Springe zum Inhalt

Friedensbiwak 2009
am: 15. August 2009, ab 17 Uhr, Pavillon (Lister Meile 4, Hannover)

Das Grundgesetz stellt klar: die Würde eines jeden Menschen ist unantastbar. Dieses grundlegende Recht wird schon lange angegriffen. So wird in der Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland in zunehmendem Maße auf militärische Auseinandersetzungen gesetzt. Ob im Kosovo, in Afghanistan oder vor der Küste Somalias: Nicht Gewaltfreiheit und Anerkennung der Würde von Menschen stehen im Mittelpunkt der Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland, sondern Waffen und Gewalt. Im Jahr 2008 sind die Ausgaben hierfür um 20% auf knapp 50 Milliarden Euro gestiegen. Diese 50 Milliarden Euro werden dringend für zivile Investitionen gebraucht: nicht zuletzt für eine zukunftsfähige  Bildung der jungen Generation. Wir fordern: 50 Milliarden für den Frieden!Weiterlesen » » » »

Presseerklärung
Betrifft: 
Verhalten der Verantwortlichen der Marktkirche und der Polizei gegen die Aktion von AntimilitaristInnen am 28. 11. 2007
 
Sehr geehrte Damen und Herren!
Das Friedensbüro Hannover wendet sich gegen die Kriminalisierung von KriegsgegnerInnen und den Einsatz der Polizei gegen eine Aktion, die gegen  die Militarisierung eines Kirchenraums gerichtet war.
In der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 30. 11. 07 äußert sich Stadtsuperintendent Puschmann dahingehend, dass der Reiz der Aktion in der Kirche wohl darin gelegen hätte, „dass in einer vollen Kirche der Störeffekt ungleich größer ist als in einem belebten Platz in der Innenstadt.“
Aber es ging nicht um den ‚Reiz’, das ‚persönliche Kribbeln’ oder dergleichen mehr.
Es ging darum, dass der Protest sinnvoller Weise an den Ort des Geschehens gehört und das war in diesem Fall die Marktkirche.
Der Protest richtete sich gegen eine Kircheninstitution, die einerseits Friedensgottesdienste durchführt, anderseits eine Woche später kritiklos ein „Benefizkonzert“ mit einer Militärkapelle in ihrer Kirche veranstaltet, als wäre dies ein völlig normaler Vorgang.Weiterlesen » » » »

von Heinz-Jürgen Voß

„Es ist, als müßte um jeden Preis ein Fehltritt vermieden werden; am besten bewahrt uns vor einem solchen Fehltritt eine sexuelle Differenzierung, die auf den ersten Blick erkennen läßt, ob ein bestimmtes Individuum zu der Gruppe möglicher Sexualobjekte gehört oder nicht.“

(A. G. Düttmann, nach: Hirschauer, 1999 S.62)

Insbesondere die Frauenbewegungen aber auch Erkenntnisse anschließend an die Bisexualitäts-Theorie haben Geschlecht als kulturell konstruiert ausgewiesen und breit in biologische Forschungen und medizinische Behandlungen Eingang halten lassen. Jeder Mensch sei Mann und Frau, trage Eigenschaften von beiden Geschlechtern in sich, die sich später durch Sozialisationsprozesse mehr oder weniger eingeschlechtlich ausformen würden (Bisexualitäts-Theorie).

