Springe zum Inhalt

Hannover, 5.-7. April 2019, Naturfreundehaus

Gerne weise ich auf eine Veranstaltung in Hannover hin. Der Bund für soziale Verteidigung (BSV) wird auf der Tagung versuchen Kunst und Frieden zusammenzudenken und welchen Beitrag Kunst in Friedensarbeit und ziviler Konfliktbewältigung leisten kann. Ich werde mit einem Workshopangebot "Denkmäler für Frieden/Deserteursdenkmäler" beteiligt sein.

Hier geht es zu dem Flyer mit dem Programm der Tagung.

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen und das Friedensbüro Hannover starten systematische Recherche zu wegen Desertion, Wehrkraftzersetzung oder Kriegsverrat verurteilten Soldaten in und aus Hannover. Dazu erklären Klaus Falk und Ralf Buchterkirchen, Sprecher_innen der DFG-VK Hannover:

Seit vielen Jahren beschäftigen sich die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Hannover und das Friedensbüro Hannover mit der Erforschung und Würdigung von durch die NS-Militärjustiz verurteilten und hingerichteten Soldaten in und aus Hannover. Bisher sind die Namen von 36 Soldaten aus Hannover und 15 Namen von in Hannover wegen Gehorsamsverweigerung hingerichteter Soldaten bekannt und belegt. Unterstützt von der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Einzelspenden haben wir das Ziel – soweit möglich – die Namen noch unbekannter Opfer der NS-Militärjustiz, die aus Hannover stammten oder dort hingerichtet und auf dem Fössefeldfriedhof beerdigt wurden, zu rekonstruieren. Zu diesem Zweck startet das wissenschaftliche Rechercheprojekt.

Im Herbst werden wir mit den bis dahin erzielten Ergebnissen an die Öffentlichkeit gehen. Mit den Ergebnissen können – so hoffen die Organisator_innen– Schulprojekte entwickelt und eine aktive Erinnerungskultur befördert werden. Ziel ist es – wie von der Stadt Hannover vorgesehen – den Stadtteilfriedhof Fössefeld zu einem zentralen Lern- und Erfahrungsort in Hannover zu entwickeln. Das Projekt wird dazu einen wichtigen Baustein leisten.

Hintergrund:

In Hannover wurden während des Zweiten Weltkrieges von der NS-Militärjustiz verurteilte Soldaten auf dem Gelände der Kaserne Vahrenheide (heute Feldjägerschule der Bundeswehr, Emmich-Cambrai-Kaserne) hingerichtet. Zuvor wurden Sie im Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis am Waterlooplatz inhaftiert. Die hingerichteten Soldaten sind auf dem Stadtteilfriedhof Fössefeld beerdigt.

In jahrelanger Kleinarbeit hat Klaus Falk die Daten einzelner Soldaten erforscht und über umfangreiche Recherchen die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass der wegen „Wehrkraftzersetzung“, „Kriegsverrat“ oder „Desertion“ in Hannover hingerichteten Soldaten gedacht wird. Auf Basis dieser Daten hat Ralf Buchterkirchen im Jahr 2011 eine wissenschaftliche Abhandlung zur NS-Militärjustiz veröffentlicht, die ausgehend von einer regionalen Perspektive einzelne Biographien thematisiert und so der Allgemeinheit zugänglich macht (Buch: „…und wenn sie mich an die Wand stellen…“ – Desertion, Wehrkraftzersetzung und Kriegsverrat von Soldaten in und aus Hannover, Neustadt 2011).

Seit 1990 (von der Stadt 1992 als Schenkung angenommen) existiert ein Denkmal „Für den unbekannten Deserteur“. Es war auf dem Trammplatz direkt gegenüber dem Neuen Rathaus positioniert. Im Zuge der Umgestaltung des Platzes im Jahr 2015 wurde es entfernt. Die weitere Verwendung ist noch nicht geklärt. Ebenfalls im Jahr 2015 wurde durch die Stadt Hannover ein Denkmal auf dem Stadtteilfriedhof Fössefeld errichtet. Damit wurde der ehemalige Garnisionsfriedhof zu einem Gedenkort für die hingerichteten Opfer der NS-Militärjustiz erhoben.

