Gernikara (baskisch: nach Gernika)

Vom 20.-26. April besuchte eine Delegation von Schüler_innen und Friedensaktivist_innen aus Hannover und Umgebung die baskische Stadt Gernika. Zum 75. Jahrestag der Vernichtung der Stadt durch deutsche und italienische Bomber waren die Teilnehmenden Gast in der Stadt, die wohl wie keine andere für faschistischen Terror und die Brutalität des Luftkrieges steht.

Wie kaum eine andere Stadt steht Gernika (spanisch Guernica) für die Vorbereitung auf das, was die Welt mit dem faschistischen Angriffskrieg Hitlerdeutschlands noch zu erwarten hatte, für Vernichtungswahn und für die spanische Militärdiktatur Francos. Am 26. April 1937 zerstörten Angriffe unter deutschem Oberkommando das kulturelle Zentrum der Basken. 75 Jahre später sind die Wunden nicht verheilt.

Wer im April Gernika besucht, wird sofort feststellen: Das Gedenken an die Bombardierung und Zerstörung der Stadt am 26. April 1937 ist omnipräsent. Überall hängen Plakate, die zu Gedenkminuten, Demonstrationen und Konferenzen aufrufen und Selbstbestimmung für das Baskenland fordern. Ein Rundgang bestärkt diesen ersten Eindruck. Aus vielen Fenstern hängen neben den unvermeidlichen Fahnen des baskischen Fußballvereines Atlethic Bilbao, baskische Fahnen. An zentralen Orten sind große Transparente mit der Aufschrift ‚Autodeterminazio‘ – Selbstbestimmung begleitet von einem Motiv aus Picassos ‚Guernica‘ aufgehängt. Eine Gans als Symbol der Pressefreiheit – so zumindest die populärste Interpretation des Werkes –, da sie immer alles ‚laut herausposaunen und nicht schweigen würde‘ ziert das Plakat. Ebenjenes Symbol ist auch das offizielle Logo der Feierlichkeiten. Überhaupt ist Picassos Gemälde omnipräsent. An vielen Stellen in der Stadt finden sich Ausschnitte, wie die Blume neben dem zerbrochenen Gewehr oder aber das ganze Gemälde, wie in unmittelbarer Nähe des alten Parlamentsgebäudes aus Kacheln gefertigt, versehen mit der Aufschrift „Guernica“ Gernikara („Guernica“ – gemeint ist das Bild – solle nach Gernika). Aber nicht nur der Ort zeigt sich. So üben an einem Platz, der ein wenig an ein altes Amphiheater erinnert, viele Laienschauspieler_innen, junge wie alte, ein Theaterstück, das am 26.04. über die ganze Stadt verteilt das Grauen der Bombardierung nachstellen soll. ->weiterlesen “Gernikara (baskisch: nach Gernika)” »