Diese Vorannahme fand in medizinischen Programmen zur Behandlung von Menschen mit „uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen“ Umsetzung, wobei – wie bei allen Kindern – zunächst über Klitoris/Penislänge bestimmt wird, ob es sich um einen ‚Jungen’ oder ein ‚Mädchen’ handele. Das derzeit noch immer in der Anwendung befindliche Behandlungsprogramm der „frühen Geschlechtszuweisung“ wurde in den 1950er Jahren von John Money, Joan Hampson und John Hampson eingeführt. In diesem wird davon ausgegangen, dass ein Kind bei der Geburt geschlechtlich neutral sei und das sich insbesondere zwischen dem 18. und 48. Lebensmonat die Geschlechterrolle durch soziale Prozesse auspräge. Mit diesem Behandlungsprogramm waren und sind operative und hormonelle Maßnahmen verbunden, um insbesondere die äußeren Genitalien an das Erwartungsbild einer zweigeschlechtlich normierten Gesellschaft anzugleichen. Entsprechend führten auch John Money und Anke Ehrhardt zur Begründung des Behandlungsprogrammes in den 1970er Jahren aus: „Eltern warten neun Monate gespannt darauf, ob ihr Kind ein Mädchen oder ein Junge ist. Sie denken selten daran, daß sie damit auch auf ein entscheidendes Signal warten, wie sie sich dem Baby gegenüber verhalten sollen. Das Aussehen der äußeren Geschlechtsmerkmale und deren Einstufung als weiblich oder männlich setzt eine Reihe von Ereignissen in Gang. Mit dem Ausruf ‚es ist ein Mädchen’ oder ‚es ist ein Junge’ beginnt eine Kette geschlechtsabhängiger Reaktionen der Umwelt. Rosa bzw. blaue Babywäsche, weibliche bzw. männliche Vornamen und Personalpronomen usw. Alle Menschen, mit denen das Kind in Berührung kommt, werden es geschlechtstypisch behandeln, Tag für Tag, jahrein, jahraus, von der Geburt bis zum Tod.“ (Money, 1975 S.24/25)Weiterlesen » » » »

erschienen im Juni2007 in Rosige Zeiten Oldenburg

„Berufsverbot für Schwule gefordert!“, „Europäischer Gerichtshof verurteilt Polen wegen Schwulen-Demo-Verbot 2005“, „Lesbisch-Schwule Demonstration in Polen angegriffen“, so oder so ähnlich sind die Schlagzeilen der vergangenen Wochen und Monate mit denen die Kaczynski-Regierung auf sich aufmerksam machte. Zusammen mit dem Rechtsaußen Giertych von der „Liga polnischer Familien“ (LPR) sind sie die Wegbereiter zu einem „neuen“ Polen, der selbst postulierten IV. Republik. Giertych ist polnischer Bildungsminister und schlug in dieser Funktion im März auf einem EU-Kongress „ das Verbot der Abtreibung in Europa und der homosexuellen Propaganda vor.“ Dazu müsse, so der Minister, die geplante europäische Verfassung entsprechend geändert werden.Weiterlesen » » » »

Die Grünen-Vorzeigesprecherin Claudia Roth hat ebenso wie Reinhard Bütikofer und unser allseits geliebter Volker Beck die Friedensbewegung für ihren Ostermarsch, an dessen Spitze sie einst demonstrierten, gescholten und ihr eine pauschale Ablehnung alles Militärischen vorgeworfen. Zum Glück kann mensch da nur sagen. Nicht nur das die Grünen sich seit Jahren politisch als Friedenspartei verabschiedet haben, jetzt tun sie es auch noch offensiv. Gespannt darf man nun eigentlich nur noch sein, wann sie - natürlich aus humanitären Gründen - die Wiederaufnahme des Bombodroms in der Kyritz-Ruppiner Heide als Übungsplatz fordern, oder vielleicht die allgemeine Wehrpflicht für alle, oder SoldatenInnen im Inneren.... Anbei dokumentiere ich eine Mitteilung von Bernhard Nolz, Aachener Friedenspreisträger, der sich zu den grünen Äusserungen zu Wort meldet...Weiterlesen » » » »

Bei einer Wahlversammlung rief der Führer der „Jüdisch- Nationalen-Front“-Liste, Baruch Marzal, die israelische Armee dazu auf, Uri Avnery zu töten – dies wurde vom Haaretz-Reporter Nadav Shragai ( rechter Flügel) am 21. März in Haaretz berichtet.

Anstiftung zum Mord

Gush Shalom(Quelle www.uri-avnery.de )

Bei einer Wahlversammlung rief der Führer der „Jüdisch- Nationalen-Front“-Liste, Baruch Marzal, die israelische Armee dazu auf, Uri Avnery zu töten – dies wurde vom Haaretz-Reporter Nadav Shragai ( rechter Flügel) am 21. März in Haaretz berichtet. Die Geschichte wurde auch in Maariv veröffentlicht – und am Tag zuvor schon in allen bedeutenden On-line-Zeitungen.

Natürlich wurde die israelische Armee nur deshalb erwähnt, um die Anstiftung zum Mord - ein kriminelles Vergehen – als einen Vorschlag für das Militär zu vertuschen.

Der Aufruf ( zum Mord) kam, nachdem der offizielle Rundfunk, „Die Stimme Israels“, eine Bemerkung von Avnery gesendet hatte, die er einem Reporter gegenüber während einer Demonstration machte, die gegen den israelischen Armeeangriff auf das Gefängnis in Jericho stattfand. Das erklärte Ziel dieser Aktion war, den Führer der Palästinensischen Volksfront gefangen zu nehmen, der angeblich den Mord am israelischen Minister Rehavam Zeevi befohlen hatte – nachdem der frühere Führer der Volksfront ( vom IDF) ermordet worden war. Während Avnery eine Frage beantwortete, sagte er, dass der Mord an Ze’evi ein palästinensisches „gezieltes Töten“ sei, genau wie das Töten palästinensischer politischer Führer durch die israelische Armee. Das Radio zitierte nicht die gleich danach folgenden Worte: „Ich bin gegen alle Morde, gegen die der Israelis als auch gegen die der Palästinenser.“

Am Tage der Veröffentlichung fragte eines der beliebtesten israelischen TV-Programme „Fünf am Abend“ Avnery an, ob er an einem Interview mit Marzel teilnehmen wolle. Avnery wies dies natürlich zurück. Aber „Kanal 10“ interviewte Marzel lang und breit – mit einem großen Foto von Avnery im Hintergrund.

Marzels Teilnahme an den Wahlen widerspricht dem israelischen Gesetz, das rassistische Listen verbietet. Marzel erklärte feierlich, dass er das Programm des verstorbenen Rabbi Meir Kahane realisieren wolle, dessen Wahlliste schon vor Jahren vom Obersten Gerichtshof verboten worden war. Doch in seiner Wahlsendung, die vom Vorsitzenden des Wahlkomitees bestätigt worden war, erschien ein Bild von Kahane.

Die Nachricht vom Aufruf zum Mord wurde auch im Ausland veröffentlicht. Sie alarmierte mehrere Friedens- und Menschenrechtsgruppen, die verurteilende Erklärungen abgaben und Protestbriefe an die israelische Botschaft sandten. Besonders aktiv war das Komitee des „Aachener Friedenspreises“ in Deutschland, das vor ein paar Jahren seinen renommierten Preis an Gush Shalom und Uri Avnery vergab. Es verlangte, dass der deutsche Außenminister
und der israelische Botschafter in Berlin intervenieren, um die israelische Regierung dahin zu bringen, Marcel wegen Anstiftung zum Mord strafrechtlich zu verfolgen.

(dt. Ellen Rohlfs)

beschlossen am 06.11.2004

”Being queer means leading a different sort of life. It's not about the mainstream, profit margins, patriotism, patriarchy or being assimilated. It's not about executive directors, privilege and elitism. It's about being on the margins, defining ourselves; it's about gender-fuck and secrets, what's beneath the belt and deep inside the heart; it's about the night. Being queer is "grass roots" because we know that everyone of us, every body, every cunt, every heart and ass and dick, is a world of pleasure waiting to be explored. Every one of us is a world of infinite possibility.” (aus einem Flugblatt von Queer nations, 1990)

Die Bundesarbeitsgemeinschaft queer der PDS ist ein Zusammenschluss von Menschen im Umfeld der PDS, die Patriarchat und andere Herrschaftsverhältnisse auflösen wollen. Wir wollen Normierungen abschaffen und uns für die Gleichstellung von Menschen aller Identitäten, sexueller Orientierungen und Lebensweisen einsetzen. Unsere Grundsätze der Gleichberechtigung aller Menschen wollen wir theoretisch fundieren und praktisch umsetzen. Für uns sind soziale Gleichheit und individuelle Freiheit untrennbar verbunden. Deshalb beteiligen wir uns an gesellschaftlichen Debatten und wirken innerhalb und außerhalb der PDS.

Queere Politik gestalten
Jeder Mensch hat das Recht, selbstbestimmt zu entscheiden, mit welchen anderen Menschen er oder sie Beziehungen eingehen möchte und welcher Art diese sind. Bisher ist dies nicht der Fall: Menschen werden sind Bezug auf Geschlecht, Identität, sexueller Orientierung und Lebensweise gesellschaftlichen Normierungen unterworfen. Lesben, Schwule, Transgender und andere, die sich diesen Normierungen entziehen, werden gesellschaftlich sanktioniert, in einigen Ländern der Welt bis hin zur Todesstrafe. Einige Menschen werden in der Bundesrepublik Deutschland noch im Kleinkindesalter verstümmelt, nur weil ihnen ein eindeutiges Geschlecht zugewiesen werden “muss”.

Radikal-feministische Ansätze, queere Bewegungen und die Queer theory sind Grundlagen unserer Arbeit. Wir wollen diese aufgreifen, in außerparlamentarischen Bewegungen und auf parlamentarischen Ebenen umsetzen und für unsere sozialistischen Gesellschaftskritik zusammenführen. Rechtliche Regelungen sind nur ein Mittel zum Abbau von Diskriminierungen. Wichtiger als solche Gesetze sind aber praktische Veränderungen im direkten Lebensumfeld von Menschen. HIER wo wir leben, finden Diskriminierungen statt und muss für Akzeptanz und Gleichberechtigung gestritten werden. Dafür schlagen wir konkrete Maßnahmen vor.

Gleichstellung aller Lebensweisen
Derzeit ist unsere Gesellschaft zweigeschlechtlich, heterosexuell und weiß normiert.
Dem Abbild der Ehe nachempfunden, schafft die eingetragene Lebenspartnerschaft neue Normierungen für lesbische und schwule Paare. Wiederum sind Menschen, die sich nicht diesen Normierungen aussetzen wollen, Diskriminierungen ausgesetzt.
Wir setzen uns dafür ein, dass diese Benachteiligungen ein Ende haben. Dazu müssen zweigeschlechtliche und heterosexuelle Normierungen aufgelöst werden und alle Menschen selbstbestimmt und gleichberechtigt ihr Leben gestalten können. Wir wollen Rechtssicherheit und die Gleichstellung aller Lebensweisen, egal ob homo oder hetero, allein oder zu mehreren lebend, sofern die Beziehungen auf Freiwilligkeit beruhen. Dem gegenüber steht der sogenannte Bürgerrechtsansatz. Er orientiert sich an den Vorstellungen eines neoliberalen Wirtschaftssystems und möchte möglichst individualisierte, nicht-diskriminierte Menschen in Wirtschaftsprozessen verwerten. Er führt damit zur Schaffung neuer Normierungen und Diskriminierungen und zur Benachteiligung und zum Ausschluss von Menschen.
Die Gleichstellung aller Lebensweisen heisst für uns:
Staat und Gesellschaft haben alle selbstbestimmten Beziehungen zwischen Menschen unabhängig von sexueller Orientierung und Geschlecht zu respektieren. Eine staatliche Alimentierung ist nur Lebensgemeinschaften mit Kindern oder Pflegebedürftigen zu gewähren. Die Privilegien der Ehe müssen abgeschafft werden.
Wir fordern unter den gegenwärtigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz, das Beweislastumkehr und Verbandsklagerecht beinhalten muss.
Das Transsexuellengestz ist an die Erfordernisse der betroffenen Menschen anzupassen. Dazu gehört beispielsweise eine Neuregelung der Personenstandsrechts und die Sicherstellung der Finanzierung aller notwendigen medizinischen Behandlungen.

Queers gegen Rechts – Antirassismusarbeit
Menschen, die andern fremd vorkommen, sind Anfeindungen ausgesetzt, werden mit Gewalt bedroht und erleiden vielfach gewalttätige Übergriffe. Die Asyl- und Einwanderungspolitik der Europäischen Union und der Bundesrepublik Deutschland erschwert es Geflohenen und Eingewanderten, einer Erwersarbeit nachzugehen und sich frei und öffentlich zu bewegen. Sie ist vielmehr auf die Zuwanderung von Expertinnen auf verschiedenen Forschungsgebieten ausgelegt, Menschen, die wegen nicht-staatlicher oder staatlicher Verfolgung oder aus Armut migrieren, sind nicht willkommen. Wir setzen uns für offene Grenzen für alle Menschen und gegen eine Festung Europa ein! Wir fordern die Anerkennung geschlechtspezifischer Verfolgung sowie staatlicher und nichtstaatlicher Verfolgung auf Grund der sexuellen Orientierung als Asylgründe. Die derzeitige restriktive Asylpolitik treibt Menschen, die in Europa Schutz suchen, in die Illegalität, in Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnisse. Die Abschottung Europas verschärft die Ausbeutungen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, befördert Menschenhandel und Versklavung in nicht selbstbestimmter Prostitution.

Debatten wie die um die Leitkultur sind dazu geeignet, die ohnehin in breiten Bevölkerungskreisen schon vorhandenen Vorbehalte gegenüber allem “Anderen” weiter anzuheizen. In weiten Regionen der Bundesrepublik Deutschland sind Menschen, die anders sind, anders leben oder anders lieben unerwünscht. Sie müssen Angst haben, vor der sich selbst als “normal” bezeichnenden Bevölkerung und den sich daraus rekrutierenden Neonazis. Neonazis sind nur die Spitze eines Eisberges, der auf Rassismus und Fremdenfeindlichkeit breiter Bevölkerungsschichten beruht. So genannte national befreite Zonen, wie sie z.B. in Bayern, Brandenburg und Sachsen bestehen, nehmen wir nicht hin. Wir stellen uns dieser wachsenden Gefahr entgegen und unterstützen antirassistische und antifaschistische Gruppen und Zusammenhänge.

Patriarchatskritik und Antisexismusarbeit
Reale Teilhabe und gleiche Rechte für Frauen sind Hauptanliegen der Frauenbewegung seit dem 19. Jahrhundert. Auf dem Weg zu einer Gleichberechtigung wurde schon viel erreicht, von dem Ziel einer wirklichen Teilhabe sind wir aber noch weit entfernt. Noch immer sind Gesetze und Verordnungen vorherrschend, die unmittelbare und mittelbare Diskriminierungen gegenüber Frauen tolerieren oder befördern. Im gesellschaftlichen Leben werden Benachteiligungen von Frauen und Bevorzugungen von Männern noch immer als selbstverständlich wahrgenommen.

HERRschaftliche Gewalt gegenüber Frauen findet in unserer Gesellschaft statt, wird verschwiegen und ist akzeptiert. Neben die strafrechtlich verfolgten Gewaltverbrechen treten Gewalttaten im familiären Umfeld und in der Ehe, die nur selten angezeigt werden, da sie durch Abhängigkeitsverhältnisse gestützt und von der Gesellschaft akzeptiert werden.

Diesen Zustand möchten wir - als grundlegender Bestandteil queerer Lebens- und Politikansätze - ändern. Dazu suchen wir die Zusammenarbeit mit den Frauenbewegungen und innerhalb der PDS mit der feministischen Arbeitsgemeinschaft Lisa.