Am 24. November wurde in Hamburgs Innenstadt das Deserteursdenkmal eingeweiht.
Schon im Jahr 2010 wurde bei einer öffentlichen Veranstaltung in Ohlsdorf, wo die Willi-Bredel-Gesellschaft an 68 namentlich bekannte Opfer der NS-Militärjustiz erinnert hatte, die Frage gestellt, wo denn in Hamburg ein Gedenkort für die hingerichteten Deserteure entstehen sollte. Hier kam erstmals der Vorschlag auf, solch einen Gedenkort beim Kriegsklotz am Dammtor zu errichten. Es sollte noch einige Zeit dauern, aber nun ist es endlich so weit.
Hamburg hat einen Gedenkort für Deserteue und andere Opfer der NS-Militärjustiz. Vor dem Kriegsklotz steht nun eine kleine Mauer mit der Aufschrift: "Der zweite Weltkrieg war ein Anggriffs- und Vernichtungskrieg, ein vom nationalsozialistischen Deutschland verschuldetes Verbrechen". Dieser Beschluss des Bundestages vom 15.Mai 1997 steht damit sinnbildlich für den neuen Umgang. Seitlich des Kriegsklotzes in direkter Erwiderung des dort angebrachten Spruches "Deutschland muss leben und wenn wir sterben müssen" verästeln sich am neuen Deserteursdenkmal die Worte Helmut Heißenbüttels des Textes Deutschland 1944. - eine Installation die zum Blickwinkel verschieben, nachdenken und hinterfragen einlädt. Ergänzt wird das Denkmal durch eine integrierte Hörcollage, die mit Lebensdaten der Hingerichteten aufwartet. Alles in allem eine rundum spannende und moderne Gedenkinstallation. Schade nur das Hannover nicht den Mut hatte einen ähnlichen offenen Weg zu gehen.
Begleitet wurde die Eröffnung - gehalten vom Hamburger Bürgermeister Scholz und dem Deserteur Ludwig Baumann - von der Forderung einiger DFG-VK Aktiver für ein Asylrecht für Deserteure, verbunden mit der Forderung, die Bundeswehr abzuschaffen.

breuste3Leider konnte die DFG-VK, obwohl jahrelang maßgeblich an der Forschung und Problematisierung des Gedenkens an von der NS-Militärjustiz verurteilte "ungehorsame" Soldaten beteiligt, keinen Redebeitrag bei der Einweihung eines Denkmals für Deserteure halten. Deshalb hier dokumentiert - die nicht gehaltene Rede:

Heute gedenken wir hier der Menschen, die sich aus ganz individuellen Gründen der Kriegslogik entzogen: Sei es aus die Erkenntnis, dass militärische Mittel keine Lösung sind, sei es erlittene Schikane, sei es Kriegsmüdigkeit oder um es mit Alfred Andersch zu sagen: Der Wille zum Leben. Wir gedenken hier und heute der Menschen, die wegen Desertion, wegen sogenannter Wehrkraftzersetzung oder Kriegsverrat verurteilt und hingerichtet wurden. Hubert Breitschaft, dem Lehrer aus Cham wurde zum Verhängnis, als Reaktion auf die Information zum gescheiterten Hitlerattentat gesagt zu haben: „Schade, dass es ihn nicht erwischt hat! Der Kerl hat schon zu Viele ins Unglück gestürzt.“ Auf dem Waterlooplatz im Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis erlebte er seine letzten Tage, bevor er ‚An der Kugelfangtrift‘ – auf dem Gelände der heutigen Emmich-Cambrai-Kaserne - am 12.Dezember 1944 erschossen wurde Er liegt hier auf dem Fössefeldfriedhof begraben.

 

Anton Biesterfeld aus dem holländischen Breda ertrug die Schikanen seiner Kameraden nicht und versuchte zu fliehen. Auch er wurde in Hannover hingerichtet und liegt hier begraben. Zwei Beispiele von Vielen.

Die Täter – die Richter, die Gerichtsherrn, die NS-Militärjustiz - gingen komplett straffrei aus. Die vollständige Rehabilitierung der Opfer der NS-Militärjustiz dauerte hingegen noch bis 2009. Erlebt hat das von den Opfern, die damals überlebten, fast niemand mehr.

