt 71.400 EUR als Supplier des HSV. Diese Kooperation wurde damals beendet. Nach Angabe der Regierung damals wurden 2012 22.000 EUR und 2013 33.500 EUR für Hannover 96 ausgegeben. Zusätzlich erhielt der Berliner Fußball-Verband 24.000 EUR. Neben dem Sponsoring der großen Vereine wird insbesondere in kleine Vereine investiert um für den Beruf des Tötens werben. Für 2012 wurden 14 Vereine aufgeführt, gegenüber drei Vereinen 2010 und zwei Vereinen 2011. Neun Vereine waren für 2013 bereits benannt. Soweit so bekannt.

In der einer kleinen Anfrage hat die Linke nun die Zahlen für 2013 und 2014 befragt (DS 18/2325).

Die Zahlen sind erschreckend. 19 kleinere Mannschaften wurden 2013 gefördert, ein weiterer ist für 2014 angegeben. Mit Beginn der Saison werden sicher weitere hinzukommen.

Konkret sind das:

  • TSV Wolkersdorf
  • JGV Steigerwald
  • TSV Rudelzhausen
  • TSV Nördlingen
  • FC Donauwörth 08 e.V.
  • TSV 1960 Herbertshofen
  • TSV 1863 Schwabmünchen
  • JFG Höllental
  • SV Schalding-Heining
  • SpVgg SV Weiden e.V.
  • JFG Bayreuth West e.V.
  • Sportverein Puch e.V.
  • Sportverein Glienicke/ Nordbahn e.V.
  • SV Grün-Weiß Schwerin e.V.
  • SSV Neutz
  • VfB Zahna
  • TSV Havelse
  • FV Lörrach-Brombach
  • VFR Schneckenlohe (2014)

Heraussticht dabei der FV Lörrach-Brombach, welcher für umfangreiche Bewerbung 11.300 EUR jeweils für 2013 und 2014 erhält. Bei allen anderen wird für verschiedene Werbeformen angefangen bei Anzeigen im Vereinsmagazin bis zum Trikotsponsoring ein Betrag von NULL(!) EUR bis zu 5.000 EUR gezahlt. Gerade die in der Jugendarbeit verwurzelten kleinen Vereine missachten hier völlig ihre Verantwortung.

Aber auch im Fußball der höheren Ligen hat die Bundeswehr 2013 erheblich zugelegt.

So wird der Chemnitzer FC für Anzeigen mit 1.500 EUR für Anzeigen bedacht (2014 kommen zusätzlich 10.000 EUR hinzu) und erhält der Regionalligist Carl-Zeiss Jena 30.000 EUR für klassische Werbung (Banden, Spot, Anzeigen und ein Logo im VIP Bereich) – für 2014 sind bisher 40.000 EUR ausgegeben. Der Drittligist Holstein-Kiel erhielt für Werbung 34.500 EUR (2014: 34.500)

Auch in der zweiten Liga ging es weiter. Union Berlin bekam für den Titel „Eiserner Sponsor“ mit umfangreicher Werbung und Sponsorentreffen 2013 47.600 EUR (für 2014 sind 15.000 bisher zusätzlich ausgegeben), VfR Aalen erhielt 19.500 EUR und der Karlsruher SC 23.200 EUR. Bei beiden letztgenannten Vereinen finanzierte die Bundeswehr u.a. ein Trainingscamp. Ob die Profis über Stellwände klettern mussten und Schießübungen machten ist nicht bekannt. Bei beiden Vereinen sind Zahlungen in gleicher Höhe bisher für 2014 eingestellt.

Aber auch in der 1.Bundesliga ging es mächtig zur Sache. Der damalige Erstligist 1.FC Nürnberg erhielt 20.000 EUR u.a. für ein Trainingscamp für Schüler_innen, E-Mailaktionen, Inserate und das recht sich „Frankenstolz Partner“ nennen zu dürfen. Hier wurde offensiv um Kinder in Trainingscamps geworben – analog wie es die Militärs mit Anzeigen in der Jugendzeitschrift Bravo tun.

