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In der Berichterstattung der Hannoverschen Presse wurde nach den angezündeten Bundeswehrfahrzeugen vom 7. Juni 2012 eindeutig Stimmung gemacht gegen die Aktivitäten des ‚Antimilitaristischen Aktionskreises‘ gegen das ‚Sommerbiwak‘ der 1. Panzerdivision. Zitate, Kommentare, Berichterstattung und Verfassungsschutzangaben wurden so zusammengestellt, dass eindeutig ‚klar‘ war, wer die Täter waren: ‚Linksextremisten‘, ‚Autonome‘. Das Friedensbüro ist Teil des ‚Antimilitaristischen Aktionskreises‘ und wird als solches die Protestaktionen gegen das ‚Sommerbiwak‘ weiter fortsetzen. Das Friedensbüro und alle anderen Bündnisgruppen erwarten, nach dem, was wir tun und veröffentlichen beurteilt zu werden und nach nichts sonst. ->weiterlesen “dokumentiert: PM des Antimilitaristischen Aktionskreises zum Sommerbiwak 2012” »

Das Militärdienst ungesund ist hat nicht nur etwas mit dem Beruf des Töten Lernens an sich zu tun. Idiot_innen Soldaten_innen die sich zu einem "Beruf" ausbilden lassen, der ihnen im ungünstigstem Fall das eigene Leben kostet (andernfalls auch schon einmal das Leben anderer) finden einige Begründungen, warum genau sie dies erlernen wollten. Gerne gebrauchte Argumente sind die gebotene Ausbildung, der Sold - ja, daher kommt der Begriff Söldner, oder Vaterlandsliebe. Dabei kann niemand behaupten er/sei habe keine Wahl. Zumindest in der Bundesrepublik zieht diese Aussage nicht. Nun haben die freiwillig Wehrdienstleistenden ein Argument weniger. Nein es stimmt nicht, das Kameradschaft und Drill im Militärdienst die sozialen Fähigkeiten verbessere. Das Gegenteil ist der Fall. Wie eine ZEIT-Meldung:

Bundeswehr: Unreife Rekruten | Karriere | ZEIT ONLINE.

aufzeigt, führt bereits eine neunmonatige Anwesenheit beim Militär zu bleibenden Schäden. Und das ganz ohne die Chance andere Menschen zu bedrohen.

dokumentiert: Pressemitteilung des Bundesausschusses Friedensratschlag

Kassel, 13. Juni 2012 - Zur Rede des Bundespräsidenten bei der
Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg erklärte der Sprecher des
Bundesausschusses Friedensratschlag in einer ersten Stellungnahme:

Es sollte eine Rede des hohen Tons und der großen Gefühle werden. Am
Ende präsentierte Bundespräsident Joachim Gauck aber nur mächtige
Worthülsen. Da war von "meiner Armee" und von "unseren Soldaten" als
"Dienern" die Rede, von einer wahren "Armee des Volkes" als einem Teil
des "Demokratiewunders", das die Deutschen 1989/90 geschafft hätten. Und
da wurden die hehren Ideale und Ziele der Bundeswehr gepriesen,
"Freiheit, Sicherheit, Menschenwürde und das Recht des Einzelnen auf
Unversehrtheit" zu verteidigen - und zwar in der ganzen Welt.
->weiterlesen “Eine skandalöse Rede Bundespräsident Gauck plädiert wieder für den “gerechten Krieg”” »

Unser neuer Bundespräsident will offensichtlich anders sein als seine Vorgänger und das mit aller Macht. Standen bei aller Kritik an ihnen Integration und friedliches Zusammenleben im Schwerpunkt ihrer Präsidentschaft, packt Gauck den Hammer aus. Erst antimuslimische Reflexe befördernd, stellt er jetzt die Bundeswehr als militärische Institution, als Allheilmittel dar. Wenn er sagt, dass Gewalt "solange wir in der Welt leben, in der wir leben (...) - notwendig und sinnvoll sein, [kann] um ihrerseits Gewalt zu überwinden oder zu unterbinden" stellt er sich damit klar auf die Seite derer, die bellizistisch den nächsten Krieg vorbereiten. Mehr Offenheit bei Auslandseinsätzen - so seine Forderung - schon lange hat kein Staatsoberhaupt mehr so offen Kriegseinsätze propagiert.
Mit dem gleichzeitigen Ausstellen eines Persilscheines für die Bundeswehr - sie habe sich von unseligen militärischen Traditionen gelöst - ignoriert er massive rückwärtsgewandte Denkprozesse innerhalb des Militärs. Genannt seien hier nur die schwierigen Debatten um die Unbenennung von Kasernen, oder um beispielhaft in die Region Hannover zu gehen, das bleibende Gedenken an das Geschwader Boelcke in Wunstorf, oder das Verweigern des Gedenkens an Deserteure in der Emmich-Cambrai-Kaserne.
Richtig gefährlich wird er allerdings, wenn er von der Bevölkerung den Einsatz des eigenen Lebens für "Freiheit und Wohlergehen" fordert. Bereitmachen für den nächsten Krieg, das Volk muss mobilisiert werden.Quasi alternativlos wird so militärische Lösung propagiert. Das "Volk2 muss sich mal wieder opfern gegen... Ja gegen wen eigentlich? Wer die bisherigen Auslassungen des Pastoren kennt, kann es sich denken und bekommt Angst.

Herr Pastor, sie sind an der falschen Stelle. Krieg ist niemals die Antwort.

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Seit vielen Jahren beschäftigen sich Aktive des Friedensbüros Hannover und der DFG-VK mit der Geschichte der hannöverschen Deserteure. Im September 2011 erschien dazu ein Sachbuch, welches die Forschungsergebnisse zusammenfasste. Belegt ist danach für mindestens 15 Soldaten, die wegen Wehrkraftzersetzung, Kriegsverrat oder Desertion durch die NS-Militärjustiz zum Tode verurteilt wurden - der Ort der Hinrichtung. Hannover - genauer der alte Schießstand auf dem Kasernengelände in Hannover Vahrenheide, auf dem sich heute die Emmich-Cambrai-Kaserne befindet (damals geteilt in Kriegsschule, Emmich-Kaserne und Cambrai-Kaserne). Inzwischen ist der Ort an der Kugelfangtrift die zentrale Ausbildungsstätte der Feldjäger der Bundeswehr.