Jeder, der sich der Wehrmacht entzog, wusste was er tat. Die NS-Militärjustiz war allgegenwärtig, in kurzen Zeitabständen erfolgten Belehrungen für jeden Soldaten. Es war immer die einzelne individuelle Entscheidung „NEIN“ zu sagen. Humanität beispielsweise gegenüber Häftlingen zu zeigen galt bereits als Kriegsverrat. Bedroht waren auch die, die desertierten. Dass Zehntausende es dennoch taten, sich dafür entschieden ihr Leben zu riskieren – jeder für sich -, zeigt, dass die persönliche Entscheidung zum Leben über der Willkür des Militärs stehen kann. Jede dieser Taten war ein wenig Sand im Getriebe, war – aus was für Gründen auch immer - eine Tat gegen die militärische Logik und damit gegen Krieg als Mittel der Politik. Das Gedenken, das Nachdenken über diese mutigen Menschen und ihre Entscheidungen wirft auch für die heutige Zeit und für heutige Entscheidungen Fragen auf: Fragen nach der persönlichen Moral und nach der Sinnhaftigkeit des Krieges. Es stellt sich auch die Frage nach Alternativen. Dazu gehören die aktuellen Entscheidungen von Soldatinnen und Soldaten oder zivilen Beschäftigten, sich der Logik von Befehl und Gehorsam zu entziehen. Dazu gehörte und gehört auch, sich als ungerecht empfundenen Kriegen bzw. Militäroperationen zu entziehen. So haben es beispielsweise amerikanische und deutsche Soldaten im zweiten und dritten Golfkrieg getan, ebenso wie Deserteure im damaligen Jugoslawien und anderswo.
Auch in der heutigen Ukraine verweigern sich Soldat_innen dem Kampf im ‚Geschwisterkrieg‘.

In Hannover hat das Gedenken an Deserteure zumindest etwas Tradition. Bereits 1990 wurde ein Denkmal für den Unbekannten Deserteur aufgestellt. Jetzt liegt es an uns, dieses neue Denkmal zu nutzen, um die Auseinandersetzung um Gewissen, Menschenwürde und Toleranz, zur Frage nach Motiven und Rahmenbedingungen von Kriegen zu führen. Wir wollen dieses Denkmal zum Anecken und Hinterfragen scheinbar nicht hinterfragbarer Kategorien nutzen, ohne das alte Denkmal zu vergessen. Um abschließend noch einmal Alfred Andersch zu zitieren:
„Die meisten Desertionen geschahen […] aus dem Willen, zu leben“.

Heute wurde auf dem Stadtteilfriedhof Fössefeld das vom Ehepaar Breuste geschaffene Denkmal "Ungehorsam 1933-1945" eingeweiht, sowie eine Informationstafel aufgestellt. Damit wird der Ort auch nach außen sichtbar eine Ort des Gedenkens und Mahnens an Deserteure. Offen ist jedoch weiterhin das Schicksal des alten Deserteursenkmals auf dem Trammplatz, welches im Sommer 2014 entfernt wurde. Hier muss dringend die Auseinandersetzung erfolgen. Erfreulicherweise machte Hansjoachim Kreter von der städtischen Erinnerungskultur zwei weitere Punkte deutlich. Dringend müssen, so Kreter auch am Waterlooplatz - dem Ort an dem das Wehrmachtuntersuchungsgefängnis stand - und an der Emmich-Cambrai-Kaserne - dem Ort der Erschiessung - Hinweistafeln oder andere Formen des Erinnerns angebracht werden.

Besonders bewegend an der Veranstaltung war die Anwesenheit der Tochter des wegen Wehrkraftzersetzung in Hannover hingerichteten Soldaten und Lehrers Hubert Breitschaft, Elizabeth Wiehr.

Am 9.Mai um 11.00 Uhr wird auf dem Stadteilfriedhof Fössefeld ein Denkmal und eine Informationstafel enthüllt, die an die Soldaten des zweiten Weltkrieges erinnern soll, die wegen Desertion, „Kriegsverrats“ oder sogenannter Wehrkraftzersetzung verurteilt und in Hannover hingerichtet wurden.

Dazu erklären die Sprecher_innen der Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Hannover Brunhild Müller-Reiß und Ralf Buchterkirchen:

Nachdem im Zuge der Umbaumaßnahmen das „Denkmal für den unbekannten Deserteur“ sang- und klanglos verschwand, wird nun in Umsetzung entsprechender Beschlüsse städtischer Gremien ein Kunstwerk des Ehepaars Breuste auf dem Stadtteilfriedhof Fössefeld aufgestellt, gewidmet den „ungehorsamen Soldaten 1937-1945“. Es wird zusammen mit einer Informationstafel am 9.Mai eingeweiht. Damit wird endlich wieder ein Ort geschaffen, an dem denjenigen gedacht werden kann, die von der NS-Militärjustiz wegen Ungehorsams verurteilt wurden. Für die DFG-VK Hannover, die seit Jahrzehnten zu diesem Thema arbeitet und die sich am Diskussionsprozess und an der Erarbeitung der Informationen der neuen Gedenktafel beteiligt hat, ist der neue Gedenkstein wichtig, aber nur ein erster Schritt. Bedeutsam ist es nun, dass dieser Ort durch Veranstaltungen und Bildungsangebote zu einem zentralen Ort des Gedenkens und Nachdenkens in Hannover wird! Gleichzeitig ist es dringend nötig, dass das Denkmal für den unbekannten Deserteur wieder eingerichtet wird, um einen zentralen Ort in der Stadt als Ort für Diskussion und Würdigung für diejenigen, die sich militärischer Logik widersetzen, zu haben. Die Gedenktafel auf dem Stadtteilfriedhof Fössefeld ist wichtig. Ein Friedhof ist aber ein Ort des Gedenkens, weniger des Streitens. Von daher braucht es zusätzlich einen zentralen Ort zur Diskussion im städtischen Raum. Dafür wird sich die DFG-VK Hannover auch im Folgenden einsetzen.

An der Gedenkveranstaltung wird die Tochter von Hubert Breitschaft, Felicitas („Lizzy“) teilnehmen. Hubert Breitschaft dem Lehrer aus Cham wurde zum Verhängnis, dass er als Reaktion auf die Information zum gescheiterten Hitlerattentat sagte: „Schade, dass es ihn nicht erwischt hat! Der Kerl hat schon zu viele ins Unglück gestürzt.“ Hubert Breitschaft wurde in Hannover hingerichtet. Ein Gnadengesuch seiner damals elfjährigen Tochter Lizzy wurde ignoriert. (Ausführlicher: Ralf Buchterkirchen, „‚... und wenn sie mich an die Wand stellen‘ – Desertion, Wehrkraftzersetzung und ‚Kriegsverrat‘ von Soldaten in und aus Hannover 1933-1945; Neustadt a.R.: AK Regionalgeschichte.)

Die gute Nachricht vorneweg: Der Kulturausschuss der Stadt Hannover, hat (teilweise) gegen die Stimmen der CDU am heutigen 19.9.2014 die Errichtung des Deserteursdenkmal auf dem Stadteilfriedhof Fössefeld beschlossen. Damit endet ein zweijähriger Prozess, bei dem am Ende ein mehr schlecht als rechter Kompromiss herauskam.

Noch einmal zur Erinnerung: Seit Anfang der 90er Jahre steht ein Denkmal für den unbekannten Deserteur – initiiert von einer Friedensinitiative auf dem dem Trammplatz. Das Denkmal – nicht für einen solchen langen Zeitraum ausgelegt, war als solches jedoch kaum noch zu erkennen und wurde im Juli 2014 im Rahmen der Baumaßnahmen zur Umgestaltung des Platzes vor dem Rathaus entfernt und auf den Bauhof verbracht.

2012 beschloss der Kulturausschuss, das ein Denkmal neu ausgeschrieben und in einem Wettbewerb das vorhandene ersetzen solle (ausführlich dazu hier). Stattdessen schlug die Verwaltung im Antrag 1645/2014, welcher am 19.09.2014 im Kulturausschuss beschlossen wurde, vor, das ein Kunstobjekt auf dem Fössefeldfriedhof aufgestellt werden solle. Dieses Denkmal wurde vom Künstler_innenehepaar Breuste konzipiert und trägt den Titel 'UNGEHORSAM 1939-1945'.