Von den aktuellen Erstligisten wurde Hannover 96 mit 65.500 EUR für ein umfangreiches Werbepaket gesponsert. Hier setzt sich eine langjährige Kooperation fort(siehe Links am Ende des Textes). Laut Neuer Presse sagte dazu der Kommunikationschef von Hannover 96 Alex Jacob “Die Bundeswehr ist seit Jahren ein verlässlicher und guter Partner des Vereins.” 96-Präsident Martin Kind habe eine besondere Beziehung zur Bundeswehr. Man lade gelegentlich Soldaten zur Stadionführung ein und Kind sei bei der Bundeswehr auch schon als Vortragsredner aufgetreten. (Quelle).

In der Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage der Linken – im Gegensatz zu anderen Vereinen – nicht genannt wurde der Status der Kooperation. Die Bundeswehr ist „official Supplier“ der Roten.

Mit 65.500 EUR hat sich das Budget gegenüber 2012 verdreifacht. Eine Zahlung in gleicher Höhe ist bisher für 2014 angegeben. Prinzipiell gilt, dass die Werte sich noch erheblich nach oben ändern können, da das Denken in Kalenderjahren nicht dem in Fußballjahren entspricht. Alle gemachten Aussagen entsprechen dem Stand vom 7.August 2014.

Auch der Hamburger Sportverein ist entgegen der Aussageaus dem Jahre 2012 wieder im Boot. Zwar wurde das Budget halbiert. Aber mit immerhin noch 37.500 EUR finanziert die Bundeswehr in der Fastabstiegssaison beim selbsternannten Dino der Bundesliga die Werbung für die Ausbildung an den Mordwerkzeugen. Für 2014 sind noch keine Zahlen eingestellt.

Auffallend an den Antworten zur kleinen Anfrage ist auch die zunehmende Etablierung im Handball und im Motorsport. Das ist aber eine eigene Analyse wert und wird daher im Rahmen dieses Artikels nicht weiter verfolgt.

Bleibt die Frage: Was tun? Hannover – mit seiner zerstörten organisierten Fanszene und einem militärfreundlichen Präsidenten – ist natürlich ein ideales Experimentierfeld für die Werbestrategen der Bundeswehr. Bei nur zwei von 18 Bundeligisten traut sich die Bundeswehr so weit heraus. Ist sie jedoch langfristig in Hannover erfolgreich, wird das der Startschuss für eine Welle der Militarisierung im Sport sein. Bald wird sich dann nicht mehr die Frage stellen, ob die beworbene Zielgruppe wirklich alt genug ist zu verstehen, was es bedeutet – für dich selber und andere – Soldat_in zu sein. Militärische Lösungen werden zur unhinterfragbaren Kategorie. Die Frage müssen wir uns stellen. Wollen wir das wirklich?

Weiterführende Links

Militärwerbung in Stadien – die Zahlen
Der Schuss aufs Ziel – die Bundeswehr, das Schlachtfeld und die Fußball-Stadien
Die Einvernahme des Fußballs durch Militärs geht weiter
Fußball als Mittel der Militarisierung der Gesellschaft und Hannover 96 als deren Handlanger_in
PM von DFG-VK und Friedensbüro: Hannover 96 vereinnahmt Fans für die Bundeswehr

Tatort schwuler Fußball

Sonntag. Tatortzeit. Für den 20.März wurde mal wieder ein Tabubruch angekündigt. Es sollte um Homosexualität im Fußball gehen, nicht irgendwo sondern in der ersten Liga, genauer gesagt in Hannover (wobei die Macher_innen inkonsequent bemüht schienen, nicht den Erstligisten Hannover 96 meinen zu wollen, in dessen Stadion gedreht wurde). Der beste Freund des Spielers Ben Nenbrook wird erschlagen aufgefunden. Im Laufe des Filmes outet sich Nenbrook als schwul. Weitere Themen die gleich mit behandelt wurden, waren Hooligans und unsaubere Tricks eines Spielervermittlers. Letzteres war dann auch der Grund für den Mord. Damit könnte man das Thema auch schon wieder schließen. Aufgrund der vielen Handlungsstränge zeigte sich der Tatort als bemerkenswert wenig tiefgängig. Das äußere Outing wurde zur hauptsächlichen Nebensache. Wenigstens war der schwule Fußballer nicht wieder das Opfer. Klischees gab es auch zu Hauf. Pädagogisch wertvoll wurde der vor Ort ermittelnde Beamte (selbstverständlich Hannover-Fan) mit all seinen Vorurteilen gezeigt („Wir sind doch nicht Hannover 69“). Positiv bleibt festzuhalten, dass das Ende bewusst offen gelassen wurde, auch wenn eine positive Grundstimmung dargestellt werden sollte. Soweit konnte man diesen Tatort als eher schlecht gemachten, aber gut gemeinten Versuch abtun.

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PM von DFG-VK und Friedensbüro: Hannover 96 vereinnahmt Fans für die Bundeswehr

Am Rande des Fußballspieles von Hannover 96 gegen Borussia Mönchengladbach in der AWD Arena verteilte Klubchef Martin Kind sogenannte „Gelbe Schleifen“ an Angehörige von Bundeswehrsoldaten. Das Symbol wird als Zeichen propagiert, das für Solidarität mit sich im Kriegseinsatz befindenden Bundeswehrsoldaten werben soll. Mit dieser Übergabe, nimmt sich Kind heraus, im Namen aller Fans von Hannover 96 zu sprechen, einer Vereinnahmung, der energisch widersprochen werden muss. Bundesweit lehnen über 70% der Bevölkerung Einsätze der Bundeswehr ab, das dürfte auch unter den Fans des Bundesligisten nicht anders sein. Hier werden für den Versuch, Militäreinsätze zum Normalzustand zu erklären, alle Fans vereinnahmt. Darüber hinaus ist es nicht zu verstehen, warum ein Sportverein, sich so an die Bundeswehr anbiedern muss. Weltweit ist die Bundeswehr an Kriegseinsätzen beteiligt, der Krieg in Afghanistan, mit dem Massaker in Kunduz, angeordnet durch Oberst Klein, verdienen keine Solidarität. Gerade Sport als verbindendem friedlichem Element, sollte im Gegensatz zur militärischen Konfliktlösung der Vorrang gegeben werden. Hannover 96 muss sich fragen, warum er als Sportverein, dem entgegengesetzt agiert.

Dass die Schleifen mit dem Spruch: „Für ein friedliches Miteinander“ überreicht wurden, erscheint im Rahmen eines militärischen Einsatzes zumindest zynisch.

Wir fordern den Verein auf, sich von dieser Aktion zu distanzieren und die Vereinnahmung der Fans für politische Zwecke zu unterlassen.

Militär raus aus den Stadien!

Veranstaltung in Hannover: Homosexualität und Fussball

Der ehemalige Fußballspieler Marcus Urban hält am 25. März um 17 Uhr einen Vortrag im Freizeitheim Linden, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind.
Der Vortrag ist die Grundlage für eine anschließende Gesprächsrunde zum Thema „Homosexualität und Homophobie im Männerfußball“ mit Teilnehmern aus der Vereins- und Fanszene Hannovers sowie weiteren Gästen.
Die Veranstaltung findet anlässlich des Tatorts mit dem Titel „Mord in der Fußball-Bundesliga“ statt, der am 20. März im Ersten ausgestrahlt wird. Der Tatort beschäftigt sich eben mit dem oben genannten Thema und wurde in Teilen bei Hannover 96 gedreht.
Marcus Urban ist ein ehemaliger Fußballspieler des FC Rot Weiß Erfurt, der seine aussichtsreiche Karriere abbrach und sich dann öffentlich als homosexuell outete. Die Geschichte seines Lebens als „Versteckspieler“ und die Zeit nach dem Outing sind im gleichnamigen Buch von Ronny Blaschke nacherzählt worden. In einem Vortrag wird er seine Geschichte und seine Erfahrungen dem Publikum nahe bringen.
Neben dem Referenten Marcus Urban, der sich selbstverständlich auch an der Gesprächsrunde beteiligen wird, haben ein Vertreter von Hannover 96 sowie der 1. Vorsitzende des Fan-Dachverbands von Hannover 96, der Roten Kurve, und ein homosexueller Schiedsrichter ihre Teilnahme zugesagt. Als weitere Gäste für die Gesprächsrunde sind ein Vertreter eines Sportvereins in Hannover sowie das Fanprojekt Hannover angefragt. Auch das Publikum ist eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen. Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei.

Zugesagt haben:
Andreas Kuhnt, Pressesprecher von Hannover 96,
der 1. Vorsitzende des Fan-Dachverbands von Hannover 96, der Roten Kurve, Christian Brehm,
NFV-Schiedsrichter Hans-Jürgen Gurtowksi, Mitglied der Leinebagger.
Volker Rohde, Bereichsleiter des Fanprojekts Hannover