Naheliegend, das als Ort des Gedenkens an dieses Unrecht  auch dieser Ort zentrale Bedeutung haben müsste. Daher fragten Friedensbüro Hannover und die Initiative für ein Deserteursdenkmal in Hannover im März bei der Bundeswehr an, um für den 15. Mai, den internationalen Tag des Kriegsdienstverweigerers - welcher weltweit auch für Erinnern an hingerichtete Deserteure genutzt wird, auf dem Kasernengelände der Bundeswehr eine kleine Gedenkveranstaltung – mit dem Ziel eines  würdigen Gedenkens an diese Opfer der NS-Militärjustiz -  abzuhalten (brief_bw_20120305). ->weiterlesen “…mit der Traditionspflege der Bundeswehr unvereinbar – Deserteursgedenken am 15.Mai in Hannover” »

Vom 20.-26. April besuchte eine Delegation von Schüler_innen und Friedensaktivist_innen aus Hannover und Umgebung die baskische Stadt Gernika. Zum 75. Jahrestag der Vernichtung der Stadt durch deutsche und italienische Bomber waren die Teilnehmenden Gast in der Stadt, die wohl wie keine andere für faschistischen Terror und die Brutalität des Luftkrieges steht.

Wie kaum eine andere Stadt steht Gernika (spanisch Guernica) für die Vorbereitung auf das, was die Welt mit dem faschistischen Angriffskrieg Hitlerdeutschlands noch zu erwarten hatte, für Vernichtungswahn und für die spanische Militärdiktatur Francos. Am 26. April 1937 zerstörten Angriffe unter deutschem Oberkommando das kulturelle Zentrum der Basken. 75 Jahre später sind die Wunden nicht verheilt.

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Wer im April Gernika besucht, wird sofort feststellen: Das Gedenken an die Bombardierung und Zerstörung der Stadt am 26. April 1937 ist omnipräsent. Überall hängen Plakate, die zu Gedenkminuten, Demonstrationen und Konferenzen aufrufen und Selbstbestimmung für das Baskenland fordern. Ein Rundgang bestärkt diesen ersten Eindruck. Aus vielen Fenstern hängen neben den unvermeidlichen Fahnen des baskischen Fußballvereines Atlethic Bilbao, baskische Fahnen. An zentralen Orten sind große Transparente mit der Aufschrift ‚Autodeterminazio‘ – Selbstbestimmung begleitet von einem Motiv aus Picassos ‚Guernica‘ aufgehängt. Eine Gans als Symbol der Pressefreiheit – so zumindest die populärste Interpretation des Werkes –, da sie immer alles ‚laut herausposaunen und nicht schweigen würde‘ ziert das Plakat. Ebenjenes Symbol ist auch das offizielle Logo der Feierlichkeiten. Überhaupt ist Picassos Gemälde omnipräsent. An vielen Stellen in der Stadt finden sich Ausschnitte, wie die Blume neben dem zerbrochenen Gewehr oder aber das ganze Gemälde, wie in unmittelbarer Nähe des alten Parlamentsgebäudes aus Kacheln gefertigt, versehen mit der Aufschrift „Guernica“ Gernikara („Guernica“ – gemeint ist das Bild – solle nach Gernika). Aber nicht nur der Ort zeigt sich. So üben an einem Platz, der ein wenig an ein altes Amphiheater erinnert, viele Laienschauspieler_innen, junge wie alte, ein Theaterstück, das am 26.04. über die ganze Stadt verteilt das Grauen der Bombardierung nachstellen soll. ->weiterlesen “Gernikara (baskisch: nach Gernika)” »

(erschienen in Friedensforum 5/2011)

Erst 2002 hat es der Deutsche Bundestag vermocht –  insbesondere gegen den Widerstand der Konservativen –  die Deserteure des Zweiten Weltkrieges zu rehabilitieren. Bis zur Anerkennung auch der „Kriegsverräter“ sollte es bis 2009 dauern. Vorausgegangen war ein erbitterter Streit mit Schlagworten wie Sicherstellung der „Ehre des deutschen Soldaten“, „Vaterlandsverrat“ und „Feigheit vor dem Feind“.

Was bisher noch immer fast vollkommen fehlt, sind wissenschaftliche Detailstudien, die auf lokaler Ebene die Orte des Verbrechens benennen und individuelle Biographien rekonstruieren. Erst wenige Arbeiten sind hierzu entstanden, so bspw. die von Jürgen  Kammler zu Kasseler Deserteuren oder diejenige von Günter Fahle zu Desertion im Ems-Jade Gebiet.

Solche lokalen Arbeiten stießen und stoßen teilweise noch immer auf massive Widerstände vor Ort, weil sie einfordern, Verantwortung zu übernehmen und nicht weiter Soldatentum zu heroisieren. Wie schwierig der Umgang mit der eigenen Geschichte ist, zeigt das Beispiel der Garnisonsstadt Ulm. Massenhaft Kriegsdenkmäler bis in den Ulmer Münster hinein prägen das Stadtbild. Gedacht wird denen, die mitmachten – nicht jenen die sich dem Morden verweigerten. Symptomatisch dafür ist der Streit um das Ulmer Deserteursdenkmal, welches in der Stadt von Friedensinitiativen errichtet,  abgebaut werden musste und erst Jahre später am Rande der Stadt, in der Nähe des Erschießungsplatzes der Wehrmacht im ‚Lehrer Tal‘, wieder aufgestellt werden konnte. Ein würdiges Gedenken an die Deserteure in der Stadt dazu fehlt bis heute.