Parallel – so sieht es der Beschluss vor – wird eine Informationstafel aufgestellt, die einen erläuternden Text enthalten soll. Dieser Text wurde federführend von der Otto-Brenner-Akademie unter Mitwirkung der DFG-VK bzw. des Friedensbüros erstellt und stand mit zur Abstimmung.

Soweit so unspektakulär. Bereits im Juli sollte dieser Entwurf abgestimmt werden, da hatte aber die CDU etwas dagegen. Für die Septembersitzung des Kulturausschusses brachte sie folgerichtig einen Änderungsantrag ein.

Zu Beginn der Sitzung bat Klaus Falk im Rahmen der Einwohner_innenfragestunde, sich des Andenkens an die wegen Desertion, Wehrkraftzersetzung oder Kriegsverrat hingerichteten Soldaten wegen über kleinere inhaltliche Differenzen hinwegzusehen und dem Beispiel Kölns zu folgen und einstimmig für die Einrichtung des Deserteursdenkmals zuzustimmen.

Leider war die Hoffnung vergebens. Die CDU forderte in ihrem Antrag, das an prominenter Stelle in der Hinweistafel ein Text eingefügt werden soll: „Fahnenflucht ist in allen demokratischen Staaten ein Verbrechen. Erinnert werden soll daher an diejenigen Menschen, die sich mit ihrer Desertion oder ihrem sonstigen Verhalten ausdrücklich im Widerstand gegen ein Unrechtssystem positionieren wollten.“

Begründet wurde dies damit, das im Gedenkteil nicht ausdrücklich genug auf die NS-Zeit hingewiesen worden sei und der Eindruck vermittelt würde, Desertion sei immer gutzuheißen.

Vom inhaltlichen Unsinn abgesehen – schließlich ist Desertion beispielsweise im deutschen Recht maximal ein Vergehen – versuchen die Christdemokraten das Denkmal umzudeuten und gerade die einzelne individuelle Sicht, die individuelle Entscheidung, die meist gerade nicht politisch besetzt war zum Verschwinden zu bringen. Oder um es mit Alfred Andersch zu sagen: Der Wille zum Leben.

In ihrer mündlichen Begründung wurden sie noch deutlicher: Es wäre problematisch, einzelnen Opfergruppen zu gedenken, da andere damit implizit herabgewürdigt würden.

Entsprechend war der Widerspruch aller anderen Parteien (B90/Grüne, SPD, Linke und FDP). So sagte der Vertreter der Grünen: Desertion sei ein Menschenrecht, wie das Recht auf Überleben“.

Der CDU Antrag wurde gegen die Stimmen der einreichenden Fraktion abgelehnt. Entsprechend lehnte die CDU – entgegen dem eingangs zitierten Wunsch von Klaus Falk – den Antrag zur Aufstellung einer Informationstafel ab. Die anderen Parteien waren einstimmig dafür. Beim Antrag über die Aufstellung des Breuste-Denkmals konnte sich nur der schon bisher als Scharfmacher in Erscheinung getretene Stadtrat Fischer von der CDU nicht durchringen, dem Antrag seine Zustimmung zu geben.

Abschließend muss der Antrag noch in den Verwaltungsausschuss, dort dürfte die Verabschiedung nur noch eine Formalie sein. Mit einer Aufstellung ist witterungsabhängig im November oder im nächsten Frühjahr zu rechnen.

Bleibt die Frage: Wie jetzt weiter. Zum Einen ist dringend zu klären, wie es mit dem vorhandenen alten Denkmal weitergeht und es nicht still und leise verschwindet. Zweitens müssen sich alle am Thema Interessierten – so wie es der Antrag vorsieht – zusammensetzen, um den Gedenkort Fössefeldfriedhof zu einem wirklichen Ort des (Ge-)denkens und Mahnens zu machen.

Ich stimme der Nutzung meiner Daten, gemäß Datenschutzhinweis zu

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen