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Er hat es schon wieder (nicht) getan. Der CSD Hannover, der auch schon vor einigen Jahren damit auffiel, auf politische Inhalte zu verzichten, wird sich auch in diesem Jahr nicht als politische Veranstaltung präsentieren und nicht für die Rechte intergeschlechtlicher, transgender, lesbischer, schwuler, queerer Menschen streiten. Lieber rückt man sich mit dem Schirmherren, dem Fußballverein Hannover 96,  in der Stadtgesellschaft ins richtige Licht – Anecken verboten! (Wobei ich niemanden unterstellen möchte, dass die Schirmherrschaft etwas mit den mangelnden Inhalten zu tun hat). ->weiterlesen “Auch 2017! Warum ich nicht zum CSD Hannover gehe” »

Dieses Wochenende ist wieder CSD-Zeit. Wir inzwischen schon fast traditionell finden über die Pfingsfeiertage die CSD-Feierlichkeiten in der niedersächsischen Landeshauptstadt statt. Nachdem die eher als Partyveranstalter_innen den als politische Akteure aufgefallenen Macher_innen der letzten CSD#S von Warmfront e.V. den Staffelstab an den Andersraum übergeben haben ist eine deutliche Fokussierung hin zu politischen Themen zu konstatieren.

Unter den Motto:Welcome. wird explizit auch die laufenden rassitischen Debatten gegen Flüchtende Bezug genommen und sich offensiv gegen Pegida, AfD und andere Rechtsradikale gewandt. Leider bleiben die offiziellen politischen Forderungen etwas dahinter zurück, das soll aber nicht den positiven Gesamteindruck trüben. Man darf gespannt sein, wie die positive queere und antirassistische Agenda Straßenfest und Umzug beeinflußen. Ich hoffe auf ein starkes Signal gegen die Aufhetzung verschiedener Minderheiten gegeneinander, wie sie von rechter Seite betrieben wird. Man denke hier nur an den auch in der schwulen Szene stark verbreiteten antimuslimischen Rassismus.

Der Umzug ist am 14.5. ab 14:00 Uhr, das Strassenfest am Folgetag ab 15:00 Uhr auf dem Opernplatz. Nicht vergessen werden soll an dieser Stelle natürlich auch nicht das ESC-Open-Air am Samstag auf dem Opernplatz.

Alle Infos finden sich auf der Seite des Andersraums: www.andersraum.de/csd

 

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Am Pfingstwochende fand der CSD Hannover statt. Wie jedes Jahr stellt sich die Frage: Will ich teilnehmen?

Das Motto ist wenig beherzt und nicht politisch – „Liebe ohne Grenzen – Liebe zur Vielfalt“ sagt alles und nichts aus. Mein Blick geht vom Motto aus weiter und ich suche nach Forderungen – vergebens. Weder hat der CSD Hannover einen Forderungskatalog, noch zeigen die Organisierenden Interesse an einer politischen Demonstration. Auf der Homepage des CSD wird die Parade mit ein paar dürren Worten abgespeist, hingegen wird breit für kommerzielle Angebote in den nächsten Wochen geworben. Und hier zeigt sich keineswegs gelebte oder geliebte ‚Vielfalt‘. Statt mit Geschlechtervielfalt wird nur mit den ewig gleichen gestylten Männer geworben, genau wie auf den allmonatlich gleichen und stets langweiligen Ausgaben der hannover’schen Schwulen-Zeitschrift „Gay-People“. Immerhin gibt es noch den Link „Szene“ auf der Homepage des CSD-Hannover. Ich habe noch etwas Hoffnung, immerhin waren zuletzt die queeren Regisseure Aydın Öztek und Aykan Safoğlu in Hannover, mit ihren queeren politischen Kurz- bzw. Dokumentarfilmen, die international gewürdigt sind. Und immerhin gibt es auch einige Orte, an denen zumindest randständig auch Politik in der lesbischen und schwulen Szene Hannovers eine Rolle spielt, wenn auch Möglichkeiten für Trans* und Inters* noch immer (nahezu) völlig fehlen. Doch bei der Szene, die der CSD Hannover kennt, bleibt der erhoffte leichte politische Aufschlag aus. Auf der Homepage heißt es nur kurz und knapp und ich zitiere vollständig: „Szene in Hannover: Neben regelmäßigen Partys & Events hat Hannover eine Reihe an schwul-lesbischen Locations. Fever Club (Club/Discothek), Caldo (Cocktailbar), Café Konrad (Café), Martinos (Bar)“. Nur die kommerziellen Schuppen – krass! Es zeichnet sich eine klare Szenerie: Cis*-Männer der Mittelklasse, schwul, weiß bespaßen sich selbst. Mich juckt es, endlich eine Gegendemonstration anzumelden, denn weiße cis*-Männer dominieren ohnehin die ganze Gesellschaft, meist auf Kosten von ‚Vielfalt‘.

Ich bin ärgerlich, hatte ich doch erwartet, dass zumindest die kleineren Regional-CSDs noch etwas politisch sind und sich eben mit klaren Forderungen für ‚Vielfalt‘ und gegen Diskriminierungen wenden, gerade auch mit Blick auf die in der Gesellschaft Prekarisierten, also arme Lesben und Schwule, Trans* und Inters*, Queers of Color. Gegen Rassismus, gegen Transphobie, gegen die nationalistische Vereinnahmung schwuler und lesbischer Kämpfe – das wären aktuelle Forderungen. Unterstützungsangebote für Trans* und Inters* müsste es endlich auch in Hannover geben – immerhin zeigen bundesweite und europaweite Studien enorm hohe Raten an Suizid-Versuchen unter diesen Personengruppen, je nach Studie haben zum Beispiel 30 Prozent der Trans* mindestens einen Suizid-Versuch hinter sich. Es wurde gerade für Hannover gezeigt, dass die Aufklärungsangebote, die sich an Lesben und Schwule richten, nur von solchen der weißen Mittelklasse in Anspruch genommen werden, wogegen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund nicht erreicht werden. Das sind immerhin 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Hannover, und sie haben offenbar keinen Zugang zu Beratungsmöglichkeiten, weil schon die Werbemittel der Beratungsstellen selbst ausschließlich weiß und klar zweigeschlechtlich normiert sind und konkrete Problemfelder, die Queers of Color betreffen, nicht ansprechen, nämlich rassistische Diskriminierung in der Schule, bei der Ausbildungsplatz- und Jobsuche, bei der Wohnungssuche. Aber nicht nur in den kulturellen Codes, die die Beratungsstellen – und in besonders starkem Maß der CSD-Hannover – nach außen darstellen, zeigt sich die Teilhabe an der ‚normalen‘, weißen Mittelklasse und ihren Ausschlüssen, sondern auch in der Stellenbesetzung. In der lesbisch-schwulen Aufklärungsarbeit haben Queers of Color offenbar bisher keine Chance, einen Job zu erhalten. Auch das gilt es endlich zu ändern!

Es wären also Forderungen nötig. Aber bereits im Vorfeld des CSD Hannover zeichnete sich für mich ab, dass es vermutlich nicht emanzipatorisch sein kann, zum CSD zu gehen. Eine Mail des Vorstands des lesbisch-schwulen Vereins Leinebagger, in dem auch ich in der Sparte Fußball organisiert bin, machte mich stutzig. In der Mail, in der um die Unterstützung bei der Präsentation des Leinebagger-Vereins beim CSD Hannover geworben wird, heißt es: „Dabei geht es gerade nicht um schrille Outfitsoder verrückte Aktionen - auch wenn diese natürlich auch willkommen sind 🙂 Wir wollen zeigen, wie ‚normal‘ ein schwul-lesbischer Sportverein in Norddeutschland 2014 aussieht.“ Normalität zeigen, so heterosexuell wie möglich sein, Tunten, Trans * unwillkommen. Das ist die unterschwellige Botschaft. Weiß, mehrheitsdeutsch, unauffällig – halt nur mit dem Makel schwul oder lesbisch. Das ist die Realität 2014. Die heteronormative Gesellschaft hat gewonnen.

Aber es kommt noch besser. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung zitiert den Mitveranstalter des CSD Hannover, Lutz Rädecker: „In Hannover haben wir aber keine Probleme“. Wozu dann noch demonstrieren? Die Aussage Rädeckers ist so dumm wie falsch und zeigt einmal mehr, dass es den Veranstaltenden offenbar nur um Marketing für die kommerzielle Szene ging. Einige Beispiele für notwendige politische Forderungen habe ich bereits angeführt. Es gibt guten Grund für Demonstration und Streiten für Veränderung – gerade in Hannover. In Hannover gibt es nicht einmal eine vernünftige psychosoziale Beratung für Lesben und Schwule, also eine die ihre Beratung über die gesamte notwendige Zeit für die Ratsuchenden kostenlos anbietet. Angebote für Trans* und Inters* fehlen ganz. Menschen mit Migrationshintergrund werden durch Mängel im Beratungssystem praktisch gar nicht erreicht. Last but not least. Wer sich offen lesbisch oder schwul in Hannover zeigt, hat mit Pöbeleien und Anfeindungen durch Rechte zu kämpfen. Gehen meine Freunde und ich händchenhaltend oder küssen uns mal, dann werden wir regelmäßig beschimpft, oft von einem Neonazi-Pärchen.

Auch ein Blick weiter auf Niedersachsen hilft, Missstände wahrzunehmen, gegen die es zu streiten gilt. Als 2012/13 in Sachsen-Anhalt ein Gesetz eingeführt wurde, dass die Zwangstestung auf HIV und Hepatitis ermöglicht, gab es einen Aufschrei in der schwulen Community. Immerhin werden damit auch Schwule bedroht, insbesondere diejenigen, die ‚dreckigen‘ Sex suchen, an ungewöhnlichen Orten, anstatt im bürgerlichen ehelichen Paarmodell. Und diejenigen, die of Color, häufigeren Polizeischikanen ausgesetzt sind. Zu Sachsen Anhalt gab es Aufschrei – in Niedersachsen besteht ein solches Gesetz schon lange (seit 2007) und es regt sich kein Widerstand dagegen. Und warum gibt es keinen Aufschrei dagegen, dass HIV-positive Menschen immer stärker kriminalisiert werden und teils sogar dann staatlich mit Strafe bedroht werden, wenn sie alle Safer-Sex-Ratschläge der Aids-Hilfen beachten.

Aber hier tätig zu werden, sich für ausgegrenzte Queers einzusetzen, passt wohl nicht ins Kommerz- und Mittelklasse-Programm. Man ist lieber Teil bürgerlicher Norm und Ausgrenzung. Und dann macht auch der Satz des CSD-Mitveranstalters Sinn, „In Hannover haben wir aber keine Probleme“. Kurz: Man ist angekommen – im deutschen rassistischen und zwei-geschlechtlich normierten Mainstream und kämpft nicht gegen Seinesgleichen.

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Als die Kämpfe in der Christopher Street - getragen von People of Color der Arbeiterklasse und Drag queens (und eben nicht dem weißem bürgerlich schwulen Mainstream) in New York ausbrachen,die später zur Initalzündung einer lesbisch-schwulen - teilweise queeren - Bewegung werden sollten, ahnte noch niemand, was sich nun - einige Jahrzehnte später unter dem Label der Kämpfe abspielen sollte. OK seit Jahren ist der CSD in vielen Ländern zur weitgehend unpolitischen Parade verkommen, bestenfalls geht es um Gleichheitsrechte zur bürgerlichen Ehe. Wirksame Antidiskriminierungsmassnahmen, die Rechte von Trans* und Intergeschlechtlichen Menschen spielen seit Jahren eine untergeordnete Rolle, wie alle Forderungen, die nicht einen weißen bürgerlichen Mittelklassemainstream betreffen.