Dem Autor Oliver Thron und dem Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg kommt das Verdienst zu, sich diesem Stück Stadtgeschichte angenommen zu haben. Auf 80 gut lesbaren Seiten präsentiert der Autor ein Stück Ulmer Stadtgeschichte, das bisher in der offiziellen Geschichtsschreibung nicht vorkam. In der Monographie „Deserteure und ‚Wehrkraftzersetzer‘ –  ein Gedenkbuch für die Opfer der Militärjustiz in Ulm“ beschäftigt sich der Autor mit jenen Gehorsamsverweigerern, die in Ulm hingerichtet wurden. Thron nennt Opfer, Täter und Orte der Verbrechen beim Namen. Für sechs Soldaten gelang dabei erstmals der Nachweis, dass das Militär in Ulm Hinrichtungen durchführte. Mit ausführlichen Biographien werden aus namenlosen Opfern Menschen mit Gesicht und Geschichte. Da ist beispielsweise Jakob Eckstein. Eckstein, Jahrgang 1920 – geboren im schwäbischen Nehresheim – wird 1941 zur Wehrmacht ins thüringische Altenburg eingezogen. Im Juli 1943 wird er in der Nähe Stalingrads durch einen Kopfschuss schwer verwundet und ist 48 Stunden verschüttet. Nach medizinischer Behandlung bleiben als Nebenfolge schwere epileptische Anfälle. Ende Januar 1944 soll er in Stuttgart auf eine Entlassung als Schwerversehrter überprüft werden. Von dort kommt er nicht mehr zurück, sondern versteckt sich bei  seiner Freundin Erna in Altenburg. Beim Versuch, sie zu heiraten wird er  von der Feldgendarmerie – den berüchtigten „Kettenhunden“ – verhaftet und nach Ulm ins Militärgefängnis gebracht. Im ‚Lehrer Tal‘ wird er am 17. März 1945 hingerichtet.

Erschießungen fanden im ‚Lehrer Tal‘ am Rande des Ortes statt. Zudem stand im Innenhof des Untersuchungsgefängnisses eine Guillotine. Die Täter – beispielsweise Oberfeldrichter Hermann Bames – werden im vorliegenden Werk ebenfalls benannt. Bames, der nach dem Krieg Landesgerichtsdirektor in Ulm und Vorsitzender der Spruchkammer über die Belastung ehemaliger NS-Täter war, war während des Krieges an mindestens 4 Todesurteilen beteiligt und stufte nach dem Krieg Mitglieder der SS als „unbelastet“ ein. In einem Nachruf der Schwäbischen Donauzeitung heißt es, trotz des Wissens um seine Beteiligung an den Verurteilungen über ihn: „…erwarb sich Direktor Bames besondere Verdienste um den Wiederaufbau der Zivilgerichtsbarkeit […][Er] wurde breit geschätzt und verehrt.“  Wichtiger Bestandteil des Buches ist nicht nur die Auseinandersetzung mit der Militärgeschichte – vielmehr zeigt es auch die fortwährende Militärgläubigkeit der Stadt auf. „Deserteure und ‚Wehrkraftzersetzer‘ - eine Gedenkbuch für die Opfer der Militärjustiz“ schließt eine wichtige Lücke in der Ulmer Regionalgeschichte. Es kann und wird dazu beitragen, dass die Debatte über Gedenken und über die Geschichtskultur in Ulm anders geführt werden muss.

Oliver Thron:  Deserteure und ‚Wehrkraftzersetzer‘ - eine Gedenkbuch für die Opfer der Militärjustiz in Ulm, Klemm + Oelschläger, Ulm 2011, ISBN: 978-3-86281-024-6

Geschichte und Gegenwart eines deutschen Kriegsverbrechens
 Am 26.April 2012 jährt sich zum 75.mal die Vernichtung der baskischen Stadt Gernika/Guernica durch deutsche Kampfflieger der Legion Condor während des Spanischen Bürgerkrieges. Diese Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung einer unverteidigten Stadt löste weltweit Entsetzen aus.
Pablo Picasso malte unter dem Eindruck der Vernichtung sein wohl bekanntestes Bild, nannte es einfach „Guernica“ und machte diesen Namen bis heute zum Synonym für faschistischen Terror und die Schrecken des Luftkrieges.
Ein Teil der Täter, die in Spanien Francos Militärputsch gegen die gewählte republikanische Regierung unterstützten, waren auf den Fliegerhorsten Langenhagen, Wunstorf und Delmenhorst ausgebildet worden.
Aus Anlass des Jahrestages der Bombardierung, der in Deutschland kaum bekannt ist, wurde eine Ausstellung erarbeitet, in der es nicht nur um die Rekonstruktion eines Verbrechens geht, sondern auch um die lange Geschichte seiner Vertuschung und um deutsche Geschichtspolitik.

Ein voller Erfolg der LuftwaffeEine Ausstellung des Arbeitskreises Regionalgeschichte,
gefördert durch die Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen e.V.
2.Mai – 20.Juli 2012
ver.di Höfe, Veranstaltungszentrum Rotation
Goseriede 10, 30159 Hannover
Öffnungszeiten: Mo. – Do.: 9 – 16 Uhr und Fr.: 9 – 13 Uhr

erschienen bei HSOZKULT am 16.01.2012
Veranstalter:
KZ-Gedenkstätte Neuengamme; Evangelischen Akademie Hamburg; Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg; Bundesvereinigung Opfer des NS-Militärjustiz Bremen, Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge Hamburg; Willi Bredel Geschichtswerkstatt Hamburg
Datum, Ort: 17.11.2011-19.11.2011, Hamburg

Bericht von:
Ralf Buchterkirchen, Initiative Deserteure Hannover; Heinz-Jürgen Voß, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Halle an der Saale

Zwei Jahre nachdem der Bundestag die letzten Opfer der NS-Militärjustiz rehabilitierte, sind die Forschung und das diesbezügliche öffentliche Wissen noch immer lückenhaft. Zwar wurden überregional einzelne Forschungsfortschritte erzielt, regional verringerte sich der Forschungsbedarf hingegen kaum. Das gilt auch für Hamburg, obschon dort mindestens 13 Kriegsgerichte tätig waren. In Altona befand sich eines der vier auf dem Reichsgebiet gelegenen Wehrmachtuntersuchungsgefängnisse. Im Untersuchungsgefängnis Holstenglacis wurden Dutzende kriegsgerichtlich Verurteilte hingerichtet und auf dem Schießplatz in Rahlstedt mehrere hunder Soldaten erschossen. Die von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme veranstaltete Tagung zog Bilanz der bisherigen Forschung und erörterte Möglichkeiten für eine den Deserteuren würdige Gedenkkultur in Hamburg. ->weiterlesen “‘Jeden Drückeberger trifft ohne Gnade das gleiche Schicksal’. Hamburger Kriegsgerichte und die Deserteure des Zweiten Weltkrieges – Erinnerung noch immer unerwünscht?” »

eine Rezension von Heinz-Jürgen Voß (Erstveröffentlichung auf kritisch-lesen.de)

An der Heimatfront

Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung der Bundeswehr

Der freiberufliche Journalist und Autor Michael Schulze von Glaßer, der für seine zahlreichen Beiträge in Tages- und Wochenzeitungen weithin bekannt ist, legt mit diesem Buch eine versierte Ausarbeitung zur Militarisierung des Zivilen vor.

Der Afghanistan-Krieg, Berichte über getötete deutsche Soldaten und über getötete Zivilisten, tragen zu einer auch aktuellen Skepsis in der deutschen Bevölkerung gegenüber dem Militärischen bei (die historischen kriegerischen Erfahrungen stützen diese Perspektive). Diese Skepsis hält sich dauerhaft, wie Schulze von Glaßer anhand soziologischer Erhebungen – externer wissenschaftlicher und solcher des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr – herausarbeitet. Selbst dem Geheimdienst der USA, dem CIA, ist dies bewusst geworden, so dass in Geheimdokumenten des CIA – die auf der „Enthüllungsplattform" Wikileaks veröffentlicht wurden – Möglichkeiten eruiert wurden, wie die Akzeptanz für den Krieg in der Bevölkerung in Deutschland (und in Frankreich) gestärkt werden könnte (S. 28). Unterdessen sind das keineswegs die einzigen Probleme, die das Erscheinungsbild der Bundeswehr in der Bevölkerung beeinträchtigen: „Die Misshandlung von Grundwehrdienstleistenden durch höherrangige Soldaten, rechtsextremistische sowie frauenfeindliche Übergriffe sind nur einige der Skandale, über die öfters in den Medien zu lesen ist" (S. 28) und die die Stimmung in der Bevölkerung prägen.

->weiterlesen “Nachwuchsprobleme der Bundeswehr – und die militär-politische Antwort: Militarisierung des Zivilen” »

6. Dezember: Neue Wege und Notwendigkeiten, den Deserteuren angemessen zu gedenken
Bereits in den 1980er und 90er Jahren entstanden Denkmale, die an Menschen erinnern, die aus der Wehrmacht desertierten. In Hannover existiert seit 1990 ein Deserteursdenkmal, das auf Grund von Verwitterung als solches aber kaum noch zu erkennen ist. Auch in jüngerer Zeit entstanden Deserteursdenkmale: Seit 2008 hat Stuttgart eins, 2009 folgte Köln (vgl. die Abbildung auf der Vorderseite dieses Flyers). Roland Blach, Landessprecher der „Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ Baden-Württemberg und einer der Initiatoren des Stuttgarter Denkmals, gibt Auskunft über neue Wege und Notwendigkeiten, der Deserteure angemessen zu gedenken. Die Veranstaltung bildet den Auftakt zu einer Reihe, die sich dem Thema Desertion und der Überlegung für ein neues Denkmal in Hannover widmet. --> 19.00 Uhr im Pavillon (Lister Meile 4)

8. Dezember: Männlichkeitsforschung und Desertion als individuelle Entscheidung vor dem Hintergrund von Repression
Deserteure sind „Feiglinge“ „Drückeberger“ und „Weiber“. Deserteure sind Helden im antifaschistischen Kampf. Diese Bilder derjenigen, die sich dem Krieg entzogen, herrschten – je nach Sichtweise - uneingeschränkt bis in die 1980er Jahre vor. Der Autor Ralf Buchterkirchen geht, ausgehend von Männlichkeitsbildern und der Militärjustiz als willfähriger Repressionsstruktur der Nazis, der Frage nach, wie und warum Soldaten den Kriegsdienst verweigerten. Er kommt dabei zu ganz individuellen Beweggründen. Eingebunden in konkrete hannoversche Geschichte wird deutlich, wie Männlichkeitsforschung neue Ansätze liefern kann, Desertion als individuelle Entscheidung vor dem Hintergrund von Repression zu verstehen und Deserteuren angemessen zu gedenken. --> 20.00 Uhr im Annabee-Buchladen (Stephanusstr. 12-14)
Buch: Ralf Buchterkirchen (2011), ""... und wenn sie mich an die Wand stellen": Desertion, Wehrkraftzersetzung und "Kriegsverrat" von Soldaten in und aus Hannover 1933-1945", Edition Region & Geschichte, ISBN 3930726165.

zum Flyer der Veranstaltungsreihe vorn   hinten

Die verschwiegene Geschichte hannoverscher Deserteure - Gespräch mit dem Autor Ralf Buchterkirchen und Interview mit dem hannoverschen Deserteur Willi Jünemann

In Hannover - einem der fünf wichtigsten Rüstungszentren des Deutschen Reiches - wurden Soldaten wegen Desertion, Wehrkraftzersetzung und Kriegsverrat verurteilt, hingerichtet und begraben. In jahrzehntelanger Kleinarbeit wurden die Namen von 51 Soldaten, die den Gehorsam verweigerten, recherchiert, von einigen von ihnen liegen Biographien vor. Noch bis zu ihrer Rehabilitation, die erst in den letzten Jahren erfolgte, wurden die Deserteure oft verunglimpft. Aber auch ,,Heldengedenken" wird der ganz individuellen Entscheidung, den Gehorsam zu verweigern, nicht gerecht. Gespräch mit Ralf Buchterkirchen über sein Buch "...und wenn sie mich an die Wand stellen" - Desertion, Wehrkraftzersetzung und 'Kriegsverrat' von Soldaten in und aus Hannover 1933-1945". Darüber hinaus geht es im Gespräch um Deserteusdenkmale und die Traditionspflege der zentralen Feldjägerschule der Bundeswehr in Hannover. Zu hören ist außerdem ein Interview, das Hans-Jürgen Hermel mit dem hannoverschen Deserteur Willi Jünemann führte.

endlich ist es soweit: Neu erschienen und im gut sortierten Buchhandel (alternativ auch versandkostenfrei direkt beim Verlag ak-regionalgeschichte.de) ist das Deserteursbuch erhältlich. Hier gibt es einen Teaser.

Buchcover

Aus dem Klappentext:„Schade, dass es ihn nicht erwischt hat!“ Diese spontane Reaktion auf die Meldung über das misslungene Attentat auf Adolf Hitler kostet Hubert Breitschaft das Leben. Der Lehrer aus dem bayrischen Cham wird vom Feldgericht verurteilt und in Hannover-Vahrenwald erschossen.
Der Hannoveraner Robert Gauweiler, dem zur Last gelegt wurde, im Kameradenkreis gesagt zu haben: „Diesen Krieg verlieren wir“, wird von der Wehrmachtsjustiz in Dänemark zum Tode verurteilt und in Hamburg erschossen. So wie Breitschaft und Gauweiler erging es vielen. Die NS-Militärjustiz verhängte etwa 30.000 Todesurteile gegen Soldaten, die den Gehorsam verweigerten; mindestens 21.000 wurden vollstreckt.
Für Hannover – einen der fünf wichtigsten Rüstungsstandorte – hat dieses Kapitel der deutschen Geschichte besondere Relevanz. Am Waterlooplatz wurden Soldaten durch die Militärgerichtsbarkeit verurteilt, in Hannover-Vahrenwald, auf dem Gelände, wo sich heute die Emmich-Cambrai-Kaserne befindet, wurden sie hingerichtet und auf dem Fössefeldfriedhof in Hannover-Linden begraben. In jahrelanger Recherche wurden die Daten von 51 gehorsamsverweigernden Soldaten ermittelt, die aus Hannover kamen oder dort hingerichtet wurden. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Diese Soldaten sind die Hauptpersonen des vorliegenden Buches.
Statt sie anzuerkennen, wurden sie nach dem Zweiten Weltkrieg verunglimpft, ihr Schicksal verschwiegen und verdrängt. Bis zum Jahr 2009 hat es gedauert, dass der Bundestag auch wegen Kriegsverrats Verurteilte rehabilitierte. In den Jahren zuvor wurden bereits Verurteilungen durch die Wehrmachtsjustiz wegen Desertion und Wehrkraftzersetzung für nichtig erklärt.
Eingereiht in eine Beschreibung der gesellschaftlichen und politischen Situation und im Anschluss auch an neuere Erkenntnisse der Geschlechter- und Männlichkeitsforschung wird nach den individuellen Beweggründen der Gehorsamsverweigerung gesucht. Herausgekommen ist eine facettenreiche Darstellung eines viel zu gern vergessenen Stücks deutscher Geschichte.
In Hannover erinnert heute nur ein fast nicht mehr kenntlicher Stein an das Schicksal der Deserteure.

Paperback, 178 Seiten, 13,90 €, ISBN: 978-3-930726-16-5

Bericht zur Veranstaltung „Bundeswehr an Schulen: Rekrutierung im Klassenzimmer und der antidemokratische Hintergrund dieser Rekrutierungsstrategie“ (Mittwoch, 6. Juli 2011, ab 19 Uhr, im Pavillon, Hannover). Der Bericht wurde verfasst von und verantwortlich ist: Heinz-Jürgen Voß.

Hannover, 7.7.2011

Während es Lehrkräften sogar verboten ist, kleine Buttons mit der Aufschrift „Atomkraft? Nein Danke“ an der Kleidung zu tragen, weil die Schüler beeinflusst werden könnten, finden Werbeveranstaltungen der Bundeswehr unhinterfragt statt. Dabei zielen sie nun tatsächlich auf Beeinflussung ab: Die Bundeswehr soll als „normaler Arbeitgeber“ dargestellt, junge Leute, die bislang nur spärlich allein zur Bundeswehr finden, für eine Dienstverpflichtung gewonnen werden. ->weiterlesen “Pädagogen in die Schulen, nicht Werber der Bundeswehr” »

Am Rande des Fußballspieles von Hannover 96 gegen Borussia Mönchengladbach in der AWD Arena verteilte Klubchef Martin Kind sogenannte „Gelbe Schleifen“ an Angehörige von Bundeswehrsoldaten. Das Symbol wird als Zeichen propagiert, das für Solidarität mit sich im Kriegseinsatz befindenden Bundeswehrsoldaten werben soll. Mit dieser Übergabe, nimmt sich Kind heraus, im Namen aller Fans von Hannover 96 zu sprechen, einer Vereinnahmung, der energisch widersprochen werden muss. Bundesweit lehnen über 70% der Bevölkerung Einsätze der Bundeswehr ab, das dürfte auch unter den Fans des Bundesligisten nicht anders sein. Hier werden für den Versuch, Militäreinsätze zum Normalzustand zu erklären, alle Fans vereinnahmt. Darüber hinaus ist es nicht zu verstehen, warum ein Sportverein, sich so an die Bundeswehr anbiedern muss. Weltweit ist die Bundeswehr an Kriegseinsätzen beteiligt, der Krieg in Afghanistan, mit dem Massaker in Kunduz, angeordnet durch Oberst Klein, verdienen keine Solidarität. Gerade Sport als verbindendem friedlichem Element, sollte im Gegensatz zur militärischen Konfliktlösung der Vorrang gegeben werden. Hannover 96 muss sich fragen, warum er als Sportverein, dem entgegengesetzt agiert.

Dass die Schleifen mit dem Spruch: „Für ein friedliches Miteinander“ überreicht wurden, erscheint im Rahmen eines militärischen Einsatzes zumindest zynisch.

Wir fordern den Verein auf, sich von dieser Aktion zu distanzieren und die Vereinnahmung der Fans für politische Zwecke zu unterlassen.

Militär raus aus den Stadien!

Am 9.7.2009 hat es das Bundesministerium für krieg Verteidigung endlich eingesehen. Das Bombodrom in der Wittstock-Ruppiner heide gehört abgeschafft. Zitat: "Wir haben hier sehr sorgfältig die Erfolgsaussichten überprüft, aber natürlich auch die Frage der Sicherstellung der Einsatzbereitschaft unserer Luftwaffe und in diesem gesamten Abwägungsprozess kommen wir zu dem Ergebnis, dass die Bundeswehr auf die Nutzung von Wittstock als Luft-Boden-Schießplatz verzichten wird, das heißt, keine Revision gegen dieses Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Berlin/Brandenburg einlegen wird. ... Wir sind auch der Auffassung, dass nach 15 Jahren auch der gerichtlichen Auseinandersetzung, damit auch verbunden der Nichtnutzung des Luft/Boden-Schießplatzes Wittstock durch die Bundeswehr und auch unter Berücksichtigung der Petitionsentscheidung des deutschen Bundestages eine Realisierung des Luft/Boden-Schießplatzes Wittstock nicht mehr möglich ist."

Gratulation allen, die dazu beigetragen haben. Mit Sicherheit ist diese Entscheidung ein riesiger Erfolg für die Friedensbewegung und macht Mut, sich wieder stärker egen die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft und vorhandene Truppenübungsplätze zu stellen.
Nach den Feiern ist jedoch Nachdenken über das Wie Weiter angesagt. Die Sichelschmiede macht zu Recht darauf aufmerksam, das die Bundeswehr keinen Verzicht auf das Gelände erklärt hat, es also durchaus möglich ist, das sie (vermutlich nach der Bundestagswahl) das Gebiet für einen 'leisen' Übungsplatz nutzen will. Daher sollten die Gemeinden  jetzt Druck ausüben und Rückführungsanträge stellen und sollte sich die Friedensbewegung nicht in falscher Sicherheit wiegen und weiter achtsam auf die Heide schauen.

Nichtsdetsotrotz: Die Gelegenheit ist günstig. Sorgen wir dafür, das Nordhorn und Siegburg geschlossen werden und sehen wir dies als Auftakt zum Protest gegen Truppenübungsplätze egal, wo sie auch sind. kein Bombodrom. Nicht hier - und nirgendwo!

Friedensbiwak 2009
am: 15. August 2009, ab 17 Uhr, Pavillon (Lister Meile 4, Hannover)

Das Grundgesetz stellt klar: die Würde eines jeden Menschen ist unantastbar. Dieses grundlegende Recht wird schon lange angegriffen. So wird in der Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland in zunehmendem Maße auf militärische Auseinandersetzungen gesetzt. Ob im Kosovo, in Afghanistan oder vor der Küste Somalias: Nicht Gewaltfreiheit und Anerkennung der Würde von Menschen stehen im Mittelpunkt der Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland, sondern Waffen und Gewalt. Im Jahr 2008 sind die Ausgaben hierfür um 20% auf knapp 50 Milliarden Euro gestiegen. Diese 50 Milliarden Euro werden dringend für zivile Investitionen gebraucht: nicht zuletzt für eine zukunftsfähige  Bildung der jungen Generation. Wir fordern: 50 Milliarden für den Frieden! ->weiterlesen “Sie feiern den Krieg – Wir feiern den Frieden” »

Um einer Kriegsverwendung zu entgehen und das eigene Gewissen über militärische Logik zu stellen existiert in der Bundesrepublik das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung (KDV). Auch wenn das Verfahren zur Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer einfacher als noch vor einigen Jahren ist, gibt es doch einiges zu beachten. Prinzipiell empfiehlt es sich erst nach der Musterung zu verweigern, da die Wahrscheinlichkeit untauglich gemustert zu werden, als potentiell Wehrpflichtiger massiv steigt. Schließlich werden nur 50% aller Wehrpflichtigen auch wirklich eingezogen. Auf diesem Weg soll die Diskrepanz stärker vertuscht werden. Auch Zivildienst ist ein Zwangsdienst. Daher empfehlen wir alle Möglichkeiten zu nutzen, über die Tauglichkeitsprüfung oder die Überschreitung von Altersgrenzen, bzw. über Rückstellungsgründe jeglichen Zwangsdienst zu vermeiden. Infos dazu gibt es auf unserer Linkliste oder bei der Beratung vor Ort. ->weiterlesen “Kriegsdienstverweigerung immernoch ein Thema” »

Nach den Protesten im November 07 in der Marktkirche Hannover hat die Kirche nun reagiert.. und die Bundeswehr ausgeladen. Begründet wird dies offiziell damit, das die BW personenkontrollen gefordert habe und sich dies mit dem Verständnis der Kirche nicht vereinbaren liese. Zusätzlich wird mit Sicherheit auch kircheninterner Druck sowie die öffentliche Diskussion zu diesem erfreulichen Ergebnis beigetragen haben. Eindeutig ein Erfolg antimilitaristischer Arbeit in Hannover. Offen ist nun nur noch die Rücknahme der Klagen des Superintendenten Puschmann gegen die Protestierer vom November...

Der folgende Artikel erschien in der Zivilcourage (Mai2008), der zeitschrift der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinige KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK).

Im Sommer übernimmt die Bundeswehr neue Aufgaben in Afghanistan. 250 SoldatInnen sollen als Bestandteil der „quick reaction force“ der ISAF die bisher dafür eingesetzten norwegischen Streitkräfte ersetzen. Kampfeinsatz wahrscheinlich. Kommen sollen diese Truppen aus dem niedersächsischen Städtchen Augustorf. Sie gehören der 1. Panzerdivision mit Sitz in Hannover an. ->weiterlesen “Die 1.Panzerdivision in Hannover” »

(dieser Flyer entstand im Vorfeld einer veranstaltung des Lilje-Forums Hannover am 31.01.08, zum Thema frieden neu denken mit Peter Struck)

Marschbefehl für bis zu 4000 Soldaten der 1. Panzerdivision aus Hannover

Heute ist der frühere Verteidigungsminister Struck eingeladen, im Rahmen des Hanns-Lilje-Forums in der Neustädter Hof- und Stadtkirche zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr zu referieren. Er prägte den Satz: Es gelte „Deutschland am Hindukusch zu verteidigen“. Dazu möchten wir als Organisationen der Friedensbewegung in Hannover Stellung nehmen. ->weiterlesen “?Frieden neu denken? ? Bundeswehreinsätze in aller Welt?” »

Ein Konzert und seine Folgen

Am 28.11. 2007 fand in der Marktkirche zum siebten mal das Adventskonzert der 1. Panzerdivision, Eingreifdivision der Bundeswehr, statt. Zum ersten mal wurde dieses Konzert von Protesten friedensbewegter und antimilitaristischer Gruppengestört. Ein Polizeieinsatz und eine ausführliche Medienberichterstattung folgten.

3 Monate später wollen nun VertreterInnen der Marktkirche, u.a. PastorinHanna Kreisel-Liebermann und Stadtsuperintendent Puschmann mit den VertreterInnen der Protestierenden Brunhild Müller-Reiss (Friedensbüro)Dirk Wittenberg (Rote Aktion Kornstraße) und Lukas Ladewig (Antimilitaristische Initiative Hannover)über das Adventskonzert, die Protestaktion und die Folgen diskutieren. Eine rege Beteiligung der interessierten Öffentlichkeit ist erwünscht.

4. März im Pavillon  - 19.00 Uhr, Raum 8.

 

Presseerklärung
Betrifft: 
Verhalten der Verantwortlichen der Marktkirche und der Polizei gegen die Aktion von AntimilitaristInnen am 28. 11. 2007
 
Sehr geehrte Damen und Herren!
Das Friedensbüro Hannover wendet sich gegen die Kriminalisierung von KriegsgegnerInnen und den Einsatz der Polizei gegen eine Aktion, die gegen  die Militarisierung eines Kirchenraums gerichtet war.
In der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 30. 11. 07 äußert sich Stadtsuperintendent Puschmann dahingehend, dass der Reiz der Aktion in der Kirche wohl darin gelegen hätte, „dass in einer vollen Kirche der Störeffekt ungleich größer ist als in einem belebten Platz in der Innenstadt.“
Aber es ging nicht um den ‚Reiz’, das ‚persönliche Kribbeln’ oder dergleichen mehr.
Es ging darum, dass der Protest sinnvoller Weise an den Ort des Geschehens gehört und das war in diesem Fall die Marktkirche.
Der Protest richtete sich gegen eine Kircheninstitution, die einerseits Friedensgottesdienste durchführt, anderseits eine Woche später kritiklos ein „Benefizkonzert“ mit einer Militärkapelle in ihrer Kirche veranstaltet, als wäre dies ein völlig normaler Vorgang. ->weiterlesen “” »

Die Bundeswehr darf den ehemaligen sowjetischen Truppenübungsplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide im Norden Brandenburgs nicht in Betrieb nehmen. Das Verwaltungsgericht Potsdam gab am Dienstag (31.07.07) drei Musterklagen gegen das so genannte Bombodrom bei Wittstock statt.

Wir gratulieren der FREIEn HEIDE! Kein Bombodrom. Nicht hier - und nirgendwo!

Das Tübinger Finanzamt will der Informationsstelle Militarisierung die Gemeinnützigkeit zu entziehen, weil sie sich tagespolitisch äußere. Und wegen des Vorwurfs, verfassungsfeindlich zu sein.

Zu den Hintergründen:

Bereits am 9.2.2006 wurde der IMI telefonisch mitgeteilt, dass es nicht möglich sei, einen Freistellungsbescheid für die letzten Jahre auszustellen, da eine nicht näher genannte Behörde Zweifel an unserer Verfassungstreue geäußert hätte und somit unsere Gemeinnützigkeit in Frage stehe. Drei Monate später erging vom Finanzamt Tübingen an die IMI eine "vorläufige Bescheinigung" der Gemeinnützigkeit mit dem Hinweis, dass diese "stets widerruflich" sei und längstens 12 Monate
gelte. ->weiterlesen “Gemein – aber nützlich Finanzamt will IMI zerschlagen” »

Die Grünen-Vorzeigesprecherin Claudia Roth hat ebenso wie Reinhard Bütikofer und unser allseits geliebter Volker Beck die Friedensbewegung für ihren Ostermarsch, an dessen Spitze sie einst demonstrierten, gescholten und ihr eine pauschale Ablehnung alles Militärischen vorgeworfen. Zum Glück kann mensch da nur sagen. Nicht nur das die Grünen sich seit Jahren politisch als Friedenspartei verabschiedet haben, jetzt tun sie es auch noch offensiv. Gespannt darf man nun eigentlich nur noch sein, wann sie - natürlich aus humanitären Gründen - die Wiederaufnahme des Bombodroms in der Kyritz-Ruppiner Heide als Übungsplatz fordern, oder vielleicht die allgemeine Wehrpflicht für alle, oder SoldatenInnen im Inneren.... Anbei dokumentiere ich eine Mitteilung von Bernhard Nolz, Aachener Friedenspreisträger, der sich zu den grünen Äusserungen zu Wort meldet... ->weiterlesen “Grüne BellizistInnen und der Ostermarsch” »

Die Tornados der Bundeswehr dürfen auch weiterhin nicht über der Kyritz-Ruppiner Heide üben. Das Verwaltungsgericht in Potsdam hat am 26.05.2006 in zwei Fällen den Eilantrag der Bundeswehr abgewiesen, schon vor einer endgültigen Gerichtsentscheidung die Kyritz-Ruppiner Heide für ihre Bombenabwurfübungen nutzen zu dürfen. Das Rechtsschutzinteresse von zwei Unternehmen - einem Hotel und einem Putenbetrieb - wurden vom Gericht höher eingestuft als das Interesse der Bundeswehr. Die Bundeswehr kann gegen den Beschluss beim Oberverwaltungsgericht Beschwerde einlegen. Mit weiteren ENtscheidungen wird MitteJuni gerechnet

Ex-Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) will seinem Nachfolger Franz Josef Jung raten, den Kampf um das Bombodrom aufzugeben, wenn die Bundeswehr wie in den bisherigen Instanzen auch den Prozess vor dem Oberverwaltungsgericht verliert. Im Falle einer erneuten juristischen Niederlage wäre es besser, dies zu akzeptieren und aus dem Prozess auszusteigen, sagte Struck gestern Vertretern der Initiativen Pro Heide und Freie Heide.

Die EU will angeführt von der BRD im Kongo die Wahlen absichern, sagt sie. Womit der Bundestag vor vollendete Tatsachen gestellt wird, soll ein Einsatz von 1500 Soldaten, davon 500 der Bundeswehr sein. 100 davon werden tatsächlich direkt am Ort des Geschehens in Kinshasa sein - einer Stadt mit 9mio! Einwohnerinnen und Einwohnern. Abgesehen von der prinzipiellen Fragwürdigkeit des Einsatzes (siehe auch www.imi-online.de) zeigt allein die Größenordnung die Unsinnigkeit der Argumentation. Treffender bringt es da schon der außenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Eckart von Klaeden auf den Punkt. Der sagte in einem Interview mit Spiegel-online , es gebe, neben "eigenen nationalen Interessen", dort auch, " eine Reihe von sicherheitsrelevanten Bodenschätzen - etwa Uran oder Beryllium die nicht in die Hände von Unbefugten kommen dürfen". Es geht also wieder mal um Rohstoffe. Damit wird - mal wieder - die Idee der Menschenrechte missbraucht und diskreditiert.

Bei einer Wahlversammlung rief der Führer der „Jüdisch- Nationalen-Front“-Liste, Baruch Marzal, die israelische Armee dazu auf, Uri Avnery zu töten – dies wurde vom Haaretz-Reporter Nadav Shragai ( rechter Flügel) am 21. März in Haaretz berichtet.

Anstiftung zum Mord

Gush Shalom(Quelle www.uri-avnery.de )

Bei einer Wahlversammlung rief der Führer der „Jüdisch- Nationalen-Front“-Liste, Baruch Marzal, die israelische Armee dazu auf, Uri Avnery zu töten – dies wurde vom Haaretz-Reporter Nadav Shragai ( rechter Flügel) am 21. März in Haaretz berichtet. Die Geschichte wurde auch in Maariv veröffentlicht – und am Tag zuvor schon in allen bedeutenden On-line-Zeitungen.

Natürlich wurde die israelische Armee nur deshalb erwähnt, um die Anstiftung zum Mord - ein kriminelles Vergehen – als einen Vorschlag für das Militär zu vertuschen.

Der Aufruf ( zum Mord) kam, nachdem der offizielle Rundfunk, „Die Stimme Israels“, eine Bemerkung von Avnery gesendet hatte, die er einem Reporter gegenüber während einer Demonstration machte, die gegen den israelischen Armeeangriff auf das Gefängnis in Jericho stattfand. Das erklärte Ziel dieser Aktion war, den Führer der Palästinensischen Volksfront gefangen zu nehmen, der angeblich den Mord am israelischen Minister Rehavam Zeevi befohlen hatte – nachdem der frühere Führer der Volksfront ( vom IDF) ermordet worden war. Während Avnery eine Frage beantwortete, sagte er, dass der Mord an Ze’evi ein palästinensisches „gezieltes Töten“ sei, genau wie das Töten palästinensischer politischer Führer durch die israelische Armee. Das Radio zitierte nicht die gleich danach folgenden Worte: „Ich bin gegen alle Morde, gegen die der Israelis als auch gegen die der Palästinenser.“

Am Tage der Veröffentlichung fragte eines der beliebtesten israelischen TV-Programme „Fünf am Abend“ Avnery an, ob er an einem Interview mit Marzel teilnehmen wolle. Avnery wies dies natürlich zurück. Aber „Kanal 10“ interviewte Marzel lang und breit – mit einem großen Foto von Avnery im Hintergrund.

Marzels Teilnahme an den Wahlen widerspricht dem israelischen Gesetz, das rassistische Listen verbietet. Marzel erklärte feierlich, dass er das Programm des verstorbenen Rabbi Meir Kahane realisieren wolle, dessen Wahlliste schon vor Jahren vom Obersten Gerichtshof verboten worden war. Doch in seiner Wahlsendung, die vom Vorsitzenden des Wahlkomitees bestätigt worden war, erschien ein Bild von Kahane.

Die Nachricht vom Aufruf zum Mord wurde auch im Ausland veröffentlicht. Sie alarmierte mehrere Friedens- und Menschenrechtsgruppen, die verurteilende Erklärungen abgaben und Protestbriefe an die israelische Botschaft sandten. Besonders aktiv war das Komitee des „Aachener Friedenspreises“ in Deutschland, das vor ein paar Jahren seinen renommierten Preis an Gush Shalom und Uri Avnery vergab. Es verlangte, dass der deutsche Außenminister
und der israelische Botschafter in Berlin intervenieren, um die israelische Regierung dahin zu bringen, Marcel wegen Anstiftung zum Mord strafrechtlich zu verfolgen.

(dt. Ellen Rohlfs)

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