Selbstbestimmt leben, in jedem Alter!
Wir wollen, dass Mensch in jedem Alter selbstbestimmt, anerkannt, akzeptiert und gleichberechtigt leben können. Ein selbstbestimmtes Leben ist nicht von Geburt aus gegeben. Gesellschaft hat die Verantwortung, Situationen zu schaffen, in denen Kinder selbstbestimmt lernen und sich entwickeln können. Akzeptanz und Gleichberechtigung gegenüber Menschen anderer Identitäten, sexueller Orientierungen, Hautfarbe, Glaubens, Lebensweisen und Lebensauffassungen müssen selbstverständlicher Bestandteil des durch Eltern, Schule und Gesellschaft begleitenden Aufwachsen jedes Kindes und Jugendlichen sein.

Eingriffe in die freie Entwicklung von Kindern müssen sich immer am Ziel der Befähigung zur Selbstbestimmung legitimieren. Auch deshalb betrachten wir sexuelle Beziehungen zwischen Kindern und Erwachsenen in keinem Falle als einvernehmlich. Machtunterschiede, wie finanzielle Zwänge, sehr unterschiedliche Erfahrungen, psychische und physische Gewalt führen dazu, dass sexuelle Handlungen zwischen Kindern und Erwachsenen nicht selbstbestimmt für alle Beteiligten lebbar sind. Wir treten dem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Kinderpornografie und der Prostitution Minderjähriger aktiv entgegen.

Ältere Menschen haben erheblich zu dem Lebensstandard, den alle Menschen nutzen, beigetragen, haben sich Qualifikationen angeeignet, haben Liebe und Erfahrungen gesammelt und immer noch zu geben. Diese Erfahrungen sind vorhanden. Durch Zusammenarbeit von älteren und jüngeren Menschen können diese Erfahrungen genutzt und weiterentwickelt werden. Sie müssen ein Anrecht auf Erwerbsarbeit, auf ehrenamtliche Arbeit, auf kostenlose Bildung, ein kostenloses Gesundheitssystem und gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe haben. Die Sexualität älterer Menschen darf nicht länger tabuisiert werden. Ausgrenzungen gegenüber älteren Lesben und Schwulen sind auch und gerade in der so genannten “Community” vorhanden – und nehmen dort vielleicht sogar einen größeren Raum ein. Wir streiten deshalb auch und insbesondere in der Community für eine gleichberechtigte Teilhabe von älteren und jüngeren Lesben, Schwulen und wie sich Menschen auch immer selbst definieren.

Selbstbestimmt leben – mit und ohne Behinderung
Menschen mit Behinderungen werden in unserer Gesellschaft mit Argwohn beobachtet oder es wird ihnen Mitleid geschenkt. Unsere Gesellschaft forscht mit allen Mitteln danach, alle Merkmale und Verhaltensweisen auszulesen, die nicht in das “normale” Raster passen, die nicht unsichtbar sind, die AUFFALLEN. Ihnen wird der Platz in der Gesellschaft aberkannt. Dafür ist leider auch die sonst selbst diskriminierte Community keine Ausnahme, wenn es um Menschen mit Behinderungen geht. Behinderung wird hier häufig nur als Fetisch zur Befriedigung der eigenen sexuellen Lust gesehen; Menschen mit Behinderung wird die eigene Sexualität aberkannt.

Gemeinsam mit der PDS Bundesarbeitsgemeinschaft “Selbstbestimmte Behindertenpolitik” greifen wir das Themengebiet Sexualität und Behinderung auf und setzen wir uns für ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben, Lieben und selbstbestimmte und gleichberechtigte Sexualität von Menschen mit und ohne Behinderungen ein. Darüber hinaus suchen wir Zusammenarbeit mit Behindertenverbänden und der Krüppelbewegung.