Für die Bundesrepublik hat Berlin hat jetzt eine neue Stufe der Anpassung an diejenigen gefunden, die es einst zu bekämpfen galt - staatliche Institutionen und ihre Repressionsorgane. Eröffnet von Botschaftern (also den Vertretern der jeweiligen Regierungen) verschiedener Länder und begleitet von einem Truck der niederländischen Armee(!) ging es diesmal auf die Route. Militärische Einheiten (seien sie schwul oder nicht) als Demonstrationsteilnehmer auf einem Christopher Street Day -  wie tief ist diese einstmals so wichtige politische Veranstaltung gesunken? Die Anwesenheit der Militärs ruft keinen Protest hervor. "Mein Land war im Juli 1995 zuständig für den Schutz der UN-Sicherheitszone in Srebrenica, als dort 8.000 Menschen ermordet wurden. Aber jetzt heult mal nicht so rum. Wir waren halt da, was ich dort gemacht habe, ist nicht von Interesse" so ein Kommentar der Militärischen - unkritisiert und positiv begleitet im Tagesspiegel. Offensichtlich gar kein Problem, das auf einer lesbisch-schwulen Demonstration fürs Morden geworben werden darf.

Der Berliner CSD ist da nicht einmal Vorreiter. Beim Gay Pride in Amsterdam fahren seit Jahren niederländische Soldaten mit.  In den USA wurde ein Drohnenhersteller zum größten Geldgeber einer LGBT-Kampagne und der CSD Verein in San  Francisco bekräftigt seine Treue zum amerikanischen Militär und  erklärt den schwulen Whistleblower Bradley Manning zum Verräter.

All das reiht sich ein in ein Konzept des Homonationalismus, der Integration von Homorechten in nationalistische Diskurse. Rechte von Lesben und Schwulen werden für weltweite Interventionen missbraucht und als Argumentation herangezogen - auch von Politiker_innen denen die Rechte gleichgeschlechtlich Liebender bestenfalls egal sind. Mit Homo- und Frauenrechten soll so eine moralische Überlegenheit demonstriert werden um weltweite Interventionsinteressen zu festigen.

Der Berliner CSD hat damit offensichtlich kein Problem. Wird Zeit, das sich dafür Gegenpositionen finden.

erscheint in Rosige Zeiten 146

Dachte mensch, das der Christopher Street Day (oder Gay-Pride, wie er insbesondere aus Marketing-Gründen inzwischen mancherorts heißt) zu einem alljährlich wiederkehrenden Ritual geworden wäre, das nichts Neues biete und insbesondere der Selbstpräsentation der schwul-lesbischen Szene diene, so zeigen die beiden größten CSD’s in der Bundesrepublik, dass CSD’s weiterhin politische Sprengkraft in sich tragen – was allerdings nicht immer gut sein muss.
Auf der einen Seite wollte der Berliner CSD die CDU von der Parade ausschließen. Begründet wurde dies mit ihrer Politik der letzten Jahre, insbesondere den „verfassungswidrigen Entscheidungen“ der Bundespartei, die trotz mehrerer Urteile des Bundesverfassungsgerichts immer noch an einer Restdiskriminierung von Lesben und Schwulen, unter anderem in Bezug auf Eingetragene Lebenspartnerschaft und Adoptionsrecht, festhält. Der vom Berliner CSD entsprechend vorgesehene Ausschluss der CDU ist damit konsequent – allerdings brach ein Streit darüber aus, ob es denn sinnvoll sei, die CDU und ihren Homoableger LSU (Lesben und Schwule in der Union) wegen ihrer Politik nicht an der Parade teilnehmen zu lassen. Für einen Eklat in der Debatte sorgte ausgerechnet der Mehrheitsbeschaffer der konservativen Unions-Politik: die FDP. Ralf Fröhlich, Bundesvorstandmitglied der Liberalen Schwulen und Lesben verglich bei einer Podiumsdiskussion zum Ausschluss das Vorgehen des CSD’s mit den Bücherverbrennungen der Nazis: „Hier soll zwischen guten und schlechten Mitgliedern einer Partei unterschieden werden. Wir haben den Jahrestag der Bücherverbrennung. Da wurde auch zwischen schlechten und guten Büchern unterschieden.“ Das sorgte berechtigt für Entrüstung – und der Podiumsgast Klaus Lederer (Die.Linke) verließ aus Protest die Veranstaltung. Der Protest der CSD-Organisatoren war aber nur von kurzer Dauer. Nachdem die LSU zusicherte, den Schwerpunkt mehr auf ihre eigene Tätigkeit als Arbeitsgemeinschaft und nicht auf Werbung für die Mutterpartei zu legen (wie auch immer das gehen soll) genehmigte der CSD Berlin doch die Teilnahme eines LSU-Wagens an der Parade.
Ungleich unangenehmer ist, was derzeit in Köln passiert. Öffentlichkeitswirksam hat die rechtsextremistische Partei Pro Köln einen Wagen beim Kölner Christopher Street Day angemeldet, obwohl sie offen gegen die Gleichberechtigung homosexueller Lebensweisen und gegen die Förderung lesbischer/schwuler Projekte eintritt. Aggressiv vertritt die mit fünf Ratsmitgliedern im Kölner Stadtrat vertretene Partei rassistische und ausländerfeindliche Positionen und wendet sich explizit gegen ein solidarisches Miteinander in der Gesellschaft.
Aber genau hier findet sie den Ansatzpunkt zur Begründung für ihre Teilnahme. An rassistische Positionen in der lesbischen und schwulen Szene – etwa das Berliner Projekt Maneo (vgl. ROZ 112, „Maneo: Opfertelefon auf Feindbildsuche“ und Queer.de 2010 „Maneo-Umfrage gezielt manipuliert?“ – anschließend, möchte sie einen Spaltkeil zwischen die rassistisch diskriminierten Menschen auf der einen und die auf Grund der sexuellen Orientierung und der geschlechtlichen Identität Benachteiligten auf der anderen Seite zu treiben. Das taktische Manöver ist klar: Geteilte Kämpfe gegen Diskriminierung sind maximal halb so stark. Dass tatsächlich eine offene und plurale Gesellschaft entsteht, wird damit unwahrscheinlicher, was ganz im Sinne Rechtsextremer ist. Ziel von Pro Köln ist es offensichtlich, die Angst vor homophober Gewalt in eine ausländerfeindliche bzw. antimuslimische Angst zu kanalisieren. Sie beruft sich dabei auf Zahlen, die durch keine seriösen Quellen belegt sind (mehr dazu später). ->weiterlesen “Rechtsextremisten beim CSD?” »

Judith Butler bringt es auf den Punkt und kritisiert Ausschlüsse und Rassismus:
Warum wird nur noch gefeiert, dass etwas mehr Rechte für die Homo-Ehe herausspringen, dass sich nun auch langsam die konservativsten Lesben und Schwulen outen und dass Homosexualität zur Begründnung von Kriegen herangezogen werden darf?

Der eigentliche, der transgeniale CSD kritisiert all dieses noch, fordert andere Politik, ökonomische Umverteilungen, ein Ende von Rassismus und Sexismus, und von Kriegen. Vielfältige Lebensweisen sollen möglich sein, statt Ehe zu fordern. Sexistische, rassistische, homophobe Diskriminierungen sollen ein Ende haben.

Die konservative Abspaltung des Berliner CSD, die am Samstag stattfand, erlebte einen Eklat, als Judith Butler an diese Forderungen erinnerte. Sie lehnte den Zivilcourage-Preis ab, weil sich rassistisch arbeitende Gruppen am konservativen Berliner CSD beteiligen - und rief zum transgenialen CSD auf, der am 26.6. in Berlin stattfindet.

Mehr Infos + VIDEO von Judith Butlers Auftritt! --> Hier!

Berichte in den Medien: Spiegel, Frankfurter Rundschau, taz, Queer.de.

"Verschiedenheit und Recht und Freiheit" so soll das Motto des diesjährigen CSD Berlin lauten. Ursprünglich war sogar Einigkeit und Recht und Freiheit als Motto angedacht. Die Korrektur des Mottos verschiebt jedoch nicht die grundsätzliche Kritik an einem Motto, welches sich bewusst an die deutsche Nationalhymne anlehnt. Mit dieser Wahl wird der Ansatz des Christopher Street Days, nämlich gegen staatliche Willkür und für eine Gleichstellung aller Menschen egal welchen Geschlechts, welcher sexuellen Orientierung oder Identitat oder welcher Ethnie einzutreten ins Gegenteil verkehrt. Mit der Anbiederung an die Nation als Objekt werden all diejenigen ausgegrenzt, die sich nicht in das Schema reich, weiss und Mitteleuropäer (und männlich) drängen lassen. Aus einer Demo wird damit auch institutionell eine Parade, politische Forderungen wären fehl am Platz.

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