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PODIUMSDISKUSSION
Mittwoch, 10.02.2016, 19:00 Uhr, Pavillon Hannover, Lister Meile 4

UND NUN?
ÜBER DEN SEXISTISCHEN NORMALZUSTAND
UND DIE RASSISTISCHE INSTRUMENTALISIERUNG VON SEXUALISIERTER GEWALT IN DEUTSCHLAND

Moderation: Pari Niemann, http://www.neuemedienmacher.de/ [1]

Im Gespräch mit:
- Sulaiman Awad Ahmed, aus Syrien geflüchteter Arzt
- Prof. Dr. Sabine Hess, Universität Göttingen, https://www.uni-goettingen.de/de/208718.html [2]
- Verena Meyer, http://www.maedchenhaus-zwei13.de/ [3], Verein zur Unterstützung feministischer Mädchenarbeit e.V.
- Sibylle Naß, www.kargah.de/ [4]
- Anna-Maria Muhi, http://www.nds-fluerat.org/ [5]
- Golschan Ahmad Haschemi, http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/ [6]

Die Diskussionsveranstaltung soll zu einem konstruktiven Diskurs über sexualisierte Gewalt beitragen und rassistischen Vereinnahmungen offensiv entgegentreten.
Die eingeladenen Gäste werden sowohl über den Umgang mit sexualisierter Gewalt als auch die Verschränkungen mit rassistischen Stereotypen sprechen. Dabei werden Interventionsmöglichkeiten von Frauen* gegenüber sexualisierter Gewalt ebenso wie gesellschaftliche Ursachen in den Blick genommen.

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Wir wollen wissen:
Wie können oder müssen Zivilgesellschaft und Institutionen sich in diesem Diskurs positionieren?

Veranstalter*innen:
- Amadeu-Antonio-Stiftung: http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/ [7]
- ju:an - Praxisstelle antisemitismus- und rassismuskritische
Jugendarbeit: http://www.projekt-ju-an.de/ [8]
- kargah e.V. für interkulturelle Kommunikation, Migration und
Flüchtlingsarbeit: www.kargah.de/ [4]
- Stiftung Leben und Umwelt: www.slu-boell.de/ [9]
- Friedensbüro Hannover: http://fbh.frieden-hannover.de/ [10]
- Kulturzentrum Pavillon: http://pavillon-hannover.de/ [11]

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtenden Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Dank an dasendedessex.de

Es gibt nun auch einige nüchternere Beiträge zu den Ereignissen in der Silvesternacht in Köln. Ich finde erschütternd, dass hier wieder ein Ereignis herausgegriffen und Geflüchteten angelastet wird. Einerseits stellt sich die Situation offenbar anders dar (keinem Geflüchteten wird bei den Kölner Ereignissen bisher ein Sexualdelikt vorgeworfen!), andererseits ist es endlich an der Zeit, dass institutionell dagegen vorgegangen wird, dass 35% der cis*-Frauen (bei Trans* liegt die Zahl noch höher) in ihrem Leben von sexualisierter Gewalt betroffen sind und dass es quasi bei jedem Großereignis (Münchner Oktoberfest, Karneval) stetig zu sexistischer Gewalt gegen Frauen kommt: Stefanie Lohaus und Anne Wizorek schreiben auch hierzu sehr gut und sie zitieren u.a. den folgenden Karnevalsbericht: „[Beim Karneval ist] allein der kurze Weg zur Toilette [] der reinste Spießrutenlauf. Drei Umarmungen von wildfremden, besoffenen Männern, zwei Klapse auf den Hintern, ein hochgehobener Dirndlrock und ein absichtlich ins Dekolleté geschütteter Bierschwall sind die Bilanz von dreißig Metern“ ( http://www.vice.com/de/read/die-rape-culture-wurde-nicht-nach-deutschland-importiert-sie-war-schon-immer-da-aufschrei-118 )

Sehen wir uns die Verhältnisse der Unterbringung und Befragung Geflüchteter in Deutschland an, finden wir in einem Extremmaß begünstigende Faktoren für sexualisierte Gewalt gegen Geflüchtete und eine von den Behörden hergestellte Befragungssituation, die jeglichen Standards der Vorbeugung vor (Re-)Traumatisierung widerspricht. (Falls das von Interesse ist: Ausführlicher zu diesem Thema – sexualisierte Gewalt und Flucht – haben Farid Hashemi, Torsten Linke und ich [Heinz-Jürgen Voß] gerade einen Beitrag verfasst und sind wir auch gern zu Vorträgen bereit.)

Konkret zu Köln:

1) ZEIT: Die Ereignisse stellen sich nun so dar: „31 Tatverdächtige hat die Bundespolizei wegen der Übergriffe an Silvester ermittelt, 18 davon sind Asylbewerber. Sexualdelikte werden letzteren aber nicht angelastet. […] Unter den 31 bekannten Verdächtigen der übrigen Delikte seien neun algerische, acht marokkanische, fünf iranische, vier syrische, ein irakischer, ein serbischer, ein US-amerikanischer und zwei deutsche Staatsangehörige.“ http://www.zeit.de/gesellschaft/2016-01/koeln-verdaechtige-asylbewerber-bundespolizei-silvester

2) Frankfurter Rundschau: „Auch gibt die Bundespolizei bekannt, dass sie nach bisherigem Stand 32 Straftaten festgestellt hat – mit 31 namentlich bekannten Tatverdächtigen. […] Zwar seien wegen Sexualdelikten drei Strafanzeigen bei der Bundespolizei eingegangen, sagte der Sprecher weiter. Tatverdächtige seien in diesen Fällen aber nicht ermittelt worden.“ http://mobil.fr-online.de/cms/politik/uebergriffe-in-koeln-viele-nationalitaeten-unter-den-verdaechtigen,4232484,33480158,view,asFitMl.html

3) Deutschlandfunk: „Ungereimtheiten und Widersprüche bei der Polizei. […] Aus der Bundespolizeibehörde heißt es, Flüchtlinge hätten grinsend ihre Aufenthaltstitel zerrissen. Nachfragen des DLF ergaben, das geht gar nicht: Es handelt sich um Scheckkarten-Formate. Nur ein begriffliches Problem? Oder mehr? Es gibt weitere Unklarheiten und Widersprüche.“ http://www.deutschlandfunk.de/silvesternacht-in-koeln-ungereimtheiten-und-widersprueche.1818.de.html?dram:article_id=341911

4) Weitere gute, weil ihren gründlichen Informations- und Diskussionsauftrag ernst nehmende, Beiträge sind auch die folgenden:

– Neues Deutschland: Angstmacherei mit System – In der Köln-Debatte werden laut Nadia Shehadeh sexistische Gesellschaftsstrukturen verschleiert und Missstände ethnisiert. http://www.neues-deutschland.de/artikel/997289.angstmacherei-mit-system.html

– taz: Seit der Kölner Silvesternacht wird einer sexismusfreien Zeit hinterhergetrauert. Die hat es in Deutschland nie gegeben. Von Hengameh Yaghoobifarah. http://taz.de/Gewalt-gegen-Frauen/!5263311/

– Die Rape Culture wurde nicht nach Deutschland importiert – sie war schon immer da. Von Stefanie Lohaus und Anne Wizorek. http://www.vice.com/de/read/die-rape-culture-wurde-nicht-nach-deutschland-importiert-sie-war-schon-immer-da-aufschrei-118

– Die rassistische Hysterie nach den Übergriffen in verschiedenen deutschen Städten schadet den Opfern, weil sie eine wirkliche Debatte über sexualisierte Gewalt verhindert. Von Margarete Stokowski. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/margarete-stokowski-ueber-sexualisierte-gewalt-a-1070905.html

– Antje Schrupp nach einem Beitrag… „Das rassistische Narrativ ’schwarzer Mann vergewaltigt weiße Frau‘ ist volle Kanne durchgeschlagen“ [1] https://www.facebook.com/antjeschrupp/posts/10205704490195631 ; [2] http://www.stern.de/familie/leben/koeln—was-jetzt-zu-tun-ist–ein-gastbeitrag-von-antje-schrupp-6632962.html

– Musa Okwonga: „Wie umgehen mit den sexuellen Übergriffen in Köln und Hamburg?“ http://www.okwonga.com/wie-umgehen-mit-den-sexuellen-ubergriffen-in-koln-und-hamburg/

– Bundesforum Männer: „Für das Bundesforum Männer steht fest, dass die bekanntgewordenen Straftaten in keiner Weise verharmlost oder gerechtfertigt werden dürfen. Genauso scharf weist das Bundesforum Männer jedoch zurück, dass die Geschehnisse als ressentimentbeladene Bestätigung für Stereotypen vom ‚Flüchtlingsmann‘ instrumentalisiert und verallgemeinert werden.“ https://bundesforum-maenner.de/2016/01/koeln-hamburg-stuttgart-sexualisierte-gewalt-geht-nirgendwo/

Kundgebung am Freitag, 13.11.2015, um 17.00 Uhr
Ort: Hauptbahnhof Hannover

Die Bundesregierung will Flüchtlinge aus Afghanistan in ihr Herkunftsland abschieben. Diese Absichtserklärung drang im Vorfeld der sonntäglichen Konferenz der Staats- und Regierungschefs aus den Staaten entlang der sogenannten Balkanroute nach außen. Was die Bundesregierung hier plant, steht in massivem Gegensatz zur Situation in Afghanistan, die instabiler ist als je
in den letzten Jahren.
Die Situation im Land ist heute weitaus schlimmer als während der NATOEinsäte. Und noch schlimmer als in den letzten 13 Jahren. Der Konflikt hat in diesem Jahr mehr Opfer unter der Zivilbevölkerung gefordert als in den Vorjahren, berichtet die UN-Afghanistan-Mission. Zwischen Januar und Juni sind demnach 1592 Zivilisten getötet und 3329 weitere verletzt worden.
Die Eroberung und mehrtägige Besetzung von Kundus ist ein Wendepunkt für Afghanistan, galten doch die größeren Städte den modernen Eliten trotz regelmäßiger Bombenanschläge noch immer als relativ sicher vor dem Zugriff der Taliban. Damit ist es vorbei. Offenbar nicht für die Bundesregierung, die verstärkt abschieben will.
Die Haltung der Bundesregierung kann man als Weltfremdheit mit Vorsatz bezeichnen. Von den geplanten Abschiebungen könnten 7000 afghanische Schutzsuchende betroffen sein. Viele von Ihnen sind in Deutschland nur geduldet, weil die Rechtsprechungspraxis insbesondere die Abschiebung alleinstehender junger Männer für möglich hält – mit dem Tenor, diese hätten im relativ sicheren Kabul die Möglichkeit, sich als Tagelöhner über Wasser zu halten.
Wir fordern eine faire Asylpolitik
Keiner soll nach Afghanistan abgeschoben werden!
Wir fordern mindestens subsidiären Schutz für die afghanischen Flüchtlinge!
Kundgebung am Freitag, 13.11.2015, um 17.00 Uhr
Ort: Hauptbahnhof Hannover
Jugendkulturorganisation Hannover

Demo Freitag, 30.10.2015 /17 Uhr Steintor
Aufruf
Am 01.11.2015 wird die nächste Verschärfung des Asylrechts in Kraft treten. Im Bundestag wurde sie mit überwältigender Mehrheit durchgewunken. Erst vor 3 Monaten hatte die Bundesregierung eine Asylrechtsverschärfung beschlossen, die unter anderem durch massive Ausweitung der Abschiebehaft eine neue Stufe der Kriminalisierung von Geflüchteten eingeleitet hat.
Die neuste Gesetzesverschärfung ist auch die zynische Antwort der Bundesregierung auf den immer gewalttätiger werdenden rassistischen deutschen Mob. Doch den Rassist_innen zu geben, was sie wollen, wird nur ihre Positionen stärken!
Ziel ist vor allem die Abschreckung Geflüchteter und die Isolierung von Neuankömmlingen durch:

  • Ausweitung der Residenzpflicht,
  • die Verpflichtung, bis zu 6 Monate in der Erstaufnahmeeinrichtung zu bleiben,
  • Gutscheine & Sachleistungen statt Bargeld,
  • drastische Leistungskürzungen für Personen, die unter die Dublin-III-Verordnung fallen,
  • Deklaration weiterer Westbalkan-Länder, in denen u.a. Roma verfolgt werden, als „Sichere Herkunftsstaaten“,
  • „Nicht-Mitwirkung“ bei der eigenen Abschiebung bedeutet ab jetzt: kein Bargeld und „keine Anspruch auf Bekleidung“
  • Einrichtung von Abschiebelager

Diese Verschärfungen reihen sich ein in die langjährige Praxis der Flüchtlingspolitik Europas: Abschottung und Abwehr. Es ist die Antwort Europas auf eine immer größer werdende Anzahl an Menschen, die ihr Zuhause aufgrund eines immer größer werdenden globalen Ungleichgewichts an Wohlstand und Sicherheit verlassen müssen. Während die Möglichkeit, in Europa zu leben, für Angehörige der westlichen Staaten eine Selbstverständlichkeit ist, wird anderen Menschen dieses Privileg nur gnädiger Weise zugesprochen, wenn sie entweder aus einem anerkannten Kriegsgebiet kommen oder wirtschaftlichen Nutzen bringen. Besonders durch die Deklaration sicherer Herkunftsstaaten wird die Spaltung in Kriegs- und sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge, und die Stigmatisierung der letzten Gruppe als ‚illegitim Geflüchtete‘ vorangetrieben.
Solange Wohlstand jedoch ungleich verteilt ist, werden Menschen zur Flucht gezwungen! Und solange die tödliche „Festung Europa“ ausgebaut wird, werden Menschen auf der Flucht sterben!
Die Asylgesetzesverschärfung ist zynisch, sie ist rassistisch, sie ist menschenverachtend! Die Solidarität mit den Geflüchteten, gezeigt von tausenden ehrenamtlichen Unterstützer_innen, wird in eine politische Auseinandersetzung übergehen müssen, oder sie wird zum Einverständnis mit dem bestehenden Unrecht. Letztendlich ist der deutsche Kurs in der Flüchtlingspolitik geprägt von einer kapitalistischen Verwertungslogik. So wird die ‚Flüchtlingskrise‘ bereits benutzt, um den Mindestlohn erneut in Frage zu stellen. Ein effektiver Kampf gegen Rassismus muss daher auch ein gemeinsamer Kampf aller - ob mit Fluchthintergrund oder nicht - gegen die kapitalistische Ausbeutung sein.
Wir werden auch jetzt weitere Möglichkeiten finden, uns den Auswirkungen dieses Unrechtsgesetzes zu stellen!
Abschottung der Grenzen stoppen und legale Einreisemöglichkeiten schaffen!

Das Refugee Protest Camp Hannover lädt in dieser Woche zu zwei Veranstaltungen ein:

1.) Samstag, 05.09., 16 Uhr, Weißekreuzplatz: Demonstration: "Gegen jeden Rassismus! Deutsche Migrationspolitik entlarven!"
https://www.facebook.com/events/485352181626694/

2.) Donnerstag, 03.09., 20 Uhr, Kulturzentrum Pavillon: Eröffnung der Foto-Ausstellung "Fluchtlinien" (zu sehen bis 19.09.) mit Film "Scream
>From The Camp" https://www.facebook.com/events/491981190968815/

1.) Demonstration: "Gegen jeden Rassismus! Deutsche Migrationspolitik entlarven!"

Die Refugees vom Protest Camp am Weißekreuzplatz stellen die Frage: Warum haben diejenigen, die das Leben anderer durch Brandanschläge aufs Spiel setzen, scheinbar mehr Einfluss auf die deutsche Asylpolitik als der Protest derjenigen, die im Fadenkreuz der Angreifer_Innen stehen? (http://www.metronaut.de/2015/08/deutschland-dein-sommermaerchen/)

„Am 5.9. um 16:00 Uhr starten wir am Weißekreuzplatz eine Demonstration, um gegen die Asylpolitik Deutschlands zu protestieren. Die letzte Verschärfung der Asylpolitik ist gerade erst beschlossen, schon stehen neue Einschränkungen bevor (http://www.tagesschau.de/inland/asylgesetz-101.html).
Wir möchten euch alle einladen, uns am 5.9. zu unterstützen.
Refugee Protest Camp Hannover“

Quelle:
https://ageeb1999.wordpress.com/2015/08/27/مظاهرة-كبرى-في-يوم-5-من-معسكر-لاجئين-هان/

2.) Ausstellung "Fluchtlinien"

Die Foto-Ausstellung stellt einige Fluchtgründe und -wege sudanesischer Geflüchteter vom Protestcamp Weißekreuzplatz in Hannover anhand von Fotos und Kurzbiographien dar. Gezeigt werden außerdem Bilder von Lüneburger Künstlern.

Ausstellungseröffnung mit Film "Scream from the Camp":
03.09.2015, 20 Uhr, Kulturzentrum Pavillon
Um 21 Uhr wird der Film eines Aktivisten vom Protestcamp Weißekreuzplatz zur Situation im Sudan und zum Camp gezeigt

Bilder: Dilli Dillmann, Kurt Bader
Fotos: Günter Lietzmann
Texte: Aktivisten vom Refugee Protest Camp Hannover
Redaktion: Mechthild Dortmund

Raschplatzpavillon, Lister Meile 4
03.-19.09.2015

 

Es gibt eine neue sehr bemerkenswerte Initiative. Abseits großer Spendenorganisationen haben sich Blogger_innen zusammengefunden, die für verschieden lokale Projekte Spenden sammeln. Stand heute sind es bereits knapp 80.000 EURO. Schnell direkt und konkrete Hilfe. Spenden läuft über betterplaces.org. Ich finde die Idee gut und werde auch meinen Beitrag leisten.

Hilfe ist wichtig. Mehr solche Initiativen bitte.

www.blogger-fuer-fluechtlinge.de

03.07.2015, 19h, Weißekreuzplatz, Hannover // Kampagne geht in die zweite Runde
siehe auch: http://www.asylistmenschenrecht.de/

Refugees welcome . Flüchtlinge Willkommen
Refugees welcome . Flüchtlinge Willkommen

Europa im Jahr 2015:
Während sich in europäischen Grenzstaaten die Leichen von Geflüchteten in Gefrierkammern stapeln und Überlebende gezwungen werden, dort unter unwürdigsten Bedingungen ihr Dasein zu fristen, arbeitet die deutsche
Bundesregierung an einem Gesetz, das den Umgang mit all jenen Geflüchteten regelt, die es dennoch über diese Grenzstaaten bis nach Deutschland geschafft haben.
Der „Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Neubestimmung des Bleiberechts und der Aufenthaltsbeendigung“ verfolgt vor allem zwei Ziele:

1.) Eine massive Ausweitung der Abschiebehaft für Geflüchtete, die nicht über den Luftweg nach Deutschland gelangt sind, insb. derer, die unter die
sog. Dublin-Verordnung fallen.
2.) Die Erweiterung der Möglichkeiten zur Verhängung eines Einreise- und Aufenthaltsverbots, z.B., wenn die betreffende Person der Ausreisepflicht
nicht nachgekommen ist, was faktisch für alle Geduldeten zutrifft.
Unter dem Eindruck der Pegida-Bewegung möchte Deutschland eine noch effizientere Abschottung gegenüber Hilfesuchenden voranbringen, „um die Zustimmung zur Zuwanderung und der Aufnahme von Schutzbedürftigen in
Deutschland zu sichern und zu stärken“ (Bundesinnenminister Thomas de Maizière).
Derzeit beraten CDU/CSU und SPD im Bundestag über das Gesetz. Der letzte Tag, an dem es vor der Sommerpause zu einem Beschluss kommen könnte, ist Freitag, der 03. Juli. Dies nehmen wir uns zum Anlass, an diesem Tag noch
einmal gemeinsam deutlich zu machen: Wir werden eine weitere Beschneidung des Rechts auf Asyl nicht tatenlos hinnehmen!

NEIN zum neuen Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Neubestimmung des Bleiberechts und der Aufenthaltsbeendigung!
Für ein solidarisches Miteinander zwischen Menschen statt Ausgrenzung.
Euer Bündnis gegen Asylgesetzesverschärfung

Dies ist ein Aufruf an alle Flüchtlinge, Aktivist_Innen und Unterstützer_Innen zu einer Demonstration gegen die geplante Asylgesetzesverschärfung in Deutschland und die unmenschliche Behandlung
der Flüchtlinge durch die deutsche Regierung. Infos zur geplanten Verschärfung des Asylgesetzes im Juni/Juli und der Kampagne dagegen s.u. und auf:
http://www.asylrechtsverschaerfung-stoppen.de/?page_id=130
http://stopasyllaw.blogsport.eu/2015/05/29/update-zum-beschluss-im-bundestag/

Kommt am 21.04. um 17 Uhr zum Ernst-August-Platz in Hannover
Say it loud, say it clear, refugees are welcome here!

Am 19.04. starben über 700 Menschen bei dem Versuch Europa über das Mittelmeer zu erreichen. Dies stellt den vorläufig, traurigen Höhepunkt der fast wöchentlichen Katastrophen dar. Seit dem Jahr 2000 habe mehr als 30.000 Menschen bei dem Versuch die Festung Europa zu erreichen ihr Leben lassen müssen.

Das macht uns traurig. Traurig um die Toten, deren Not so groß war, dass sie selbst den gefährlichsten Weg auf sich nahmen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa. Traurig darum, dass sie wie so viele sterben mussten, weil sich Europa immer weiter militärisch abschottet. Wir sind aber auch wütend. Wütend auf einer Politik, die das nicht nur ignoriert, sondern die den Tod so vieler Menschen in Kauf nimmt, Milliarden in die Abschottung der Grenzen investiert und Hilfsprojekte für Flüchtlinge in Seenot nicht finanzieren will. Und wir sind wütend auf die deutsche Bundesregierung, deren einzige Antwort die Verschärfung des Asylrechts ist.

Aber was regen wir uns auf? Wir könnten es besser wissen. Deutschland, Europa und all die anderen kapitalistischen staatlichen Gebilde haben schließlich nur ihre eigenen Interessen im Blick. Was sind da schon zehntausende Tote, wenn es darum geht, den eigenen Wohlstand zu sichern. "Bis zur letzten Patrone" (Horst Seehofer). Wenn PEGIDA tausende Menschen auf die Straße lockt. Wenn in Deutschland wöchentlich Asylbewerberheime brennen.

Es ist richtig. Diese ganze kapitalistische, rassistische Gesellschaft ist verrückt, ausgrenzend und vor allem tödlich. Um so wichtiger ist es dies nicht einfach hinzunehmen. Sich zu widersetzen. Solidarisch mit den Betroffenen dieser Abschottungspolitik zu sein. Praktische Solidarität zu leisten. Menschen vor den Abschiebbehörden zu verstecken. Sich diesen in den Weg zu stellen. Kämpfenden Refugees materielle Hilfe zu leisten. Und dieses rassistische System anzugreifen. Jeden Tag. Überall.

Kommt am 21.04. um 17 Uhr zum Ernst-August-Platz in Hannover
Say it loud, say it clear, refugees are welcome here!

Teilt die Veranstaltung, ladet Freund_innen ein und kommt zur Kundgebung!

gern verbreite ich die Forderungen der Geflüchteten aus Krumpa/Merseburg weiter. Die Geflüchteten übergaben und erläuterten ihre Forderungen Mitte März dem Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts (english version below).

Ein Ruf aus Krumpa

Die Geflüchteten in Krumpa erheben die folgenden Forderungen an die Zuständigen im Land Sachsen-Anhalt:
1. Dezentrale Unterbringung
Die Isolation im Lager und das andauernde Warten machen das Leben für uns hier sehr schwer. Wir sind in einem Dorf und leben isoliert von der örtlichen Bevölkerung. Es gibt wenig bis keine Möglichkeiten, uns hier zu integrieren.
Die Situation in Krumpa ist schlecht, wir fühlen uns hier wie Gefangene. Drei Personen teilen sich einen Raum und es gibt nur einen Schrank und eine Lampe für alle pro Zimmer. Wenn einer schlafen möchte, die anderen aber nicht, dann muss derjenige warten, bis alle anderen auch müde werden. Die Räume, die der Betreuungs- und Integrationshilfeverein (BIH) im Auftrag des Landkreises bereitstellt, sind kleiner, als es die Bestimmungen des Landes Sachsen-Anhalt vorsehen. Diesen Bestimmungen entsprechend, muss eine Person mindestens 6 m² und soll mindestens 7 m² zur Verfügung haben, in Krumpa sind es lediglich 5 m².
Wir haben nicht genug Kontakt zu den hier lebenden Menschen und viel zu wenig Kontakt zur deutschen Sprache. Die Möbel, die der BIH zur Verfügung stellt sind nicht gut und gehen leicht kaputt.
2. Gemeinschaftsunterkunft – eine Steuergeldverschwendung
Der Saalekreis gibt ca. 700 € für jeden Raum in Krumpa, einschließlich Wasser, Elektrizität und Heizkosten aus (235 € pro Person, drei Menschen teilen sich normalerweise einen Raum). Warum gibt der Saalekreis so viel Geld für ein isoliertes Lager in einem kleinen Dorf aus und nicht in der Stadt, wo es mehr Möglichkeiten gibt? Wir fordern einen besseren Ort zum Leben, wie zum Beispiel in Merseburg. Wir fordern die Behörden auf, dringend Maßnahmen zu ergreifen und uns, die Flüchtlinge aus Krumpa, dezentralisiert in Orten wie Merseburg unterzubringen.
3. Arbeitserlaubnis für Alle
Im Saalekreis dauert es sehr lange eine Arbeitserlaubnis zu bekommen. Es vergehen meist drei Monate, bis eine Arbeitserlaubnis nach Beantragung erteilt wird. In anderen Regionen in Deutschland bekommen Flüchtlinge die Arbeitserlaubnis viel leichter.
Im Saalekreis müssen wir zuerst Arbeit finden und dann bekommen wir die Erlaubnis von der Ausländerbehörde. Wie soll man ohne Arbeitserlaubnis Arbeit finden? Das ist unmöglich.
Wir fordern eine sofortige Arbeitserlaubnis für alle Flüchtlinge mit einem legalen Aufenthaltstitel im Saalekreis.
4. Bildung
Wir haben nicht genügend Zugang zu Bildung. Die 4,5 Stunden Deutschkurs für insgesamt 265 Flüchtlinge in Krumpa im kleinen Clubraum der Gemeinschaftsunterkunft sind zu wenig.
Damit wir uns in die Gesellschaft integrieren können, brauchen wir die Möglichkeit Deutsch zu lernen. Der Sprachkurs, der von BIH angeboten wird ist nicht ausreichend. Wir brauchen bessere Bedingungen, als wir sie in Krumpa vorfinden. Wir brauchen Lehrer, die ausgebildet sind, Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten, damit wir unsere Fähigkeiten verbessern Deutsch zu sprechen.
Wir fordern den vollen Zugang zum deutschen Bildungssystem für alle Flüchtlinge im Saalekreis.
Wir sind hier als Flüchtlinge. Wir wollen in diesem Land leben. Wir warten darauf, nicht mehr in Krumpa leben zu müssen, sondern in dezentralen Unterkünften. Wir warten auf die Möglichkeit zu arbeiten und wir wollen arbeiten, damit wir für unseren Lebensunterhalt selbst aufkommen können. Wir warten darauf, den vollen Zugang zu Bildung zu bekommen, denn Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg! Wir kämpfen dafür vollständig in diese Gesellschaft integriert zu werden.

->weiterlesen “Ein Ruf aus Krumpa. – Forderungen der Geflüchteten in Sachsen-Anhalt” »

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**!! Achtung - Reisewarnung !!*

*Vom 13.-26.10. findet in der gesamten EU eine Polizeioperation unter dem Namen /"mos maiorum"/ statt. In diesen zwei Wochen werden etwa 18.000 Polizisten in enger Zusammenarbeit mit FRONTEX auf Jagd nach Menschen
ohne Aufenthaltsstatus gehen. Sie wollen unsere Migrationswege herausfinden und möglichst viele von uns festnehmen.

Warnt bitte alle Menschen ohne Papiere! Vor allem in Zügen, auf Bahnhöfen, an Flughäfen, auf Autobahnen und an innereuropäischen Grenzen sind vermehrt Kontrollen zu erwarten.*

*Gegen die Festung Europa!*
*Kein Mensch ist illegal!*
*

*

!! travel warning !! *

An EU-wide police operation with the name ?mos maiorum? is taking place from 13th to 26th of October. During two weeks 18.000 police forces will chase people without papers. They want to find out about our migration routes and arrest as many of us as possible.

Please warn all people without papers! Encreased controls are expected in trains, train stations, on airports, on highways and on inner-european borders.

*Against fortress Europe! **
**No one is illegal!*

!! Avertissement !!
Sous le nom de “mos maiorum”, une opération policière aura lieu du 13. au 26.10. dans l’UE entière. En coopération avec FRONTEX, 18.000 policiers vont chasser les sans-papiers pendant ces deux semaines. Ils veulent détecter nos voies de migration et aussi capturer le nombre le plus haut possible de nous. S’il vous plaît, prévenez tous les gens sans papiers!
Il faut s’attendre à plus de contrôles surtout dans les trains, les gares, les aéroports, sur les autoroutes et aux frontières européennes internes.
Non à l’Europe Forteresse !
Personne n’est illégal !

**¡¡ Atención: Advertencia de viajar!!*

*Desde el 13. hasta el 26 de Octubre va a tener lugar en todo el territorio de la Union Europea una acción policial bajo el nombre /"nos maiorum"/.
En esas dos semanas aproximadamente 18.000 policías colaborando con FRONTEXobjetivo van a cazar personas sin permiso de residencia. Su objetivo es identificar vías de migración y detener el mayor número posible.

¡Por favor avisad personas sin papeles! Habra controles sobre todo en trenes, estaciones, aeropuertos, autovías y en las fronteras intraeuropeas.

*¡En contra de la fortaleza Europa!
*¡Ninguna persona es ilegal!

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