Arm und Reich – Gegensätze, die Benachteiligungen befördern.
Finanzielle Beschränkungen verhindern bisher häufig eine gleichberechtigte Teilnahme an der Gesellschaft. Der Ausschluss wird durch die Agenda 2010 und die so genannten Reformen wie Hartz und Rürup weiter verstärkt. Für ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben ist das Arbeitslosengeld II, wie zuvor die Sozialhilfe, zu niedrig bemessen. Laut OECD liegt die Armutsgrenze für die Bundesrepublik Deutschland bei 750 €. Um Menschen eine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft (Ernährung, Gesundheit, Bildung, Kultur, Pluralismus...) zu ermöglichen, treten wir für eine Soziale Grundsicherung ein, die jedem Menschen zur Verfügung steht und die mindestens einem Betrag von 800 € plus Miete entspricht.

Hohe Zuzahlungskosten für Medikamente und Arztbehandlungen machen medizinische Behandlungen für finanziell benachteiligte Menschen unbezahlbar. Besonders davon betroffen sind chronisch Kranke. Mittlerweile hat sich in der Bundesrepublik Deutschland eine Zweiklassenmedizin etabliert, in der sich nur noch gut Verdienende eine gute Behandlung leisten können. Wir fordern, dass alle Menschen, unabhängig ihrer finanziellen Situation, Zugang zu einer medizinisch gebotenen Versorgung haben.

Leben mit HIV und Aids
In der BRD liegt die Zahl von HIV-Neuinfektionen seit Mitte der 90-er Jahre konstant unter 2000. Dies ist ein Erfolg der Arbeit der Aids-Hilfen, die auf dem Konzept der strukturellen Prävention beruht. Eine totale Verhütung von Neuinfektionen kann es nicht geben, da Liebe und Sexualität meist wenig mit Rationalität zu tun haben.

Die neokonservativen Angriffe auf die Lebensstil akzeptierende Arbeit der Aids-Hilfe gilt es deshalb entschlossen zurückzuweisen. Wir wollen, dass die Arbeit der Aids-Hilfen, lokal, regional und bundesweit, auskömmlich und auf Entwicklung orientiert finanziert wird.

Der Ansatz der deutschen Aids-Hilfe-Bewegung illustriert mit Erfolg: Gesellschaftliche Ausgrenzung und Verletzung des Selbstwertgefühls führt zu einer größeren Bereitschaft eine HIV-Infektion zu riskieren. Emanzipation ist daher ein Beitrag zur HIV-Prävention.

Queer kennt keine Grenzen
Als Mitglied der International Gay and Lesbian Association (ILGA) setzen wir uns für die weltweite Gleichstellung aller Menschen, gleich welcher Identität, sexueller Orientierung und Lebensweise ein. Wir befürworten die brasilianische UN-Resolution, die Diskriminierungen auch auf Grund der Identität, der sexuellen Orientierung und der Lebensweise weltweit verbieten will. Wir fordern die Freigabe aller Medikamente zur Aids-Bekämpfung und die Sicherstellung ausreichender Mittel zur Präventionsarbeit.

In Europa streiten wir für eine umfassende Richtlinie, die sich ausdrücklich gegen Diskriminierung ausspricht. Diese Richtlinie muss in allen Mitgliedsstaaten, also auch in der Bundesrepublik Deutschland, als Antidiskriminierungsgesetz in nationales Recht umgesetzt werden. Dabei sollen durch ein Antidiskriminierungsgesetz alle Gründe erfasst werden, aus denen Menschen Benachteiligung droht – seien es Geschlecht und sexueller Orientierung oder Behinderung, Religion, Hautfarbe und Herkunft oder Alter.

Wir suchen die Zusammenarbeit mit allen Menschen, die die dargestellten Ziele verfolgen – und laden dich recht herzlich zur aktiven Mitarbeit ein!

Ich stimme der Nutzung meiner Daten, gemäß Datenschutzhinweis zu

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen